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| Falsche Gewerkschaft |
Nachdem man in den letzten Monaten den Eindruck gewinnen konnte, die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer sei auch nur ein Papiertiger, der außer heißer Luft und dicken Schlagzeilen wenig zuwege bringt, machen Manfred Schell und seine Lokomotivführer nun, nachdem die Richter der Arbeitsgerichte eingesehen haben, dass sie die Züge schlecht selber fahren können, ernst. Von Donnerstag früh um 02:00h bis Samstag morgen um 02.00h wird der komplette Bahnverkehr bestreikt.
Dabei können sich die Lokführer genau wie der Marburger Bund im letzten Jahr sicher sein, dass all diejenigen, die vom deutschen Modell des Working Poor die Nase genauso gestrichen voll haben wie die Lokführer, sich über Gewerkschaften in Deutschland freuen, die den Namen auch wirklich verdienen.
Der Streik der Lokführer war lange überfällig, denn Gelegenheiten, der GDL ein vernünftiges Angebot zu unterbreiten, haben Bahnchef Hartmut Mehdorn und die bisher noch hinter ihm stehenden Politiker genug verstreichen lassen.
Trotzdem wirft der Bahnstreik Fragen auf, die von den Medien lieber nicht so gern thematisiert werden. Nachdenklich darf man sicherlich bei der Frage werden, warum Hartmut Mehdorn den Lokführern trotz guter Kassenlage immer noch kein vernünftiges Angebot unterbreitet hat, obwohl es sicherlich im Interesse der Bahn AG läge, Streiks und spaßige Notfallfahrpläne zu vermeiden. Wenn Hartmut Mehdorn davon redet, die Bahn lasse sich nicht erpressen, und Politiker als Vertreter der Eignerseite der Bahn wie Angela Merkel demonstrativ wegschauen, dann sieht das nach fehlenden Argumenten und ideologischen Scheuklappen aus, aber sind Leute wie Hartmut Mehdorn und Wolfgang Tiefensee wirklich so blöd?
Fundierte Analysen zu den hinter dem Streik auf der Arbeitgeberseite stehenden Interessen sind in den Medien leider Mangelware. Man könnte zum Beispiel untersuchen, ob Hartmut Mehdorn mit der DGB-Gewerkschaft Transnet und ihrem Norbert Hansen unter einer Decke steckt und durch seine Sturheit dafür sorgen will, dass die Transnet nicht noch mehr an Reputation und Mitgliedern einbüßt, damit sie auch in Zukunft ihm genehme Tarifverträge unterschreiben kann. Man könnte sich auch fragen, ob einigen Politikern ein Bahnstreik gelegen kommt, weil der Streik dabei hilft, die Gewinne der Bahn kleiner erscheinen zu lassen und es so einfacher wird, bei der Bahnprivatisierung die Verramschung der Hälfte des mehr als 100 Mrd Euro schweren Bahnvermögens für vier bis acht Milliarden Euro öffentlich zu rechtfertigen.
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| Bin kein Professor |
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Der Streik im Nahverkehr dürfte der Bahn Gewinne gebracht haben, denn der Nahverkehr wird subventioniert. Für die Bahn ist der Nahverkehr ein Verlustgeschäft. Im Nahverkehr werden die meisten Schienen abgebaut.
Mehdorn wird die Zeichen, welche mit der Bestreikung des Nahverkehrs von der GDL gesetzt wurden, falsch verstanden haben. Rechnete wohl mit dem Protest der Bevölkerung.
Entegegenkommen wird in Deutschland Heute bestraft, ähnlich wie vernüftige Argumente und gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Härtere Gangart ist überall, in allen Bereichen angesagt. Leider führen das deutsche Management und die deutschen Politiker den deutschen Michel auf den Weg zu mehr Rücksichtlosigkeit, mehr Brutalität, mehr Terror, mehr Betrug etc.
Der heutige bis sonnabendliche Bahnstreik wird Zeichen setzen.
Frontal21 hat über die unseeligen Verknüpfungen zwischen Transnet und DB berichtet sowie Mitglieder der Transnet zu merkwürdigen Querfinanzierungen Stellung beziehen lassen. Alles mit dem Ziel, das Eindringen von Fremdgewerkschaften wie ver.di oder der IG Metall zu verhinden.
http://www.zdf....36?inPopup=true
> aber sind Leute wie Hartmut Mehdorn und Wolfgang Tiefensee wirklich so blöd?
Hausintern wird Letzterer Flachwasser und nach der praktisch gescheiterten Bahnprivatisierung Pfütze genannt.
Deutsche Bahn: Betriebsgewinn im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden Euro verdoppelt.
Aber Lohnerhöhung für Lokführer ist nicht drin!!
Die Jungs sollen streiken, bis der letzte Manager nichts mehr auf den Teller kriegt.
Erst dann sehen sie vielleicht ein, wer die Arbeit macht und das Geld wirklich “verdient”.
> … und Politiker als
> Vertreter der Eignerseite
> der Bahn wie Angela Merkel
> demonstrativ wegschauen,
> dann sieht das nach
> fehlenden Argumenten und
> ideologischen Scheuklappen > aus, …
Das Streikrecht (siehe Wikipedia) ist ein Bestandteil unseres Staates und IMHO hat sich die Politik da rauszuhalten.
Oder sehe ich das falsch?
Es kann nichts schaden, wenn der deutsche Michel mal wieder etwas aufwacht und das verlangt was ihm zusteht.
Wenn der deutsche Michel die gleiche Energie aufwenden würde um zu seinem Recht zu kommen, wie das Kapital aufwendet um den Michel klein zu halten, dann wäre das Gleichgewicht schnell hergestellt.
An dieser Stelle möchte ich kurz meine Solidarität mit denjenigen zum Ausdruck bringen, die für eine bessere Entlohnung streiken.
Ich habe mal vor einiger Zeit gelesen, dass es in Frankreich ein individuelles Streikrecht gibt. Möglicherweise wäre das ganz gut, wenn man in Deutschland das Streikrecht nach französischem Vorbild ausgestalten würde. Wer kennt sich da besser aus? Das wäre doch vielleicht mal was für die SPD, oder?
Ist bekannt, dass die SPD Überlegungen anstellt, das Streikrecht zu schleifen? http://www.deut...as-streikrecht/
@Erik
Die Tarifautonomie ist zwar ein wichtiges Grundgprinzip dieses Staates, aber in diesem Fall hat der Bund als Eigentümer der Bahn natürlich Einfluss auf die Verhandlungen genau wie der Innenminister als Dienstherr Einfluss auf die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat.
Alle mit-twittern: wer morgen unterwegs ist, schreibt unter http://twitter.com/bahnstreik welche Bahn fährt - so erfahren alle automatisch aus einer Hand, was noch geht..
Login: user: bahnstreik / pass: unter twitter.com/kmto anfordern oder als direkte nachricht an http://twitter.com/bahnstreik
Die Lokführer haben eine ganz andere Verhandlungsmacht als die üblichen Bahnangestellten. Wenn sie vielleicht 30% durchsetzen können ist damit für die anderen noch nichts gewonnen. Es wird ja nicht für alle sondern nur für diese Gruppe gestreikt.
An Herrn Mehdorns stelle würde ich nachgeben und zugleich mehr Lokführer ausbilden und dafür sorgen, dass in ein paar Jahren die Verhandlungsmacht weg ist. Vielleicht ist es dann sogar möglich, die Teilnehmer des jetzigen Streikes zu entlassen, Begründungen werden sich schon finden. Den jetzigen Streikführer wird es nicht stören, der ist ja schon (oder zumindest bis dahin) in einer sichern Rente.
Was macht die Bahn stattdessen? Hetzt die Bürger gegen die Lokführer auf… Logisch sind die Reisenden sauer, dass sie nicht von A nach B kommen. Aber das jetzt auszunutzen seitens Bahn finde ich recht dreist.
Hartmut, das stimmt so nicht: der Transnet-Tarifvertrag hat ‘ne Klausel, dass deren Einigung hinfällig ist, sollte mit der GDL was besseres als mit der Transnet ausgehandelt würde.
[…] bei meiner Suche nach Informationen aufgefallen: Auch wenn nirgens harte Fakten zu finden sind, die Zustimmung zu den Forderungen der GDL wächst fast […]
Hallo Hartmut,
der zweite Teil Deines Kommentares findet meine volle Zustimmung.
Zum ersten Teil, die Lokführer streiken zwar “nur” für ihr Gehalt, aber es geht vorwiegend darum, daß überhaupt wieder mal jemand streikt. Es ist wichtig, daß die Arbeitgeber endlich mal sehen, daß sich der deutsche Michel nicht alles gefallen lässt und somit ist der Streik elementar für alle Arbeitnehmer. Das Kapital muss sehen, daß es nicht immer so handeln kann wie es will!! Die Arbeitnehmer müssen sich endlich wieder bewusst werden, daß die Macht bei ihnen liegt, denn wenn keiner für das Kapital arbeiten würde, hätte das Kapital kein Kapital, denn selber können sie die Arbeiten nicht ausführen. Die Arbeitgeber wären ohne die Arbeiter einfach nicht existenzfähig!!! Die Arbeitnehmer hingegen, könnten wenn sie zusammenhalten würden etliche Firmen übernehmen und selber die Kohle einstecken. Leider fehlt hierzu das Bewusstsein. Durch den Streik der Lokführer wird dieses Bewusstsein wenigstens ein bißchen wachsen.
Berthold Brecht schrieb den Spruch : Reicher Mann und Armer Mann
standen da und sah´n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
„Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich!
Der Bahnstreik und die Un-Solidarität der Bahnfahrer…
Vorhin das Frühstücksfernsehen geschaut und da bekommt man plötzlich Sätze wie “Die von der GDL gehören allesamt entlassen…ich muss ja auch zur Arbeit und kann da auch nicht einfach Blau machen…” zu hören.
Ja Super!
Da kann ich ja ü…
# 15 So schön das Brechtsche Zitat auch ist.
Aber Hartmut P. zeigt nachdrücklich, dass er sich viel lieber in der Rolle des “Reichen Mannes” gefällt. Wäre es anders, würde er Herrn Mehdorn keine gutgemeinten Ratschläge geben
#15: Die Arbeitgeber wären ohne die Arbeiter einfach nicht existenzfähig!!! Die Arbeitnehmer hingegen, könnten wenn sie zusammenhalten, würden etliche Firmen übernehmen und selber die Kohle einstecken. Leider fehlt hierzu das Bewusstsein.
Ich habe 1989-1990 versucht, in der DDR die ArbeitnehmerInnen von Buchhandlungen zu überzeugen, diese kleinen Betriebe in die eigene Hand zu nehmen. Wäre bestimmt gegangen. Ich kannte die Verkäuferinnen recht gut. Es war das “internationale Buch”. Auch in den Betrieben hatte ich das einigen Ingenieuren ans Herz gelegt.
Es fehlte nicht am Bewisstsein, meine idiotischen Vorschläge höflich lächelnd entgegenzunehmen und nichts zu tun.
Unterschiede zwischen den Gewerkschaftsbossen und den Managern des Kapitals sehe ich wenig. Gut demonstriert hat uns das Herr Volkert, Bertriebsratsvorsitzernder a.D. des VW.
Die Geschichte und Deutaschland Heute kennen noch bessere Beispiele.
Darum geht es bei dem Lokführer-Streik nicht. Die Lokführer brauchen einfach mehr Gehalt. Das ist mehr als berechtigt.
Inzwischen habe ich als häufiger Bahnfahrer ein mulmiges Gefühl, wenn ich weiß, welche billigen Lokführer mich mit über 200 km/h von Hamburg nach Berlin und wieder zurück fahren. Niemanden könnte ich mit reinem Gewissen die Übernahme der Verantwortung für dieses Geld empfehlen.
Aber das wissen die GDL- und Bahnbosse besser. Werden sich schon einigen. Beide Seiten habe ihre Trümpfe. Ausbaden tun wir das alle gemeinsam.
Ich bin heute nicht nach Berlin gefahren. Gut so für die Zensurkammer in Berlin. Schlechter für die Zensurkammer in Hamburg, denn ich habe Zeit gewonnen, über diese mehr zu berichten.
@Schälike:
Verstehe das auch nicht, dass erstmal in Nahverkehr gestreikt wird - da sind doch die meisten Kunden eh mit “Abo”, daher Einnahmen bleiben so, Variable Kosten (sofern vorhanden) fallen auf null. Zumindest kurzfristig…
Ausserdem hassen die Nahverkehrskunden (welche so oder so weiter Bahn fahren müssen, ich zumindest kenne niemanden der FREIWILLIG im Nahverkehr Bahn fährt) die Bahn doch sowieso, wegen total abgef äh heruntergekommenen, übefüllten Zügen und so…
Warum werden nicht als erstes die ICEs und Prestigeobjekte lahmgelegt?
Oder hat das technisch/organisatorische Gründe?
Oder hat man bei der GDL die Nahverkehrszüge als Krankheitsverursacher in dieser Jahreszeit erkannt und will was für die Krankenkassen tun?
Die neoliberale Kampfpresse macht - wie gewohnt - mit der einseitigen Darstellung von Bürgerstimmen Stimmung gegen die GDL und einen Streik.
Ein Streik für mehr Geld ist eine Sache, aber das was da im Moment läuft verfehlt den Sinn.
Einen Streik auszuüben damit eine Gewerkschaft mit einem eigenen Tarifvertrag mächtiger wird als die Anderen, ist einfach nicht tragbar.
Nun hat Herr Schell kurz vor der Rente nicht mehr viel zu verlieren, doch sollte der Rest der Gewerkschaft mal darüber nachdenken ob es wirklich so schlau ist seine Mitglieder derart zu missbrauchen für die eigenen Zwecke.
#21 Hi Stefan. Wenn das stimmt, dann läuft da wirklich was schief. Aber was sind Ihre Quellen? Den gleichgeschalteten Massenmedien traue ich einfach nicht, deswegen lese ich die auch nicht.
Off Topic: Danke, dass die Redaktion von Mein-Parteibuch.com mein Weblog in die dynamische Blogroll (Parteibuch-Ticker) aufgenommen hat! Ich habe das gerade erst gesehen.
[…] 1. Sie sind Bundesverkehrsminister und damit als Vertreter der Eigentümerseite politisch verantwortlich für den durch das Ausbleiben von verhandelbaren Angeboten durch Bahnchef Hartmut Mehdorn verursachten Bahnstreik. […]
Bahnvorstand Suckale (140.000 € pro Monat) hat heute bei Anne Will sehr schlecht ausgesehen und fast gebettelt das die GDL morgen an den Verhandlungstisch kommt. GDL Boss Scheel hat nur geschmunzelt und wir werden sehen was morgen abgeht. Scheel war absolut Klasse mit seinen Argumenten. Suckale erklärt sie wird Gewinn abhängig entlohnt. Hallo was hat die Bahn den dann eingefahren wenn der Lokführer jeden Monat den Brotkasten höher hängt und der Vorstand 14 Millionen im Jahr überwiesen bekommt. Herr GDL Chef Scheel weiter so das ist der richtige Weg für die Zukunft Deutschlands.
Super, king balance, bin voll Deiner Meinung. Endlich jemand der es begriffen hat um was es geht!!!
Wir, deutsche Michl, dürfen uns nicht länger gefallen lassen, was das Kapital mit uns macht. Die Medien sind natürlich abhängig vom Kapital und berichten, was die “GROßEN” von ihnen verlangen. Es geht doch einfach nur darum, daß das normale Fußvolk (also wir) nur in Angst lebt. Denn wenn die Bevölkerung in Angstlebt, ist sie gefügig. Stellt Euch mal vor, wir hätten keine Angst, dann könnten die mit uns nicht mehr machen was sie wollen.
DANKE ihr Lokführer!!!
Ganz nebenbei haben sich die Politiker wieder mal die Diäten um knapp 10% erhöht, ganz ohne Streik!!!!
@ #18: Eine ganze Menge von Leuten in der DDR haben genau das gemacht, was du ihnen vorgeschlagen hast. Ich selbst habe damals bei einem Management By Out einer mittleren Software-Firma mitgemacht.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wer sich selbständig macht, wird vom Staat oft sogar gefördert. Allerdings darf man sich dann nicht wundern, wenn man nach Jahren harter Arbeit einiges geschafft hat, immer noch täglich 12 Stunden arbeitet, aber die alten Freunde einen als neuen Kapitalisten nicht mehr kennen wollen.
Hallo Jörg,
bitte nicht mißverstehen, wenn ich vom Kapital rede sind nicht die kleinen und mittleren Unternehmer gemeint, sondern die Rothschild Dynastie, der Vatikan und sonstige Illuminati und “round table” Mitglieder, denn das sind die wahren Herrscher dieser Welt.
Hier ein interessanter Link dazu: http://www.davi...s/rd-table.html
Unternehmern wie Du offensichtlich einer bist, gehört mein größter Respekt. Denn von den “Kleinen” werden Arbeitsplätze geschaffen!
Liebe Grüße Wolfgang
Hallo Wolfgang, meine Bemerkung bezog sich auf Rolf Schälike: “Ich habe 1989-1990 versucht, in der DDR die ArbeitnehmerInnen von Buchhandlungen zu überzeugen, diese kleinen Betriebe in die eigene Hand zu nehmen. Wäre bestimmt gegangen. Ich kannte die Verkäuferinnen recht gut. Es war das “internationale Buch”. Auch in den Betrieben hatte ich das einigen Ingenieuren ans Herz gelegt.”
Hallo Jörg,
sorry, wollte nicht dazwischen gaggern!
Ist ja interessant. Ich finde es immer jammerschade, daß so viele Menschen sich verblöden lassen und lieber in der Abhängigkeit arbeiten (= Knechtschaft) als selbständig. Wenn Dich “Freunde” nicht mehr anschauen, weil Du jetzt “Kapitalist” bist, dann sind es keine Freunde, such Dir neue.
Hast Du noch mit Büchern zu tun? Bräuchte bißchen Promotion für mein Buch.
http://www.mona...vorstellung.htm
LG Wolfgang