Klaus Zumwinkel ist als Chef der Deutschen Post AG ein tüchtiger und sparsamer Manager. So hat ihm Hubert Burda im Jahr 2000 einen Bambi nachgeworfen und des Spiegelverlags manager magazin, wo Bertelsmann die Finger drin hat, hat ihn 2003 zum Manager des Jahres gemacht. Und nun ist Valentinstag.
Mit einem Tarifvertrag für Postzusteller hat er die Monopolstellung der Post erst kürzlich bis auf weiteres gesichert. Darüber wird sich die Lohndrückerkonkurrenz von der PIN AG geärgert haben. Schließlich hat die Axel Springer AG viel Geld für nun ziemlich wertlose Aktien ausgegeben.
Auch bei seinen privaten Aktiengeschäften hatte Klaus Zumwinkel offenbar recht viel Glück. Mit ihrem Steuersparmodell im sonst so diskreten Liechtenstein hatte die Familie Zumwinkel offenbar weniger Glück. 10 Millionen unversteuerte Euro haben dem tüchtigen Klaus Zumwinkel nun heute zum Valentinstag eine Hausdurchsuchung und möglicherweise auch noch einen Haftbefehl eingebrockt.
Für die Springer fügt sich das gut, denn obwohl die Staatsanwaltschaft sich etwas zu viel Zeit gelassen hat, besteht so vielleicht doch noch die Chance, dass ein weniger tüchtiger Manager Chef der Post wird und Springers milliardenschweres Investment in die PIN AG dann einen wundersamen Wertzuwachs erlebt. An diesen Valentinstag wird Klaus Zumwinkel sich sicher noch lange erinnern. Aber an Christmas In April wird er da sicher nicht denken.
Update am Abend: Ach nee, es soll gar nicht Christmas In April dahinter stecken. Die Leute sollen nun glauben, Blöde Nichtsnutzige Deutsche hätten auch mal ganz allein ein Korn gefunden. Wenn das der Herbert Batliner liest, dann ist der bestimmt sauer. Wer will sich schon nachsagen lassen, von Blöden Nichtsnutzigen Deutschen reingelegt worden zu sein?
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Vorsicht, es soll sich nicht um 10 Millionen gehandelt haben.
Zumwinkel hat sich -natürlich - den Rat der besten Anwälte (Straf- und Steuerrecht) gesichert.
Zt.: […] Wie schon in einem früheren Fall stützen sich Staatsanwaltschaft und Bundesfinanzbehörden, die ebenfalls an den Ermittlungen beteiligt sind, auf eine CD-Rom mit Namen und Beweismaterial, die den Fahndern vor einiger Zeit zugespielt wurde. [http://www.presseportal.de/pm/7840/1136431/zdf]
Sicher, klar… Ne ominöse CD, die zugespielt wurde, auf der noch viele weitere Informationen über viele weitere Personen enthalten sein soll. Wer profitiert davon, dass es für Zumwinkel gerade unbequem wird? Und das für eine lauwarme Mille? Laut Focus soll er 2006, 4,24 Millionen Euro für seine Leistungen bekommen haben und jetzt hat er es schon nötig Klimpergeld illegal nach nebenan zu verschieben? Unglaubwürdig…
Es scheint immer noch nicht klar, wie in Deutschland “Aufklärung von Straftaten” funktioniert.
Angenommen, Otti hätte stichhaltige Beweise für schwere Straftaten diverser Behördeninsassen in Baden-Württemberg und er ’spielte’ dieses Material der Staatsanwaltschaft zu. Was würde geschehen? NICHTS, und in Ottis Interesse möchte ich hoffen: wirklich nichts. In Bayern oder Hessen bekäme Otti ein Strafverfahren wegen falscher Verdächtigung auf den Hals (bis zu 5 Jahren Gefängnis) und würde ‘rechtskräftig’ verurteilt.
Jetzt zum Fall Zumwinkel: Dieser hätte eine Milliarde Euro Steuern hinterziehen können. Es wäre ihm nichts geschehen, wenn er sich nicht Feinde gemacht hätte, die mächtiger sind als er.
Im Regelfall funktioniert “Aufklärung von Straftaten” so: Einer stört Leute, die beste Beziehung zur Milliardärspresse haben, beim Geschäft. Die Beziehungsreichen popeln drauf so lange in den Angelegenheiten des Störers, bis sie etwas gegen ihn haben. Darauf wird die Info staatlichen Stellen ‘zugespielt’ mit der Maßgabe, diese sollten jetzt aber fix machen, sonst würde sich das Problems des Störers zu einem Polizei- und Justiz-Skandal ausweiten wegen Unfähigkeit der Strafverfolgungsbehörden.
Insofern scheint der Hinweis der Redaktion auf den Mindestlohn bei Briefzustellern und die Teilinsolvenz der PIN AG nicht abwegig.
Die prominenten Steuerflüchtlinge zittern vor den nun bevorstehenden Ermittlungen - und das ist auch gut so!
Mir hatte das Finanzamt vor nicht allzu langer Zeit meine geltend gemachte Pendlerpauschale (die inzwischen ja nicht mehr in der alten Form existiert) um 1 km gekürzt.
Aber da gings ja um ganze 70 Euro p.a. (Minderung des steuerpflichtigen Einkommens) und nicht um Millionen und Milliarden!
Und bei meinen beruflich veranlaßten Telefonaten strichen die Säcke mir die (zulässige) Pauschale und forderten, dass ich jedes einzelne Gespräch unter Angabe des Gesprächszwecks und unter Vorlage der Einzelverbindungsübersicht nachweise!
Angenommen, otti weist den Leitenden Oberstaatsanwalt per Dienst- bzw. Fachaufsichtsbeschwerde auf ein Fehlverhalten eines Ermittlungsbeamten und des das Verfahren einstellenden Oberstaatsanwalts hin: Was macht der Leitende Staatsanwalt?
Der wendet sich gleich an die -upps -Generalstaatsanwaltschaft, die - natürlich - auch kein Fehlverhalten erkennen kann, dem Beschwerdeführer aber großzügig den Klageweg zum Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart eröffnet, was aber wiederum daran scheitert, dass der nun damit befasste Advokat (Rechtsanwaltszwang beim OLG) ebenfalls kein Fehlverhalten erkennen kann, womit für den Leitenden Oberstaatsanwalt der Weg frei ist, die Beschwerde als unbegründet abzuschmettern.
Wenn das nicht Rechtsstaat vom allerfeinsten ist!
Ein anders Beispiel. Da wird ein Bürger wegen Sachbeschädigung per Strafbefehl verurteilt. Dagegen erhebt er Einspruch. Bei der anberaumten Gerichtsverhandlung kann der Richter auf den von der Polizei gemachten Bildern, die der Staatsanwaltschaft vorlagen, keine Sachbeschädigung erkennen. Die junge Staatsanwältin, die den Fall vor Gericht vertreten muss, siehts ähnlich: Eigentlich gibts hier nichts zu verhandeln.
Upps, upps, upps!
Warum wurde dann aber von der (Straf-)verfolgunsbehörde angeklagt?
Wollte man einfach einen widerspenstigen Bürger in die Schranken weisen? Ziemlich link, oder was!
Anzeigeerstatter war übrigens der Bürgermeister, der ganz nebenbei eine Sporthalle teilweise auf dem fremden Grund und Boden des angeblichen ‘Sachbeschädigers’errichtet hatte.
Aber keine Bange, es war halt alles ein auf einen Irrtum zurückzuführendes Missverständnis, nicht wahr!
Zusammenfassend und zum Thema:
Unser Land geht vor die Hunde.
[…] Ende letzter Woche wegen seines Steuersparmodells abgeräumt wurde, war Mein Parteibuch noch der These zugeneigt, Christmas in April hätte da wegen des vom Springer-Verlag versemmelten Milliardeninvestements […]
[…] in Liechtenstein sind in den letzten Tagen ja so leicht ins Gerede gekommen. Die würden “Leistungsträgern” dabei helfen, Steuern zu hinterziehen und so den deutschen Staat schädigen, sagt Angie. […]
[…] von Heinrich Kieber und der LGT verwechseln, die in Deutschland kürzlich für ein paar Schlagzeilen gesorgt hat. Bookmarken: [Trackback URI] […]