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3. Juni 2008

Punkt für Oskar Lafontaine

von @ 13:00. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Deutschland, Medienmanipulation, ARD, Bild

Angela Merkel und die FDJNemetico fragte gestern, ob es im Überbau-Gebälk der imperialen Vasallen in der Medienszene knackt.

Und tatsächlich, es knackt nicht nur bei Emma und im Spiegel, sondern auch die ARD und die Bildzeitung haben offenbar ihre liebe Mühe und Not, ihre Propaganda so an den Rezipienten zu bringen, dass die Leute sich über die widersprüchlichen Lügenmärchen nicht schief lachen.

Wenn die Bildzeitung noch am Dienstag mit einer großangelegten Aktion ihrer Chefpropagandisten Hugo Müller-Vogg und Franz Josef Wagner unter Einschluss des Teufels gegen eine staatliche Fernsehsendung vom Sonntag hetzt, dann könnte die Sendung ausnahmsweise mal sehenswert gewesen sein.

In der Talkshow von Anne Will haben am vergangenen Sonntag offenbar nicht die üblichen Sprechautomaten ihre üblichen Sprechblasen abgesondert, sondern es scheint wirklich mal diskutiert worden zu sein.

So wirft die Bildzeitung dem ehemaligen Parteivorsitzenden der SPD und jetztigen Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, heute vor, die CDU-Kanzlerin Angela Merkel attackiert zu haben:

“Sie haben eine überzeugte Jungkommunistin zur Kanzlerin gewählt. Ist Ihnen das überhaupt klar? Frau Merkel war FDJ-Funktionärin für Propaganda und Agitation.”

Stimmt. Diese Information zur Dosenpfandministerin a.D. Angela Merkel, CDU, findet sich hinter dem netten blau-roten Merkel-Bildchen, das auf allen Seiten des Parteibuch Blogs zu sehen ist. Und unter der Überschrift “Von der FDJ Agitprop Sekretärin zur Dosenpfandministerin: Angela Merkel (CDU)” gibt es im Parteibuch auch einen ausführlichen Beitrag dazu. Das gelingt, trotz aller Bemühungen, nicht mal dem einschlägig bekannten Hugo Müller-Vogg zu leugnen. Bild schreibt dazu: “Merkel selber betont, sie sei „Kulturbeauftragte für unsere Gruppe an unserem Institut“ gewesen” und kommt dann doch nicht umhin, zu bestätigen:

Das bestätigt der Lafontaine-Genosse Osten : „Angela Merkel hat sich um Kultur gekümmert.“ Formal könnte sie allerdings durchaus „Agitprop“-Beauftragte gewesen sein. Der SED-Experte Professor Manfred Wilke : „Kultur war in der SED-Sprache immer Teil der Agitation.“

Da hat “SED-Experte” Manfred Wilke recht. Das war nicht nur in der DDR so. Kultur und Propaganda sind bloß verschiedene Bezeichnungen für unterschiedliche Ansichten auf die gleiche Medaille und auch in der Bundesrepublik Deutschland genau wie die Geheimdienste direkt im Kanzleramt angesiedelt.

Ganz bitter stößt der Bild-Zeitung auch auf, dass Oskar Lafontaine erklärt hat, bei einem Wahlsieg im Saarland die erklärten Verfassungsfeinde Wolfgang Schäuble und Franz-Josef Jung vom saarländischen Landesverfassungsschutz beobachten lassen zu wollen. Auch damit hat Oskar Lafontaine, wie nicht nur im Parteibuch nachzulesen ist, völlig recht. Wenn die Wähler Oskar Lafontaine glauben können, dass er das wirklich macht, was er da verspricht, dann gibt es endlich mal wieder einen chancenreichen wählbaren Politiker.

Dass die Bild dann auch noch widerlegt, Angela Merkel habe in Moskau studiert, obwohl Oskar Lafontaine das nicht mal den Bild-Zitaten zufolge behauptet hatte, macht das PR-Desaster für die transatlantischen Geheimdienstmedien komplett. Wie groß die Verzweifelung bei der Bild sein muss, lässt sich auch daran abmessen, dass sie den Disziplinierungsversuch von Anne Will ausgerechnet am peinlichsten Chef, den die Berliner CDU je hatte, aufhängt. Friedbert Pflüger hat in Berlin als Chef einer rechtsextremen Splitterpartei zwar einen Minderheitensitz im Rundfunkrat des RBB, aber sonst glücklicherweise gar nichts zu melden.

Nachtrag: Das CIA-Hausblatt “Spiegel” versucht als Bildzeitungsabklatsch für die gehobene Klasse Oskar Lafontaine und Anne Will natürlich auch runter zu schreiben. Doof bloß, dass der “Generation Doof” sowieso schon lange keiner mehr glaubt.

Nachtrag 2: Videoausschnitte aus der Sendung gibt es zum Beispiel hier.

Nachtrag 3: Lesenswert ist auch Albrecht Müller’s Meinung bei den Nachdenkseiten: Die strategische Bedeutung des Bedauerns von Anne Will für den Einfluss der Rechtskonservativen auf die Medien

10 Kommentare zum Beitrag “Punkt für Oskar Lafontaine”

  1. Punkt für Oskar Lafontaine | Radio Utopie sprach

    […] im Rundfunkrat des RBB, aber sonst glücklicherweise gar nichts zu melden. (Quelle: Mein Parteibuch) AutorMein […]

  2. freddy sprach

    Herr B., am besten schlicht mal diesen Bloedi-link anklicken und die Info benützen,

    Gruß

    Freddy/Austria/3. 6. 2008

  3. freddy sprach

    Herr B., am besten schlicht mal diesen Bloedi-link http://bloegi.w...mmentsanklicken und die Info benützen,

    Gruß

    Freddy/Austria/3. 6. 2008

  4. Kommentare aus der AMAZONAS-Box sprach

    ernste Verfassungsschutzaufgaben…

    Veileicht gefällt sowas nicht nur mir ..

    … dass Oskar Lafontaine erklärt hat, bei einem Wahlsieg im Saarland die erklärten Verfassungsfeinde Wolfgang Schäuble und Franz-Josef Jung vom saarländischen Landesverfassungsschutz beobachten lassen zu …

  5. Propaganda-Notstand in Deutschland » Beitrag » SaarBreaker sprach

    […] Nachtrag: Das CIA-Hausblatt “Spiegel” versucht als Bildzeitungsabklatsch für die gehobene Klasse Oskar Lafontaine und Anne Will natürlich auch runter zu schreiben. Doof bloß, dass der “Generation Doof” sowieso schon lange keiner mehr glaubt. (Quelle: Mein Parteibuch) […]

  6. Dauerfeuer Verarsche » Blog Archive » ber Anne Will sprach

    […] Quelle […]

  7. Harry Schwiebert sprach

    Diese Seite ist ja mal richtig ekelhaft geworden, gleich zweimal starrt Tittenangie sich auf selbige.
    Zur Sache,
    was da nach oben geschwappt ist und was da im Begriff ist, nach oben geschwappt zu werden, wird uns über kurz oder lang zu runden Tischen zwingen.

  8. LOL sprach

    “Dass die Bild dann auch noch widerlegt, Angela Merkel habe in Moskau studiert, obwohl Oskar Lafontaine das nicht mal den Bild-Zitaten zufolge behauptet hatte, macht das PR-Desaster für die transatlantischen Geheimdienstmedien komplett.”

    Quatschkram, ich habe die Sendung selbst gesehen, und wer es nicht glaubt, sollte halt selbst einen Blick im Nachgang darauf werfen:

    Oskar Lafontaine hat in der Sendung höchstselbst behauptet, Angela Merkel habe in Moskau studiert, was ja nun nachweislich nicht der Wahrheit entspricht.

    Ob Angela Merkel darüberhinaus eine “begeisterte Jungkommunistin” gewesen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber es fiel in der Sendung ansonsten unangenehm auf, wie die Moderatorin den Finanzhaushalt Berlins und die “Leistungen” der SED / Linken dort wahrheitswidrig in einer Weise dargestellt hat, die dem Zuschauer suggerieren könnte, die SED/Linke habe den Berliner Haushalt saniert, was ja nun gleichfalls Kokolores ist…

  9. Redaktion sprach

    @LOL
    Es ist schlicht gelogen, was Du da schreibst. Quatsch mit Soße, was Du da schreibst. Selbst Bild-Chefpropagandist schrieb dazu:

    “Angela Merkel , so seine Behauptung, „durfte in Moskau studieren.”

    Und genau das hat Oskar Lafontaine gesagt: “und sie durfte in Moskau studieren”

    Oskar Lafontaine hat nicht behauptet, dass Angela Merkel von der Erlaubnis Gebrauch gemacht und wirklich in Moskau hat.

    Beweisvideo: http://www.yout...h?v=xrgd8B5fhNw

    Dass Du es nicht zu beurteilen vermagst, ob Angela Merkel begeisterte Jungkommunistin gewesen ist, spricht für sich selbst.

    Die CDU-geführte Berliner Regierung von Eberhard Diepgen hat den Berliner Haushalt durch den als Berliner Bankenskandal bekannt gewordenen Großbetrug zugunsten der Taschen von CDU-Parteifreunden nachhaltig ruiniert.
    Nachdem der rot-tote Senat diese milliardenschweren CDU-Altlasten abgefangen hat, hat der rot-rote Senat den Haushalt inzwischen soweit stabilisiert, dass es keinen weiteren Anstieg der Verschuldung gibt.

    Angesichts dessen, dass bei dem Prozess gegen die CDU-Größen der Hauptbelastungszeuge Lars-Oliver Petroll Angst vor Ermordung hatte und dann erhängt aufgefunden wurde, und hier ein politischer Mord zur Verdeckung von Straftaten der CDU-geführten Berliner Regierung nicht unwahrscheinlich ist, ist die wirtschaftliche Frage allerdings zweitrangig.

    In Berlin geht es darum, dass die ebenso skrupellose wie raffgierige Mafiabande mit dem Parteibuch der CDU nie wieder die Macht ergreifen kann. Es ist ein Skandal, dass Klaus-Rüdiger Landowsky und seine Komplizen nicht im Knast sitzen.

    Und die Propagandafabrik Axel-Springer-Verlag, die diese kriminelle Bande an die Macht geschrieben hat, sollte dringend vom Berliner Verfassungsschutz überwacht werden.

  10. Aaron Steiner sprach

    Wie Blöde, irgendwie habe ich die Wohnanschriften von Kai Diekmann (Bild-Chef) und Friede Springer (Verlegerin) verloren. Dabei wollte ich der Friede doch eine so hübsche Geburtstagskarte im August schicken. Und mit dem Kai wollte ich schon lange ein Bierchen trinken gehen. Hat jemand die Adressen? Am besten mit Bewegungsprofil - damit die Besuche auch fruchten. Wo hausen die Schädlinge? Gruß - Aaron Steiner

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