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17. Januar 2008

Anklage gegen Mark Deli Siljander

von @ 4:48. abgelegt unter Außenpolitik, USA, Terrorismus, CIA, Afghanistan

Glaubt man Alfred McCoy und seinem Buch “Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel“, dann könnte man denken, Afghanistan wurde besetzt, um Rekordernten des Mohns zu ermöglichen, der als Heroin in Europa und den USA verkauft wird. Mal angenommen, das wäre wirklich so, dass die CIA und ihr nahestehende hohe Politiker für den Drogenhandel verantwortlich sind, wie würden die dann wohl den Zahlungsverkehr abwickeln?

Würden die Drogenkurieren kofferweise Dollarscheine mit nach Afghanistan geben? Oder wäre es vorstellbar, dass die Dealer das Geld für den Drogeneinkauf mit dem Bankensystem zum Verkäufer schleusen? Wenn das so sein sollte, dann müsste es für die Zahlungsströme irgendeine vernünftige Tarnung geben. Da könnte man zum Beispiel auf die Idee kommen, irgendeine vermeintlich gemeinnützige Organisation zur Hilfe von armen Menschen in Afghanistan zu gründen und dann dafür zu sorgen, dass in Afghanistan der Drogenverkäufer die Kontrolle über die Verwendung der Spendengelder bekommt. Und wenn man mal klamm ist, könnte man die Kasse des Verkäufers auch einfach mit offiziellen Entwicklungshilfegeldern auffüllen. Das würde bestimmt nicht auffliegen, und wenn doch, dann würden gute Freunde in Politik und Justiz sicherlich dafür sorgen, dass da keine Strafe bei rauskommt.

Diese rein spekulative Idee klingt vermutlich ziemlich abenteurlich. Man stelle sich mal vor, es würde ein ranghoher konservativer Politiker oder Ex-Politiker dabei erwischt werden, wie er bei seinen Abnehmern Geld für eine islamistische Spendenorganisation sammelt. Der Politiker und seine konservativen Freunde sähen da wahrscheinlich ziemlich blöde aus. Das würde sich bestimmt niemand wagen, mag man denken. Tja, das stimmt, aber was mag dann bloß der Hintergrund dieser Nachricht sein?

Ein ehemaliger Kongressabgeordneter der Republikaner aus Michigan mit Namen Mark Deli Siljander wurde gestern am United States District Court von Kansas City wegen 42 Fällen von Geldwäsche, Verschwörung und Behinderung der Justiz angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, dafür verantwortlich zu sein, dass dem Afghanischen Warlord Gulbuddin Hekmatyar über eine Islamic American Relief Agency 130.000 US-Dollar zugeflossen sind. Offiziell sei das in den Jahren 2003 und 2004 über die pakistanische Stadt Peschawar transferierte Geld zwar für Weisen bestimmt gewesen, die Organisation zur Verwaltung des Geldes sol jedoch in einem Haus sitzen, das Gulbuddin Hekmatyar gehört. Mark Deli Siljander wird vorgeworfen, Ermittler angelogen zu haben und bei Senatoren unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für die angeblich wohltätige Einrichtung zur Unterstützung des als Terroristen gesuchten Warlords zu sammeln. Die Anklage wirft dem von Ronald Reagan in die US-Delegation bei den Vereinten Nationen berufenem Mark Deli Siljander weiterhin vor, dass er für das Lobbying selbst 50.000 US-Dollar aus der Schatulle der Islamic American Relief Agency erhalten habe und dass dies der U.S. Agency for International Development gestohlenes Geld gewesen sei.

Mein Parteibuch ist schon jetzt neugierig, wie das Netzwerk der schrecklich netten Familie Bush Mark Deli Siljander nun aus der Patsche hilft. Dass das klappen wird, daran hat Mein Parteibuch indes keine Zweifel, denn schließlich hat das ja, wie Larisa Alexandrovna bemerkt, selbst bei Oliver North geklappt.

2 Kommentare zum Beitrag “Anklage gegen Mark Deli Siljander”

  1. mein-parteibuch.com » “Krieg an der Heimatfront” sprach

    […] mit Nachrichtendienstkontakten Berndt Georg Thamm zitiert wird. Wie Drogen in die USA kommen und wie Geld aus den USA nach Afghanistan kommt, ist bestens bekannt. Aber wie mögen die Drogen bloß nach Deutschland kommen? Bookmarken: […]

  2. „Ja, wir wissen das.“ | Radio Utopie sprach

    […] von Zbigniew Brzezinski und das Buch zur Weltpolitik durch Heroin von Alfred McCoy kennt oder alltägliche Nachrichten aufmerksam verfolgt, versteht leicht, warum die Regierung der USA den Krieg in Afghanistan anheizt, […]

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