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13. März 2008

Bericht vom Prozess gegen V-Mann Sebastian Seemann

von @ 18:34. abgelegt unter Recht und Unrecht, Gedankenkontrolle, Rechtsextremismus, NRW

Bei Indymedia gibt es gerade einen höchst aufschlussreichen Bericht über einen Strafprozess vor dem LG Bielefeld, bei dem der im rechtsextremen Millieu aktive Verfassungsschutz-Agent Sebastian Seemann wegen Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Ein Verfahren wegen Anstiftung zu einem schweren Raubüberfall stehe noch aus. Bemerkenswert ist in dem Prozessbericht vor allem folgendes “Kuriosum”:

Nachdem die Anklageschrift verlesen war, geschah das erste Kuriosum dieses Prozesses. Seemanns Pflichtverteidiger Dr. Christoph Franke beantragte bei dem Gericht ein “Rechtsgespräch”. Der Vorsitzende Richter, Werner Scheck, willigte ein. Nach ca. 1 stündiger Pause betrat der Anwalt mit seinem Mandanten das Gericht, äußerte das sein Mandant geständig sei und beantragte für diesen die Höchststrafe.

Beim unvoreingenommenen Leser entsteht durch eine solche juristische Aufarbeitung rechtsextremer Verbrechen leicht der Eindruck, dass der Vorsitzende Richter Werner Scheck durch die Annahme des Deals nicht etwa die Verfassung, sondern die Aufdeckung dessen schützt, dass die schwarz-gelben Regierung in Nordrhein-Westfalen für Drogenhandel und rechtsextremen Terrorismus verantwortlich ist. Die Motive für die staatliche Erschaffung von Rechtsterrorismus liegen auf der Hand. Mit dem von staatlichen Organen selbst zu verantwortenden Terrorismus sollen die Bürger dazu gebracht werden, den Staat um mehr Sicherheit zu bitten und beispielsweise Gesetzesvorhaben wie die im Kampf gegen investigativen Journalismus dringend benötigte heimliche Online-Durchsuchung akzeptieren und die Regierung im angeblichen Kampf gegen Extremisten zu unterstützen.

Der in Italien verurteilte rechtsextreme Terrorist Vincenzo Vinciguerra hat diese Regierungstaktik vor einigen Jahren so erklärt:

„Man musste Zivilisten angreifen, Männer, Frauen, Kinder, unschuldige Menschen, unbekannte Menschen, die weit weg vom politischen Spiel waren. (…) Der Grund dafür war einfach. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um grössere Sicherheit zu bitten. Diese politische Logik liegt all den Massakern und Terroranschlägen zu Grunde, welche ohne richterliches Urteil bleiben, weil der Staat sich ja nicht selber verurteilen kann.“

Dass dem Verteidiger von Sebastian Seemann Akten geschwärzt zugangen sind und Originalakten vernichtet wurden, ist auch nicht gerade geeignet, um den Verdacht auszuräumen, dass die schwarz-gelbe Regierung von Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen eine Strategie der Spannung fährt.

23 Kommentare zum Beitrag “Bericht vom Prozess gegen V-Mann Sebastian Seemann”

  1. Ulrich Brosa sprach

    “Rechtsgespräch” ist das juristisch-deutsche Wort für Deal.

    Sebastian Seemann wurde nur enttarnt, weil sich zwischen der NRW-Polizei und dem NRW-Verfassungsschutz Rivalitäten aufgetan hatten. Die NRW-Polizei wollte endlich einmal einen spektakulären Fahndungserfolg vorweisen. Ansonsten kooperiert ‘unser’ wunderbarer Staat eng und andauernd mit rechtsextremen Kriminellen.

    Die beste Methode jüngere Leute zu rechtsextremen Kriminellen machen sind
    ‘Konzerte’. Insofern ist diese Internetseite der Tagesschau einprägenswert.

  2. otti sprach

    Da darf man sich schon mal fragen, ob die Machthaber mit ihren V-Leuten den ganzen ‘Terror’ nicht selbst steuern!

    Im Spätzlesland Baden-Württemberg wird z.B. die Partei “Die Linke” vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet, weil sie angeblich nicht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung steht und gegen die Auswüchse des neoliberalen Terrors eintritt und sich gegen den herrschenden Kapitalismus stellt.
    Ein starkes Stück! Die, die unser Land kaputtmachen, sind die, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, ob bei der Legislative, der Exekutive, der Wirtschaft oder wo auch immer.

  3. der weniger Mutige sprach

    Tja…ähm…hallo.

    Ich beteilige mich ja nur extremst selten an diskussionen hier, aber nach einigem Stöbern in Alten und Neuen Beiträgen, viel mein Interesse auf diese Story und so sehr mich dieser Fall auch anwiedert, frage ich mich doch, ob solche V-Männer überhaupt anders arbeiten können. Der Sinn eines Spions, nichts anderers ist ein V-Mann, liegt doch darin informationen aus “ERSTER-HAND” zu bekommen. Denkt man dieses zu Ende, bleibt einem Rechtsstaat nichts anderes übrig, als sich in das Milieu der Auszuspionierenden zu begeben und dort zu Handeln, wie es eben das Milieu erfordert. Um ein System von Innen zu sprengen, müssen dieselben Mittel ergriffen werden, zu denen das System auch greift. Oder mit anderen Worten: Ich kann Bspw. keine Engländer ausspionieren ohne Englisch zu sprechen und ich kann keine Nazis ausspionieren ohne ein Nazi zu sein.

    Dummerweise würde die Öffentlichkeit solch eine Arbeit nicht billigen, wüßte sie in welche Aktivitäten V-Männer 24Std. am Tag verstrickt sind. Daher hat doch der Staat ein sehr logisches und berechtigtes Interesse seine verdeckten Machenschaften verdeckt zu belassen. Denn, davon gehe ich jetzt mal aus, auch dort arbeiten Menschen die Fehler machen und sollte mal ein Unschuldiger zu Tode kommen, sehe es für die Verantwortlichen in der Politik sehr düster aus, käme heraus, daß der Schuldige in Ihrem Auftrag handelte.

    Ich frage mich nun, was hat die Redaktion veranlaßt zu vermuten, daß eine höhere Verschwörung dahintersteht, mit dem Ziel unsere Verfassungsmäßigen Grundrechte einzuschränken, dafür finde ich in dem genannten Artikel keinerlei Hinweis.

    Da ich allerdings überwältigend viel auf die Meinung des Parteibuchs und übrigens auch auf Ihre Dr. Brosa gebe, muß ich irgendwo einen Denkfehler begehen. Daher bitte ich um Aufklärung.

    der*immernoch*wenigerMutige

  4. Harry Schwiebert sprach

    @3
    Man kann hier wohl von der Büchse der Pandora sprechen.
    Ein Herr A.Hitler wird als Geheimagent in eine kleine Partei eingeschleust, was dann geschah brauche ich nicht weiter zu benennen.
    Eine kleine Terrorzelle wird von Geheimagenten in Afghanistan gegen die UDSSR in Stellung gebracht, was dann geschah brauche ich nicht weiter zu benennen.

    Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

    Und: Wer garantiert mir, daß die NPD nicht eine Geheimdienstorganisation ist, und somit ausschließlich aus Bullen besteht?

    Und: Die Gründung eines Geheimdienstes ist prinzipiel nicht möglich, da ein zweiter Geheimdienst ersteren überwachen muß, was zu einem, wie ich es nenne, unentlichen Rückzuge führt, zu einer ewigen Vermehrung von Geheimdiensten, die sich dann gegenseitig durchsetzen, was wiederum in einem Polizeistaat endet

    Mit analytisierenden Grüßen

  5. Harry Schwiebert sprach

    @9
    äh, Tschuldigung, ich vergaß zu sagen, warum ich das alles schrieb.

    Aus dem oben gesagten folgt, daß das Problem nicht das Ziel irgendwelcher Verschwörungen ist, sondern daß die Gründung der Verschwörung Geheimdienst zwangsweise zum Polizeistaat führt.

    Wirtschaftlich gesehen ist die Gründung eines Geheimdienstes ein Selbstläufer.

    Und Gladio
    Und Lobbyismus

    Ein verlegen die Augen niederschlagender
    Harry

  6. Harry Schwiebert sprach

    @Redaktion
    Warum wird der zweite Teil meines Kommentares nicht veröffentlicht?
    Harry

  7. Harry Schwiebert sprach

    @ Redaktion,
    alles was Recht ist,
    Danke

    @ alle,
    für den Kommentar, den ich unter 6 abgegeben habe ist wohl durch eine Spamfilterkonfiguration oder vergleichbare Verfahrensunzulänglichkeiten entstanden. Eine e-mail an meinen Katzenfreund führte
    zur unverzüglichen Wiedergutmachung, dem Recht auf Meinung ist genüge getan.

    @3
    das @9 in 5 ist dem Tipfehlerteufel zu verdanken, sollte an dich gehen

    Harry

  8. der weniger Mutige sprach

    @Herr Schwiebert

    Auf welche Fakten stützt sich Ihre Annahme, daß A.Hitler ein Geheimagent gewesen sein soll?

  9. Harry Schwiebert sprach

    @ der weniger Mutige
    Meiner Erinnerung nach steht es so in jeder ernstzunehmenden Biographie über “unsern Adofl” und in vielen Geschichtswerken, und es ist meiner Wahrnemung nach auch in der Öffentlichkeit nicht in Frage gestellt.

    Ich denke, wenn meine Angabe falsch oder zweifelhaft wäre, so hätte sich in dieser überkritischen Katzenwelt schon ein lautes Fauchen erhoben.

    Wenn du oder ein Leser andere Erkenntnisse haben, bin ich ganz Ohr.

    verspricht ein nie auslernender
    Harry

  10. der weniger Mutige sprach

    @Harry Schwiebert

    Ich höre dies zum ersten Mal. Würdest Du mir, wenn Du so freundlich wärst, einige der vielen ernstzunehmenden Biographien nennen und vielleicht auch einige dieser Geschichtswerke. Dafür wäre ich Dir sehr dankbar.

    Ein ebenfalls nie auslernender

    weniger mutige

  11. Harry Schwiebert sprach

    @ der weniger Mutige
    Ich werde die Tage mal durch meine Bibliothek kramen und mich dann hier melden.
    Aus dem Stegreif kann ich dir das Doppelbandige Werk “Geschichte im Zeitalter der Weltkriege” empfehlen, es erschien so Mitte der 70er, und zeigt die Wahrheit fast Deckungsgleich mit meinen sonstigen Warnehmungen, der Autor ist mir momentan nicht erinnerlich, den liefer ich nach.

    verspricht ein belehrender
    Harry

  12. Redaktion sprach

    @der weniger mutige
    Jetzt meldet sich die Redaktion doch noch.

    Du schreibst in Kommentar #3:

    “Der Sinn eines Spions, nichts anderers ist ein V-Mann, liegt doch darin informationen aus “ERSTER-HAND” zu bekommen. Denkt man dieses zu Ende, bleibt einem Rechtsstaat nichts anderes übrig, als sich in das Milieu der Auszuspionierenden zu begeben und dort zu Handeln, wie es eben das Milieu erfordert. Um ein System von Innen zu sprengen, müssen dieselben Mittel ergriffen werden, zu denen das System auch greift.”

    Da irrst Du Dich. Es ist dem Staat aus gutem Grund untersagt, um eine Clique von Straftätern zu überführen, selbst diese Straftaten zu begehen. Der Staat darf also nicht selbst morden, um Mörder zu fangen.

    Der gute Grund ist folgender: Wäre dies den staatlichen Organen erlaubt, so bestünde die Gefahr, dass die Clique von Straftätern nur noch aus staatlichen Aktivisten besteht. Staatliche Machthaber gründen rechts- oder linksextreme Terrorgruppen und protegieren Straftaten bis hin zum Mord unter dem Deckmantel des Schutzes der notwendigen Geheimhaltung im Kampf gegen Terrorismus.

    So etwas ist nachweißlich beispielsweise im belgischen Milieu von Rechtsextremen vorgekommen, man schaue mal auf die Fälle Julien Lahaut, den Überfall von Vielsalm am 12. Mai 1984 oder ganz aktuell das belgische Blood und Honor Netzwerk, dem Sebastian Seemann offenbar auch nahestand.

    Eine Frage ist nun, inweweit die Beauftragten V-Leute in Straftaten verstrickt sind. Du schreibst dazu:

    “Dummerweise würde die Öffentlichkeit solch eine Arbeit nicht billigen, wüßte sie in welche Aktivitäten V-Männer 24Std. am Tag verstrickt sind.”

    Damit hast Du völlig recht. Die Öffentlichkeit würde es nicht billigen, wenn V-Leute Straftaten wie schwere bewaffnetete Raubüberfälle organisieren. Spätestens nach so einem Ereignis wäre es an der Zeit, die offenbar völlig aus dem Ruder gelaufene Arbeit zu beenden, die Operation komplett öffentlich zu machen und alle bis dahin ermittelten rechtsextremen Täter anzuklagen und dingfest zu machen. Das ist der Sinn der Arbeit der V-Leute.

    Aber genau das geschieht nicht. Das ist es gerade, was den Verdacht nährt, die rechtsextreme Szene könnte möglicherweise fast nur aus V-Leuten bestehen. Im NPD-Verbotsverfahren konnte jeder erkennen, dass der Gedanke nicht abwegig ist.

    Du schreibst in Kommentar #8:

    “Auf welche Fakten stützt sich Ihre Annahme, daß A.Hitler ein Geheimagent gewesen sein soll?”

    Mein Parteibuch teilt die Annahme nicht, Adolf Hitler sei ein Geheimagent gewesen. Es gibt aber durchaus Hinweise darauf. Ein bemerkenswerter Hinweis findet sich im Buch “Behind the dictators” (PDF Download hier), in dem der Autor L. H Lehmann durchaus kenntnisreich und nicht unschlüssig die Behauptung aufstellt, Adolf Hitler sei ein Agent des im Auftrag des römischen Papstes handelnden Geheimdienstes SJ (Jesuitenorden) gewesen.

    Ein Nachweis ist das allerdings wahrlich nicht, allenfalls ein Rechercheansatz.

  13. Harry Schwiebert sprach

    @der weniger Mutige
    Mein Parteibuch darf natürlich auch mitlesen:)

    Meine Empfehlung an dich ist nach “Hitler Spitzel” ohne Gänsefüßchen zu gugeln.
    Da gibts so einiges:
    ich zitiere ein Ergebnis der Seite
    http://www.pepp...iere/hitler.htm :

    “Anmerkung:
    Die Reichswehr beschäftigte Hitler zunächst als Spitzel, bildete ihn dann in einer längeren Schulungsreihe ideologisch aus, ernannte ihn nach einer rednerisch beeindruckenden Hasstirade gegen Juden zum Bildungsoffizier, schickte ihn als Aufbauunterstützung in die NSDAP-Vorläuferpartei DAP und half schließlich beim Kauf des „Völkischen Beobachters“ einer Zeitschrift mit 60.000 Reichsmark aus!”

    Kein Agent des Kaier?
    grübelt
    Harry

  14. der weniger Mutige sprach

    @Harry Schwiebert

    Du verdrehst aber schon ein wenig die Tatsachen. Hier noch mal ein Auszug aus dem Wikipedia Artikel zu A.Hitler:” Nach der blutigen Niederwerfung der Räterepublik ließ Hitler sich von der Münchener Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf Seiten der Räteregierung engagiert hatten. Die entscheidenden Männer der sogenannten schwarzen Reichswehr – z. B. der Hauptmann Ernst Röhm – scheinen in dem Gefreiten Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten schickten Hitler zu Schulungen für Propaganda-Redner und beauftragten ihn damit, politische Parteien und Zirkel zu bespitzeln, die im nachrevolutionären München wie Pilze aus dem Boden schossen.”

    Ich empfehle diesen Artikel ganz zu lesen.

    Diese Arbeit ist allerdings etwas völlig anderes als daß um daß es hier geht.

    Du suggerierst das A.Hitler ein eingeschleußter V-Mann war, der dann die Spitze in seiner Celle übernommen hat. Dem war aber nicht so. Er sollte die linke Seite und vor allem Soldaten die nicht so wollten wie es die Führung wollte bespitzeln.

    Das ist aber ein ganz anderer Zusammenhang. Ich kann nur noch mal sagen. Das was A.Hitler nach dem I. Weltkrieg für die Reichswehr gemacht hat, hat mit dem, was die Redaktion über die Tätigkeit von Seeman schreibt, überhaupt gar nix zu tun.

    erklärend
    der weniger Mutige

  15. Harry Schwiebert sprach

    @der weniger Mutige
    Ich habe doch nur auf deine Frage die sich aus meiner Behauptung in 4:”Ein Herr A.Hitler wird als Geheimagent in eine kleine Partei eingeschleust, was dann geschah brauche ich nicht weiter zu benennen.”
    geantwortet, einen unmittelbaren Zusammenhang mit Herr Seeman wollte ich nicht herstellen.
    Dann schreibst du:
    “Du suggerierst das A.Hitler ein eingeschleußter V-Mann war, der dann die Spitze in seiner Celle übernommen hat. Dem war aber nicht so.”
    Wirklich nicht, wer hat denn deiner Meinung nach die Spitze übernommen?
    Fragt neugierig geworden
    Harry

  16. der weniger Mutige sprach

    @ Redaktion

    Hab den Beitrag gerade erst gelesen. Also ich wollte damit nicht sagen, daß es den V-Männern gestattet sein darf Morde zu begehen. Ich glaube aber schon das es Situationen geben kann in denen sich ein V-Mann eventuell überlegen muss: “Er-oder-ich”. Nur das wollte ich damit sagen und für welche Optionen sich dann ein Mensch entscheidet will ich hier nicht prophezeien. Genau das mach die Arbeit ja so enorm Schwierig und stellenweise nur halblegal.

    Aber auf gar keinen Fall möchte ich suggerieren, geschweige denn Vorschlagen, daß illegale Operationen für Geheimdienste grundsätzlich zu legalisieren. Genau das würde dann eventuell eine Lage herbeiführen, wie die Redaktion sie beschreibt.

    Nun möchte ich mich noch bei der Redaktion bedanken. Was ich anfangs wissen wollte, woher kommen die Annahmen über Seemann, VS und “Verschwörung”? Und dieses habt Ihr ja dann zum Teil beantwortet. Nun hab ich wieder was zum recherchieren.

    @Herr Schwiebert

    Ja, ich bin womöglich etwas zu weit gegangen. Ich fand die Selbstverständlichkeit Deiner Aussage (Geheimagent Hitler) einfach zu gewöhnlich. Für mich ließt sich deine erste Antwort so, als wäre es Allgemeingut dies zu Wissen oder als wäre es ein glasklares Beispiel. Es ist schon komisch das der Herr in seiner ersten Lebenshälfte nichts berissen hat und dann “plötzlich” zum Weltherrscher aufsteigt, aber sowas wie “vom-Tellerwäscher-zum-Millionär” solls ja geben.

    Was die Führung der Celle betrifft:
    Die Wurzeln der NSDAP liegen nicht in der Reischswehr. Das war eine seiner doch recht zahlreichen Anstellungen in denen er Menschen traf die seine Ideologie teilten. Es brauchte noch so einiges bis man überhaupt von sowas wie einer Celle sprechen konnte. Mit anderen Worten, nichts das es zu bespitzeln gab. Wie ich schon sagte. Er wurde nicht als Spion in der rechten Szene eingesetzt, er wurde überhaupt nicht eingesetzt. Er hat einfach links denkende Kameraden verpfiffen. Das wars. Erst später erkannte man sein Rednertalent und man begann dann erst ihn zu schulen. Das ist einfach etwas ganz anderes, als das was ich erfragen wollte.
    Die Geschichte mit dem Jesuiten-Agenten ist mir allerdings neu. Also ist ja vielleicht doch was dran.

  17. der weniger Mutige sprach

    @Redaktion

    Ich habe aus der Verlinkten PDF-Datei bisher nur das Kapitel Hitler and the Catholic Church gelesen und muß feststellen das dieser, in englischer Hochsprache verfasste Text, über meine Fähigkeiten hinaus geht. Ist es möglich eine Übersetzung des gesamten Textes zu bekommen? Und wer ist L.H.Lehmann?

  18. Harry Schwiebert sprach

    @ der weniger Mutige
    ich versprach dir unter 11, den Verfasser zu nennen:
    Titel: Geschichte im Zeitalter
    der Weltkriege (2 Bände)
    Verfasser: Gerhart Binder
    Verlag: Seewald (Stuttgart)
    Erschienen:1977

    Es ist wohl nur noch 2ter Hand erhältlich und meines Erachtens sehr empfehlenswert.
    Harry

  19. Redaktion sprach

    @der weniger Mutige
    Die Redaktion hat zu dem Text keine weitere Informationen. Eine Übersetzung ist nicht bekannt. Zum Autor liegen hier bis auf die Informationen auf der letzten Seite des Textes keine weiteren Angaben vor. Ein Buch mit dem Namen ist bei Amazon gelistet, der Text scheint also zumindest von der Jahreszahl her authentisch zu sein.

    Vom Inhalt her kann der Text durchaus Lüge, Propaganda, Verleumdung oder Volksverhetzung sein. Nach erster Einschätzung hier lässt der Inhalt auf recht umfangreiche Geschichtskenntnisse schließen. Die Arbeit, diesen Text als Lügengebilde zu entlarven oder als im Großen und Ganzen in sich stimmig zu erkennen, wurde nach unseren Informationen bisher nicht geleistet.

    Da dieser Text Basis für einige christliche Verschwörungstheorien zu sein scheint, wäre es durchaus nicht uninteressant, die geschichtswissenschaftliche Arbeit der Einordnung dieses Textes zu leisten.

  20. Harry Schwiebert sprach

    Die Vermutung:”Adolf Hitler sei ein Agent des im Auftrag des römischen Papstes handelnden Geheimdienstes SJ (Jesuitenorden)” ist bei mir unter Verschleierungsblablabla aufgeführt.
    polemisiert
    Harry

  21. der weniger Mutige sprach

    @ Redaktion/all

    Im Kapitel “Hitler and the Catholic Church” nahm der Autor Relativ häufig bezug auf Hitlers selbstgeschriebene Biographie, die bekanntlich nicht sehr aussagekräftig ist.
    Was allerdings stimmt ist seine Zuneigung zum Okkulten oder die Kraft der Symbolik allgemein. Er benutzte ja sehr gerne Kraftvolle Symbole und bediente sich allermöglichen abstrusen Theorien um seine völkische, rassistische Ideologie zu begründen und sie auf weit zurückreichende pseudoplausible Säulen zu stellen. So erreichte er das ungebildete Proletariat, welches glauben wollte. Es wollte Glauben, daß es eine ganz simple Erklärung für all die Misstände geben kann und das die Antwort auf alle Probleme die Beseitigung nicht “arischen” Lebens wäre. Das ist eine sehr beliebte Methode Menschen zu überzeugen.
    Letztlich funktionieren Verschwörungstheorien auf die gleiche Weise. Man gibt einfach einer bestimmten Gruppe Mensch die Schuld an der Misere, in der wir Leben, so erscheint einem die Welt weniger Kompliziert. Im Grunde ist die Theorie einer jüdischen Verschwörung dasselbe, wie eine Verschwörung der Illuminaten, Freimaurer und/oder anderer Seilschaften.

    Die Wahrheit zu finden ist vielleicht die wirkliche Illusion, weil es sowas wie eine Wahrheit nicht gibt. Ich reagiere insofern immer etwas skeptisch, wenn mir mal wieder jemand die Augen öffnen will. Man wird einfach zu leicht als Verschwörungstheoretiker denunziert und verliert so sofort jede Glaubwürdigkeit.

    So, jetzt bin ich aber etwas abgedriftet…
    Dank an die Redaktion für die Informationen und Dank an Harry für Deine Buchempfehlung, werde versuchen es zu bekommen.

    freundlichst
    der weniger Mutige

  22. Redaktion sprach

    @der weniger Mutige
    Die Redaktion glaubt von dem oben verlinkten Text “Behind the dictators” kein Wort. Das sieht nach einer sehr plumpen Verschwörungstheorie gegen die katholische Kirche im Allgemeinen und den Orden der Jesuiten im Speziellen aus, die vermutlich kaum mehr Substanz als die vermutlich schrecklichste Lüge der Menschheitsgeschichte, die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion, hat.

    In jedem Falle war der Autor aus heutiger Sicht gesehen erstaunlich gut informiert über das damalige Zeitgeschehen. Erschreckend ist es, dass in der heutigen Informationsgesellschaft so wenig authentisches Propagandamaterial über die schreckliche Zeit der faschistischen Diktaturen vorhanden ist, dass dieses Machwerk, in dem quasi behauptet wird, Hitler sei eine Art Agent des Vatians gewesen, nur schwer im Detail als Lüge zu entlarven ist.

  23. mein-parteibuch.com » Anti-katholische Verschwörungstheorie entlarven sprach

    […] “Bericht vom Prozess gegen V-Mann Sebastian Seemann” hat sich eine durchaus interessante Diskussion um den Link zu einem Text mit Titel […]

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