Das Exciting Commerce Blog schreibt:
Hut ab vor Sebastian Matthes! Er hat sich in den letzten Monaten für die Wirtschaftswoche auf die Suche nach den innovativsten Online-Ideen aus deutschen Landen gemacht
Die Leute von amiando freuen sich prompt wie die Schnitzel. Wo die Titelstory von Sebastian Matthes zweitem Aufguss der letztjährigen Liste in der Milliardärspostille Wirtschaftswoche “Startups - Original statt Kopie” mit so tollen Worten angepriesen wird, hat auch Mein Parteibuch da gerne mal einen Blick drauf geworfen.
Zu den innovativen Online-Ideen gehört bespielsweise der durch eine Klage gegen Blogger Tobe bestens bekannte Glücksspielanbieter Telebid, den Sebastian Matthes so beschreibt:
Telebid macht Auktionen zu einem nervenaufreibenden Spektakel – einem unberechenbaren Gewinnspiel, sagen Kritiker. Die Auktionen starten bei null Euro. Jedes Gebot, das den Nutzer 50 Cent kostet, lässt den Preis um zehn Cent steigen und verlängert die Auktion um 20 Sekunden. Pro Monat macht Telebid damit eine Million Euro Umsatz. Gründer: Gert Hügler (Ex-Vobis-Chef), 50, und Manfred Hasseler, 47, (Ex-3Com-Geschäftsführer).
Dass das eher unverständlich erklärt ist, zeigt beispielsweise eine entsprechende Frage in einem Kommentar zum lobhudelnden Artikel von Burkhard Schneider im best-practice-business-Propaganda-Blog. Mein Parteibuch hilft da gern weiter. Im Eintrag des Parteibuch Wiki zu Telebid heißt es:
TeleBid ist eine zum Patent angemeldete Software für amerikanische Versteigerungen. Die Veranstalterin Sofina GmbH bewirbt das Glücksspiel jedoch irreführenderweise als Auktion.
Der WDR beschreibt das Glücksspiel von Telebid lapidar mit den Worten:
In der Regel gibt man eine Menge Geld für Gebote aus, ohne jemals eine Ware zu ersteigern.
Die wirtschaftlich spannendste Frage bei Telebid dürfte demnach sein, ob die staatlichen Aufsichtsbehörden die Bude demnächst endlich wegen nicht genehmigten Glücksspiels zumachen. Auch die anderen vorgestellten Startups zeigen wenig Originalität, sondern werfen vor allem die Frage auf, was es wohl kostet, in einer Titelstory bei der Wirtschaftswoche erwähnt zu werden.
Beispielsweise sei hier die in der Wirtschaftswoche mit netten Worten präsentierte Abzockerbude Luupo erwähnt. Dass die Wirtschaftswoche ein bisschen Propaganda für die Bude Proximic gemacht hat, ist sowieso selbstverständlich, wo der eigene Chef doch mit dran beteiligt ist. Den Rest der Buden mag sich jeder selbst anschauen und erahnen, wieso die Wirtschaftswoche von keiner der Buden verklagt wurde, obwohl sie mit solchen Abzockerbuden in eine “Empfehlungsliste” gestellt wurden.
Wenn Sebastian Matthes allerdings schreibt, die 25 Startups sollten die Leser in den nächsten Monaten im Auge behalten, so kann Mein Parteibuch dem nur beipflichten. Die beste Informationsquelle dazu ist sicherlich Boocompany - Deutschlands führendes Portal für exit orientierte Unternehmensnachrichten. Aber auch im Parteibuch Ticker kann der Niedergang der von der Wirtschaftswoche angepriesenen Startups bestens verfolgt werden.
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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