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16. Mai 2008

Attacke auf öffentlich-rechtliche Internet-Archive

von @ 11:34. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Internet, Rundfunkgebühren

Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.

In der ganzen Welt ärgern sich Machthaber in Diktaturen darüber, dass es im Internet für jedermann frei zugänglich Informationen gibt. Besonders gefährlich sind die Archive, denn wenn von Machthabern eine Version des Zeitgeschehens einmal als wahr veröffentlicht wurde, kann die Geschichtsschreibung von Diktaturen später nur unter erheblichen Glaubwürdigkeitsverlusten korrigiert werden.

Propagandisten der konzentrierten deutschen Milliardärspresse ärgern sich seit geraumer Zeit über die Konkurrenz der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Internet. Panorama berichtete gestern, dass die deutschen Pressezaren nun einen Angriff auf die Archive des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gestartet haben. Ein neuer Rundfunkstaatsvertrag wurde ausgearbeitet und soll am 12. Juni beraten werden. Öffentlich-rechtlichen Sendern soll damit verboten werden, ihr gesendetes und von den Gebührenzahlern finanziertes Fernsehmaterial länger als sieben Tage lang kostenlos im Internet zu veröffentlichen.

Da die Widersprüche in der herrschenden Geschichtsschreibung auch in Deutschland immer offensichtlicher werden, konnte mit dem neuen Angriff auf das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung seit Längerem gerechnet werden. Dass sich dagegen nennenswerter Widerstand regt, ist nicht zu erwarten, denn der neue Versuch, die Geschichte unsichtbar zu machen, ist gut gemacht.

Die gerechte Berücksichtigung von kommerziellen Interessen wirkt viel glaubwürdiger als das Kaputtklagen von Archiven durch verurteilte Mörder und die Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Sender können darauf hoffen, dass die Propaganda der Tagesschau und anderer grober Unfug dann nicht mehr so oft im Internet auseinandergenommen und verspottet wird. Und die GEZ kassiert sowieso die vollen Gebühren.

7 Kommentare zum Beitrag “Attacke auf öffentlich-rechtliche Internet-Archive”

  1. Meudalherr sprach

    Ich hoffe, dass auch mein Meudalismus-Weblog eines Tages archiviert werden wird in der Nationalbibliothek (ich weiss jetzt nicht, wie die genau heisst, aber es gibt eine solche Einrichtung). Denn es ist für künftige Historiker bestimmt interessant, wie Deutschland heute von Bürgern wie mir wahrgenommen wird.

    Warum zahlt man eigentlich Jahrzehnte lang GEZ und Telefongebühren? Warum wird nicht mal Glasfaser ins Haus gelegt - von den gezahlten “Gebühren”? Bringt doch auch mal eine Gegenleistung! Dann brauchen wir weder das traditionelle Telefon noch das traditionelle Fernsehen.

  2. Attacke auf öffentlich-rechtliche Internet-Archive | Radio Utopie sprach

    […] und verspottet wird. Und die GEZ kassiert sowieso die vollen Gebühren. (Quelle: Mein Parteibuch) About the AuthorMein […]

  3. Attacke auf öffentlich-rechtliche Internet-Archive » Beitrag » SaarBreaker sprach

    […] (Quelle: Mein Parteibuch) […]

  4. Wider der Informationsfreiheit | Bürger-Herold sprach

    […] “Bürger-Herold” möchte noch einen Bogen zu Mein Parteibuch schlagen: […] Da die Widersprüche in der herrschenden Geschichtsschreibung auch in […]

  5. logisch sprach

    Geschichten von gestern sind einfach die Besten, sie können allenfalls von denen von Vortag getoppt werden. ;-)

    Es liegt in der Natur der Deutschen sich für seine Zwecke organisatorische Hilfsmittel wie Firmen, Gremien, Verbände und Vereinigungen zusammen zu zimmern.

    Allerdings haben solche Körperschaften und ebenfalls die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Strukturen eine fast magische Tendenz dazu sich selbständig weiter zu entwickeln bis hin zu einer begrenzten Eigenständigkeit, die jedoch zu Auswachsungen führt, welche mit dem originalen Sinn-Zweck schon fast gar nichts mehr gemein haben oder gar den begrenzten Interessen ihrer Gründer entgegen laufen können. Manches was transparent genug ist reguliert sich mehr oder minder, doch dieser Grad an Transparenz ist oftmals nicht gegeben und ganz dem Wortsinn der deutschen Dichtkunst folgend: “Die Geister die ich rief, die werd ich nicht mehr los” - und ein Meister zur Eindämmung der Umtriebe ist oftmals weit und breit nicht in Sicht. Der Bereich der Anwendbarkeit ist somit auch merklich groß, von Staatsorganen über die zahlreichen Versicherungen, das Vereinswesen, ja selbst den karitativen Bereich nicht aussparend und selbstredend auch das Banken(un)wesen - selbst unbeseelte Regularien, wie das Patentwesen, das Urheberrecht und einfach nur jegliches Recht für sich alleine tendieren dazu sich zu beseelen, was ja zunächst nichts negatives sein muss, um dann aber schnell vereinnahmt zu werden um dadurch vom Segen zum Fluch zu werden.

    Das Prinzip von “viel hilft viel” war wirklich nur im äußersten Ausnahmefall sinnvoll und erfolgreich in ein “noch mehr hilft noch mehr” umwandelbar. So wie ein Nachkriegskind einfach an Nahrungs- und Vitaminmangel leiden musste, so leidet heutzutage ein Wohlstandskind an dem Überangebot und dem damit einkehrenden Konsum von Nahrungsmitteln.

    Sind wir am Ende nur allesamt zu effektiv im Adressieren von Problemen mit Lösungsmodellen - den Kick in die richtig Richtung, aber mit einem Bums dahinter, der um Dimensionen über den Zielpunkt hinaus geht? Die Ziele und Bedürfnisse der Welt sind eben doch kein Fussballtor sondern sehen eher wie so Putting-Loch auf dem Golfplatz aus. Und über dieses rauscht die Dampflock unserer Bemühungen grandios hinweg, Ziel erreicht, aber nicht zu stoppen. Der einzelne bleibt auf der Strecke, ist vielleicht noch eine Randfigur oder Statist an dem das Ganze nur noch vorbei geht, vielleicht sogar irgendwie einer der Lokführer und hat ausgesorgt, oder wenn es dumm läuft kommt er mehr zufällig aber dennoch unausweichlich unter die Räder. Der Wunsch-Zustand, den einzelnen in der Mitte zu haben, ihn da zu behalten und ihm als peripheres Konstrukt schlussendlich einfach nur dienlich zu sein scheint nur temporär zu sein und führt in sich in der Realität regelmäßig von selbst aus ins Absurde - eine Absurdität, die erstaunlich stabil und gegen eine nicht gerade kleine Zahl an störenden Einwirkungen am Ende sogar noch recht resistent ist und sich weiterhin an so viel Wachstum erfreuen kann wie die sie nährenden Prozesse in der Lage sind ab zu geben. Umringt von solcherart saugenden, egoistischen und sich-selbst kontrollierenden widernatürlichen Wesenspersönlichkeiten erfolgt eine immer weitere zunehmende Kontrolle dieser “Wesen” zu Ungunsten des Einzelnen.

    Die menschliche Freiheit wurde auf längere Sicht hin verdrängt. Sie ging somit insgesamt einfach heimlich still und leise verloren. Die Macht die unsereiner delegiert, weil er ein hehres Anliegen hat, weil er umworben wurde, weil er leichtfertig war oder weil gar hinters Licht geführt wurde, diese Macht kommt nicht mehr zurück. Stattdessen stellt sich wahre Ohnmacht ein. Anstatt einen konkreten Bedarf zu stillen und dafür Preise aus zu loben wird einfach ein Stapel Blanko-Schecks rüber gereicht. Ein gefundenes Fressen für jegliche Art von Umtrieben. Und ist der Stapel verbraucht, so gibts umgehend den nächsten hinterher. Wie sagt so schön die Werbung “Power is nothing witout control.” Ja, und diese Macht als der Einzelne haben wir verloren, weil die uns umgebenden, einbettenden Prozesse doch schln längst keiner mehr kontrollieren kann und diejenigen, die tatsächlich noch Macht ausüben können üben diese dann in bester Autokratie nach _ihrem_ besten Sinn aus.

    Die Freiheit des Einzelnen wird von Staat und Gesellschaft einfach nur erdrückt. Das ist des Pudels Kern und das Problem des modernen Menschen im 21. Jahrhundert. Man könnte es als ein Struktur-Chaos bezeichnen und zugleich so manchen Beinahe-Aussteiger unter unseren Zeitgenossen den Respekt für seinen Mut zur Abnabelung von einem Großteil der herrschenden Strukturen zollen.

    Während aber das Groß solcher knotenartigen Strukturen einer monetären Art entspringt und somit auch materiell einen Gegenwert für den Einzelnen verkörpern geht der Trend eindeutig stark auf Sturkturen hin die nicht-materielle sondern vielmehr geistige Werte darstellen. Und hier schliesst sich der Kreis wieder - die geistigen Werte sind kein begrenztes, aber dennoch ein wertvolles Gut und bedürfen daher nur sehr begrenzt einer Vermarktung. Eine Zugänglichkeit genügt. Während also die Zugangskosten auf wunderbare Weise stark bis hinunter aufs Niveau der Zugänglichmachung gesunken sind bemühen sich alle möglichen Sturkturen, entgegen dem origiär menschlichen Interesse darum ein zig-faches der eigentlichen Erstllungskosten wieder als Mittel zurück fließen zu lassen. Es wird versucht einen solchen Markt durch künstliche Verknappung eines eigentlich garnicht wirklich knappen Gutes zu formen. Der Weg in eine bösartige informationstechnische Umklammerung, trotz gegenteiliger Zeitgebote im Sinne neuer technischer Möglichkeiten, ist ein Weg den andere Sturkturen gerne ebenen würden.

    Frei nach Tucholsky: “Die Welt war so weit und leer, dass ich Angst hatte und mich einsam fühlte. Doch da kamen plötzlich Mauern auf mich zu, die mich trösteten, und immer weiter auf mich zu rasten, so dass ich jetzt schon im letzten Zimmer bin, wo die Katze sitzt, die mich gleich frisst.”

    Wohl dem der weiss wie ihm geschieht und seinen Weg noch rechtzeitig wählen kann.

  6. otti sprach

    Früher Bücherverbrennung, heute Schließung von Archiven.

    Täuschland, mal wieder nichts gelernt aus der ‘Gechichte’?

  7. Peterle sprach

    Wenn die ÖR-Archive so kostengünstig arbeiten, wie der elektronische Bundesanzeiger, ist deren Schliessung ein Segen!
    Kann Panorama ihre Sendungen doch freigeben und bei Youtube einstellen ;)

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