Das ruhmreiche Frankfurter Bankhaus Metzler hat Prinzipien, die es auf seiner Webseite veröffentlicht:
“Wir machen ihre Probleme kompromisslos zu unseren und schaffen so die Voraussetzungen für die Entwicklung individueller und neuartiger Problemlösungen und die Abwicklung komplexer Transaktionen.”
Angesichts solcher Prinzipien ist eine strenge Kontrolle sicher angebracht. Aufsichtsräte sollen angeblich dazu da sein, Unternehmen zu kontrollieren. Beim Bankhaus Metzler hat der Schatzmeister der wenig ruhmreichen hessischen CDU, Hans Hermann Reschke, einen Chefposten im Aufsichtsrat. Heute ist bei n-tv zu lesen:
“Bei der Suche nach weiteren Steuersündern in der Liechtenstein-Affäre haben Staatsanwälte und Steuerfahnder in mehreren deutschen Städten Privat- und Geschäftsräume durchsucht. Auch das Bankhaus Metzler war davon betroffen. Am Vormittag seien die Geschäftsstellen des Instituts in München und Frankfurt durchsucht worden, bestätigte ein Sprecher der Privatbank. Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern.”
Da mag man nun denken, was man will. Mein Parteibuch möchte sich nicht dazu äußern und stattdessen lieber Gunnar Uldall, den Wirtschaftssenator von Ole von Beust, zitieren, der neulich erst gesagt hat:
“Das Bankhaus Metzler ist eine große Bereicherung der hiesigen Bankenlandschaft.”
So kann man das auch sehen. Mein Parteibuch meint, das Bankhaus Metzler ist für die Bankenlandschaft eine ebenso große Bereicherung wie Haralds Hotel für die Hotellandshaft. In Hamburg ist in Kürze ein Bullshit-Bingo, vulgo Bürgerschaftswahlen, angesetzt. Mein Parteibuch empfiehlt: Abwählen!
Nachtrag 19.02.2008: Inzwischen ist bekannt geworden, dass es gestern auch bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser in München eine Razzia gab.
![]() |
| Ich bestimme |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[20 queries. 5.275 seconds. 10 level2 caches. Top ]
Nein, wie süß: “Wir machen ihre Probleme kompromisslos zu unseren und schaffen so die Voraussetzungen für die Entwicklung individueller und neuartiger Problemlösungen und die Abwicklung komplexer Transaktionen.” Dann passt das ja mit meiner Überlegung: die Bank habe “nie als deutsches Haus deutsche Privatanleger ins Ausland bewegen wollen”, siehe Ableitung hier: http://www.deut...18/wortgenau-3/.
Ich habe wahrhaftig keinen Grund, das Bankengewerbe in Schutz zu nehmen, aber für mich hört sich das jetzt wie mutwilliges Porzellanzerschlagen an, um zu demonstrieren, dass die privaten Banken auch nicht besser sind als die öffentlich rechtlichen.
Waren wir nicht gerade dabei, den Schock über die verzockten Milliarden bei den Landesbanken zu verarbeiten und nach den Verantwortlichen zu suchen? Da ist den Verantwortlichen flugs eingefallen, dass die 1 Mio. von Herrn Zumwinkel noch ein viel größerer Skandal sind.
Und alle fallen auf das Ablenkungsmanöver herein.
@Helga: wenn das der Versuch sein soll, die Mär vom bösen Staat weiter zu dichten, führt dieser ins Leere. Die privaten Banken sind nicht besser und nicht schlechter als die, in denen der Staat seine Pfoten mit drin hat. Northern Rock, Morgan Stanley und die vielen US Immobilienfinanzierer sind (oder waren) auch privat und was hat es genützt? Nur weil die deutschen Privatbanken ihre Köpfe aus der Schlinge ziehen konnten (vorerst, denn wer weiß…) ist damit nicht der Beweis erbracht, dass sie’s immer besser könnten.
Und ja, ich bin auch dafür, dass man die Verantwortlichen in den Banken “zur Strecke bringt”. Nur sind das, im Falle der IKB,eventuell die selben Leute, deren Namen sich auf der CD-Rom aus Liechtenstein wiederfinden. Das ist keine Ablenkung, sondern es trifft genau ins Schwarze. Sumpf bleibt Sumpf.
Börsen und Privatbanken auflösen, ist das einzigste was helfen würde.
Hedgefonds (inkl. Mafiagelder) wären nicht mehr möglich, feindliche Übernahmen ade…
Aber wer wil schon sowas. Da würde die eigene Steuerhinterziehung ja nicht mehr klappen.
Wie sagte so schön Volker Pispers zu dem stetigen Gejammere über die Steuerlast: “Guck doch mal in den Spiegel um die dumme Sau zu sehen für die du Steuern zahlst.” ^^
Zig Milliarden wurden bei den Landesbanken verzockt. Dafür ist die Politik verantwortlich und der einfache Steuerzahler darf die Zeche zahlen.
Zig Milliarden werden an der Steuer vorbei ins Ausland gebracht. Dafür ist auch die Politik verantwortlich, weil sie diesem Teror der Leistungsträger bisher ohne Reaktion zugeschaut hat. Der einfache Lohnsteuer-Zahler wurde betrogen.
Zig Milliarden gehen dem Fiskus durch Umsatzsteuer-Betrug verloren. Dafür ist auch die Politik verantwortlich.
Zig Milliarden werden bei der öffentlichen Verwaltung (Exekutive) verschwendet. Dafür ist die Politik verantwortlich.
Klar, die Politik lenkt mit dem Liechtenstein-Skandal von eigenem Fehlverhalten ab!
Die Politikerkaste ist es, die unser Land und unsere Gesellschaft zerstört.
[…] gehört, ist mit Sylvia von Metzler aus der Familie des Bankhauses Metzler, welches bei den Razzien zur Liechtenstein-Affäre durchsucht wurde, auch gleich jemand dabei, der den neuen Asozialen vom Frankfurter Zukunftsrat […]