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15. März 2008

200 Mrd Dollar für Bear Stearns

von @ 21:55. abgelegt unter Wirtschaft, USA, Wirtschaftskriminalität, Krieg
Demnächst pleite?
Demnächst pleite?
Copyleft2008 Lurusa Gross

Staatliche Transferzahlungen an Bedürftige und Leistungen wie eine staatliche Krankenversicherung werden von den Reichen und Mächtigen in den USA gerne unter Hinweis auf die größere Effiziens des Marktes als Vorstufe zum Kommunismus gebrandmarkt. Rainer Sommer berichtet heute auf telepolis, dass die US-Investmentbank Bear Stearns offenbar gerade von der Federal Reserve mit schlappen 200 Mrd Dollar vor der eigentlich anstehenden Pleite gerettet wurde. Diese Summe entspricht grob etwa der Hälfte des deutschen Bundeshaushaltes.

Wer etwas weiter denkt, erkennt schnell, dass es den Machthabern der USA noch nie um einen idealistischen Wertekonflikt zwischen staatlicher Wirtschaft versus Marktwirtschaft gegangen ist. Nimmt man die Höhe der gerade von konservativen Bankern verschenkten Transferzahlung an die hungerleidenden Banker von Bear Stearns zum Maßstab, so dürften die USA nun wohl zukünftig die “Kommunisten Staaten von Amerika” genannt werden. Aber darum ging es noch nie. Es ging den Machthabern stets nur darum, ihren persönlichen Reichtum mit allen legalen und illegalen Methoden zu mehren und sich dabei der Strafverfolgung stets erfolgreich zu entziehen.

Greg Palast berichtet in seinem Artikel “Eliot’s Mess” davon, dass neben der Super-Finanzspritze aus der Notenpresse gleichzeitig auch der Abschuss von Eliot Spitzer dazu diente, die Verhinderung der Strafverfolgung sicherzustellen. Detailreich schildert Greg Palast in dem Artikel, wie insbesondere die Minderheiten in den USA mit billigen Krediten für ihren Wohnraum versorgt wurden. In einem wichtigen Punkt irrt Greg Palast sich jedoch: Ziel war es nicht, die Minderheiten später mit überteuerten Krediten auszuplündern, sondern sie bei Kriegslaune zu halten.

Die Subprime genannten Immobilienkreditpakete waren in erster Linie eine verdeckte Art der sozialen Abfederung der Finanzierung des mehrere Tausend Milliarden Dollar teuren Krieges gegen den Irak. Durch die für jeden Schulbuben als wertlosen Müll erkennbaren Subrprimes waren ihre transatlantischen Statthalter in anderen Ländern in der Lage, sich über Investements ihrer öffentlichen Banken heimlich und abstreitbar an der Finanzierung des illegalen Angriffskrieges auf den Irak zu beteiligen. Während George W. Bush das staatliche Budget der USA für die Kriege verwendete, haben die Käufer der AAA gerateten Schrottanleihen für die soziale Abfederung der Kriegsfinanzierung bei ihm zu Hause gesorgt und ihm damit ermöglicht, immer mehr Geld in die Kriege zu pumpen.

Zurückzahlen wollen und können die USA die Kredite für die verlorenen Kriege nicht. Stattdessen muss die FED nun die Dollarpresse anwerfen.

8 Kommentare zum Beitrag “200 Mrd Dollar für Bear Stearns”

  1. Jochen Hoff sprach

    Da ist nichts gerettet. Bear Sterns ist tot, es hat ihnen nur noch keiner gesagt. Da werden noch schnell die letzten Gelder verschoben und dann kommt das Fallbeil.

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Es wird übrigens fröhlich weitergehen mit dem Bankenkegeln, den sterbenden Hedgefonds. Wir haben noch sehr interessante Monate vor uns.

  2. Besitzstandswahrer.de sprach

    Subprime-Toxic-Waste als Finanzierung des Irak-Krieges…

    Eine sehr schöne Theorie im Parteibuch. Sehr fein gedacht, Respekt.

  3. Kati sprach

    Zur Subprime-Geldwäsche haben die NDS letztens einen Cartoon verlinkt:

    http://www.nach...iten.de/?p=3035

    Ich denke schon, dass der Schund von vornherein mit der Absicht verkloppt wurden, das Ausland zur Kasse zu bitten. So haben wir uns über die Steuergelder zur Rettung der IKB doch noch am Gemetzel im Irak beteiligen können. Ich denke, die Hauptakteure haben ihren Krempel ohnehin schon festgezurrt und seetüchtig gemacht und werden auch an der kommenden Rezession wunderbar verdienen.

    Interessant ist auch diese Überlegung:

    War die IKB die Müllhalde für faule US-Kredite der Deutschen Bank?
    http://www.nach...iten.de/?p=3029

  4. otti sprach

    Neben der etwas unklaren Faktenlage scheint mir der Artikel schon etwas polemisch. Nichtsdestotrotz kann und muss die Frage getellt werden: Der Kapitalismus in seiner Gier, verreckt der hier?

    Was hier der grundsätzliche Punkt ist, ist die allgemeine Verantwortungslosigkeit der Machthaber in Politik und Wirtschaft, denen das Gemeinwohl der Gesellschaft am Arsch vorbeigeht.

    Die ‘Krise’ des Finanzsystems ist noch längst nicht ausgestanden. Die Finanzeliten haben den Karren ganz tief in den Dreck
    gefahren, jetzt soll der Staat und somit der Steuerzahler dieses gierige Finanzgesindel vor dem Bankrott retten.

    Dann muss der ALG II-Empfänger den Gürtel halt noch enger schnallen, denn dass die “gefühlte Inflation” (s. Gooogle) beträchtlich über der offiziellen liegt, ist bekannt und trifft in erster Linie die kleinen Leute.

    Auch auf die Landesbanken werden weitere Verluste zukommen.

  5. matziberlin.de newsletter » Vater Staat zahlt Billiglöhne - Tausende auf Hartz IV angewiesen sprach

    […] Fassen wir mal zusammen und versuchen aus der momentanen Situation logische Schlüsse zu ziehen. Geld für Kriege scheint höchste Priorität zu haben um die Zügel der Angst vor Terror immer straffer um den Hals eines jeden Bürgers zu legen. Man lese mal folgendes aus der Feder vom Marcel von mein-parteibuch.de: Die Subprime genannten Immobilienkreditpakete waren in erster Linie eine verdeckte Art der sozialen … […]

  6. USA verbilligen Kredite » - Kredit-Engel.de sprach

    […] Investmentbank übernommen hatte, drohte Panik auszubrechen. Zuvor hatte die Notenbank noch Bear Stearns mit 200 Mrd Dollar unter die Arme gegriffen. Dadurch hilft Fed den großen Investmentbanken, denn sie macht durch die Senkung des […]

  7. mein-parteibuch.com » Soziales Wirtschaften mit der IKB sprach

    […] Sicht der USA könnte man den Kauf der Wundertüten als eine Maßnahme zur sozialen Abfederung der Kosten der von George W. Bush um unser Öl geführten Kriege sehen, das der liebe Herrgott […]

  8. Soziales Wirtschaften mit der IKB | Radio Utopie sprach

    […] Sicht der USA könnte man den Kauf der Wundertüten als eine Maßnahme zur sozialen Abfederung der Kosten der von George W. Bush um unser Öl geführten Kriege sehen, das der liebe Herrgott […]

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