Nachdem die Hamburger CDU durch das Rückgängigmachen des Volksentscheides zum Wahlrecht in den entscheidenden Punkten sichergestellt hat, dass die alten Seilschaften wiedergewählt werden, ist die Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg nun vorbei.
Die parteiübergreifende Koalition des transatlantischen Filzes hat natürlich haushoch gewonnen und kann sich nun überlegen, ob in der nächsten Legislaturperiode eine Koalition aus CDU und SPD oder eine Koalition aus CDU und Grünen dafür zuständig sein soll, den Dreck in der Hamburger Justiz unter den filzigen Teppich zu kehren.
Dank des neuen Wahlrechtes mit kumulieren und panaschieren, aufgrunddessen es erst recht spät zuverläsige Hochrechnungen gibt, hatte die FDP auch bei der Wahl in Hamburg noch eine große Stunde. Der Hamburger Spamfreund Hinnerk Fock durfte sich vor laufenden Fernsehkameras ebenso über sein großartiges und tolles Wahlergebnis freuen wie der Hauptmann der Reserve Dirk Niebel, der FDP-Generalsekretär ist.
Apropos Dirk Niebel, vor ein paar Tagen hat der einen Brüller rausgehauen, der bisher nur wenig Beachtung fand. Ein ungenannter Journalist der US-amerikanischen Nachrichtenagentur AP verbreitete folgende Worte von Dirk Niebel:
“Wenn Gregor Gysi dem Verfassungsschutz die Schuld an Frau Wegners Äußerungen zuschreibt, dann wird er wohl auch die DDR für eine Simulation der CIA halten”
Auf den Gedanken, die Nachrichtenagentur Associated Press wäre im Rahmen der Operation Mockingbird zu einem Newsoutlet des Nachrichtendienstes CIA umfunktioniert worden, soll hier vorerst nicht weiter eingegangen werden, aber das, was Dirk Niebel zur CIA und der DDR sagt, das darf schon noch mal etwas genauer betrachtet werden. Geht man davon aus, dass die “Generation Doof” sicherlich ihre Probleme mit Fremdworten hat, so könnte man auf die Idee kommen, Dirk Niebel hätte mit seinem offensichtlichen Quatsch eigentlich gar nicht sagen wollen, die DDR sei eine Simulation der CIA gewesen.
Dirk Niebel wollte sicherlich sagen, die DDR sei als Reaktion auf die CIA zu betrachten. Damit hätte dann Dirk Niebel womöglich gar nicht so unrecht. Manchmal soll ja auch ein blindes Huhn ein Korn finden. Wer sich etwas näher mit den Biografien von Reinhard Gehlen, von Konrad Adenauer’s Strippenzieher Hans Globke und seinem Schwager John McClay auseinandersetzt, der wird dann vielleicht auch das Scheitern der Londoner Konferenz von 1947 unter dem Blickwinkel betrachten, ob nicht die Bundesrepublik Deutschland quasi von der CIA gegründet wurde, und die Gründung der DDR darauf eine Reaktion war. Obwohl es angesichts des NS-Personals, mit dem die CIA zur Gründung der Bundesrepublik angetreten ist, verständlich gewesen wäre, wenn die Sowjetunion keinerlei Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit diesen Verbrechern gesehen hätte, so war es doch offenbar vor allem die CIA, die die Vereinigung der vier Besatzungszonen zu einem geeinten Deutschland nach dem Krieg verhindert hatte und darauf folgend für lange Zeit alle deutsch-deutschen Annäherungsversuche verhindert hat.
Wer dann noch weiß, dass die CIA die erkennbar defensive Anlage der Verteidigung der DDR aus propagandistischen Gründen zu einer offensiven Haltung umgelogen hat, und die CIA später beim Eroberungsversuch von Nordkorea ihre schmutzigen Finger im Spiel hatte, der mag erahnen, dass später die Angst der Führung der DDR, die CIA würde Ostdeutschland in einen Bombenteppich wie Korea verwandeln wollen, nicht ganz unbegründet war.
Wenn die Zusammenhänge dieses Teils der deutschen Nachkriegsgeschichte mit Hilfe des heute zugänglichen Wissens nun noch mal neu beleuchtet, diskutiert und bewertet werden wollte, so ist das dann womöglich nicht nur ein Verdienst von Günter Hirsch, sondern auch der Verdienst von Dirk Niebel. Etwas mehr Licht in dunkle Kapitel der frühen deutschen Nachkriegsgeschichte zu bringen, wäre sicherlich wünschenswert. Denn um aus der Geschichte lernen zu können, muss sie auch bekannt sein.
Also, Glückwunsch, Dirk Niebel, übrigens auch zum Wahlergebnis. Auf dem Niveau darf es mit der Reservepartei FDP nun auch weitergehen.
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| Frau mit Ag |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Aus der ‘Gechichte’ lernen?
die MAchthaber machen vor, was das heißt: lügen und bescheißen.
Und das Volk lässt sich’s gefallen, wie auch schon damals.
Das Volk hält, wie immer, das Maul.