Katze

Mein Parteibuch BlogNo Copyright - Kopieren erlaubt

Ein Internet-Tagebuch mit Katzenbildern

[Mission Statement] [Krieg ist illegal]

[International]   [Headlines]   [Forum]   [Wiki]   [Ticker]   [Mitmachen]

15. Januar 2008

Sharp baut Abmahnwelle von Philips nach

von @ 15:04. abgelegt unter Recht und Unrecht, Wirtschaft, Abmahnung, Wettbewerb

Nachdem der niederländische Elektrokonzern Philips Ende Dezember durch massenhafte Abmahnungen von vertragslosen Händler wegen der angeblichen Verwendung ungenehmigter Produktabbildungen unangenehm aufgefallen ist, baut der japanische Hersteller Sharp die Abmahnwelle nun anscheind nach. Auch bei Sharp spielt es offenbar keine Rolle, wenn die kreative Abmahnerei zu einem nachhaltigen Imageschaden führt.

Die Bilder sind dabei freilich nur ein Vorwand. Eigentliches Ziel der Aktionen ist es offenbar, freien Händlern, die sich im innereuropäischen Markt preisgünstig mit Produkten eindecken und die dann in Deutschland preiswerter als Vertragshändler verkaufen, möglichst unfaire und teure Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das widerspricht zwar dem Grundgedanken des gemeinsamen europäischen Marktes, erlubt den Firmen jedoch, mit unterschiedlichen Preisstrategien in verschiedenen Regionen Europas zu einer maximalen Umsatzabschöpfung zu kommen.

Durch die Attacke auf vertraglich ungebundene Händler wird Wettbewerb auf dem europäischen Markt systematisch verhindert. Das deutsche Abmahnrecht entwickelt sich damit zu genau dem Gegenteil, wofür es eigentlich mal geschaffen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass der Elektronikschrott von Philips und Sharp nach der Abmahnwelle wie Blei in den Lagern der Hersteller liegen bleibt. Bevor die Politik der Abmahnabzocke in Deutschland einen Riegel vorschiebt, kommt es wohl eher zu einer Revolution.

10 Kommentare zum Beitrag “Sharp baut Abmahnwelle von Philips nach”

  1. Man of the World sprach

    Den diversen Konzernen kann doch ein Imageschaden egal sein. Man kauft doch grundsätzlich immer dort, wo es am billigsten ist. Und das wissen auch die Chefs der Konzerne. Und selbst wenn der eine oder andere nicht mehr eine bestimmte Marke kaufen möchte, dann kauft er halt die andere Marke. Letztlich ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass man am Ende das Vermögen der gleichen natürlichen Person(en) mehrt. Also es ist eigentlich egal, wo man kauft beziehungsweise welche Marke man kauft. Denn der Wettbewerb findet häufig nur scheinbar statt, in Wahrheit sind es immer wieder die gleichen Anbieter, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

    Kleiner Tipp: Man vergleiche nur mal die diversen online-Shops, und zwar deren Angaben im Impressum. Häufig ist das exakt die gleiche Anschrift, genau das gleiche Konzept, gleiche Artikelnummern, aber eine unterschiedliche GmbH. Man wird häufig als Konsument in die Irre geführt. Wem gehören denn die ganzen GmbHs in Deutschland?

    Also die ganze Abmahnerei schadet denen überhaupt gar nicht, wir haben sowieso eine Oligarchie bei den Anbietern. Wirklichen Wettbewerb gibt es nur noch scheinbar.

    Das gilt ganz allgemein und generell.

    Wenn es in Europa wirklich um Wettbewerb gehen würde, dann würden die Diktatoren in Brüssel mal entsprechende Richtlinien erlassen. Die Bundesregierung in Berlin könnte entsprechenden Druck ausüben, wenn die wollten. Denn Deutschland finanziert die EU-Diktatur, Brüssel ist nahezu zu 100 Prozent von Berlin abhängig.

    Das ganze Gerede um Wettbewerbsfreiheit in Europa ist reine Augenwischerei. In Wahrheit geht es um den Schutz der Oligopole. Die Vielfalt ist nur Fassade.

    Oben im Artikel wurde Philips genannt. Was ist, wenn man beispielsweise eine Lampe kaufen möchte? Wie viele Anbieter gibt es da? Da gibt es Osram (gehört glaube ich zu Siemens), dann gibt es Sylvania (ist glaube ich genau das gleiche wie Osram, nur eine andere Marke halt, aber die gleiche Fabrik, vermute ich, weiß ich nicht genau). Und als Konkurrenten gibt es halt Philips. Und was gibt es außerdem? Wohl kaum was. Also man hat eigentlich gar keine Auswahl, wenn man was vernünftiges kaufen möchte. Und so ist es eigentlich überall, bei allen Produkten.

    Weiteres Beispiel: Computer-Prozessoren: Dort gab es vor einigen Jahren glaube ich einmal eine Abmahnung von Intel wegen dem Intel-inside-Logo. Die Einzelheiten habe ich jetzt nicht mehr im Kopf. Hat das denen geschadet? Vielleicht, vielleicht nicht. Aber die einzige Alternative ist AMD. Und das war’s dann auch schon, so viel zur Freiheit des Konsumenten.

    Es gibt kaum Freiheit, man hat kaum Wahlmöglichkeiten.

  2. Rolf Schälike sprach

    Es geht um die Abzocke.

    In Deutschland kann Philips teurer verkaufen als z.B. in Polen. Polnische Vertagshändler von Philips dürfen nicht in Deutschland verkaufen. Da kaufen andere bei den Polen im Namen von Polen, und verkaufen das hier in Deutschland billiger als die deutschen Vertragshändler von Philips. Das von den deutschen Käufern eingesparte Geld geht dann nicht an Philips und an die deutschen Vertragshändler, sondern zu Merkel für den Irakkrieg, oder nach Afghanistan und Kosovo oder an TUI zwecks einer zusätzlichen Urlaubsreise. Man kann auch mehr Tomaten kaufen, wenn bei Philipsgeräten gespart wird.

    Man of the Word hat schon Recht. Alles egal. Das Nachsehen haben nicht nur die Aktionäre von Philips.

    Irgend wie regelt sich das alles ein. Zweiefelhaft ist jedoch, ob die Umverteilung über die Einnahmen der Anwälte durch Abmahnungen der optimale Weg ist.

    Meiner Beobachtung nach entwickelt sich alles in Richtung einer diktatorischen Planwirtschaft mit all den negativen Erscheinungen, welche aus der Geschichte gut bekannt sind.

  3. Ralph sprach

    In Deutschland ist alles teurer, damit finanzieren wir die Billigpreise im Ausland.
    Wenn der deutsche Arbeitnehmer dann den mehr Lohn möchte um die teureren Produkte zu kaufen muss er sich vorhalten lassen ER wäre zu teuer.
    Die Unternehmen wandern ab ins oftmals osteuropäische Ausland. Dieser Umzug wird dann auch noch mit EU-Subventionen in schwindelerregender Höhe schmackhaft gemacht. Da Deutschland der Zahlmeister der EU ist bezahlen wir also indirekt auch noch den Fortzug dieser Unternehmen.
    Jüngstes Beispiel: NOKIA

    Ich kann gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte.

  4. Rolf Schälike sprach

    In Moskau sind alle technischen Artikel, die Immobilien, die Bestechungen und vieles andere teurer als in den teuersten Städten Deutschlands. Dafür ist auch das Verbrechen offensichtlicher und die Armut wesentlich schlimmer. Nicht zu sprechen von der Vergiftung der Stadt mit Abgasen, Blei und anderem Mist.

    Die Ladenpreise sind schwache Maßstäbe für die Lebensqualität.

  5. Peterle sprach

    Höchst komplizierte Produkte verlangen einfach Beratung, Service und Support, und zwar jede Menge davon: Der böse schwarze Peter der Konsumentenelektronik. Und da gibt es in Europa grosse kulturelle Unterschiede. Auch bei der Kultur des Rechtsschutz-Versicherung Ausprobierens gibt es erhebliche Differenzen. Erklären Sie dem gut versicherten preissuchmaschinenerfahrenen Verbraucher mal dass er sein für 80 EUR gekauftes Reimport-Gerät zur Garantiereparatur frei Haus ans andere Ende Europas schicken muss und dann nach 2 Monaten unfrei (~60 EUR) wieder zurück kriegt.
    Ich kann das schon gut verstehen, dass die nicht-anonymen Hersteller über die beratungs-, service- und kulanzabstinenten Billigversender nicht gerade erfreut sind.

  6. Rolf Schälike sprach

    Zu Peterle #5: Sie haben recht. Die Erklärung (Bildung) der preissuchmaschinenerfahrenen Verbraucher erfolgt durch die Creme de la Creme unserer Gesellschaft, die Juristen: Anwälte und Richter, notfalls durch Gerichtsvollzieher und Vollzugsbeamte. Die Methoden sind Abmahnung, Gerichtsverfahren, Unterwerfung und Knast.

    Alle andere Schulungsmethoden der preissuchmaschinenerfahrenen Verbraucher sind sinnlos, denn die preissuchmaschinenerfahrenen Verbraucher handeln nach dem von den preissuchmaschinenerfahrenen Verbraucher selbsterdachten Prinzip Geiz ist geil.

    Es gibt nur ein Problem: Deutschland hat zu wenig Juristen. Wir sollten diese importieren aus Russland. Wäre eine schöne Aufgabe für Herr Schröder. Könnte diese über die Gasleitung und die Ostsee zu uns billig herpumpen. Frau Merkel braucht bloß ihren Duzfreund Putin darum bitten. Der schickt uns diese bestimmt zu günstigen Bedingungen.

    Auf unseres export- und importtrainierters Spitzenmanagement ist verlass. Viele von denen haben Jura studiert.

  7. bitter_twisted sprach

    “Das deutsche Abmahnrecht entwickelt sich damit zu genau dem Gegenteil, wofür es eigentlich mal geschaffen wurde. ”

    Du willst doch nicht allen ernstes behaupten das das Abmahnrecht je eine andere Funktion hatte als Juristen die es in der Politik nicht geschafft haben ein Einkommen zu garantieren.

  8. muckefuck sprach

    Vielleicht habt Ihr Zeit und Interesse an einen Interessanten Vortrag von Prof. Dr. Schachtschneider (Prof. für Öffentliches Recht, Uni Erlangen), den er in Österreich gehalten hat, anzuschauen? Er spricht dabei über das Thema Demokratie und Rechtssstaat in EU, , Freihandel, etc. Ich ärgere mich sehr, das sowas nicht im Fernsehen kommen wird, denn er nimmt kein Blatt vor den Mund. Einen Mitschnitt gibt es z.B. bei Youtube. Dafür sollte man sich schon ein Stündchen Zeit nehmen. Es werden sehr viele Dinge angesprochen. Ich wünschte mir, ich kann den Vortrag hier einer breiteren Masse bekannt machen.

    http://www.yout...h?v=qWZbEKjcd1M

  9. Peterle sprach

    @Schälike: Hahaha +zyn guuter Kommentar! Wobei man einräumen muss, das die Extrem-Sparfüchse nur die Early-Adaptors des Online-Kaufs waren. Bei Amazon z.B. kann man heute vieles schon recht teuer + noch satte Amazon-Provision oben drauf verkaufen und trotzdem stark wachsende Umsätze erzielen, einfach weils für den Verbraucher schnell und praktisch ist und er sich sicher und vertraut fühlt. Ich habe ausserdem den Eindruck, die “Geiz ist geil” Mentalität sucht eher solche Konsumenten heim, welche die angebotenen Waren eh eigentlich nicht wirklich wollen und nur kaufen, weil sie dabei von dem erhebenden Gefühl belohnt werden, ein Schnäppchen gemacht zu haben. In diesem Sinne dürfen Sie sich freuen, denn das lang verschmähte Marktsegment “wirklich gute Qualität und Haltbarkeit zu passablen Preisen” gewinnt derzeit in vielen Branchen schnell an Fahrt.

    Es könnte bei dieser Welle doch auch durchaus sein, dass sich Sharp und Philips einfach nur von ahnungslosen Schiki-Micki Rechtsberatern haben verführen lassen. Wenn Sie Hersteller-Abmahnistanmässig in die wirklich tiefen Abgründe vorstossen wollen, müssen Sie sich mal die Vertriebs- und Rechtspraktiken der Schmuck-, Livestyle und Value-by-Brand Marken anschauen.
    Im Bereich der Konsumentenelektronik (anders als in den o.g. Branchen) ist es nämlich “von anbeginn der Zeit” Sitte, dass die Hersteller den Händlern ausführliches Bild- und Prospektmaterial kostenlos zur Verfügung stellen bzw. explizit für den Zweck der Verbreitung durch die Händler überhaupt erst anfertigen.

  10. Rolf Schälike sprach

    Zu Peterle #9: … müssen Sie sich mal die Vertriebs- und Rechtspraktiken der Schmuck-, Livestyle und Value-by-Brand Marken anschauen.

    In die Vertriebs- und Rechtspraktiken der Schmuckindistrie und des Schmuckvetriebs habe ich seinerzeit recht gut reingeschaut, und selbst sogar etwas mitgemacht, einschlielich des milliardenschweren Diamantenhgeschäfts.

    Das mit den Prospekten stimmt so nicht. Ansonsten viel psychologischer Beschiss und Spaß. Typisch für diese Branche ist der seinerzeitige Tausch von Glaspernen gegen Gold.

Kommentieren (Erlaubte Tags)

Internetbegegnungen
Internetbegegnungen
Copyleft2006 Lurusa Gross

Mirrors

Recherche

Netradio

Aktionen

Parteibuch Forum

Letzte Kommentare

Ältere Beiträge

Archiv

Literaturtip

Tod im Milliardenspiel

Umfrage zu 9/11

Werbung

Information zu
Internetvictims

Kapitel

Sonstiges

Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei

Sponsored Links

RSS-Feeds

Termine

Neu im Parteibuch Wiki

Parteibuch Ticker (Feed)

International (Feed)

Media News Clips

Counter & Stuff

[58 queries. 5.114 seconds. 8 level2 caches. Top ]