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6. April 2008

Zur Geschichte der Mediensteuerung

von @ 19:17. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Deutschland, USA, Medienmanipulation, Demokratie, Geheimdienste

Als Deutschland den 1. Weltkrieg verloren hatte, wurden Deutschland von den Siegern zwar einige Reparationszahlungen auferlegt, aber auf eine vollständige Steuerung der Medien verzichtet. Die Sieger scheinen angenommen zu haben, wenn der Kaiser davongejagt sei und aus Deutschland eine freiheitliche demokratische Republik gemacht würde, dann würde von Deutschland keine Gefahr mehr ausgehen. Das war ein Irrtum.

Im Jahre 1928 publizierte Edward L. Bernays sein bis heute gültiges Standardwerk “Propaganda“, in dem er zur Steuerung der Demokratie folgende Überlegung anstellte:

“Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist.”

Dieses Buch wurde nicht nur von den Eliten in den USA und Großbritanien gelesen, sondern hatte, wie Bernays später schockiert feststellte, auch einen festen Platz im Bücherschrank von Joseph Goebbels. Dank großzügiger Finanzspritzen durch Personen wie Fritz Thyssen und Prescott Bush, mit deren Geld Propagandaschriften wie der “völkische Beobachter“, “Der Stürmer” und “Der Angriff” letztlich finanziert wurden, gelang es Adolf Hitler im Januar 1933 zuerst die Wahl zu gewinnen und dann, nachdem seine nationalsozialistische Propagandamaschine keine Zweifel daran ließ, dass Kommunisten für den von den Nazis organisierten Reichstagsbrand verantwortlich wären, mit dem Ermächtigungsgesetz wenige Wochen später auch gleich Diktator von Deutschland zu werden. Während der Nazi-Diktatur verbreitete das Deutsche Nachrichtenbüro als Nachrichtenagentur Propaganda anstelle von Nachrichten und Klitschen wie Bertelsmann wurden mit dem Druck von linientreuer Propaganda zu Großkonzernen.

Als der Sieg der Alliierten 1944 absehbar war, standen sie vor der Aufgabe, in Deutschland eine Medienlandschaft zu schaffen, die sicherstellte, dass es gleichgeschalteten Goebbels-Medien nie wieder gelingen würde, die deutsche Bevölkerung zu einem Krieg gegen ihre Befreier aufzuhetzen. In der Zeit von 1944 bis etwa 1950 ist die Steuerung der Medien in Deutschland durch die Allierten von Grund auf neu in dauerhaften Strukturen organisiert worden. Zum Verständnis der heutigen Medienlandschaft in Deutschland macht es deshalb sicherlich Sinn, sich die Erschaffung dieser dauerhaften Strukturen sehr genau anzuschauen.

Reinhard Mohn, Sohn von Heinrich Mohn und ein Enkel von Johannes Mohn, dem 1887 von seinem Schwiegervater Heinrich Bertelsmann die Leitung des Gütersloher Druck- und Verlagshauses Bertelsmann übertragen wurde, war, nachdem er als Leutnant der deutschen Luftwaffe in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet, von 1943 bis 1945 in einem Offizierslager in Kansas und eignete sich dort laut Wikipedia “neben Englisch auch Management-Kenntnisse an” an.

Hanni Butkay hat im März 2003 aus dem 1999 erschienenen Wälzer “Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland” von Jürgen Wilke eine Zeittafel extrahiert, in der einige bemerkenswerte Vorgänge aus dieser Zeit im Detail aufgeführt sind:

“Jan 1944: Briten und Amerikaner führen Detailplanungen für Eroberung Deutschlands und für die Phase nach der Kapitulation zusammen in der Psychological Warfare Division (PWD), einem Teil der SHAEF, durch.”

Dass das geschehen ist, ist naheliegend. Sender und Druckmaschinen sind im Rahmen eines Krieges strategisch wichtige Ziele und wenn man dabei ist, Sender und Druckmaschinen zu erobern, dann wird man sich auch mal Gedanken darüber machen, was man da eigentlich senden und drucken will. Für das befreite Deutschland wurde die Steuerung der Medien also gemeinsam von Briten und Amerikanern geplant und zuständig dafür war die Armeeabteilung für psychologische Kriegsführung. Im März 1944 waren auch die Franzosen mit dabei, womit die Westalliierten komplett waren.

Für den März 1944 findet sich dann ein generelles Verbot aller publizistischen Tätigkeiten in Deutschland:

“Verbot aller publizistischen Tätigkeiten in Deutschland durch das Gesetz Nr. 191 des Supreme Headquarters of the Allied Expeditionary Forces (SHAEF)”

Jeder, der in den befreiten Gebieten der Westalliierten etwas publizieren wollte, benötigte also fortan eine Genehmigung. Ohne die Genehmigung der Alliierten durfte in den folgenden Jahren nichts publiziert werden. Weiter fasst Hanni Butkay zusammen:

“April (1944): Verfahrensvorschlag der PWD für die längerfristige Rundfunkkontrolle: Es sollte ein Tripartite (Amerikaner, Briten, Sowjets) Propaganda Policy Committee eingerichtet werden, dessen ausführendes Organ ein Executive Control Body (3-Mächte-Kontrolle für den Deutschlandsender und das Deutsche Nachrichtenbüro in Berlin) darstellen sollte; in dieses sollte eine interalliierte Direction of German Radio Service eingegliedert werden, die v.a. für die Produktion eines nationalen Rundfunkdienstes zuständig sein sollte.”

Diese Idee der Psychological Warfare Division war eine Schnapsidee. Die Regierungen von USA und Großbritannien waren 1944 längst in die Planung des Kampfes gegen den sowjetischen Kommunismus übergegangen. Briten, Amerikaner und Franzosen haben die Medien 1945 in ihren Zonen ohne Mitsprache der Sowjetunion organisiert, die bei der Übernahme und Neuerschaffung von Medien in ihren Zonen deutlich langsamer war.

Da es bei der Hoheit über Medien um die strategisch außerordnetlich wichtige psychologische Kontrolle der Bevölkerung geht, gab es bereits am 24.08.1945 einen Eklat zwischen Westalliierten und Sowjets in Rundfunkangelgenheiten:

“24.8.Erster rundfunkpolitischer Eklat zwischen den Alliierten: Die Errichtung
eines Multipartite Radio-Committees, die zuvor im Information
Committee der Berliner Kommandatur vereinbart worden war, scheitert. …”

Für den Dezember 1945 ist vermerkt, dass in der britischen Zone 40 Lizenzzeitungen genehmigt wurden und aus Effizienzgründen die Kontrolle der Lizenzpresse dort über eine Nachzensur geregelt wurde:

“Aufsicht über die Lizenzpresse: Press and Information Services Control (PR/ISC); ihre Aufgabe war allerdings nahezu unlösbar, v.a. was die Umerziehungs-Kontrolle anbelangt. Die Inhaltskontrolle wurde über eine Nachzensur durchgeführt.”

In der sowjetischen Besatzungszone wurde hingegen versucht, die Umerzeihung der Deutschen mithilfe von direkter Zensur zu erreichen:

“21.11.(1945) Die Leitung des Rundfunkwesens in der sowjetischen Zone wird der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung (DVV) überantwortet, dessen Leiter Paul Wedel, ehemaliger Chefredakteur des KPD-Zentralorgans Deutsche Volkszeitung, wird. Die SMAD kontrolliert alle Rundfunkmitarbeiter und zensiert die Sendungen.”

Die anfänglich in den Westzonen von den Westallierten selbst betriebenen Rundfunksender und Nachrichtenagenturen wurden in der Folgezeit an Vertrauenspersonen der Alliierten übergeben und somit eingedeutscht. Als 1948 in den Westzonen eine vielfältige freie Lizenzpresse entstanden war, die komplett mit den Westalliierten genehmen Personen besetzt und ranghohe Nazis aus Hitler’s Ostgeheimdienst “Fremde Heere Ost” in der “Organisation Gehlen” von der CIA als antikommunistische Machtstütze für den Schwager von John McCloy, Konrad Adenauer, übernommen war, stand 1949 der Gründung der Bundesrepublik Deutschland als Teil des westlichen Staatenbündnisses, was der Absicht der Sowjets auf ein geeinigtes neutrales Deutschland zuwiderlief, nichts mehr im Wege.

Nachdem in der frisch gegründeten Bundesrepublik Deutschland mit Unterstützung der Lizenzpresse Konrad Adenauer zum Bundeskanzler gewählt worden war, wurde die Genehmigungspflicht für Medien durch die Westalliierten am 21.09.1949 aufgehoben. Alle bis dahin in den westlichen Besatzungszonen gegründeten Rundfunksender, Verlage, Zeitungen und Zeitschriften, angefangen bei der Süddeutschen Zeitung über Spiegel und Zeit bis hin zur Hamburger Morgenpost, die sich danach als Medienunternehmen auf dem freien Markt behaupten durften, sind Lizenzprodukte der Westalliierten. Dank Wirtschaftswunder und der von CIA und Nazis fiel es der “freien” Ex-Lizenzpresse in der Folgezeit nicht schwer, braune 131er zu feiern.

Besonders gut behaupteten sich auf dem freien Markt offenbar diejenigen Medienunternehmen, die über eine besonders enge Beziehung zu den westlichen Geheimdiensten verfügten. Hervorragend entwickelte sich beispielsweise die Zeit. Über die Partnerin von Eric M. Warburg in der Atlantik-Brücke, Marion Gräfin Dönhoff, die wesentlichen Einfluss bei der Zeit hatte, schrieb Otto Köhler in Freitag im Jahre 2003 unter dem Titel Deckname “Dorothea”:

“So vielfältig die Zeit-Kontakte zum BND waren - Marion Gräfin Dönhoff wurde - laut Eenboom - im März 1970 unter dem Decknamen “Dorothea” als “erstrangige BND-Sonderverbindung” geführt - andere Geheimdienste konnten sich auch nicht beschweren.”

Dass bei der Zeit nun ausgerechnet Michael Naumann, Ex-Schwiegersohn von Reinhard Gehlens Stellvertreter Gerhard Wessel und jetztiger Ehemann von Eric M. Warburgs Tochter Marie Warbug, Herausgeber ist, spricht nicht gerade dafür, dass heutzutage eine geradezu familiäre Beziehung zu einem Geheimdienst schädlich für eine Medienkarriere ist. Wenn die Zeitschrift “Der Monat“, bei dem Michael Naumann maßgeblich mitgewirkt hat, bevor sie an die Zeit gegangen ist, möglicherweise über die CIA-Tarnfirma “Congress for Cultural Freedom” mitfinanziert wurde, spricht das auch nicht gerade dagegen. Aber möglicherweise ist die Information auch falsch. So genau weiß das im Umfeld von Geheimdiensten ja meist niemand.

Auch der Verlag Kiepenheuer & Witsch entwickelte sich prima. Über Joseph Caspar Witsch findet sich folgende Information bei Telepolis:

“Heimlicher Kopf der Kölner Gruppe der CIA-Organisation war Josef Caspar Witsch, ein ehemaliger nationalsozialistischer Kulturfunktionär und SA-Mann, so die ZDF-Dokumentation, der den Literaturverlag Kiepenheuer & Witsch gegründet hatte.”

Schön, dass die alternative taz, deren Mitgründer Johannes Eisenberg als Presseanwalt auch den BND vertritt, gleich zu berichten weiß, dass das vermutlich gar nicht stimmt:

“Der CIA ist fast jeder Schwachsinn zuzutrauen, trotzdem hat sie bisher versucht, ihre Aktivitäten geheim zu halten, wenn auch oft vergeblich. Also, was im Hause Kiepenheuer und Witsch geschah, lag offen zu Tage, jeder, der es wissen wollte, konnte wissen: Witsch ließ sich seinen, dem belletristischen Verlag angegliederten ›Verlag für Politik und Wissenschaft‹ vom US-Geheimdienst bezahlen. Und jeder, der es wollte, konnte in der ›Schröder erzählt‹-Folge ›Menschen wie du und ich‹ nachlesen, wie Witschs ehemaliger Partner Behrend von Nottbeck 1961 fahnenflüchtig wurde. Der alte Konflikt zwischen SA und SS. Von Nottbeck gründete mit dem Geld von Reinhard Mohn einen eigenen Verlag, um einen Teil des kräftig sprudelnden CIA-Dollar-Segens für sich und die Bertelsmann-Gruppe abzuzweigen. Ich weiß das alles so genau, weil ich von 1962 bis 1965 Werbeleiter im Hause Kiepenheuer und Witsch war.”

Weiter geht’s damit hier:

“Aber Ehrgeiz findet immer auch ein Objekt, am 27. September 1964 veröffentlichte die Warren-Kommission ihren Siebenhundert-Seiten-Report. Fünf Tage nach dem Tod des Präsidenten hatte Johnson den Sonderausschuß eingesetzt, der die Ermordung von John F. Kennedy am 22. November 1963 untersuchen sollte. … »Es würde ein Jahr dauern, bis wir die Übersetzung fertig hätten, und wer weiß, wer es noch herausbringen will – das ist der Nachteil, wenn die Rechte frei sind.« »Wieso ginge es nicht schneller mit fünf Übersetzern? Lassen Sie uns die Sache mal mit Witsch besprechen. … Ich schaltete eine ›Börsenblatt‹-Anzeige: »Warren-Report« – schon in März-Typographie, nur statt der ›Fetten Block‹ nahm ich eine schmalfette ›Information‹ für den Schriftzug, acht Zentimeter hoch, klotzig – »erscheint bereits im Januar 1965«. Also insgesamt nur eine Produktionszeit von drei Monaten, sehr knapp. Kaum war diese Anzeige erschienen, meldete ›dpa‹: »Der ›Warren-Report‹ wird schon Anfang Dezember im Verlag für Wissenschaft und Politik vorliegen.« Und zwei Tage später wieder die Agentur: »Der Bechtle Verlag, München, kündigt das Erscheinen des ›Warren-Reports‹ für Mitte November an.« Ja, große Scheiße! Offenbar hatten die beiden Konkurrenten längst mit der Übersetzung begonnen, also entschied Witsch: »Wir lassen das fallen.”

Die Lacher haben die Autoren der taz auf ihrer Seite. Den Beweis, dass Reinhard Mohn möglicherweise bessere Connections für den Druck der Alleintätertheorie des Warren-Reports zum Attentat auf John F. Kennedy hatte als der CIA-Agent Joseph Caspar Witsch, würde man allenfalls der “Generation Doof” zutrauen.

Denn es noch eine ganz andere Geschichte, die zu Reinhard Mohn, dem damals scheinbar allmächtigen Chef von Bertelsmann, passen könnte. In einem Forum schrieb ein Poster mit Namen “Sterling Seagrave” vor etwa einem halben Jahr folgendes:

“I know Jack Singlaub personally, and knew Bill Casey slightly, as well. … Casey was one of the key men in the acquisition of media after WW2. It was one of his proteges (a young German immigrant to the US) who was sent back to Germany after the war to take over Bertelsmann and build it up.”

Zu Rupert Murdoch steht da dann übrigens auch noch was interessantes, aber das soll nun hier nicht interessieren. Mit Bill Casey könnte wohl der PSYOP-Spezialist beim CIA-Vorläufer OSS und spätere CIA-Chef von Ronald Reagan William Casey gemeint sein. Mein Parteibuch weiß natürlich nicht, ob die Information richtig ist, dass Reinhard Mohn vom CIA_Mann William Casey protegiert wurde. Aber falls es so war, dann würde das erklären, wie der Eindruck entstehen kann, Reinhard Mohn hätte bessere Kontakte zur CIA gehabt als CIA-Agent Joseph Caspar Witsch. Und es hätte dem schier unermesslichen Wachstum von Bertelsmann zumindest nicht im Wege gestanden.

Ja, gibt’s denn sowas? Wer sich dann noch bewusst ist, dass die CIA im Rahmen der Operation Mockingbird Milliardenbudgets für die ebenso geheime wie illegale Mediensteuerung im In- und Ausland ausgegeben hat, der kann auf den seltsamen Gedanken kommen, die Alliierten hätten die Kontrolle über die Medien in Deutschland 1949 nur zum Schein aufgegeben und die Steuerung der Medien insgeheim durch die Geheimdienste fortgesetzt.

Man stelle sich mal vor, in allen Massenmedien hat ein Geheimdienst dafür gesorgt, dass ihre Agenten alle wichtigen Posten besetzen. Aber wer denkt schon sowas? Das tun die heute bestimmt nicht mehr. Denn wenn Geheimdienste mit einem Milliardenbudget von Steuergeldern die Medien als vierte Gewalt steuern, dann wär die Demokratie ja kaum einen Pfifferling wert. Und das würden Ehrenmänner wie Bush bestimmt nicht verantworten können.

49 Kommentare zum Beitrag “Zur Geschichte der Mediensteuerung”

  1. tar sprach

    wie zusammenhangslos kann man das bitte noch darstellen?

    die ‘machtergreifung’ (übrigens: durch demokratische wahlen) schlicht reduziert auf 3 zeitungen. eine wunderbare verblendung.

    vergessen wir dabei das soziale (warum wohl “nSdap”?) programm der partei, welches ein (nachweislich) erfolgreiches konzept zur lösung der aus der wirtschaftskrise (und dem goldstandard) hervorgegangenen arbeitslosigkeit, massenverelendung und absturz der wirtschaftlichen lage insgesamt in die wege leitete. dass genau das die massen begeisterte, ist natürlich “unsagbar”, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    die vorstellung der alleinigen massensuggestion direkt zur diktatur darf eben nicht aus den köpfen. hurra!

  2. Redaktion sprach

    @tar
    Die Medien waren ohne jeden Zweifel ein Faktor bei der Machtergreifung von Hitler. Ein anderer Faktor war sicherlich “das soziale”, also beispielsweise die Suppenküchen der SA, die von den gleichen Leuten finanziert wurden, die die Medien finanziert haben.

    Hier in diesem Artikel geht es um Mediensteuerung. Die Machtergreifung erfolgte allerdings trotz der sozialen Wohltaten der Nazis nicht durch demokratische Wahlen, sondern letztlich durch den von den Nazis selbst gelegten Reichstagsbrand und das darauf prompt folgende Ermächtigungsgesetz und die damit einhergehende Hatz gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und auch Mitglieder bürgerlicher Parteien, die sich der Hatz verweigerten. Dabei hatten Goebbels Medien sehr wohl eine tragende Rolle.

    Hier in dem Artikel geht es allerdings gar nicht so sehr um die 30er Jahre, sondern darum, wie die Entscheidungen der Alliierten in den Jahren 1944 bis 1949 bis heute fortwirken.

  3. Harry Schwiebert sprach

    Die Machtergreifung ist eine Verschleierungslegende.
    Zwei Säulen hat die Macht,
    Geld und Panzer,
    diese wandelt die Macht
    nach Guto ineinander um.
    Ton Steine Scherben:”
    Wer das Geld hat, hat die Macht
    und wer die Macht hat, hat das Recht.”

  4. Rolf Schälike sprach

    Harry Schwiebert, es gibt aber auch die Macht der Schwachen.

    Insofern ist die Macht der Medien bedeutend, denn diese beienflussen die Schwachen in deren Macht.

  5. Harry Schwiebert sprach

    Rolf,
    es ist mir durchaus klar, daß das Wort ein wichtiges Instrument ist; oder warum, denkst du, schreibe ich hier mit?
    Es ging mir bei Kommentar 3 nur darum, möglicht plakativ darzustellen, daß es keine “Machtergreifung” gab, sondern die Macht bei Geld- und Panzereignern war, blieb und ist.

  6. Rolf Schälike sprach

    Harry Schwiebert,
    das mit dem Geld ist einfach. Das Geld ist das einzig Gemeinsame,was alle unabhängig von deren Diffezenzen verbindet.

    Eine Gesellschaft ohne Geld benötigt anderes Gemeinsames, wass alle trotz der Differenzen verbindet. Das kann die Partei, die Stasi, die Planungskommision u.a. sein.

    Das mit den Panzern ist komplizierter. Deutschland Heute wird weniger durch Panzer zusammengehalten als durch Werbung, Versichserungen, Justiz und anderen Mitttel, welche nicht weniger von allen als das Gemeinsame angenommen werden als das Geld.

    Es ist eine Untersuchung wert zu analysieren, ob in Deutschland Heute die Panzereigenr oder die Eigner der Versicherungen, Werbebranche, der Justiz das Sagen haben.

    Eine Militärdiktatur (Panzerdiktatur) würde in Deutschland Heute wahrscheinlich keinen langen Bestand haben.

    Die Mediendiktatur ist da stabiler.

  7. bernd sprach

    @Redaktion: bis zum ersten Drittel dachte ich “ein gutes Werk, was die gemacht haben”, ich war begeistert.

    Als ich in den Kommentaren den Satz “Hier in dem Artikel geht es allerdings gar nicht so sehr um die 30er Jahre, sondern darum, wie die Entscheidungen der Alliierten in den Jahren 1944 bis 1949 bis heute fortwirken” las, dachte ich, ist es der Redaktion wirklich gelungen, diese Frage “wie” offenzulegen?

    Die Presselandschaft, so wie ich sie verstehe, hat sich zu einer hierarchischen Informationsstruktur verändert, an deren zweiter Stelle in Deutschland die Nachrichtenagenturen stehen, dann die Level B Verlage mit ihren Publikationsorganen, dann die Level C Blätter. Informationen und ihre Färbungen werden durchgereicht ( wahrscheinlich nur an einer Hand abzählbare Presseorgane sind hier nicht einreihbar ). Dass zur optimalen Verbreitung Bernays “Propaganda“ verwendet wird, ist leicht nachvollziehbar, gehört aber in die Schubade “Methodik”.

    In der heutigen (!) Abschätzung zur Dominanz bei der Presselandschaft würde ich der CIA nicht mehr die entscheidende Rolle zumessen; ich würde eher unterstellen, dass die CIA ein austauschbarer williger Knecht geworden ist. Wie schreibt Ihr so überaus zutreffend? “So genau weiß das im Umfeld von Geheimdiensten ja meist niemand.”

  8. Harry Schwiebert sprach

    @Rolf

    Der Standort von Waffen ist eine Frage ihre Reichweite. Im Bereich der EU braucht es heute keine einzige Waffe um das gesamte Volk im Schach zu halten, der Flugzeugträger USA reicht dazu ganz und gar.

    Wenn eine Frau Merkel im israelischen Parlament gezielten Tötungen inklusive Unbeteiligter durch Schweigen zustimmt, so ist ihre Botschaft doch wohl, daß sie im Falle eines Falles genauso handeln wird.

    Die Mainstreammedien sind doch nur Predigtersatz und das Kreuz ist doch nur ein Schwert in Wartestellung.

  9. Rolf Schälike sprach

    Harry Schwiebert,
    Irak und Afghanistan zeigen und Vietnam zeigte, dass die modernsten Waffen keine Lösung mit sich bringen.
    Irak und Vietnam sind in erster Linie Versuchsgelände für moderne Waffen.

    Mit Waffen kann man allerdngs Einfluss ausüben, aber nicht unbedingt das eigene System zu Ewigkeit verdammen.

  10. otti sprach

    Von der Lenkung der Medien zur Lenkung des Massen - im Sinne der Machthaber.

    Von den ‘vierten Gewalt’ zur einzigen Gewalt - den Machthabern.

    Von den drei anderen Gewalten zur einzigen Gewalt - den Machthabern.

    Von der Unfreiheit, die Freiheit, Rechtsstaat etc. genannt wird - von den Machthabern.

    Von der Propaganda - der Machthaber.

  11. mein-parteibuch.com » Tim Weiner’s ganze Geschichte der dummen CIA sprach

    […] Parteibuch war im Artikel “Zur Geschichte der Mediensteuerung” gestern zu lesen, dass ein “Sterling Seagrave” in einem Forumsbeitrag schrieb, […]

  12. Besitzstandswahrer.de sprach

    [Mit Absicht ohne Titel]…

    Michael Naumann, Ex-Schwiegersohn von Reinhard Gehlens Stellvertreter Gerhard Wessel und jetztiger Ehemann von Eric M. Warburgs Tochter Marie WarburgJedesmal erstaunlich, wenn ich das lese. Man möchte meinen, in Deutschland herrsche Feudalismus……

  13. Tim Weiner’s ganze Geschichte der dummen CIA | Radio Utopie sprach

    […] Parteibuch war im Artikel “Zur Geschichte der Mediensteuerung” gestern zu lesen, dass ein “Sterling Seagrave” in einem Forumsbeitrag schrieb, […]

  14. Historischer Rückblick: Agent Provocateur - Pax Aeterna sprach

    […] Daß so manche spektakulären Zeitereignisse auf die Tätigkeit von Apparaten zurückgeführt werden kann, die man gemeinhin als Geheimdienste bezeichnet, erweckt in vielen Zeitgenossen bisweilen Unglauben und Skepsis, speziell die etablierten Medien sprechen sprechen in diesem Zusammenhang gern von „Verschwörungstheorien“ (danke für den Link an mein-parteibuch.com). […]

  15. mein-parteibuch.com » Webnews goes Stasi 2.0 sprach

    […] kündigte an, ein Millionenpublikum mit Nachrichten zu versorgen, die abseits der gigantischen Medienmaschine von CIA und BND hergestellt werden. Das lässt die Agency zu? Wer’s glaubt, wird […]

  16. mein-parteibuch.com » Wo bleibt die Entschuldigung der Tagesschau? sprach

    […] vorgeworfen wird, soll nicht den Blick auf die wichtige Frage verdrängen, wie es kommen kann, dass mit Ausnahme von Telepolis und Junge Welt beinahe alle deutschen Medien einschließlich […]

  17. mein-parteibuch.com » Simon Feldmer als journalistisches Vorbild sprach

    […] bitte nicht, dass kritische Blogs in Deutschland systematisch plattgeklagt und von den Medien aus durchsichtigen Gründen ignoriert werden, sondern behauptet am besten einfach eine “Unpolitische Grundhaltung” […]

  18. mein-parteibuch.com » Die Versenkung der modernen Kanonenboote der CIA sprach

    […] Deutschland kaum etwas wichtigeres zu tun hatten, als die deutschen Medien neu zu organisieren und die westdeutsche Bevölkerung so proamerikanisch und antikommunistisch einzustellen. Erstaunlicher ist da schon, dass die CIA nach dem 2. Weltkrieg ein Milliardenbudget zur Steuerung […]

  19. mein-parteibuch.com » Wolfgang Schäube redet über Blogger und Qualitätsjournalismus sprach

    […] auf die übliche Angstmache. Was soll daran schon gefährlich sein, wenn die dumme CIA ihr über Jahrzehnte sorgsam gehütetes Nachrichtenmonopol verliert? Niemand bedauert es, wenn die Kanonenboote der Agency versenkt werden. Die recht […]

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    […] der Oberboss Reinhard Mohn wirklich ein guter Kumpel von Ronald Reagans CIA-Chef Bill Casey war und die ganze Bude eine Tarnfirma der CIA ist, sei mal dahingestellt, denn auch sonst ist die Bertelsmann-Stiftung für die Aushebelung […]

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