![]() |
| Die Linke - Eiszeit |
Das Kunststück ist vollbracht. Die populärste Politikerin von Hessen, Andrea Ypsilanti, kneift und stellt sich im Parlament nicht der Wahl zur Ministerpräsidentin von Hessen.
Mein Parteibuch gratuliert den transatlantischen Seilschaften und Genossen wie Jürgen Walter, Johannes Kahrs, Peter Struck, Hubertus Heil, Susanne Kastner und Last-not-Least Dagmar Metzger zum wieder einmal gemeinsam mit der Springerpresse errungenen Sieg der Kanalarbeiter in der SPD über die Demokratie.
Der brutalstmögliche Lügner Roland Koch darf sich aufgrund seiner zahlreichen Fans in der SPD nun also Hoffnungen machen, Hessen mit seiner Tankstellen-Connection weiterhin ausbeuten zu können. An den gewählten Abgeordneten der Linken lag es nicht, wenn Koch Ministerpräsident bleibt, denn die haben angekündigt, Andrea Ypsilanti ohne wenn und aber zu wählen. Auch an den Wählern lag es nicht, denn die sind in Scharen zur Wahlurne gegangen, um Roland Koch abzuwählen.
Außer dem Motiv, den kalten Krieg durch eine politische Eiszeit gegenüber den abtrünnigen SPD-Anhängern in der Linken fortzusetzen, gab es bei den Transatlantikern in der SPD ein weiteres wichtiges Motiv für das falsche Spiel - die Verhinderung der Kanzlerkandidatur von Kurt Beck.
Mit dieser These ergibt es Sinn, dass beim Spiegel “durchgesickert” ist, Peer Steinbrück halte die Wahl 2009 bereits jetzt für gelaufen. Würde Peer Steinbrück nicht wollen, dass ihm das Zitat “Wir haben der Merkel doch den Teller fein sauber geleckt!” zugeschrieben wird, so könnte er das nun entschieden dementieren und Kurt Beck stützen. Da nichts dergleichen bekannt ist, darf man sich sicher fragen, ob Peer Steinbrück das Zitat nicht selbst hat “durchsickern” lassen.
Das wäre nun auch nicht die erste Intrige aus Richtung der Transatlantiker gegen Kurt Beck. Nachdem sich Frank-Walter Steinmeier im letzten Sommer durch die Aufnahme in den Ortsverein Kirchmöser seine Kanzlerkandidatur vorbereitet hat, berichtete Radio Utopie bereits im letzten Herbst von einer Intrige von Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück und Peter Struck gegen Kurt Beck, die später in den offenen Machtkampf übergegangen ist, in dessen Verlauf Franz Müntefering schließlich im November seinen Hut genommen hat.
Das Auflaufen-Lassen von Kurt Beck sieht nach einer Fortsetzung dieser Intrige aus. Am deutlichsten findet sich dieses Motiv beim Mitglied des Sprecherkreis der Seeheimer Gerd Andres, der mit folgenden Worten zitiert wird:
“Ich erwarte, dass SPD-Chef Kurt Beck persönlich Verantwortung für die verfahrene Situation übernimmt, in der sich die SPD befindet. Für meinen Begriff hat sich seine Kanzlerkandidatur erledigt…”
Das scheint das Motiv dafür zu sein, dass Kurt Beck zuerst umfassende Rückendeckung dafür bekommen hat, den Landesverbänden freie Hand dabei zu lassen, wie sie mit der Linkspartei umgehen. Es sieht so aus, als sei es geplant gewesen, Kurt Beck danach genau deswegen - natürlich wieder mit freundlicher Unterstützung der Springerpresse - als Kanzlerkandidat zu abzusägen.
Das ist den tranatlantischen Kanalarbeitern zwar bisher nicht gelungen, und immerhin scheint auch der Öffnungsbeschluss des Parteivorstandes Bestand zu haben, aber dadurch, dass Andrea Ypsilanti zur Landtagswahl antrat, um Roland Koch aus dem Amt zu enfernen, und nun im Parlament zur Wahl gegen Roland Koch nicht einmal antritt, dürfte sich der eine oder andere Wähler der SPD übel verschaukelt fühlen. Anzutreten, bis zum Schuss zu kämpfen und dann zu verlieren ist eine Sache, aber bei der entscheidenden Wahl im Parlament gar nicht erst anzutreten, sieht feige aus. Roland Koch käme schließlich auch nicht im Traum auf die Idee, auf die Macht zu verzichten, solange er noch einen Strohhalm findet, an den er sich klammern kann.
Schließlich ist so eine Wahl etwas ganz einfaches, es wird der Verfassung entsprechend gewählt und dann wird geschaut, was rausgekommen ist.
Welche Partei sollen die Wähler denn sonst wählen, wenn sie Roland Koch nicht wollen? Die einzige Partei, die vor der Wahl wie nach der Wahl in Hessen konsequent gegen Roland Koch gearbeitet hat, ist die Linkspartei. Aber wer weiß, vielleicht findet sich in der hessischen SPD ja noch jemand, der mutig genug ist, zur Wahl im Parlament gegen Roland Koch anzutreten. Und dann bitte schön, möge es bitte keiner von den transatlantischen Kanalarbeitern sein, denn eine Politik der Sabotage soll sich nicht lohnen.
![]() |
| Utopie |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[20 queries. 3.194 seconds. 10 level2 caches. Top ]
Also, ich kann Kurt Beck selbst auch nichts abgewinnen. Selbst wenn die rechte Truppe ihn jetzt als Tontaube benutzt. Die SPD ist erledigt - wer braucht schon eine weitere CDU? Die Seeheimer sind das Problem, sonst keiner. Solange sich die SPD nicht gegen diese Leute wehrt (am besten auf irgendwelchen Frühstücksdirektoren-Stellen kalt stellen) wird das nichts mehr mit der SPD. Man sollte ihnen Mitgliedsanträge für die CDU schicken, vielleicht verstehen sie den Wink ja.
Weil das Wort hier so oft zu finden ist - und offenbar etwas Übles bezeichnen soll:
Was ist eigentlich ein “Transatlantiker”?
Ist das jemand, der mit der amerikanischen (oder kanadischen oder mexikanischen) Ostküste enge Beziehungen pflegt - oder auch mit der amerikanischen Westküste bzw. pazifischen Ostküste?
Gibt es auch Transpazifiker und Transuraler und sind die auch so übel?
Warum ist Kurt Beck kein Transatlantiker? Könnte er dennoch gestern einer gewesen sein oder morgen einer werden?
[…] der Kandidatur von Andrea Ypsilanti im hessischen Landtag” von Johannes Kahrs für erfolgreich abgeschlossen erklärt wurde, darauf gefasst machen, dass die nächste transatlantische Intrige das Ziel […]
@Wilhelm
Gute Frage, was die Transatlantiker sind. In der Wikipedia gibt es zu dem Begriff, obwohl er häufig benutzt wird, leider keinen Artikel. Vielleicht schreibst Du ja mal einen Artikel. Zur Einführung mögen hier einfach mal ein paar aus dem Ärmel geschüttelte Zeilen dienen, die möglicherweise jedoch unvollständig und nicht ganz korrekt sind.
Als Transatlantiker werden hier diejenigen Personen bezeichnet, die in transatlantischen Seilschaften, Vereinen und Organisationen zur Förderung besonders enger nordamerikanisch-europäischer Beziehungen organisiert sind.
Die Mitglieder dieser Clubs zur Pflege der transatlantischen Freundschaft verfolgen in der Regel eine Politik der internationalen Machtverteilung unter Führung der USA entlang der NATO-Militärarchitektur.
Wichtiger als die Frage, was die Transatlantiker sind, ist jedoch, wer sie sind. Schaut man sich die Mitgliedslisten der von den USA geführten transatlantischen Clubs an, so stelt man fest, dass dort sehr viele der einflussreichsten Personen der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere Führungspersonen aus Medien, Politik und Wirtschaft, versammelt sind.
Die Ziele, die die Transatlantiker öffentlich vertreten, legen den Verdacht nahe, dass dort stets eine Politik nach dem Prinzip “die amerikanischen Ziele sind auch unsere Ziele” verfolgt wird.
Die Art und Weise, wie die Transatlantiker agieren, legt, wie das gemeinsame Vorgehen gegen Andrea Ypsilanti zeigt, den Verdacht nahe, dass die unterschiedlichen transatlantischen Freundschaftskreise koordiniert vorgehen.
Als mögliche Koordinatoren kommen die amerikanischen Führungspersönlichkeiten der transatlantischen Clubs, die nicht selten zuvor hohe Posten in der amerikanischen Außen- und Verteidigungspolitik innehatten, in Frage.
Das wichtigste außenpolitische Gegenkonzept zur transatlantischen Dominanz der USA dürfte das Konzept der europäischen Einigung und Selbständigkeit nach dem Vorbild des Frankreich von Charles de Gaulle sein. Das Konzept wird heute unter anderem als ein auf deutsch-französischer Freundschaft basierender Kern in der EU umgesetzt. Wer mal etwas in die Geschichte eintaucht und sich anschaut, welch große Widerstände Charles de Gaulle beim Austritt Frankreichs aus der NATO zu überwinden hatte, wird verstehen, dass zwischen diesen Konzepten durchaus ein beachtlicher Unterschied besteht.
Transpazifiker sind im deutschsprachigen Raum heute kein feststehender Begriff, obwohl im englischen das Wort Transpacific recht gebräuchlich ist. Das mag unter anderem daran liegen, dass die SEATO, die wohl zwischen den USA und pro-amerikanischen asiatischen Regierungen eine ähnliche Struktur bildet sollte, wie sie die NATO im westeuropäischen-nordamerikanischen Raum bildet, nach der Niederlage der USA im Vietnam-Krieg aufgelöst wurde.
Transurale gibt es vermutlich deshalb nicht, weil hier kein Meer dazwischen liegt, so dass die Silbe “trans” nicht passt. Es gibt allerdings trotzdem so etwas wie Netzwerke der deutsch-russischen Freundschaft. Diese sind jedoch weit weniger umfangreich und mächtig wie die transatlantischen Netzwerke.
[…] als Erfolgskontrolle betrachtet werden. Schließlich will man ja wissen, ob man mit der gigantischen transatlantischen Medienkampagne zur Sicherung der Meudalherrschaft in Deutschland Erfolg gehabt hat. Mein Parteibuch erlaubt sich […]
[…] Ankündigung der Kandidatur von Andrea Ypsilanti war und ist richtig. Nur so konnten die Heckenschützen Kochs in der SPD zum Verlassen ihrer Deckung gebracht […]