Das proprietäre Multimedia-Format Flash der Firma Adobe Systems, mit dem sich lustige Videos auf Plattformen wie Youtube und Google-Video anschauen und in Webseiten einbinden lassen, gehört zu den größten Ärgernissen der derzeitigen Internet-Landschaft.
In der proprietären Adobe-Software Flashplayer, die zum Abspielen der in Flash programmierten Multimedia-Inhalte notwendig ist, wurde konsequent das Prinzip umgesetzt, dass der Benutzer von der Software entmündigt wird. Einstellungen wie die Regulierung von Cache und die Erlaubnis zur Nutzung des Mikrofons lassen sich beim Flashplayer nur über die Webseite von Adobe vornehmen. Während Werbetreibende sich freuen, dass in Flash programmierte Reklame nicht einfach abgeschaltet werden kann, dürfen Internetnutzer sich darüber ärgern, dass sich der Flashplayer nicht stoppen lässt.
Zu allem Überfluss ist nun auch noch eine schwerwiegende Sicherheitslücke im Flashplayer aufgetaucht, durch die Virenprogrammierer den eigenen Computer dadurch hijacken können, dass mit installiertem Flashplayer eine falsche Webseite aufgesucht wird. Das wirft glücklicherweise endlich mal in einem breiten Rahmen die Frage auf, wie sich Monstersoftware von Adobe bändigen lässt.
Anders als bei den proprietären Office-Formaten von Microsoft und dem unfreiem pdf-Format von Adobe, deren Aufdringlichkeit daduch beseitigt werden kann, dass Microsoft Office und Adobe Reader deinstalliert und stattdessen Software wie Open Office und Foxit-Reader installiert werden, fehlt es bisher trotz der Fortschritte bei der Entwicklung der freien Flashplayer-Alternative Gnash für das Flash-Format leider noch an alltagstauglichen Abspielen von Flash-Videos. Da es vermutlich noch eine Weile dauern wird, bis sich freie Video-Streaming Formate wie das von der Wikipedia benutzte Theora auf den Servern durchsetzt, gibt es zum Ärgernis Flashplayer derzeit keine echte Alternative für diejenigen, die die Videos sehen und nicht von den in Flash-Videos enthaltenen Informationen ausgeschlossen sein wollen.
Das wichtigste Werkzeug zum Bändigen des Flash-Players im Firefox ist das Add-on Flashblock, das dafür sorgt, dass Flash-Programmcode nicht gleich beim Laden einer Seite ausgeführt wird, sondern erst nach einem Klick auf einen Platzhalter. Damit kann zumindest schon mal kein Fremder mehr ungewollt Flash-Code auf dem eigenen Rechner ausführen.
Dummerweise schützt das nicht komplett vor den Sicherheitsrisiken, denn, obwohl der Schadcode für das Flash bisher nur auf chinesischen Servern aufgetaucht zu sein scheint, kann sich das nicht zuletzt dank Server-Sicherheitslücken wie sie gerade in Debian-SSL drin war natürlich jeden Tag ändern. Da Adobe der Meinung ist, dass die neueste Version des Flashplayers, 9.0.124.0 nicht von dieser Sicherheitslücke betroffen ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall, wenn man denn schon einen Flashplayer zum Video-Schauen möchte, dafür zu sorgen, dass keine ältere Version als 9.0.124.0 installiert ist. Unter Firefox lässt sich mit der Eingabe von about:plugins in die Adresszeile des Browsers nachschauen welche Version installiert ist. Sollte da unter “Shockwave Flash” nicht die aktuelle Version “Shockwave Flash 9.0 r124″ stehen, sondern eine ältere Version wie zum Beispiel “Shockwave Flash 9.0 r115″, dann sollte man also unbedingt die neueste Version des Flashplayers installieren. Trotzdem ist es wohl ratsam, das Flashblock Add-on zu installieren, denn das Adobe seiner Meldung zur vermuteten Nicht-Betroffenheit der neuesten Flashplayer-Version den fetten Zusatz “This posting is provided “AS IS” with no warranties and confers no rights” hinzufügt, lässt erahnen, dass auch Adobe nicht wirklich von der Sicherheit des neuesten Flashplayers überzeugt ist.
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