Jürgen Todenhöfer ist ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und als Freund von Hubert Burda stellvertretender Chef beim französisch angehauchten Medienkonzern Hubert Burda Media. Wenn dieser Jürgen Todenhöfer dann nun ausgerechnet bei den Transatlantikern von Bertelsmann ein Buch über den grausamen Krieg gegen den Irak veröffentlicht, dann ist das sicher kein Vorgang, dem Mein Parteibuch weltanschaulich besonders nahesteht.
Trotzdem macht Mein Parteibuch hier nun ganz platt Werbung für das Buch mit Titel “Warum tötest Du, Zaid?“, denn ausgerechnet der CDU-Mann Jürgen Todenhöfer zeichnet darin ein ganz anderes Bild vom Irak als das, was die Massenmedien in Deutschland sonst vermitteln.
Jürgen Todenhöfer formuliert seine zentralen Forderungen in zehn Thesen zum Buch. Seine dritte These lautet beispielsweise:
“Islamisch getarnte Terroristen sind Mörder. Für christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege kann nichts anderes gelten.”
Diese These erläutert der Jürgen Todenhöfer, der vor seiner Politik- und Medienkarriere von Beruf Richter war, unter anderem wie folgt:
“Gelten die rechtlichen Maßstäbe, die wir an Saddam Hussein oder Slobodan Milosevic anlegen, nicht auch für westliche Regierungschefs? Warum wagen die westlichen Eliten nicht einmal die Frage zu stellen, ob George W. Bush und Tony Blair wegen ihres auf Lügen gebauten Irakkriegs nicht vor ein internationales Strafgericht gestellt werden müssten?
In der Urteilsbegründung des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals heißt es: „Die Entfesselung eines Angriffskriegs ist das größte internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, dass es in sich alle Schrecken vereinigt und anhäuft.“”
Dass Bush, Blair und ihre Komplizen vor ein internationales Strafgericht gestellt werden, ist die zentrale Forderung, die Mein Parteibuch im Artikel “5 Jahre Krieg gegen den Irak” mit drastischen Worten erhoben und mit entsetzlich schrecklichen Links belegt hat.
Auch sonst kommt Jürgen Todenhöfer der Sicht von Main Parteibuch auf den Irakkrieg erstaunlich nahe. So lautet der erste Satz seiner ersten These: “Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt.”
Und seine siebte These lautet: “Der Westen muss die islamische Welt genauso fair behandeln, wie er Israel behandelt. Muslime sind so viel wert wie Juden und Christen.” Da fehlt zwar noch, dass der Westen bitte schön auch Atheisten, friedliche Kommunisten und Anhänger anderer Weltanschauungen auch so fair behandeln möge, aber da die Thesen vom Irakkrieg handeln ist das immerhin schon ein vernünftiger Anfang.
Und auch beispielsweise die zehnte These beinhaltet Wesentliches: “Das Gebot der Stunde heißt Staatskunst, nicht Kriegskunst – im Irankonflikt, im Irakkonflikt und im Palästinakonflikt.” Mein Parteibuch hält das zwar nicht nur für ein Gebot der Stunde, sondern für ein räumlich und zeitlich praktisch unbeschränktes Gebot, aber angesichts der in den USA gerade geschmiedeten Kriegspläne ist das als Gebot der Stunde immerhin schon mal einmal ein guter Anfang.
Und auch, wenn Jürgen Todenhöfer zum Kampf gegen die Invasoren im Irak erklärt, dass der “bewaffnete Widerstand legitim” sei, dann hat er damit schlicht und einfach recht. Und wenn Jürgen Todenhöfer im selben Artikel erklärt, dass das Pentagon sein Informationsmonopol konsequent ausnutzt, dann beschreibt er damit auch einen Vorgang, auf den Mein Parteibuch immer wieder hinweist. Und auch das hier im selben Artikel sind erstaunliche Worte:
“Al Kaida nimmt den Tod von Zivilisten billigend in Kauf, strebt ihn sogar an. Ihre Untaten werden gezeigt, damit das Pentagon in den USA behaupten kann, es führe im Irak einen Krieg gegen Al Kaida. Aber das ist Unsinn. … In ihrer Hochphase im Irak hat Al Kaida über ungefähr 3000 zumeist ausländische Kämpfer verfügt. Viele sind getötet worden, die meisten aber sind von der irakischen Bevölkerung vertrieben worden, weil die überwiegende Mehrheit Al Kaida verachtet. Dass sich die USA das als ihr Verdienst anrechnen, ist eher komisch.”
Was dabei fehlt, sind allerdings Hinweise auf die aufgeflogenen Covert War Actions von Spezialeinheiten der Koalition der Willigen, die die Frage aufwerfen, ob nicht die Invasoren selbst für die Al-Kaida-Anschläge verantwortlich sind, die ihr bleiben rechtfertigen sollen. Aber das wäre vermutlich auch zuviel verlangt.
Spannend ist vor allem, dass Jürgen Todenhöfer als einer der mächtigsten Medienmanager Deutschlands von der gigantischen transatlantischen Propagandamaschine nicht so leicht abzuservieren sein dürfte wie das mit der fundamentalen Kritik von Gerhard Wisnewski und den Erklärungen von Andreas von Bülow funktioniert hat.
Wer möchte, kann sich Jürgen Todenhöfer übrigens auch in einem Video bei 3sat mal im Interview anschauen.
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Todenhöfer, den älteren von uns noch als Herr Hodentöter, vom Onkel Herbert Wehner tituliert, aber auch der Gauleiter, Peter Gauweiler haben eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Beide sind denkende und vor allem fühlende Menschen geworden.
Ich bin immer wieder begeistert.
Was Helmut Markwort wohl zu den Ansichten seines chef-chef-chefs sagen mag?
Muss man als Politiker einer “Volkspartei” eigentlich immer erst “Ehemaliger” sein, bevor man seine Meinung und moralische Ansichten ehrlich nach Aussen vertreten darf?
Der Nordstern.
Todenhöfer hat Afganistan bereits bereist als noch die Russen dort durch marschiert sind. Und zwar in einer Form, die man schon fast als selbstmörderisch bezeichnen könnte. (Das Resultat ist als Buch und auch als Hörbuch im Fachhandel erhältlich.) Er ist in der Tat einer der wenigen Prominenten, die ihre Informationen wirklich aus eigener Hand beziehen. Ohne ihn als Pazifisten abstempeln zu wollen - er ist ein Mensch, der menschlich würdigt was Krieg tatsächlich ist - nämlich deutlich mehr als ein Planspiel für Eliten am sprichwörtlichen “Grünen Tisch”.
Nichts gegen aktuelle Berichterstattung bei Mein(Main?) Parteibuch - jedoch ohne diesen wirklich langfristigen Hintergrund recherchiert und integriert zu haben verdirbt selbst die best gemeinte Meldung ganz ungewollt zur Stimmungsmache durch die Partei-Brille. Jedoch, die entsprechenden Ansätze für diejenigen, die auch mal “historisch” zur Person und zur Kategorie Kriege der Neuzeit weiterlesen möchten, wollte ich hiermit bitteschön nachliefern.
[…] zu können und den Opiumnachschub sicherzustellen. Gegen den Irak wird mit Hinweis aut 9/11 ein verbrecherischer Angriffskrieg geführt, bei dem schätzungsweise eine Million Menschen ermordet […]
[…] Eroberungsfeldzüge mit Millionen von Toten geführt. Es ist geradezu aberwitzig wenn von Massenmördern finanzierte westliche NGOs einer friedlichen Regierung vorwerfen, die Menschenrechte zu missachten. […]
[…] übrigens Antworten auf so simple Fragen sucht, wie was Araber an den USA auszusetzen haben könnten, mag sich mal Why they hate us […]
[…] übrigens Antworten auf so simple Fragen sucht, wie was Araber an den USA auszusetzen haben könnten, mag sich mal Why they hate us […]
[…] anderes. George W. Bush und Donald Rumsfeld sind weder jüdisch noch israelisch, sondern, wie der illegale Angriffskrieg gegen den Irak beweist, am äußersten rechten Rand agierende […]
[…] anderes. George W. Bush und Donald Rumsfeld sind weder jüdisch noch israelisch, sondern, wie der illegale Angriffskrieg gegen den Irak beweist, am äußersten rechten Rand agierende […]
[…] ist das bloß, wenn die Gegner sich nicht von der begleitenden Propaganda einlullen lassen und ganz genau wissen, wem sie den Terror zu verdanken […]
[…] ihren Bevölkerungen als Wahrheit zu 9/11 und Rechtfertigung für die zuvor geplanten darauffolgenden Kriege auftischen, auch noch einen offenen Brief an die WAZ […]
[…] ihren Bevölkerungen als Wahrheit zu 9/11 und Rechtfertigung für die zuvor geplanten darauffolgenden Kriege auftischen, auch noch einen offenen Brief an die WAZ dazugelegt: Stellungnahme zum Artikel […]
[…] und Zbigniew Brzezinski - bei Barack Obama - bekanntlich auch die Strippen, an denen nicht nur die verbrecherische Regierung von George W. Bush, sondern auch die gegenwärtigen Präsidentschaftskandidaten der beiden […]