Im Wahlkampf in Hessen, wo Roland Koch wegen seiner Hetze gegen Ausländer inzwischen die brutalstmögliche Quittung bekommen hat, ist etwas untergegangen, dass Roland Koch auch nicht müde wurde, vor Kommunisten zu warnen. Jemand mit Name oder Pseudonym “Peter Stricker” hat im Parteibuch nach der Wahl einen Kommentar zur Partei Die Linke abgegeben, mit er auf die bösen Kommunisten eindrischt:
Ach was, sollte Dir entgangen sein, dass die “Linke” letztlich nichts weiter ist als ein weiterer Aufguß der SED?
…
Hätte die NSDAP sich seinerzeit umbenannt, aber mit demselben Personal weitergemacht, würdest Du doch auch erkennen, dass sich - außer dem Label - nichts geändert hat.
Dieser Kommentar zeugt von einer so bemerkenswerten Verdrängung der Realität, unter welchem Label das Führungspersonal der NSDAP nach 1945 weitergemacht hat, dass darauf nachfolgend einmal etwas ausführlicher eingegangen werden soll.
Die bittere Wahrheit ist nämlich, dass das Führungspersonal der NSDAP nach 1945 tatsächlich unter anderem Label weitergemacht hat.
Bereits ab 1945 wurde, wie Richter Klaus-Detlev Godau-Schüttke am 15.02.2007 in einem Bericht des Deutschlandfunks erklärt, in der britischen Zone auf Drängen der OLG-Präsidenten die so genannte Huckepackregel eingeführt, derzufolge für jeden Unbelasteten ohne nähere Untersuchung ein formell Belasteter wieder eingestellt werden konnte. Anfang der 50er Jahre wurde dann mit Hilfe eines Ausführungs-Gesetzes zu Artikel 131 des Grundgesetzes allen Nazi-Beamten in Deutschland, die nach dem Krieg von der Besatzungsmacht entlassen worden waren, eine Wiedereinstellung zugesichert, wovon lediglich Hauptbelastete aus den Entnazifizierungs-Verfahren und Gestapo-Agenten ausgenommen waren.
1960 endete in der Bundesrepublik Deutschland dann auch schon die Verjährung für die Verbrechen der wieder im Dienst befindlichen Schreibtischtäter der NSDAP. Ein von der SPD eingebrachtes Berechnungsgesetz von 1960 zur Verlängerung der bemerkenswert kurzen Verjährungsfrist für schwerste Verbrechen der NS-Diktatur wurde von dem von der CDU/CSU dominierten Rechtsausschuss abgelehnt.
1965 publizierte der im Politbüro des ZK der SED verantwortliche Politiker Albert Norden eine Braunbuch genannte Liste, die Namen von über 1800 Nazis und Kriegsverbrechern in westdeutschen Führungspositionen enthielt. Das Braunbuch wurde von der westlichen Elite umgehend als DDR-Propaganda gebrandmarkt. Zwischenzeitlich hat sich jedoch herausgestellt, dass die darin enthaltenen Fakten zum allergrößten Teil korrekt waren. Eine neue erweiterte Auflage dieses Braunbuches ist heutzutage glücklicherweise im Internet verfügbar, so dass jeder sich selbst ein Bild davon machen kann, aus was für Personal beispielsweise die ehrenwerte Justiz im Adenauer-Deutschland bestand.
Womit diese alten nationalsozialistischen Eliten im Dienste der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt waren, und da schließt sich der Kreis zum rechtsextremen und antikommunistischen Wahlkampf von Roland Koch, erklärt Christoph Seils am 17.08.2006 in der Zeit wie folgt:
In Westdeutschland begann der Aufbau der Bundeswehr, der Antikommunismus dient parteiübergreifend als ideologischer Grundpfeiler von Wirtschaftswunder und Westbindung. Die alten nationalsozialistischen Eliten konnten so leicht integriert werden, in die Politik, die Verwaltung und die neu gegründete Bundeswehr. In der Justiz tummelten sich besonders viele ehemalige NS-Juristen. Diese freuten sich, dass unter Kanzler Adenauer im 1. Strafrechtsänderungsgesetz 1950 an das NS-Gesinnungsstrafrecht angeknüpft wurde. Erneut waren jetzt nicht nur konkrete politische Handlungen strafbewehrt. Schon die pure politische Einstellung oder die Mitgliedschaft in einer verbotenen Partei genügten, um ins Gefängnis zu wandern. So konnten manche furchtbare Juristen wieder das tun, was sie schon unter Hitler gemacht hatten: Kommunisten verfolgen.
Zur Frage, welcher Partei die mit der Kommunistenverfolgung beschäftigten alten Nazi-Seilschaften der Adenauer-Zeit angehört oder zumindest nahegestanden haben, findet sich in einem Artikel in der Zeit vom 29.11.2007 mit Titel “Von Hitler zu Adenauer” ein interessanter Hinweis:
Für Kramer ist dies ein Gesinnungsstrafrecht, das auf die Staatsschutzgesetze aus dem Jahr 1950 zurückgeht – verdächtig ähnlich dem von den Alliierten abgeschafften NS-Staatsschutzrecht von 1934. Kein Zufall, denn an der Ausarbeitung beider Gesetze hatte Josef Schafheutle maßgeblichen Anteil. Der Jurist, Jahrgang 1904, war sozusagen übergangslos vom Berliner ins Bonner Justizministerium übergewechselt. 1945 gehörte er zu den Mitbegründern der CDU.
Soviel zur Frage, ob Mein Parteibuch erkennen würde, dass sich - außer dem Label - nichts geändert hat, wenn die NSDAP sich seinerzeit umbenannt, aber mit demselben Personal weitergemacht hätte.
Nachtrag 01.11.2008: Braune Wurzeln - Alte Nazis in den niedersächsischen Landtagsfraktionen von CDU, FDP und DP
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Mit der DDR Wende ist das allerdings noch etwas komplizierter: Da die Systemüberleber bestehende Strukturen aus dem Westen zu übernehmen hatten, kam ein blosses “umbenennen” zum Macht- und Standeserhalt wohl kaum in Frage.
Ausserdem war in der DDR eine langjährige, rückratlose SED-Mitgliedschaft Eintrittskarte für die Hoffnung auf politische Teilhabe (ausserhalb des Verfolgung bedrohten Untergrundes) auch für heimliche Selbstdenker, daher ist es sehr schwer die Migration des systemtragenden Sumpfes genau nachzuvollziehen.
Ich würde da auf CDU/CSU als Hauptziel tippen, aber auch die SPD dürfte einige braune Soße ins Mark gespritzt bekommen haben.
Die m. E beste und ziemlich sicher kürzste Zusammenfassung der politischen Kontinuität Westdeutschlands im 20 Jahrhundert hat für mich der Finanzminister der Regierung Brandt, Alex Möller, am 23.09.1970 in der Haushaltsdebatte des Bundestages gegeben, als er an die CDU/CSU gerichtet sagte: “Diejenigen, die diese beiden Weltkriege und die darauf folgenden Inflationen zu verantworten haben, stehen Ihnen geistig näher als der SPD.” Die CDU/CSSU jaulte samt Springer Presse getroffen auf. Die Blöd-Zeitung titelte: “15 Worte beleidigen 15 Millionen Wähler”. Knapper und treffender aber als Alex Möller kann man die Geschichte der konservativen Parteien der Republik kaum zusammenfassen.
Die Linke hat das Vermögen der SED übernommen. Die SED (PDS) hätte seinerzeit aufgelöst werden müssen, und dann sich meinetwegen mit neuen Mitteln neu formatieren können.
So ist das Gleichgewicht heute gestört. Das Gleichgewicht hängt sehr von den finanziellen Möglichkeiten ab.
Man kann nicht eine Untat mit einer anderen gutheißen. Der Rückbick und der Blick auf heute in Bezug auf die naziverbrecher hilf icht weiterbei der Bewertung der Demagogen und Poüpulisten der Linken.
Es gab weder 1933-45 unter den Nazionalssozialisten (NSDAP) einen Sozialismus in Deutschland, wie unter der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) es keinen Sozialismus in der DDR gab. Ebensowenig gab es den Kommunismus in der Sowjetunion unter der Führung der Kommunistischen Pertei der Sowjetunion (KPdSU).
Auch ansatzweise gab es in diesen Ländern weder den Sozialismus noch den Kommunismus. Auch in China oder Vietnam nicht. Erst Recht nicht im Kambodscha.
Genau so wenig ist Deutschland Heute Vorreiter in Fragen der Menschnerechte und dem Schutz der Menschenwürde, wie das im Grundgesetzt steht.
Alles bloß politisches Bla, Bla.
Ich habe einige Links genau zu diesem Thema unten auf
http://www.alth...de/hetzmar.html
zusammengestellt. Von besonderer Wichtigkeit ist Folgendes: CDU/CSU sind in Polizei und Justiz überproportional vertreten.
Uwe Wesel hat in “Fast alles, was Recht ist” über Roland Freisler geschrieben, dieser sei in mancher Hinsicht vernünftiger gewesen als der Bundesgerichtshof. Ist Wesel ein Nazi? Genaue Lektüre seines Buchs ergibt, dass das nicht stimmt; Wesel beschreibt Freislers Verbrechen ohne Beschönigung. Was Wesel meint, erschließt sich, wenn man seine Analysen diverser BGH-Urteile liest.
@Rolf Schälike
Das ist ein (populäres) Märchen. Die PDS hat 1990 praktisch nichts behalten, bis auf das Karl-Liebknecht-Haus (sowie einige andere ursprüngliche KPD-Besitze) und das “Neue Deutschland” (ohne Vermögen). Der Rest ging, wie das restliche Volkseigentum, an die Treuhand und wurde - sofern Sachwert - dann an nächstbeste Investoren verscherbelt; meist mit dem Ergebnis heute nicht mehr existent zu sein.
Ach und alle, die die furchtbare, ferngesteuerte SED mal live erleben wollen, sind zum hessischen Landesparteitag am kommenden Samstag in einer Turnhalle (da ist das Vermögen klar erkennbar!!) in Mainz-Kostheim eingeladen. Die sind nämlich öffentlich, streitlustig und unterhaltsam-erfrischend demokratisch. Wer hätt’s gedacht?
Sebastian Scholl schrieb:
Ich kenne die Linkspartei im Marburg, die vielen Süffel, ihre Gaunereien, Querelen und Unzuverlässigkeit. Szenekenner Roland Schmidt schrieb am 21.8.2007:
Als die Hessen 1999 die SPD und ihren grünen Blinddarm abwählten, waren sie die vielen Skandale leid, auch und besonders in der Justiz. Die Hessen hofften, so schlimm würde es die CDU nicht treiben. Doch kaum war die CDU an der Macht, ersetzte sie die schmierige Vorteilsnahme der Genossen durch eigenen knallharten Rechtsbruch und unterdrückte Kritik mit der Skrupellosigkeit bester nationalsozialistischer Tradition.
Die Hessen hatten gerade die Wahl zwischen
dilettantischen und professionellen Kriminellen. Die Hessen haben, weil es nichts Besseres gibt, die dilettantischen Kriminellen bestärkt. Denn zuerst müssen die professionellen Kriminellen entmachtet werden. Doch dann ist dafür zu sorgen, dass die dilettantischen Kriminellen nicht alles wieder verderben.
http://www.alth...e/henrichs.html
Auch mein Senf noch zu den “alten Seilschaften”:
Mein Vater weigerte sich seinerzeit, der NSDAP beizutreten und eine Blockwart-Funktion (Bespitzelung der Nachbarschaft) anzutreten. Die Quittung: Der NSDAP-Ortsgruppenleiter veranlaßte umgehend einen Fronteinsatz.
Sicher verwundert es keinen mehr, dass derselbe NSDAP-Ortsgruppenleiter dann als Gründungsmitglied des Ortsvereins einer sich christlich nennenden Partei auftauchte. Unter diesen Gründungsmitgliedern waren auch noch vier andere Nazi-Größen!
Wie nach dem Krieg im Westen weiter gemacht wurde, bitte hier lesen.
http://www.phoe.../0/148855.1.htm
Hier noch ein kleiner Nachtrag. Solltet euch das anhören. Rede wurde in die folgenden Blöcke aus Platzmangel aufgeteilt.
http://www.yout...h?v=qWZbEKjcd1M
Zu Nr. 6 (Zitat:Unter diesen Gründungsmitgliedern waren auch noch vier andere Nazi-Größen!) wäre noch erwähnenswert, dass eine dieser Nazi-Größen meinen Vater, der während des Ostfronteinsatzes gesundheitlich angeschlagen war, kurz vor Kriegsende in einen Zug Richtung Heimat steckte.
Es gab also auch menschliche Nazis, genau wie es menschliche SED-Funktionäre gab.
Ebenso gibts aber auch mehr als genug Drecksäcke unter dem christlichen Parteien-Deckmäntelchen, und nicht zu knapp
(wie auch bei SPD und FDP)!
@Sebastian,
wer d` globt wird seelich !
Du gestattest doch das ich mal lauthals lache, obgleich ich lieber kotzen würde.
@schälike 3:
Als Historiker darf ich Ihnen mitteilen: Was Sie da schreiben, ist Unsinn.
Natürlich war die NSDAP eine sozialistische Partei.
Für diejenigen, die die Geschichte der NSDAP und ihrer Funktionäre kennen, ist das auch keine Neuigkeit, ich empfehle dsbzgl. Hintergrundlektüre zu Goebbels, Ernst Röhm, den Brüdern Strasser etc., den Hintergründen der sog. Röhm-Affaire 1934, dem nationalsozialistischen Konzept der sog. Volksgemeinschaft, des “Volksstaats”, die Enteignungspolitik, die Abschaffung des freien Marktes durch die staatliche Festsetzung von Löhnen und Preisen usw.
Dass die NSDAP ein Ausfluss einer “kapitalistischen” Gesellschaftsordnung sei, mithin eine zwangsläufige Folge des Kapitalismus, ist hanebüchener Unsinn, der jahrzehntelang von Marxisten verbreitet wurde, um die augenscheinliche Systemverwandschaft von Marxismus und Nationalsozialismus zu verschleiern.
Der deutsche Nationalsozialismus darf getrost zu den zahlreichen menschenfeindlichen sozialistischen Utopien gezählt werden, freilich “angereichert” mit einer speziellen Rassenideologie.
@3 schälike, Nachtrag:
Was Sie im übrigen zu der “Linken” schreiben:
Da stimme ich Ihnen ansonsten zu.
Der Witz ist gut. Dann sind Prescott Bush und Fritz Thyssen, die die NSDAP finanziert haben, als große Förderer des Sozialismus der NSDAP sicherlich auch Sozialisten. Und erst recht war Prescott Bush’s Kumpel Allen W. Dulles Sozialist, denn der hat mit den sozialistischen Nazis im Rahmen der Operation Sunrise gegen die fiesen Kapitalisten aus Osteuropa gekämpft.
Dass Allen W. Dulles insgeheim Kommunist war, wusste schon der gute Joseph McCarthy. Es hat ihm aber nichts genutzt, denn der böse Sozialist Allen Dulles hat mit einer geschickten PR-Aktion im Rahmen der Operation Mockingbird Joseph McCarthy kaltgestellt und dem Kommunismus zum Endsieg in den USA verholfen.
Mach Dir nichts draus, jeder kann mal völlig daneben liegen.
@redaktion:
Bei der Beurteilung der Frage, ob es sich bei einem politischen Konzept um ein sozialistisches System handelt oder nicht, ist vorrangig entscheidend, welche innere Verfassung und Struktur ein System aufweist.
Unter diesen Gesichtspunkten ist der deutsche Nationalsozialismus - wie ja auch seine Selbstbezeichnung nahelegt - ein sozialistisches System gewesen, mit all den fürchterlichen Auswirkungen, die jedes sozialistische System zwangsläufig mit sich bringt.
Denn der Sozialismus - jede Form von Sozialismus überhaupt - bedarf zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung des unmittelbaren Zwanges, anders sind die jeweils selbstgesteckten utopischen Ziele nicht erreichbar.
Dass es u.a. vermögende Firmenbesitzer und sonstige Privilegierte gegeben hat, die das Regime der NSDAP gefördert und gestützt haben, widerlegt diese These im übrigen nicht.
Denn viele Menschen sind korrumpierbar bzw. korrupt und willens, sich mit den jeweils Herrschenden zum eigenen Vorteil zu arrangieren, für diese Leute sind theoretische und abstrakte Systemfragen letztlich belanglos, da sie zunächst einmal nach ihrem eigenen Vorteil streben.
Zur Beurteilung der Natur eines politischen Systems muss man dessen innere und äußere Verfassung untersuchen, und unter zahlreichen Gesichtspunkten (bswp. staatlich gelenkte Planwirtschaft, Preis- und Lohnkontrolle / staatliche Kontrolle der Gewerkschaften / Arbeitnehmerschaft, durchgängige Enteignung(!) und staatliche Kontrolle der Produktionsmittel, Kontrolle der Medien, Verachtung des Individuums sowie Anbetung des Kollektivs (”Volksstaat”, “Volksgemeinschaft”), Normierung und Kollektivierung des Alltagslebens usw.) stellt der deutsche Nationalsozialismus unzweifelhaft eine weitere perverse Subform einer sozialistischen menschenfeindlichen Utopie dar.
Dass der deutsche Nationalsozialismus eine Subform einer menschenfeindlichen Utopie darstellte, ist unbestritten.
Prescott Bush und Fritz Thyssen haben sich allerdings nicht mit den Herrschenden der NSDAP arrangiert, sie haben die NSDAP zu den Herrschenden gemacht. Und die gleiche Clique rund um Prescott Bush und Allen Dulles hat die USA - und indirekt auch die Bundesrepublik Deutschland - zu dem gemacht, was sie heute ist.
Wie man diese real existierende menschenfeindliche Utopie nun nennt, spielt keine Rolle. Wenn Du sie Sozilismus nennen willst, nenne sie Sozialismus und ihre Erschaffer Sozialisten. Andere nennen sie eben womöglich anders, beispielsweise Kapitalismus oder Liberalismus, meinen aber vielleicht dieselbe menschenfeindliche Utopie.
@16 redaktion:
Den Liberalismus mit dem Sozialismus oder sogar National-Sozialismus gleichzusetzen oder - wie Du es versuchst - “umzudefinieren”, zeugt von einer groben Unkenntnis.
Sozialistische Gesellschaftskonzepte stellen das Kollektiv in den Mittelpunkt und betrachten das Individuum mit all seinen individuellen Eigenarten und Bedürfnissen als nachrangig.
Demgegenüber räumen hingegen liberale Gesellschaftskonzepte der Entfaltung des Individuums den Vorrang vor dem Kollektiv ein.
Beide Gesellschaftskonzepte unterscheiden sich dadurch dramatisch.
Daher ist es auch grundlegend falsch, den “Faschismus” oder “Nationalsozialismus” als Antagonisten des “Sozialismus” zu betrachten, wie es marxistische Ideologen stets versucht haben - denn tatsächlich gehören “Faschismus”, “Nationalsozialismus” sowie alle übrigen sozialistischen Experimente zum selben menschenfeindlichen Verein, der stets in die Unterdrückung und Diktatur führt.
Der eigentliche Gegensatz zum sozialistischen (d.h. kollektivistischen) Gesellschaftsmodell ist hingegen das liberale (=freiheitliche)Gesellschaftsmodell, in dem das Individuum Vorrang vor dem Kollektiv genießt.
Wobei natürlich auch hier nicht immer alles “liberal”, was als liberal etikettiert wird.
Übrigens sind liberale Gesellschaftsauffassungen, in denen die persönlichen Wünsche und auch Rechte des Individuums eine wesentliche Rolle spielen und vor dem Zugriff des Kollektivs geschützt werden, historisch vergleichsweise neu und m.E. ein zartes Pflänzchen, das es zu schützen gilt.
Dass die “Freiheitlichen” eine Menge mit Nationalsozialismus zu tun haben, zeigte sich spätestens beim Aufstieg des Jörg Haider erst in der FPÖ und dann im österreichischen Staat. In Deutschland zog zuletzt Jürgen Möllemann die gleiche Nummer ab: Aktion 18 - Aktion Adolf Hilter. Das war doch ein Stück zu dreist.
Historisch sind die “freiheitlichen” Parteien aus dem Wunsch der Kapitalisten entstanden möglichst große einheitliche Märkte für den Absatz ihrer Massenfabrikation zu bekommen. Bis 1871 bestand Deutschland aus vielen kleinen Staaten. Demgemäß sind die Liberalen in Deutschland traditionell national. Die FDP war die Partei der “Nationalliberalen”. Später verkam die FDP immer mehr zu einer Plattform für betrügerische Geschäftemacher, was allerdings auch anderen Parteien anzulasten ist.
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