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21. Februar 2008

Herz ist Trumpf bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008

von @ 16:49. abgelegt unter Politik, Hamburg, Wahlen

Willkommen bei der Spezialausgabe 2008 von Herzblatt in Hamburg. Zu Gast im Studio ist heuer Dora Heyenn, die einst für die SPD im Landtag von Scheswig-Holstein saß und nun Spitzenkandidatin der Linken in Hamburg ist.

Dora, bei uns kannst du dir schon jetzt dein Herzblatt für die Zeit nach der Bürgerschaftswahl am 24. Februar aussuchen. Mit locker geschätzten sechs bis acht Prozent für deine Fraktion hast du sozusagen die freie Auswahl. Gehen wir gleich zur Vorstellung der Kandidaten. Schönen guten Abend, Ole von Beust, wenn Sie sich bitte vorstellen würden?

Ja, guten Tag, ich bin der Ole. Ich komme aus einer Familie, die in Hamburg eine lange Tradition hat. Mein Vater schon stand als strammer Antikommunist und Mitbegründer der Hamburger CDU für eine lange Tradition transatlantischer Seilschaften. In dieser Tradition stehe auch ich für Seilschaften wie Andenpakt und Rotary Club. Wenn ich dann vom transatlantischen Kungeln mal etwas schlaff bin, das müssen Sie wissen, dann sind natürlich kleine Jungs in Haralds Hotel längst nicht so gut geeignet, um sich wieder aufzurichten wie eine aufrichtige Justiz und ein Justizsenator wie Roger Kusch. Ganz gefährlich sind so Sachen wie Volksentscheide. Wie soll man da vernünftig Kickbacks abgreifen, wenn einem das Volk ständig reinredet? An Details kann ich mich aber natürlich genauso wenig erinnern wie an die bei der Feuerbergstraße.

Was für ein Prachtexemplar von Partner, Dora. Und hier ist auch schon der nächste Kandidat. Michael Naumann, würden Sie sich bitte vorstellen?

Guten Tag, ich bin der Michael. Dass mein Vater, ein anständiger Jurist, der wusste, was recht ist, beim Angriff des roten Packs auf unser befreites Stalingrad auf der Strecke geblieben ist, hat mich schon früh auf die Idee gebracht, etwas gegen dieses kommunistische Pack zu unternehmen. Wie kann man das besser, als wenn man in deren Frontpartei SPD Mitglied wird? Aber erst bei den tollen Jungs von der CIA, die gerade in Korea, beim kommunistischen Spion John F. Kennedy und mit der tollen Operation Phoenix bewiesen hatten, dass sie den Kampf gegen den Kommunismus wirklich ernst meinen, fühlte ich mich richtig wohl. Und in ihrer von Reinhard Gehlen aufgebauten SS-Außenstelle in Pullach habe ich schnell gute Freunde gefunden. So gute Freunde, dass ich da gleich die Tochter von Gehlens Stellvertreter bei Hitlers FHO und seinem Nachfolger als Chef beim BND geheiratet habe. Damit hatte ich meine Karriere bis hin zum Chef der GeheimdienstpostilleDie Zeit” schon so gut wie im Sack. Später habe ich dann umgesattelt. Die in den USA lebende Tochter des transatlantischen Bankers Eric M. Warburg, das müssen Sie schon verstehen, ist einfach eine bessere Partie. Nun, nachdem der dampfende Mist in der Hamburger Justiz nur durch den Klau der Wahlurne unter dem Teppich gehalten werden könnte, habe ich mich breit schlagen lassen, anzutreten. Ich verspreche mein bestes zu geben, um anständig zu verlieren. Dann kann ich mich wieder den angenehmen Dingen zuwenden.

Das ist doch wieder mal ein richtiges Prachtexemplar, Dora. Und schon kommt der nächste Leckerbissen. Christa Goetsch, würden Sie sich bitte vorstellen?

Äh, äh, äh - Hauptsache ich bin mit Freunden der USA zusammen. Am liebsten natürlich mit Michael, weil der so ein toller Frauenschwarm ist, aber ansonsten finde ich auch den Ole Klasse, wie der gegen Volksentscheide kämpft, das könnte wirklich ein echtes Vorbild für die Grünen sein. Hauptsache ich habe nichts mit den, wie meine Freundin Renate Künast sie genannt hat, Rattenfängern der Linken zu schaffen. Nachher denken die Transatlantiker noch, wir von den Grünen würden wirklich Frieden wollen und ihre netten Freunde im Knast sitzen sehen.

Und Dora, da wird es dir schon warm ums Herz, oder?

Können Sie mir bitte den nächsten Kandidaten vorstellen?

Nein, Dora, ich bedaure, Hinnerk Fock von der FDP wird nach seinem tollen Wahlspam unter falscher Flagge mit nun nur noch vier Prozent wohl nicht dabei sein. Unsere Susi wird das nun noch einmal zusammenfassen und dann kannst du dir dein Herzblatt aussuchen.

So liebe Dora, hier sind noch mal deine Kandidaten im Schnelldurchlauf:

Kandidat 1: der entspannte Transatlantiker, der mit kleinen Jungs noch viel weniger zu schaffen hat als mit seinem Justizsenator - oder -
Kandidat 2: der verführerische Antikommunist, der, wenn du seiner Karriere nützlich bist, sicher auch dich bald heiraten wird - oder -
Kandidat 3: die nett daherredende Frau, die es nur mit Transatlantikern machen will und deren Wahlkampffreundin dich unwidersprochen als Rattenfänger bezeichnet.

So Dora, jetzt mußt du dich entscheiden, wer soll dein Herzblatt sein?

Oh nein, was für ein Bullshit-Bingo. Gebt mir bitte jemand anders als die Transatlantiker. Das kann doch nicht alles sein. Es stehen in Hamburg doch vierzehn Parteien zur Wahl. Oder?

Tja, liebe Zuschauer, Dora hat leider verloren. Bis zur nächsten Herzblatt-Sendung aus Hamburg in vier Jahren. Bye bye.

3 Kommentare zum Beitrag “Herz ist Trumpf bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008”

  1. otti sprach

    Gibt’s eigentlich noch die “Sankt Pauli Nachrichten”, das beste Blatt Hamburgs, wg. Herz ist Trumpf?

  2. 37.6-Blog informiert Betriebsrat und JAV sprach

    Ein Kommunist ohne Erinnerung: Reinhard Bütikofer (Grüne/B 90)…

    Die Financial Times Deutschland schreibt:
    […] und Reinhard Bütikhofer fordern den weiteren Ausschluss von DKP-Mitgliedern noch vor der Hamburger Bürgerschaftswahl.
    Die FTD vergisst allerdings Folgendes zu erwähnen:
    In der Studentenbewegung war …

  3. mein-parteibuch.com » Dirk Niebel, Hauptmann der Reserve sprach

    […] parteiübergreifende Koalition des transatlantischen Filzes hat natürlich haushoch gewonnen und kann sich nun überlegen, ob in der nächsten […]

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