xxl-killababe fragte vorgestern, warum deutsche Kriegspolitiker bei Spiegel-Online nun auf einmal eine “Rückzugsdebatte” zum Afghanistan-Krieg starten. Mein Parteibuch glaubt nicht an die These von xxl killababe, dass das etwas mit Angst zu tun haben könnte, auf Grund der Ereignisse in den USA knicken Großverdiener in Deutschland ein.
Mein Parteibuch glaubt vielmehr, es geht darum, in absehbarer Zeit Geld für neue Rüstungsaufträge loszumachen.
Franz-Josef Jungs Staatssekretär MdB Christian Schmidt ist CSU-Abgeordneter des bei Nürnberg gelegenen Wahlkreises Fürth und Präsident des Rüstungslobby-Clubs Deutsche Atlantische Gesellschaft. Vizepräsident bei der Deutschen Atlantischen Gesellschaft ist Werner Dornisch, der im Hauptberuf Vorstandsmitglied beim Nürnberger Rüstungskonzern Diehl ist. Schatzmeister bei der Deutschen Atlantischen Gesellschaft ist der unsägliche SPD-Politiker und Vorsitzende des Haushaltsausschusses Johannes Kahrs, dessen letzter Wahlkampf mit heimlichen Rüstungsspenden finanziert wurde.
Nachdem die Herren Kriegspolitiker im November einen Auftrag im Wert von 2,9 Mrd Euro für neue Bundeswehr-Panzer durchgesetzt haben, kommt die “Rückzugsdedatte” gerade recht. Die Linie gibt der SPD-Kriegspolitiker Rainer Arnold im Spiegel vor:
Ab Herbst müsse Deutschland zunächst deutlich mehr leisten und die Ausbildung afghanischer Soldaten intensivieren, “damit man eine Perspektive für den Ausstieg hat”.
Dass das mit dem Rückzug aus dem lukrativen Kriegsgeschäft bitte schön noch Jahzehnte dauern möge, hat dann Christian Schmidt klargestellt:
Schmidt sagte, in etwa fünf Jahren müsse der Zeitplan für einen stufenweisen Rückzug aus Afghanistan absehbar sein.
Im Klartext dürfte das heißen: es wird mehr Geld für Krieg gefordert werden. Wer mehr leisten muss, braucht schließlich mehr Geld. Und wenn afghanische Soldaten ausgebildet werden sollen, dann brauchen die natürlich auch Kriegsgerät. Aber irgendwann in fünf Jahren, da gibt es dafür vielleicht mal einen Plan, wie denn so ein stufenweiser Rückzug innerhalb mehrerer Jahrzehnte theoretisch aussehen könnte. Wäre es den Herren Kriegspolitiker ernst mit dem Rückzug, dann würden sie den heute noch beginnen und nicht erstmal “aufstocken” wollen.
Gemein wäre es nun zu denken, der geschickt gemachte Bericht wäre nur deswegen bei Spiegel-Online lanciert worden, um damit einen neuen Großauftrag für Rüstungsunternehmen vorzubereiten.
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So sehe ich das auch, wieder ein paar Aufstocker mehr.
Rainer Anrnold laut Wikipedia:
“Er ist seit 2002 verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.”
Bischen weniger mit dem selbst gezimmerten Wortschatz rum polemisieren, dann lesen sich die Sachen auch leichter.
Wenn es um Krieg geht, ging und geht es in der Politik noch nie um die Wahrheit.
Was unsere Eliten machen ist nicht relevant im Moment, die sind abhängig von dem was in den USA läuft.. und da droht Ungemach was ihre Existenz kosten könnte. Die Träumer von Übersee stecken ganz dicke im Sumpf 13.000 Arbeitsplätze sind schon allein an der Wallstreet über den Jordan gegangen. Das Baugewerbe liegt noch etwas höher und von neuen Aufträgen keine Spur. Die bislang meisten Stellen strich Bloomberg zufolge der von der Krise besonders betroffene Finanzkonzern Citigroup. Hier fielen bereits 6300 Arbeitsplätze weg. Die Investmentbank Lehman Brothers baute knapp 5000 Jobs ab. Die zu den größten US-Instituten zählende Bank of America strich 3650 Stellen. Allein diese fünf größten US-Investmentbanken bauten seit dem verschärften Ausbruch der Krise im Sommer insgesamt mehr als 13.000 Arbeitsplätze ab.
Die ja achso großen US Finanzhäuser mussten durch die Finanzkrise bislang Abschreibungen von mehr als 200 Mrd. $ (zirka 130 Mrd Euro) hinnehmen.Mit Spannung werden ab Anfang April die Zahlen der US-Großbanken für das erste Quartal erwartet. Wenig später folgen dann die europäischen Finanzinstitute.
Hyman Philip Minsky sagt:
Minskys Idee ist relativ einfach: In einer langen, stabilen Aufschwungphase werden die professionellen Anleger zu wagemutig. Um immer höhere Renditen zu erzielen, gehen sie immer höhere Risiken ein, ohne sich ausreichend abzusichern. Daraus entsteht eine spekulative Blase, deren Platzen unausweichlich ist.
Ein Zehn-Punkte-Plan für Frieden im und mit dem Irak, aber lest selbst.
http://www.zeit...d-mit-dem-irak/