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19. April 2008

Jens Spahn als “Rotzlöffel” bezeichnet

von @ 15:02. abgelegt unter Rentenversicherung, Deutschland, Politik, CDU
Jens Spahn
Jens Spahn: Gegen zu viel Rente

Wie der Presse zu entnehmen ist, hat der aus dem katholischen Münsterland stammende CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn Briefe erhalten, in denen er unter anderem als “Rotzlöffel” bezeichnet wurde.

Auch Morddrohungen will der 27-Jährige nach eigenen Angaben erhalten haben. Der Vorsitzende der Senioren-Union, Leonhard Kuckart, drohte zudem öffentlich, eine neuerliche Kandidatur des gerade wieder für die Bundestagswahlen 2009 nominierten Nachwuchspolitikers zu verhindern.

Das ist völlig unverständlich. Schließlich hat der 27-jährige angehende Jurist, der einstweilen mit einer kargen monatlichen Diät von 7339 Euro monatlich irgendwie zurechtkommen muss, nichts weiter getan, als sich öffentlich energisch gegen die drastische außerplanmäßige Erhöhung der Renten um 1,1% statt wie geplant um 0,46% auszusprechen.

Nachdem im letzten Jahr die Renten bereits um großzügige 0,54% erhöht wurden, muss hier natürlich schon aus priniziellen Erwägungen Einhalt geboten werden. Schreibt man die Zahlen der Nachdenkseiten von 2006 um eine 0,54%-ige Erhöhung fort, dann steigen durch die außerplanmäßige Erhöhung die Durchschnittsrenten bei Frauen von etwa 475,55 auf 480,79 Euro - und nicht nur auf die ohnehin schon geplanten großzügigen 477,74 Euro. Männer dürfen sich gar über einen Anstieg von durchschnittlich 1081,81 Euro auf durchschnittlich 1093,71 Euro freuen. Das sind sage und schreibe 6,92 Euro mehr im Monat als sie mit der eigentlich geplanten Erhöhung auf 1086,79 Euro hätten absahnen können.

Mein Parteibuch hält es für unverantwortlich, Jens Spahn einen “Rotzlöffel” zu nennen, denn natürlich hat er recht damit, wenn er die vorübergehende Rentenerhöhung, die erst 2011 durch entsprechende Kürzungen wieder aufgefangen werden soll, ein Wahlgeschenk für undankbare Rentner nennt. Ja, wo käme man denn dahin, wenn die CDU der Linken Konkurrenz macht und großzügig soziale Wohltaten verteilt? “Auch mit 1,1 Prozent sind die Rentner nicht zufrieden”, erklärte Jens Spahn.

Mein Parteibuch möchte anregen, dass Jens Spahn, der zufällig auch im Beirat der Barmenia Versicherungen sitzt, seinen Bundestagswahlkampf 2009 mit Wahlplakaten führt, auf dem das markante Zitat wiedergegeben wird. Schließlich sollen seine Wähler wissen, was sie an ihm haben. Niemand soll glauben, dass die Wohltaten nur ein perverser Psychotrick sind, der es den Medien ermöglicht, Alt und Jung gegeneinander aufzuhetzen und sie so davon abzuhalten, eine Bande von Kassenplünderern gemeinsam davonzujagen.

Einen kleinen Fehler hat das oben gezeigte Bild jedoch leider. Pünktlich zum 01.01.2009 steigt die Diät des jungen Bundestagsabgeordneten um 1,5% an, so dass für den Bundestagswahlkampf 2009 das oben angegebene Brutto von Jens Spahn in Höhe von 7339 Euro aktualisiert werden sollte auf bescheidene 7668 Euro monatlich.

17 Kommentare zum Beitrag “Jens Spahn als “Rotzlöffel” bezeichnet”

  1. Jochen Hoff sprach

    Ich finde auch das Jens Spahn recht hat. Schließlich ist er als Beirat der Barmenia Versicherung für deren Gewinn mit zuständig. Da muss diesen gewissenlosen Rentnern endlich einmal klar gemacht werden, dass sie sich gefälligtst bei der Barmenia zu versichern haben und es keine Rentenerhöhungen mehr gibt.
    http://www.barm...rodukte/105.asp

    Wenn die Rentner nicht kapieren, dann haben sie eben Pech gehabt. Sollen sie doch verhungern.

    Jens Spahn wäre ein guter Sozialminister. Frau Merkel holen sie sich diese Spitzenkraft. Die Wirtschaft direkt bei dir.

  2. Meudalherr sprach

    Schröder - Kanzler der Kinderarmut. Merkel - Kanzlerin der Rentnerarmut.

    Hetzt ruhig jung gegen alt. Aber ist das noch “christlich”? 1,1 Prozent Rentenerhöhung sind bei der möglicherweise beginnenden Hyperinflation doch wirklich nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

  3. David Weinberg sprach

    Nur was macht dieser Staat, wenn die Rentner ihre 50 Milliarden im Jahr , die sie ihren Kindern und Enkeln zum Lebenserhalt zusteuern , weil die sonst nichts mehr zu fressen haben, wenn die Rentner diesbezüglich streiken. Dann hat er doch längst auch hier Hungerrevolten auf dem Hals.

  4. otti sprach

    Ja, den Spahn einspar’n!

    Als Anwalt kann die Person dann von dem vom Gesetzgeber großzügig festgelegten Mindestlohn (=Gebühren) für seine Zunft leben. Und eine unverdiente Pension vom Steuerzahler gibt’s oben drauf.
    Wenn der Steuerzahler verantwortungslose Banken mit Milliardenbeträgen stützen muss, hört man von solchen Leuten dagegen in der Regel nichts.

    Deutschland, einfach erbärmlich!

  5. Rolf Schälike sprach

    Dass es Rentnern schlecht geht, bzw. dass die Früchte ihrer früheren Arbeit die Rentner nicht mehr so richtig ernten konnten, oder eben lediglich die faulen Früchte ihrer Lebensarbeit, war das Privileg der Diktaturen (DDR, Sowjetunion). Deutschland Heute nähert sich diesen Privilegien.

    Wer die Geschichte kennt, nimmt es gelassen.

    1,1 Prozent ist reine Propaganda. Der Wert der realen Rente fällt wesentlich stärker. Aber auch daran haben sich die Rentner gewöhnt.

    Schwieriger werden es die heutigen Arbeitnehmer haben. Die Tendenz läuift zu einer niedrigen Grundrente (Einheitsrente). Was drüber liegt muss sich jeder selbst ermogeln im System der kollektiven Korruption, des kellektiven Betrugs, der kollektiven Ausbeutung von Mensch und Natur.

  6. Jochen Hoff sprach

    Wieso Einheitsrente. Das Problem ist doch schon so gut wie gelöst. Durch die anhaltenden Gesundheitsreformen wird der Gesundheitszustand der Deutschen so schlecht, das nur die wenigsten älter als 75 werden. Kanzler Mißfelder wird die Nahrungsmenge die zur Verfügung steht, nicht mehr nach Köpfen einer Familie berechnen, sondern nach der von ihr erbrachten Arbeitsleistung. Damit bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder die Kinder verhungern, oder die Alten sterben lange vor ihrem errechneten Mittelwert, und geben dadurch den Kindern einen Nahrungsanschub.

    Wenn der Durchschnitt aller Alten bei 70 Jahren liegt und die Normalabeitsleistung ab 50 nicht mehr erbracht werden kann, hat man zwei Möglichkeiten. Man kann bis zum natürlichen Ableben warten und verbraucht dann anteilig Nahrung, oder ab man scheidet “freiwillig” mit fünfzig aus dem Leben und schafft somit für 12,5 Jahre den vollen Nahrungsanteil für eine Person. Wer früher stirbt darf lebende Enkel haben. Bei einem Renteneintrittsalter von 69,5 Jahren hat Herr Mißfelder das Rentenproblem gelöst.

    Ach übrigens, ich werde dieses Jahr 51.

  7. Harry Schwiebert sprach

    Ist die neue Proestgeneration die alte?
    Ach übrigens, ich werde dieses Jahr 51.

  8. Jochen Hoff sprach

    @ Harry Schwiebert

    Nie war es seit 1945 so gefährlich zu protestieren wie heute. Die Jungen versauen sich ihr Leben wenn sie was sagen, bei uns alten Säcken ist egal. Das macht uns stark. Man kann uns nicht mehr viel nehmen.

  9. Harry Schwiebert sprach

    Ich habe viel zu verlieren, meine drei Kinder sind allesamt noch minderjährig, ich baute erst ein Nest und dann Familie.
    Ich bin laut weil ich zu verlieren habe.
    Wer nichts zu verlieren hat duldet meist.

  10. LOL sprach

    Die Rentner haben zweifellos alle guten Grund, sich zu empören.
    Jahrelang haben viele Rentner horrende Beiträge eingezahlt und fühlen sich dann natürlich vom Staat entsprechend verarscht.

    Nur:
    Das ändert nichts daran, dass der Staat seinen Wohlfahrtsversprechen - alleine schon aufgrund der demographischen Entwicklung - nicht wird nachkommen können.

    Die Sozialversicherungskassen sind über viele Jahre sowohl von den Wohlfahrtspolitikern der SPD als auch der CDU sachfremd geplündert worden.
    Zudem sind enorme Schuldenberge aufgetürmt worden, die letztlich fiskalisch nichts weiter darstellen als Kredite auf die Zukunft und die kommenden Generationen, von denen erwartet wird, dass diese die Schulden zurückzahlen, zumindestens die Zinsen bedienen.

    Und dabei muss man ganz deutlich insbesondere die CDU nennen, die diesen Verschiebebahnhof des sog. Umlagesystems erfunden hat, um sich seinerzeit die Stimmen der Rentner zu sichern.

    Leider wurde diese Politik jahrzehntelang konsequent fortgesetzt, Wahlstimmen durch utopische Versorgungsversprechen zu kaufen.

    Dieses Land steht faktisch mittelfristig vor dem Staatsbankrott - und um seine utopischen Versorgungsversprechen zumindestens nominell erfüllen zu können, wird der Staat die Schuldenlast mit den Jahren weginflationieren.

    Die Mehrzahl der Bürger erlebt schon heute eine zunehmende Verarmung, nur können die meisten sich nicht wirklich erklären, weshalb sie für ihr Einkommen - das sich nominell oft nur wenig geändert hat - inzwischen so wenige Realgüter erhalten.

    Die Rente hier um 1% oder dgl. erhöhen zu wollen, wird an dem grundsätzlichen Problem der Überschuldung der öffentlichen Hand - herbeigeführt durch Wohlfahrtspolitiker, die weniger das generelle Volkswohl als vielmehr ihre eigene Wiederwahl durch den Kauf von Stimmen mittels finanzieller Wahlgeschenke im Auge haben - nichts ändern.

    Dieser Staat wird mittelfristig gegen die Wand fahren, da der Staat als einziger Schuldner in der Lage ist, sich das Geld für den Schuldendienst selbst zu drucken.

    Und faktisch tragen nicht zuletzt auch die heutigen Rentner eine erhebliche Mitschuld an den heutigen Verhältnissen, denn sie haben sich über Jahre von dem angeblich sozialen Staat korrumpieren lassen und ihre Wahlstimme jenen Politikern - besp. Norbert Blüm u.a. - gegeben, die unhaltbare finanzielle Wohltaten versprochen haben.

    Die Rentner, die sich heute darüber beklagen, dass der Staat ihre Renten nicht laufend wie erwartet erhöht, müssen sich fragen lassen:

    Wie konntet Ihr Wohlfahrtsphantasten von der SPD als auch CDU diesen Unsinn abkaufen, wie konntet Ihr solche Leute in die Ämter wählen?

    Breite Volksschichten - vor allem der Mittelstand - werden in den kommenden 10-20 Jahren erheblich verarmen, die tatsächliche Inflationsrate dürfte inzwischen bei weit über 8% liegen.

    Jeder kann sich hier ausrechnen, was von seinen Vorsorgezahlungen an realer Kaufkraft übrigbleiben wird: Nämlich gar nichts.

    Der reale Wert des Papiergeldes wird über kurz oder lang gegen Null inflationieren.

  11. Harry Schwiebert sprach

    @LOL,
    wenn du deinen Kommentar rückwärts liest, wird vielleicht ein Schuh daraus.
    Bis auf den letzten Satz hast du nur Scheiße geschrieben.
    Ein Staat kann nicht Konkurs gehen, er hat die Zahlungsmittelhoheit, er bestimmt was Werte sind, nicht irgendwelche Anderen.
    Ob ein Staat Geld druckt, oder ob ein Staat Kredit bekommt ist im Ergebnis eins. Ein Staat ist die Einigung einiger Personen auf Gedeih und Verderb zusammenzuhalten.
    Aber bleib man ruhig bei deiner engsternigen Anschauung eines Staates als Privatunternehmung, ich gebe dir vom Brot meines Ackers wenn der Hunger kommt.
    Versprochen.

  12. LOL sprach

    @Harry:

    Bist Du wirklich so einfältig?

    Du bist doch nicht wirklich so einfältig zu glauben, dass ein Staatsbankrott nicht möglich sei?

    Der deutsche Staat hatte diesen Zustand im vergangenen Jahrhundert bereits 2mal erreicht, Russland zuletzt in den 90ern, ebenso wie Argentinien und zahlreiche andere Staaten.

    Selbstverständlich kann ein Staat zahlungsunfähig werden.
    Zahlungsunfähigkeit bedeutet letztlich nichts weiteres, als dass die versprochenen Leistungen nicht erbracht werden können.

    Entscheidend für den Wertgehalt einer Währung oder eines Zahlungsmittels ist doch nicht, ob ein Staat per Dekret irgendeinen Nominalwert verfügt.
    Entscheidend ist immer und ausnahmslos die reale Kaufkraft und das Vertrauen, dass die Bürger in die Kaufkraft einer Währung und in die Stabilität und Zuverlässigkeit eines Staatswesens entgegenbringen.

    Den Wert der Güter betimmt eben nicht - wie Du schwachsinnigerweise behauptest - der Staat - wenn ich schon so einen Schwachsinn wie “Zahlungsmittelhoheit” lese.
    Hätte der Staat die allgemeine “Zahlungsmittelhoheit”, dann hätte es für die USA im Zeitraum 1930er bis 1970er keinen Grund gegeben, den privaten Goldbesitz zu verbieten, es gäbe auch keine Schwarzmärkte auf der Welt.

    Den Wert einer Währung bestimmen letztlich die Bürger selbst - selbst in Diktaturen, die nur die Armut verwalten, bestimmen immer die Bürger den Wert eines Gutes oder einer Leistung, durch die Nachfrage und ihren Bedarf

    Und es macht einen erheblichen Unterschied, ob - wie Du schreibst - ein “Staat Geld druckt” oder ein “Staat Kredit bekommt”.

    Geld drucken ist nicht notwendigerweise durch eine Gegenleistung gedeckt.
    Wenn ein Handwerker sich weigert, für das gedruckte Geld tätig zu werden, hat es keinen Wert.
    In einer Hyperinflation (massive Geldmengenausweitung) beispielsweise hat Papiergeld bestenfalls noch Brennwert.

    Im übrigen ist ein Staat eben nicht die “Einigung einiger Personen auf Gedeih und Verderb zusammenzuhalten”, Du schreibst einen Schwachsinn zusammen, für den Du nicht einmal in der 9. Klasse einer Realschule noch Punkte bekommen würdest.

    Ansonsten kann ich nur wiederholen:

    Das deutsche Staatswesen nähert sich in grossen Schritten der Zahlungsunfähigkeit, und da man den Staatsbankrott nicht eingestehen wird, wird man die Probleme u.a. über die Inflation lösen - was zu einer breiten Verarmung der meisten Deutschen führen dürfte.

  13. LOL sprach

    @Harry Einfalt:

    Achja, warum fragst Du nicht einfach mal Polen, die z.B. den Zusammenbruch / die Entwertung der polnischen Währung in den 80ern miterlebt haben, oder Russen, die in den 90ern in die Armut geraten sind?

  14. Probentester sprach

    Heute Abend ist Herr Spahn bei Anne Will:

    http://daserste...g/erste316.html

  15. Jochen Hoff sprach

    @14 Probentester.

    Dann ist er doch genau da, wo er hingehört und wo er wohl auch hinwollte.

  16. Harry Schwiebert sprach

    Hallo LOL,

    Man gerät nicht in Armut, sondern man verarmt wenn man mehr verbraucht als man herstellt, und das hat mit dem Zahlungsmittel in erster Näherung nichts zu tun.

    Wenn ein Handwerker sich…
    Soweit ich mich erinnere gibt es da aber ganz andere Gesetze.
    Jedes Unternehmen kann vom Staat verpflichtet werden nach Vorgabe zu Arbeiten.

    Bei Zahlungsunfähigkeit gibts eine Währung namens Lebensmittelkarten, sind alle schon gedruckt und zur Auslieferung bereit.

    Haben die Armen oder die Reichen mehr Interess an einem funktionierenden Staat?

    Zu Zensuren in Schulen will ich mich lieber nicht äußern.

  17. Leser sprach

    Leute, es kommt doch bei der ganzen Diskussion nicht auf die Inhalte an, sonder nur um die Hetze.
    Das Wirkprinzip dieses Staates ist udn bleibt: Jeden gegen Alle und Jeden auszuspielen. Das ist die Triebkraft die das System zusammenhält!

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