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2. März 2008

Geschichtsfälschung zu Ruanda

von @ 14:17. abgelegt unter Presseschau, Medienmanipulation, Ruanda
Paul Kagame und George W. Bush
Mission Accomplished
(Quelle: White House)

In Europa ist weithin bekannt, dass es in Ruanda 1994 zu einem grauenhaften Völkermord gekommen ist. Die genaueren Hintergründe dieses Völkermordes werden dabei von mit westlichen Regierungsgeldern aufgepumpten Menschenrechtsorganisationen und von Journalisten wie Dominic Johnson, der für die durch den BND-Anwalt Jony Eisenberg vertretene “alternative” taz schreibt, meist im Dunkeln gelassen.

Den alternativen Medienkonsumenten in der westlichen Welt, die an der jüngeren Geschichte Afrikas interessiert sind, wird von der Milliardärspresse genau wie von der alternativen Presse regelmäßig eine Geschichte von verfeindeten Hutu und Tutsi aufgetischt, die etwa so glaubwürdig ist wie es eine Geschichte von verfeindeten Evangelen im Osten Deutschlands und Katholiken im Westen Deutschlands wäre, die sich aus Gefühlen religiöser Volkszugehörigkeiten über Jahrzehnte verfeindet gegenüberstanden.

Wer tiefer recherchiert und die Hintergründe der einzelnen handelnden Personen genauer beleuchtet, wird von den für die “Generation Doof” schreibenden Lohnschreibern ebenso heftig wie platt attackiert. Dominic Johnson schreibt zum Beispiel, es sei eine zynische und verlogene These, wenn behauptet werde, die USA hätten 1994 als Pate der Tutsi-Rebellen die Beseitigung der damaligen Hutu-Regierung und die militärische Machtergreifung der RPF eingefädelt - unter billigender Inkaufnahme des Völkermords.

So ist es nicht verwunderlich, dass weniger bekannt ist, dass der Völkermord von 1994 Teil eines von den USA unterstützten Krieges von Uganda gegen Ruanda ist. Helge von Horn schreibt, dass “Tutsi Rebellen der FPR in Ruanda eingedrungen” seien, versucht hätten, die Macht zu erringen und es dabei zu einem “blutigem Bürgerkrieg” gekommen sei. Damit unterschlägt er, dass die sogenannten FPR-Rebellen eine Armee des Ex-Verteidigungsministers von Uganda, Fred Rwigema, und seines in Fort Leavenworth, Kansas/USA, ausgebildeten Geheimdienstchefes Paul Kagame, waren, deren Führungskräfte aus der Leibgarde des Präsidenten von Uganda, Yoweri Museveni, kamen, und dass der 1990 begonnene blutige Bürgerkrieg in Wirklichkeit ein Eroberungskrieg von Uganda gegen Ruanda war. Ruth McVey wird im Fall von Saherman zitiert, dass die Annahme zum Training in Fort Leavenworth bedeutet, dass die Begutachtung durch die CIA positiv ausgefallen ist.

Auch dass der damalige Regierungschef von Ruanda, Juvénal Habyarimana, am 06.04.1994 offensichtlich durch den Abschuss seines Flugzeuges mit einer US-amerikanischen Rakete im Auftrag von Paul Kagame ermordet wurde, wird in den Medien unter Verweis auf die von der französischen Regierung und der UNO geheimgehaltenen Beweismittel nach wie vor regelmäßig zu einem Absturz aus ungeklärter Ursache umdeklariert. Dieser Mord war sowohl der Ausgangspunkt der erfolgreichen Invasion von Ruanda durch die RPF genannte Geheimdienstarmee von Paul Kagame als auch der Ausgangspunkt der massenhaften Ermordung der vermeintlichen Kollaborateure der Invasoren.

Der in den USA ausgebildete Geheimdienstchef Paul Kagame ist nun Präsident von Ruanda und wurde dank totalitärer Medienkontrolle “demokratisch gewählt“. Im benachbarten Kongo spielt irgendjemand, der zu sein Paul Kagame weit von sich weist, nun das gleiche mörderische Spiel eines von Rebellen initiierten Geheimdienstkrieges. Jeder mag anhand der Geschichte der USA und der bekannten Operationen der CIA nun selbst entscheiden, ob die blutige Machtübernahme durch Paul Kagame in Ruanda ein Plot der CIA gewesen sein könnte.

Mein Parteibuch dankt Sabine Grund vom zmag für die schlüssige Darstellung der beschämenden Geschichte von Geschichtsfälschung durch alternative Medien und der Beteiligung von UNO und Menschenrechtsorganisationen an Eroberungskriegen. Selten wird so offenkundig wie in Ruanda, wie tief die Infiltrierung von alternativen Medien und westlichen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Ärzte ohne Grenzen durch Geheimdienste geht.

Nachtrag 10.11.2008: Es tut sich was. Die Protokollchefin von Paul Kagame, Rose Kabuye, wurde in Frankfurt festgenommen.

14 Kommentare zum Beitrag “Geschichtsfälschung zu Ruanda”

  1. Rolf Schälike sprach

    Einige Infos zu Ruanda

    “Aufgaben und Situation der Justiz elf Jahre nach demVölkermord in Ruanda”

    Justiz in Ruanda 2004

    Zwischen Hoffnung und Resignation - 60 Jahre nach dem Beginn des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses

  2. Rolf Schälike sprach

    “Aufgaben und Situation der Justiz elf Jahre nach demVölkermord in Ruanda”

    Justiz in Ruanda 2004
    Zwischen Hoffnung und Resignation - 60 Jahre nach dem Beginn des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses

  3. Anonymous sprach

    Warum habt Ihr die Artiel die Ihr zitiert eigentlich nicht vorher mal gelesen?

  4. Redaktion sprach

    Oh doch, das wurde schon gelesen. Und insbesondere den in der westlichen Geheimdienstpresse veröffentlichten Artikeln wurde hinterherrecherchiert. Das Ergebnis der Recherche ist, dass die in der westlichen Geheimdienstpresse veröffentlichte Version der jüngeren Geschichte Ruandas eine bewusste und vorsätzliche Fälschung ist, die Recherchen in keiner Weise standhält.

    Der Taylor-Report ist wesentlich detaillierter und aussagekräftiger als so ziemllich alles, was in der westlichen Presse serviert wird - und er steht in vielen Punkten diametral in Widerspruch zur von den Medien verbreiteten Version der Geschehnisse. Der Taylor Report steht auch im Gegensatz zu den Berichten in den westlichen Medien nicht in Widerspruch zu dem, was über die US-amerikanische Geheimdienstpolitik der letzten Jahrzehnte bereits bekannt ist.

    Bekannt ist auch, wie westliche Geheimdienste in der Vergangeheit auch mithilfe von angeblichen Menschenrechtsorganisationen groß angelegte Lügen in den Medien gesteuert haben. In Ruanda ist das Vorgehen der westlichen Geheimdienste bei der Fälschung der Geschichte im Vergleich zu den in der Vergangenheit bekannt gewordenen Operationen geradezu plump und eignet sich deshalb hervorragend, um eine Reihe von Geheimdienstlern in Führungspositionen von angeblich alternativen Medien und angeblichen Menschenrechtsorganisationen zu erkennen.

  5. Nick sprach

    Danke für die vielen Links, ich suche schon lange für ein Projekt Material zum Thema Ruanda. Danke !

  6. Rolf Schälike sprach

    Die mir gemailte Meinung eines Ruanda-Fachmanns, dem ich den obigen Beitrag zugemailt hatte:
    Hallo Rolf,
    dieser Schwachsinnn wird seit Jahren verbreitet. Als der Angriff der FPR im Oktober 90 begann, wusste die CIA nicht einmal, dass Kagame gerade bei Ihnen eine Militärausbildung macht. Hätten die USA tatsächlich zum damaligen Zeitpunkt - heute ist das anders - ein strategisches Interesse im rohstoffarmen Ruanda gehabt, hätten sie der Einrichtung einer französischen Zone an der Grenze zum damaligen Zaire nie zugestimmt. Die Amis hatten seinerzeit nach der Erniedrigung von Mogadischu überhaupt keine Lust, sich dort zu engagieren. Es gibt halt auch Länder, die zu arm sind, um ausgebeutet zu werden. Auch kann es gut sein, dass die FPR das Präsidentenflugzeug abgeschossen hat. Die Amerikaner hatten damit jedoch nix zu tun. Vielleicht können wir ja mal in Ruhe drüber reden.

  7. Redaktion sprach

    1. Dass die CIA nicht gewusst haben soll, dass Paul Kagame eine Ausbildung in Fort Leavenworth gemacht hat, erscheint sehr zweifelhaft. Es ist geradezu unvorstellbar, dass Paul Kagame in der US-Armee eine militärische Ausbildung absolviert hat, ohne vorher einen Clearing-Prozess der US-amerikanischen Geheimdienste durchlaufen zu haben. Einen Beweis des Unwissens zu führen, dürfte jedoch schwer zu führen sein.

    2. Dass die USA keine Lust hatten, sich wegen der Erfahrungen in Mogadischu mit eigenen Soldaten in Ruanda zu engagieren, schließt keineswegs aus, dass sie dort indirekt über die RPF einen gewaltsamen Regierungsumsturz betrieben haben.

    3. Die Argumentation, dass es einen Ort auf der Welt gibt, an dessen Beherrschung die USA wegen Armut kein strategisches Interesse haben, ist nicht nachvollziehbar. Nach allem, was aus der Geschichte bekannt ist, haben die USA überall auf der Welt ein strategisches Interesse. Je nach Stärke des Interesses betreiben sie jedoch unterschiedlich großen Aufwand.

    Eine Diskussion mit dem Ruanda-Fachmann wäre sicher interessant.

  8. Aga Khan sprach

    Das Buch von Robin Philpot (deutsch: “Taylor-Report”) ist wirklich jedem zu empfehlen, der sich eine Meinung bilden will.

    Aber, Parteibuch:
    - die an der Desinformation Beteiligten müssen gar nicht von der CIA ferngesteuert sein - es reicht, wenn man sie selektiv aufklärt und entsprechend motiviert.
    - Die perfekte Verschwörung ist eine Fata Morgana. Vieles läßt sich mit “natürlichen” Ursachen erklären, wie auch das angebliche Insider-Trading vor 9/11.

    Das stärkste Argument für zumindest eine Verstrickung westlicher Interessen ist, wie auch Philpott meint, das Desinteresse an der Aufklärung der Ursachen und die Tatenlosigkeit der UNO, verursacht von Albright und Konsorten.

    @Rolf: Auch der Kosovo ist zu arm, um ausgebeutet zu werden. Aber wie Ruanda ist er ein strategisches Sprungbrett, im Fall von Ruanda in den Kongo mit all seinen Bodenschätzen.

  9. mein-parteibuch.com » Zur Auslieferung von Augustin Ngirabatware sprach

    […] einem halben Jahr hat Mein Parteibuch berichtet, wie im Sinne des von den USA betriebenen mörderischen Staatsstreiches in Ruanda systematisch […]

  10. Ben sprach

    Das wohl stärkste Argument, dass die USA den 6. April NICHT eingefädelt haben - mitunter gar zum Vorteil der Tutsis? - ist in der Tatsache zu sehen, dass der Massenmord klinisch vorbereitet war; es gab genaue Listen, welche Tutsies umgebracht werden sollten, wo Roadblocks aufgestellt werden sollten, wohin die Gefangenen gebracht werden sollten. Die Organisation des Massenmordes durch die Hutu rollte augenblicklich an, nachdem das Flugzeug abgeschossen wurde. Wie sonst hätte man es fertig bringen sollen, innherhalb von 3 Monaten fast 1 Million Menschen umzubringen, vornehmlich mit Macheten etc.

    Ich rate dem Verfasser des obigen Textes, sich einmal näher mit den öffentlich zugänglichen Zeugenaussagen aus den ICTR Verfahren, u.a. im Fall “Butare”, auseinanderzusetzen, anstatt sich aufgrund einer etwaigen Ausbildung Kagames beim CIA etwas abenteuerliches zusammenzureimen…

  11. Redaktion sprach

    @Ben
    >Das wohl stärkste Argument, dass die USA den 6. April NICHT
    >eingefädelt haben - mitunter gar zum Vorteil der Tutsis? - ist in
    >der Tatsache zu sehen, dass der Massenmord klinisch vorbereitet war

    Das eine schließt das andere nicht aus. Die USA lassen die Marionettenarmee ihres Agenten Kagame angreifen und den Präsidenten ermorden und die bisherige Regierung plant für den Fall eines Angriffes, möglicherweise als Abschreckungsmaßnahme, einen Massenmord an mutmaßlichen Unterstützern der Angreifer.

    Der Denkfehler der sich so Verteidigenden könnte dabei gewesen sein, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass den USA die Ermordung von einer Million Menschen als Folge der Durchsetzung ihrer politischen Ziele völlig egal ist.

  12. mein-parteibuch.com » Eskalation im Kongo-Krieg um Coltan-Minen sprach

    […] Parteibuch hat bereits vor einigen Monaten erläutert, dass der Chef der Regierung von Ruanda, Paul Kagame, ein US-Agent ist. Dieser Teil ist damit schon […]

  13. mein-parteibuch.com » WWF - World Wide Fund for Verdeckte Kriegsführung sprach

    […] Gorillas eingerichtet wurde, den Kriegstruppen der von CIA und MI6 unterstützten RPF bei ihrem Angriffskrieg gegen Ruanda einen sicheren Hafen geboten […]

  14. mein-parteibuch.com » False-Flag-Terror aus Uganda im Kongo? sprach

    […] Macht, dass seine ganze zynische Brutalität mit der tatkrätigen Unterstützung des Angriffskrieges der RPF auf Ruanda unter Beweis gestellt hat. Widerstand gegen das britische Statthalterregime von […]

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