Nachdem die Abgeordneten des Bundestages vor einigen Tagen gegen den Willen der Mehrheit der deutschen Bevölkerung entschieden haben, dass die Bundeswehr weiter Krieg gegen Afghanistan und andere Länder führen wird, fährt die Rüstungsindustrie nun nach einer Entscheidung des Verteidigungsausschusses mit einem 2,9 Mrd Euro schweren Auftrag zum Bau neuer Panzer mit Namen Puma nun wohl die ersten Früchte der Kriegsentscheidung ein. Das passt gut in eine Zeit, wo Arbeitslose verhungern oder in ihrer Not aus dem Fenster springen.
Wenn nun auch noch der Haushaltsausschuss seine Zustimmung zum Panzerkauf gibt, werden die Manager des Panzerbauers Rheinmetall ihre Wahlkampfspenden zu Gunsten des SPD-Politikers Johannes Kahrs, der zufällig Mitglied im Haushaltsausschuss ist, nicht als Fehlinvestition betrachten müssen.
Wenn die Abgeordneten dann auch noch den angedachten Kauf von neuen Transportflugzeugen für die neuen Panzer genehmigen, dann haben sich auch die bemerkenswert teuren Anzeigen von Rüstungsfirmen wie EADS im Käseblatt “Rheingau-Taunus Monatsanzeiger”, dessen Herausgeber der auch nebenbei gut verdienende CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch ist, der zufällig auch im Haushaltsausschuss sitzt, richtig gelohnt.
Mein Parteibuch fordert, die Puma Panzer mit extra großen Tanks für reichlich Schmiermittel auszurüsten und so der großen Koalition gut zu Gesicht stehende Schmiermittel-Panzer aus ihnen zu machen. Politiker, die an der Entscheidung mitgewirkt haben, mögen darauf anstelle von Champagner mit Rizinusöl anstoßen. Damit so etwas in Deutschland nie wieder pasiert, erneuert Mein Parteibuch außerdem die Forderung, die Bundeswehr abzuschaffen und ruft zur Unterstützung des US-amerikanischen Kriegsministers Robert Gates auf, wenn der mal wieder in Aussicht stellen sollte, die NATO aufzulösen.
Wer als Politiker so etwas wie ein Gewissen hat, sei aufgefordert, im Bundestag bei der Abstimmung im Plenum über die Schmiermittel-Panzer mit Nein zu stimmen.
Nachtrag 13.11.2007: Siehe zum Thema auch “Rheinmetall, Puma-Panzer und der OEF-Terror-Krieg in Afghanistan” bei Radio-Utopie
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Wer so etwas wie ein Gewissen hat, ist nicht im deutschen Bundestag, bzw. darf dort nicht abstimmen.
“Krieg gegen Afghanistan” ist eine sehr eigenwillige Deutung der Vorgänge. Sie scheint vorauszusetzen, dass Ministerpräsident Karzai eine Marionette ausländischer Unterdrücker ist, während die Taliban das wahre Afghanistan vertreten.
Eine Haltung wie die von Bismarck (”nicht die Knochen eines pommerschen Musketiers wert”) könnte ich gut verstehen, auch wenn wir vielleicht heute in einem anderen Zeitalter sind. Aber warum das ganz auch noch mit Pro-Taliban-Implikationen moralisch verbrämen?
Hmm dieser Panzer sieht ja wirklich recht mannhaft aus. Ob man sich so einen wohl mal zwecks Pornodreh ausleihen kann?
@Hartmut
Der Ausdruck “Krieg gegen Afghanistan” beinhaltet keineswegs eine Pro-Taliban-Implikation. Der Ausdruck “Krieg gegen Afghanistan” soll Lesern hier einen Denkanstoß dahingehend geben, dass der Kriegsgegner möglichweise mit dem von offizieller Seite verwendeten gern verwendeten Begriff “Taliban” falsch bezeichnet ist und die Bezeichnung “Afghanistan” zutreffender sein könnte. Schön, dass Du den Ausdruck bemerkt hast.
Mal angenommen, es gibt gar nicht mehr “die Taliban”, sondern Taliban ist heutzutage im Wesentlichen ein hierzulande gern verwendeter Begriff für muslimische Männer und ihre Familien, die in Afghanistan leben, gegen wen führt Deutschland dann Krieg, wenn Deutschland in Afghanistan einen Krieg gegen “die Taliban” führt?
Einen Hinweis auf den Kriegsgegner der Deutschen findet man zum Beispiel hier:
Da ist von Taliban keine Rede und ein möglicherweise durch die Verwendung von Uranmunition begangener Massenord an der Bevölkerung fehlt da noch völlig.
Dass Deutschland Krieg gegen “die Taliban” führt, scheint ohnehin nicht sehr glaubwürdig. Würde Deutschland Krieg gegen die Taliban führen wollen, dann müsste Deutschland den Krieg in Pakistan führen, denn dort leben ihre Anführer und dort in den Madrasen werden die Koranschüler, die vor einigen Jahren mal mit der Bezeichnng Taliban gemeint waren, rekrutiert und ausgebildet.
Soweit ich verstehe versucht DE seinen Einsatz auf eine Region in AF zu beschränken und auch dort nur widerwillig die Grenze zu kriegerischem Einsatz zu überschreiten. Eine systematische Bekämpfung eines Feindes kann man nicht erwarten.
Wie man den Feind nennt, ist auch eher zweitrangig. Jedenfalls impliziert deine Formulierung, dass das wahre AF nicht von der Regierung Karzai sondern von gegen sie Krieg führenden Partisanen, Entführern, Attentätern usw, wie auch immer die sich nennen, repräsentiert wird.
@Hartmut Pilch
Ausserhalb der Kabuler Stadtgrenzen dürfte ganau dies auch zutreffend sein. Die Macht, die Karzai tatsächlich zur Verfügung steht, dürfte, vorsichtig ausgedrückt, sehr bescheiden sein.
Schmiermittel-Deutschland, einfach schmierig. Wer steht da Schmiere?
[…] den rechtswidrigen OEF-Einsatz nicht zu verlängern und stattdessen zu beschließen, den Krieg gegen Afghanistan zu beenden, die USA um weitergehende Untersuchungen zum 11. September zu bitten, sich bei den […]
[…] Grass mit keinem Wort, warum bei der von der Rüstungsindustrie geschmierten SPD, die im Interesse von Großkapitalisten widerwärtige Kriege gegen Jugoslawien und gegen Afghanistan führt, eine […]
[…] gelaufen. Mit Truecrypt wäre den europäischen Terror-Experten die Peinlichkeit im gut geschmierten Krieg gegen Afghanistan vermutlich erspart geblieben. Mein Parteibuch möchte da jedoch um Verständnis werben. Man […]
[…] geoutet hat, Kriegsminister Franz-Josef Jung die Bevölkerung von Deutschland mit seinen teuren Kriegsspielchen in Afghanistan verhohnepiepelt hat und die SPD sich als Partei der […]
[…] Atlantische Gesellschaft ist und seinen Wahlkampf 2005 mit Hilfe von heimlichen Spenden aus der zwischenzeitlich gut versorgten Rüstungsindustrie gewonnen hat, auch wirklich angekommen […]
[…] informiert, dass der Krieg gegen den Terror nichts als ein großer Schwindel ist. Sie macht da aus durchsichtigen eigennützigen Interessen trotzdem gerne mit und belügt die Öffentlichkeit […]
[…] werden die Steuermilliarden von Omid Nouripour und seinen Kollegen im Bundestag nicht nur für Schmiermittel-Panzer […]
[…] ist gewählt - natürlich wieder für den Krieg stimmen. Krieg ist schließlich gut für das Geschäft derjenigen, die Politikern nicht nur diesen Wahlkampf, sondern auch noch den nächsten […]