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24. November 2007

Offenbar kein eigenständiger Tarifvertrag für die GDL-Lokführer

von @ 16:53. abgelegt unter Deutschland, Medienmanipulation, Gewerkschaften, Streik, GDL

(Radio Utopie) Berlin: Man dachte eigentlich, man hätte die mittelmässigen Bauernfängertricks schon hinter sich. Aber nein - im neo-metropolitanischen Protzbau des Bahn-Konzerns “DB AG” auf dem Potsdamer Platz scheint man dieselbe Intrige mit dem “eigenen” statt EIGENSTÄNDIGEN TARIFVERTRAG einfach nochmal zu probieren, wie bereits am 15.Oktober. So sind sie, die Oberschichtler, keine Ideen. Wahrscheinlich streiken auch hierzulande wie in Hollywood die Autoren, die Verschwörungs- und Intrigen-Autoren, ohne dass wir es bisher gewusst haben.

Das Schöne dabei ist: die ganzen Oberschichtsblätter die auf eingeweiht machen, verraten sich dabei selbst.
Der “Spiegelschrieb heute, dass die Bahn der GDL einen eigenen Tarifvertrag biete und behauptete dann, dieser basiere “nach Informationen des SPIEGEL auf dem Vermittlungsangebot der beiden CDU-Politiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf“.

Das Dumme ist: es gab kein Vermittlungsangebot von Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf für einen eigenen Tarifvertrag. Es gab den Moderatorenbeschluss - den auch der DB AG-Vorstand unterschrieb - für einen EIGENSTÄNDIGEN Tarifvertrag. Und das weiss der “Spiegel” auch ganz genau. Wenn er hier wieder einmal seine Pflicht tut, dann wieder einmal schlecht.

Ganz schlecht dafür die “FAZ”. Titel:”Offenbar kein eigener Tarifvertrag für die GDL“. Im ersten Satz schon das: “In Berlin mehren sich die Anzeichen, dass die Deutsche Bahn auch in ihrem neuen Angebot den Lokführern keinen EIGENSTÄNDIGEN Tarifvertrag angeboten hat.”

Diese Homebase der Feudalisten geht wirklich davon aus, dass niemand mehr lesen und denken kann. Da schliessen Akademiker, Zwiedenker und Mehrverdiener einfach von sich auf die Arbeiterschaft, die ihnen den Mehrwert schafft. Metropolis, ick hör Dir schwatzen.

Zusammengerechnet mit den Äusserungen des Universums Norbert Hansen (Chef der “Transnet”) in der Berliner Nichtbildungs-Bürgertumspostille “Tagesspiegel”, die gestern mit heutigen Datum gepostet wurden, ergibt sich folgendes Bild: die GDL diskutiert in ihren Gremien gerade heftig darüber, ob sie Sieger sein oder nach jahrhundertealter Tradition der Linken, des Bayer Leverkusen oder der Gladiatoren um Spartakus in letzter Sekunde alles vergeigen will.

“Bei der GDL (herrscht) scheinbar Führungschaos. Herr Schell findet Angebote der Bahn verhandlungsfähig, die Stellvertreter bisweilen nicht. Der eine Bezirksleiter will gleich abschließen, der andere unbefristet streiken. Das sieht nach Anarchie aus.”

So das Bahnvorstands- und SPD-Mitglied Norbert Hansen, der nebenberuflich auch noch angeblich die Interessen von 270.000 Eisenbahner vertritt. Da ist einer unter´m Kaiser aufgewachsen und dann als Gehirn-Terminator in die Zukunft gebeamt worden. Da macht sich einer ins Hemd, weil es keinen Diktator, sondern erst eine Diskussion und dann eine demokratische Wahl im zuständigen GDL-Hauptvorstand gibt. Wenn das das Abendland mal verkraftet.

Offenbar setzen Norbert Hansen, Hartmut Mehdorn und die Glaspaläste (Michael Ende und “Die Unendliche Geschichte” haben uns das Mondenkind nicht geschenkt um Mehdorn und Konsorten nun in den “Elfenbeinturm” zu setzen) auf U-Boote und Zuarbeiter in der GDL-Gewerkschaft. Irgendjemand in der Gewerkschaft GDL spielt da falsch. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Basis- und Regionalgremien den Sieg - den die Lokführer auf dem Lauf zu Marathon schon 50 Meter vor sich auf der Ziellinie sehen - nicht in den Staub fallen lassen werden.

Bereits am 14.November forderte der nordrhein-westfälische GDL-Vorsitzende Frank Schmidt einen unbefristeten Streik, um den seit dem Juli 2002 währenden Kampf um faire Arbeits- und Lohnbedingungen für die GDL-Lokführer endlich siegreich zu beenden. Damals war die GDL aus der Tarifführung durch die DGB-Gewerkschaft Transnet ausgebrochen, welche vorher die Lokführer nichts als Lohn und Lebenszeit gekostet hatte.

Die Deutschen sind auf der Seite der Arbeiter, der scheinbar Schwächeren. Das hätte die Oberschicht nie vermutet, die das zurecht als einen Angriff auf ihre absolutistische Herrschaft ansieht.
An den Lokführern der 140 Jahre alten Gewerkschaft GDL liegt es nun, endlich einmal zu zeigen, dass unten in Wirklichkeit OBEN ist, wie es sich in der Demokratie, in einer REPUBLIK eigentlich gehört. (Quelle: Geklaut von Radio Utopie)

Weitere unabhängige Artikel zum Streik der Lokführer finden sich im Parteibuch Ticker bei einer Suche nach GDL oder Bahnstreik und in den Fußnoten zum Radio-Utopie Artikel “Hansen (Transnet) konsequent: Streik GEGEN mehr Lohn“.

6 Kommentare zum Beitrag “Offenbar kein eigenständiger Tarifvertrag für die GDL-Lokführer”

  1. otti sprach

    Der Verhandlungskrampf, er wogt hin, er wogt her,
    der Überblick, der fällt schwer.
    Es ist ein Rein, es ist ein Raus,
    welch ein Graus!

  2. Daniel Neun sprach

    “(Quelle: Geklaut von Radio Utopie)”

    Det is doch nicht geklaut, ist det nich.
    Schliesslich bringen wir ja auch die Artikel von mein-parteibuch.com täglich unter die Leute.

  3. Bernd sprach

    “Es gab den Moderatorenbeschluss - den auch der DB AG-Vorstand unterschrieb - für einen EIGENSTÄNDIGEN Tarifvertrag.”, ich möchte darauf hinweisen, dass ich Tiefensee angeschrieben habe und um Quellenangabe des Papiers gebeten habe: nix, Originalantwort: http://www.deut...diationspapier/.

    Also, was darin steht, weiß wohl derzeit niemand bis auf diejenigen, die das Dokument unterschrieben haben.

    Ich bin froh, dass ihr den “Tagesspiegel” als Nichtbildungs-Bürgertumspostille benennt, eine wirklich zutreffende Begrifflichkeit; ich habe mehrfach darlegen können, welchen Unsinn die schreiben.

    Ich sag das auch hier: dieses Chaos ist nur deshalb entstanden, weil Mehldorn eine völlig stümperhafte Verhandlungsstrategie hatte, die eigentlich nur auf Macht aufgebaut war, so wie er gewohnt ist zu handeln! http://www.deut...b-mogelpackung/

  4. Remote Control sprach

    Transnet Chef Hansen - den angesichts der Massenflucht seiner Transnet- Mitglieder zur erfolgreichen GDL anscheinend nun nackte Panik erfasst zu haben scheint - er führe seit langem Tarifverhandlungen mit dem Bahn-Vorstand, dem er ja bekanntermassen selber angehört. Leider würde davon niemand etwas merken, dass würde ihm total leid tun.

    Noch vor wenigen Tagen, als die GDL tapfer allein auf weiter Flur kämpfte und Sympathien verlor, mahnte der gleiche Herr Hansen von der Transnet zur Zurückhaltung und Mäßigung und war bester Freund des Herrn Mehdorn. Heute sieht es so aus, als könne die GDL Teile ihrer Forderungen durchsetzen, und schon kommt Herr Hansen daher und will jammernd auch etwas vom Kuchen abhaben und tönt “Ich habe jetzt wirklich die Faxen dicke“. Getan dafür hat er nix. Ich glaube sowas nennt man im Volksmund Heuchelei oder auch Wendehals. Schuld an der Misere ist aber immer noch der Vorstand selber. Wer sich selbst eine Lohnerhöhung von 60% (nur im Jahr 2006) geben kann (bei einem Ausgangsgehalt weit weg von dem eines Lokführers), der untergräbt jedes Streben nach Ausgewogenheit und Vernunft. Viel Spaß beim Suppe auslöffeln, Herr Mehdorn!

    Aber auch der ver.di Chef Frank Bsirske hat nun großen Kummer
    In den Nahverkehrsbetrieben großer Städte wie z.B. München und Berlin wechseln teilweise ganze Gruppen von ver.di zur GDL. Besonders ärgerlich für Ver.di-Chef Frank Bsirske dürfte aber der Wechsel von Betriebsräten (Berlin Transport GmbH) zur GDL sein. Diese Entwicklung ist ein klares Zeichen dafür, daß die öffentliche Wahrnehmung der GDL plötzlich dazu führt, das bei den anderen Gewerkschaften die Einsicht wieder das Tageslicht erblickt, wofür sie eigentlich da sind – nämlich dafür, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten.

  5. Bild Blogger sprach

    Nun kommt zu allen Frust noch der Aufruf der Transnet keine Bildzeitung mehr zu kaufen, da der der diekmann wohl ein Buch geschrieben hat was die Nation in Angst und Schrecken versetzt..
    OH MEIN GOTT! diekmann dankt am ende seines buches anderen menschen!! schrecklich!!! aufreger!!! niggemeier, danke für ihren umfassenden kampf gegen das böse in der welt! das geht nicht an, dass dieser schlimme mensch einfach so anderen schlimmen menschen dankt!!! danke, dass sie die welt mit ihrem blog eintrag für eintrag zu einem besseren lebenswerteren ort machen.

  6. Leser sprach

    @Bild Blogger
    So wie du schreibst, könntest Du glatt Kai Diekmann persönlich sein. Kai Diekmann kann danken, wem er will. Und es ist sicher auch gut zu wissen, wem er dankt, denn dann weiß man wenigstens, wer noch hinter der Propaganda steht, den er fabriziert.

    Aber Spaß beiseite, wo kann man den Aufruf der Transnet denn finden, keine Bild-Zeitung mehr zu kaufen? So was Vernünftiges wie dazu aufzurufen, Mehdorn’s Hausblatt zu boykottieren, würde man denen gar nicht zutrauen. Ich glaube das erst, wenn ich das von der Transnet schriftlich sehe. Besonders offensiv kann die Transnet den Boykott der Bild-Zeitung jedenfalls nicht gefordert haben, sonst würde man den Aufruf irgendwo finden.

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