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18. Januar 2008

Warum soll die Mordakte Buback geheim bleiben?

von @ 15:24. abgelegt unter Recht und Unrecht, Deutschland, Politik, Mord, Wolfgang Schäuble

Wer sch die Geschichte der RAF nicht durch die Brille von Spiegelchefredakteur Stefan Aust anschaut, stellt fest, dass Agents Provocateurs in dieser Gruppe eine Schlüsselrolle spielen. Wer die Strategie der Spannung kennt, der versteht, dass höchste politische Kreise in der NATO selbst ein großes Interesse an der Eskalation von Gewalt hatten, für deren Opfer sie politische Gegner verantwortlich machen konnten, weil sie politische Gegner so nachhaltig diskreditieren konnten und vor deren Hintergrund sie eine ständige Verschärfung von Überwachungsgesetzen rechtfertigen konnten.

Mit den Anti-Terror-Gesetzen wurde es möglich, schwere Straftaten unaufgeklärt zu lassen, mit einem rechtsstaatlich aussehenden Prozedere der Öffentlichkeit durch das Einsperren irgendwelcher Menschen Sühne und Gerechtigkeit vorzugaukeln und die wirklichen Mörder ungestraft entkommen zu lassen. Das sind Voraussetzungen, auf denen False-Flag-Terror gedeihen kann.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und sein oberster Dienstherr Wolfgang Schäuble hätten den Verdacht, dass für den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback der Verfassungsschutz selbst mittels seiner mutmaßlichen Agentin Verena Becker verantwortlich ist, nun entkräften können, in dem sie die Akten des Verfassungsschutzes offen gelegt hätten.

Gründe dafür, dass das Bekanntwerden des Inhalts dieser Akten dem Wohl des Bundes oder eines deutschen Landes Nachteile bereiten würde, so wie es vom Gesetz im Falle der Sperrerklärung gefordert wird, sind nicht ersichtlich. Die RAF gibt es nicht mehr und Terroranschläge der RAF sind sicherlich im Falle der Aufklärung des Mordes an Siegfreid Buback nicht zu erwarten.

Das Bundesinnenministerum teilt jedoch folgendes mit:

“Nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung aller Interessen hat sich das Bundesministerium des Innern entschieden, eine Sperrerklärung gemäß Paragraf 96 StPO abzugeben”

Genausogut hätte Wolfgang Schäuble erklären können, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz in den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback verstrickt ist. Das pfeifen jedoch die Spatzen ohnehin schon von den Dächern und so verwundert es auf den ersten Blick, dass das geheim gehalten werden soll. Strafrechtlich wird dabei sicher nichts gegen verantwortliche Politiker und Bürokraten herauskommen, denn der Mord lässt sich gut als Unfall darstellen. Was aber mag dann der Grund dafür sein, dass Wolfgang Schäuble die Umstände des Mordes geheim hält und so Spekulationen und Spott breiten Raum gibt?

Vielleicht möchte Wolfgang Schäuble einfach nur keinen Präzedenzfall für die Akteneinsicht schaffen. Denn während beim Mord an Siegfried Buback auch eine unbeabsichtigte Mittäterschaft des Verfassungsschutzes plausibel erscheint, erscheint eine unbeabsichtigte Tötung bei einem anderen wichtigen Vorkommnis in der Geschichte des deutschen Terrorismus Akten nicht plausibel. In der Todesnacht von Stammheim, zu der auch Akten zurückgehalten werden, deutet einiges darauf hin, dass es sich dabei um gezielten Mord handelt, der von höchsten politischen Stellen angeordnet wurde. Wenn das aus Akten des Bundesverfassungsschutzes hervorgehen sollte, dann würde das bedeuten, dass ehemalige Regierungsmitglieder und ihre sicherlich heute in besten Positionen sitzenden Mitglieder sich wegen Mordes an den Häftlingen vor Gericht verantworten müssten.

Dass die Regierung daran kein Interesse hat, erscheint nachvollziehbar.

5 Kommentare zum Beitrag “Warum soll die Mordakte Buback geheim bleiben?”

  1. Rolf Schälike sprach

    16.11.07 - Verhandlungsbericht: In der Sache 324 O 465/07 klagte eine frühere RAF Akteurin Verena Becker gegen den S. Fischer Verlag GmbH. Wie die Pseudoöffentlichkeit es verstanden hat, wegen der Veröffentlichung eines früheren Fotos [altes Passfoto].
    Verena Becker wurde vertreten von Anwalt Dr. Sven Krüger, welcher ehemalige DDR-Ateure, denen Stasiverquickung bzw. Zusammenarbeit mit der Stasi vorgeworfen wird, vertritt.

    Das Ergebnis der Verhandlung ist mir heute zwei Monmate später nicht bekanntn, denn es hieß:

    Richter Andreas Buske: Beschlossen und verkündet: Es erfolgt die prozeßleitende Anordnung auf dem Amtswege. Schriftsatzfrist bis zum 30.11.07. Trotzdem ein schönes Wochenende.

    Schröder-Osmani-Beckenbauern-Anwalt Herr Michael Nesselhauf beobachtete diese Verhandkung, und verlließ diese erst nach den oben zitierten Worten des Vorsitzenden Richters den Gerichtssaal.

    Ob es zu einer weiteren öffentlichen Verhandlung kommt, habe ich meine wachsenden Zweifel.

  2. mein-parteibuch.com » Voltairenet berichtet über die Inhaftierung von Jürgen Cain Külbel sprach

    […] In Italien ist das zwar aufgeflogen, dass dort Politik mit Staatsterror zur Beseitigung von Demokraten und zum Diskreditieren der Linken betrieben wurde, aber das heißt ja noch lange nicht, dass es das in Deutschland auch gab. So was würden die in Deutschland nie tun. Dafür sind die viel zu anständig. Den bekannten Agent Provocateur S-Bahn Peter kann man allerdings dazu leider nicht befragen, denn Details der staatlichen Sicherheitspolitik werden in Deutschland gehütet wie ein Staatsgeheimnis. […]

  3. mein-parteibuch.com » Field Manual 30-31B sprach

    […] 80 hohe Richter in der Gladio-Tarnorganisationen P2 Mitglied waren. Ein Staat mit einer solchen ihre Entschiedungen im verborgenen treffenden Politjustiz zur Unterdrückung der Opposition ist zwar kein demokratischer Rechtsstaat, aber […]

  4. USA: Field Manual 30-31B » Beitrag » SaarBreaker sprach

    […] 80 hohe Richter in der Gladio-Tarnorganisationen P2 Mitglied waren. Ein Staat mit einer solchen ihre Entschiedungen im verborgenen treffenden Politjustiz zur Unterdrückung der Opposition ist zwar kein demokratischer Rechtsstaat, aber zur […]

  5. mein-parteibuch.com » Über die Unterwanderung alternativer Medien sprach

    […] der im Rahmen der NATO-Geheimarmeen begangenen Verbrechen deutlich, dass das Thema politisch immer noch ein überaus heißes Eisen […]

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