Als Mein Parteibuch vor einigen Tagen einen Streikaufruf von Hartz-IV Zwangsarbeitern für den 02.01.2008 veröffentlicht hat, hat dies, wie entsprechende Kommentare zeigen, bei einem Teil der Leser Skepsis oder gar Unverständnis hervorgerufen.
Ursprung der BBJ Unternehmensgruppe ist der 1982 gegründete gemeinnützige “Verein zur Förderung kultureller und Beruflicher Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen e.V.”
(http://bbj.info)
Die Firma BBJ Servis gGmbH aus Berlin soll angeblich bereits 1250 Zwangsarbeiter “beschäftigen” und bei weiteren 500 Personen pro Monat zur Verhängung von ALGII-Sanktionen genutzt werden. Auf der Webseite zum Hartz-IV-Boykott wurde gestern die Chronologie einer erfolglosen Re-Sozialisierung bei der BBJ Servis gGmbH Berlin veröffentlicht, die zeigt, wogegen der Streik der Hartz-IV Zwangsarbeiter sich richtet und warum er so dringend notwendig ist. Der Bericht des Betroffenen spricht für sich:
Ab November 2002 wurde ich, 41 jährig, Sozialhilfeempfänger in Berlin. Die kurzfristige Stornierung eines Veranstaltungsauftrags eines Großhändlers für Gas führte zur Insolvenz. Ein Projektvorschlag mit Bitte um Förderung zur Vermeidung der Beantragung von Sozialhilfe wurde nach 18 Monaten Bearbeitung und derselben Anzahl von Monaten Sozialhilfebezug vom Sozialamt Berlin/Pankow abgelehnt.
Sommer 2003 - Beginn einer neuen Selbstständigkeit durch die angebotene Übernahme einer Gaststätte. Nach einem halben Jahr Arbeit für kein Geld und nicht erfolgtem Vertragsabschluss seitens der Besitzerin - die Gaststätte machte nämlich wieder Umsatz - beendete ich diesen Betrug.
Anfang 2004 zahlte das Sozialamt aus nie genannten Gründen die Miete für meine Wohnung nicht, der Mietvertrag wurde gekündigt und ich zog zur Untermiete bei Freunden ein.
Ab 2005 entwickelte ich ehrenamtlich, nun als Hartz IV Empfänger, für einen zur Selbsthilfe gegründeten gemeinnützigen Verein, dessen Mitglied ich bin, verschiedenste Projekte im Bereich Sozialer Kunst und wirkte an deren Umsetzung mit.
Am 13.03.2006 beantragte ich zum Zwecke eines erneuten Versuchs einer Selbstständigkeit als Projektentwickler, das so genannte Einstiegsgeld [ESG]. Am 06. 09 2006, also ca. 6 Monate später, wurde diesem Antrag mit Rückwirkung zum 01. 08. 2006 bis zum 31. 01. 2007 in einer Höhe von zusätzlich 172,50 Euro entsprochen. Meinem daraufhin vorgebrachten Widerspruch wegen Zweifels an der Möglichkeit eines Aufbaus einer Selbstständigkeit mit dieser Fördersumme, wurde die Möglichkeit zur Beantragung von so genannten sonstigen wirtschaftlichen Leistungen [SWL] seitens des für mich zuständigen Teamleiters in Aussicht gestellt, und zwar in Höhe von 2000 Euro. Diesen Antrag stellte ich am 03. 10. 2006. Die dazu abzuschließende so genannte Eingliederungsvereinbarung [Ein.V.] zwischen dem Jobcenter Berlin/Pankow und mir, wurde 5 Monate später, am 01. 02. 2007, nach Ablauf der ersten Förderfrist abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde mir kein Bescheid bezüglich der SWL übersandt, ich übersandte jedoch alle erforderten Unterlagen, wie einen kompletten Businessplan und eine Kapitalvorausschau. Im April 2007 wurde mir von der Vertretung des Teamleiters mündlich beschieden, ich solle die bereits getätigten Zahlungen meiner Selbstständigkeit an sie überbringen, damit sie diese Auszahlung endlich und umgehend anweisen könnte. Die entsprechenden Unterlagen wurde einen Tag später bei dieser Vertretung hinterlegt.
Am 17.04.2007 bekam ich ein Schreiben von einem mir nicht bekannten Mitarbeiter des Jobcenters Berlin/Pankows, in dem aufgrund des nicht vorhandenen Nachweises einer Eingliederungsvereinbarung, diese per Verwaltungsakt erlassen würde. Diesem Schreiben lag zusätzlich eine Ablehnung der am 03. 10. 2006 beantragten SWL bei - mit der Begründung einer defizitären Selbstständigkeit meinerseits. Einen Tag später rief mich dieser Mitarbeiter an und erklärte mir, er sei mein neuer Ansprechpartner und dass das alles seine Richtigkeit hätte und ich nicht mit ihm diskutieren solle. Die Bearbeitung dieses Antrags dauerte also 26 Wochen!
Am 08.05.2007 erfolgte das erste Gespräch mit meinem neuen Ansprechpartner, dem Teamleiter, mir und einer beisitzenden Zeugin, in dem ich die Vorgänge thematisieren wollte. Der Teamleiter wollte weder von dieser Eingliederungsvereinbarung, noch von den 2000 Euro SWL etwas wissen. Aufgrund der Vorlage einer gültigen Eingliederungsvereinbarung wurde der Verwaltungsakt zur Eingliederung zurückgezogen, die Ablehnung der SWL blieb bestehen und ich wurde aufgefordert mir eine Arbeit zu suchen.
Am 15.05.2007 legte ich gegen diese Absage Widerspruch ein, welcher per 08. 08. 2007 mit ebenfalls der Begründung einer defizitären Selbstständigkeit abgelehnt wurde.
In einem nächsten Gespräch mit meinen persönlichen Ansprechpartner am 07. 08. 2007 fragte ich ihn, wie er sich das vorstelle, dass ich jetzt meine Tätigkeit wieder aufgebe; so hätte ich nie eine Möglichkeit aus dem Leistungsbezug zu kommen. Daraufhin druckte er einen Zettel aus und drückte mir diesen mit der Bemerkung: “Was, Sie wollen arbeiten? Hier ist eine Vollbeschäftigung für Sie, gehen Sie hin und bewerben sich dort.” in die Hand.
Die Stellenausschreibung beinhaltete folgendes:
Tätigkeitsbeschreibung: Datenerfasser
Stellenbeschreibung: Erstellung einer Informationsbroschüre und CD-ROM zu Bau und Geschichte Pankower Kirche. Vor-Ort- und Archiv-Recherchen, Fotografie, Datenerfassung, digitale Bildbearbeitung, Gestaltung/Layout.
Arbeitszeit: 40 Stunden/Woche Vollzeit, Mo.-Fr. 8:00-16:30 - befristet bis 01.11.2007, Eintrittstermin der 06.08.2007 (einen Tag vor meiner Bewerbung)
Am selben Tag - dem 07.08.2007 stellte ich mich bei dieser Firma vor; einem gemeinnützigen Träger für Jugendarbeit in Berlin – BBJ Servis gGmbH. In dem Bewerbungsgespräch wurde mir gesagt, ich würde 980,–Euro Brutto bekommen, davon 750,– Euro Netto behalten, wovon mir Regelsatz und Miete abgezogen würden. Meinem Hinweis, dass das am Ende 0 ergibt, wurde entgegnet, dass sei Anweisung vom Jobcenter Berlin/Pankow. Ich bat um Bedenkzeit, aber mir wurde gesagt, man hätte sowieso jemanden für die Stelle und man würde dem Jobcenter Berlin/Pankow ebendies mitteilen. Am 09. 08. 2007 bat ich um ein weiteres Gespräch zum Thema und machte den Vorschlag, als Selbstständiger diese Arbeit in freier Zeitaufteilung termingerecht fertigzustellen, um meine Ausgaben geltend machen zu können. Und vor allem Zeit zu haben mich um Aufträge zu kümmern, welche mir eine Unabhängigkeit vom Leistungsbezug garantieren. Ich war bereit für 980,– Euro eine Arbeit zu machen, welche auf dem freien Markt ca. 30.000,– Euro wert ist! Dies wurde mir abschlägig beschieden mit der Begründung, dass sei vom Jobcenter Berlin/Pankow nicht vorgesehen, aber der Job wäre jetzt sowieso weg, man könne mir aber das gleiche als 1,–Euro Job anbieten. Dies lehnte ich ab.
Das Fazit dieser Angelegenheit ist folgendes:
Das Jobcenter Berlin/Pankow bezahlt meinen Lohn in Höhe von 980,– Euro an diese Firma, davon gehen übliche Steuern ab und das Jobcenter Berlin/Pankow zieht alle mir erbrachten Leistungen ab. Ich bin weiterhin melde- und auskunftspflichtig, also nicht unabhängig, ich habe keine gewerkschaftlichen Rechte und einer Bitte um Urlaub oder Ortsabwesenheit kann(!) entsprochen werden. Das ist Zwangsarbeit! Die gemeinnützige Firma zahlt keinen Lohn, bekommt aber dafür eine so genannte Sachkostenpauschale, in der Regel 350,–Euro. So gerüstet ist diese Firma in der Lage Aufträge in der Wirtschaft zu platzieren, welche unter “normalen” Bedingungen ein Vielfaches der hier benötigten Kosten verursachen würden - und das gegenüber jemandem, der eigentlich von solchen Aufträgen leben und dafür arbeiten will. Nehme ich die Arbeit an, unter den erwähnten Bedingungen, helfe ich den freien Markt zu boykottieren; lehne ich diese rechtswidrige Praxis ab, erwarten mich Sanktionen. Die BBJ Servis gGmbH beschäftigt auf diese Art und Weise 1250 Personen laut Aussage des Geschäftsführers! Weiterhin würden 500 Personen im Monat diese Form von Ausbeutung ablehnen.
In einer am 10.08.2007 erfolgten Anhörung der Vorgänge zur Bewerbung bei der BBJ Servis gGmbH, zwischen meinem persönlichen Ansprechpartner und mir, lehnte ich eine neue Eingliederungsvereinbarung mit Hinweis auf die nicht erfolgte Vertragserfüllung der letzten Eingliederungsvereinbarung seitens des Jobcenters Berlin/Pankows ab und rügte die Art und Weise, mir eine angebliche Arbeit zu geben, bei der ich unabhängig von Leistungsbezügen wäre, welche sich im Nachhinein als geförderte Billiglohnvariante in Zusammenarbeit zwischen dem Jobcenter Berlin/Pankow und einer gemeinnützigen gemeinnützigen Firma für die Förderung von Jugendlichen herausstellt. Ebenso wies ich auf die Unvereinbarkeit zwischen meiner Pflicht zur Arbeitssuche und der durch diese Maßnahme nicht vorhandenen Zeit dafür hin. Ich rügte ebenfalls die Unterlassung eines vorgeschriebenen Profilings, die Unterlassung einer Rechtmittelbelehrung, die Unterlassung des Hinweises auf eine Maßnahme im Gegensatz zu einer Vollzeitarbeitsstelle am freien Markt, die Unterlassung der Aufklärung über diese Maßnahme überhaupt, sowie die mit diesem “Angebot” implizite Aufforderung zur Beendigung meiner Selbstständigkeit. Als letztes wies ich nochmals darauf hin, dass ich nicht die ursprüngliche, mir von meinem persönlichen Ansprechpartner zugewiesene Maßnahme ablehnte , sondern den Vorschlag der Mitarbeiterin der BBJ, das gleiche als 1,– Euro-Job zu machen.
Daraufhin suchte ich am 28.08.2007 ein Gespräch mit der Bereichsleiterin des Teams. Diese bestätigte die vorgenommenen Maßnahmen und erklärte mir auf meinen Hinweis, sie hätte mich laut § 1 des Sozialgesetzes zu unterstützen, dass ich meine Arbeit weitermachen kann, ich sollte ihr nicht erzählen was sie müsste, sie müsste mich lediglich verwalten. Daraufhin suchte ich am 06.09.2007 das erste Gespräch mit dem Geschäftsführer des Jobcenters Berlin/Pankows, welcher sich sichtlich erstaunt über die Vorgänge zeigte und mir versprach, sich darum und um meine Bitte um Zuweisung eines neuen persönlichen Ansprechpartners zu kümmern.
Am 10. Oktober erhielt ich von meinem persönlichen Ansprechpartner zum einen eine Ablehnung meines nochmaligen Antrags auf Fortzahlung des Einstiegsgeldes, sowie die Mitteilung, dass der Geschäftsführer des Jobcenters Berlin/Pankows eine Bestätigung seiner Zusage zur Überprüfung der Vorgänge abgelehnt hätte, dem Wunsch nach einem Wechsel des persönlichen Ansprechpartners jedoch entsprochen wurde.
Am 11.10.2007, also 2 Monate, also 8 Wochen nach diesen Vorgängen wurde ich in einem Schreiben von einer mir unbekannten Person des Jobcenters Berlin/Pankows darüber informiert, dass für die Dauer von drei Monaten mein Regelsatz um 30% gekürzt wird. Die Begründung lautete, ich hätte die mir am 07.08.2007 angebotene Arbeitsgelegenheit abgelehnt. Auf meinen Anruf bei der Geschäftsleitung mit der Bitte um einen Termin, meldete sich die Bereichsleiterin mit der Aussage, sie würde für die Geschäftsleitung reden und alle Maßnahmen wäre korrekt. Meine Recherche ergab daraufhin, dass die Bereichsleiterin nicht in Absprache mit der Geschäftsleitung handelte. Daraufhin bat ich nochmals um einen Termin mit der Geschäftsleitung.
Am 19.10.2007 forderte ich den Geschäftsführer der BBJ Servis gGmbH zu einer Stellungnahme bezüglich der Aussage seiner Mitarbeiterin, ich hätte die Arbeitsgelegenheit abgelehnt und bat um Richtigstellung. Eine schriftliche Stellungnahme erfolgte zu Händen des Jobcenters Berlin/Pankows und an mich. In dieser wurde die Aussage, ich hätte die Arbeit abgelehnt, bekräftigt.
Am 26.10.2007 erfolgte der Termin telefonisch mit dem Geschäftsführer des Jobcenter Berlin/Pankows. In diesem erklärte ich meine Situation nochmals und bat um Aufschub des Bescheides der Absenkung des Regelsatzes, bis zu entgültigen Klärung der Sachlage. Dies wurde abgelehnt mit der eigenartigen Begründung, es stehe Aussage gegen Aussage. Meinem Hinweis, dass damit womöglich eine irrtümliche oder falsche Darstellung dazu führen würde, dass ich meine vor kurzem bezogene Wohnung aus Geldmangel für Strom wieder aufgeben müsste, weil mein Widerspruch keine, diese Sanktionen aufschiebende Wirkung hätte, entgegnete der Geschäftsführer des Jobcenter Berlin/Pankows: “Wenn Sie der Meinung sind Hunger zu haben, oder keine Seife mehr, dann können Sie ja Lebensmittelgutscheine beantragen.
Am 26.10.2007 beantragte ich beim Sozialgericht Berlin eine einstweilige Verfügung mit der Bitte um aufschiebende Wirkung meines Widerspruchs.
Anmerkung: In all diesen Jahren erhielt ich, außer dieser „Maßnahme“ kein einziges Arbeitsangebot! Alle Bitten um Schaffung von Zuverdienstmöglichkeiten oder Ausbildungsmaßnahmen oder gar Arbeitsangboten wurden ignoriert. Alle Möglichkeiten, mich aus dem Bezug von staatlichen Leistungen unabhängig zu machen, wurden von mir geschaffen.
(Quelle: Hartzboykott 2008!)
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| Persönlichkeitsrecht |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Die menschliche Brutalität und soziale Gleichgültigkeit trifft man überal: auf dem “freien” Markt, bei den Behörden und deren Handlangern, auch untereinander.
Ich für mich ziehe den “freien” Markt vor.
Die Gelder für die Geschichte der Pankower Kirche müssen irgenwo herkommen. Kaum von den Kirchgängern, d,h, den direkten Nutznießern. Auch nicht aus Spenden der Pankower.
Sind die zu geringen - nicht “marktgerechen” - Gelder einmal da, beginnen die Umveteilungskämpfe. Bezahlt wird das alles aus den Steuermitteln bzw. den Arbeitslosenversicherungs-Geldern und anderen mit unbekannten Quellen.
Die bechriebenen Mitarbeiter des BBJ - Servis GmbH Berlin haben ihre “Marklücke” gefunden. Für den Betroffenen war diese damit schon zu.
Ob ein Streik mehr Lücken öffnet, habe ich meine Bedenken.
Wichtiger ist die Aufdeckung von Betrügern und Abzockern in diesem System der Umverteilung. Ob der Betroffene, würde er die Gelder verwalten, anders handeln würde, habe ich meine Zweifel.
Liebe Redaktion.
Grosses Kompliment für diese Recherche eines ganz normalen, alltäglichen Sozial-Verbrechens unserer Berliner Behörden auf rot-rotem Exekutiv-Freigang. Ich glaube dennoch abermals den Tip loswerden zu müssen, nicht soviel Kommentare zu lesen.
Wer gegen einen Streik von Sklaven ist, braucht sie für seinen Profit oder mag die Zivilisation als Ganzes irgendwie nicht.
Nicht vergessen: auch aus Sklaven werden Diktatoren,und auch superreiche Ausbeuter. Nicht wenige Diktatoren und superreiche Ausbeuter haben früher mal gestreikt, demonstriert, Polizisten verprügelt, eigene Kameraden umgebracht etc.
Diese großangelegten Betrügereien und Manipulationen sind in Berlin und anderswo schon längst an der Tagesordnung. Mit Streiks allein ist niemandem geholfen, am allerwenigsten den Betroffenen, da sie sich in der Hackordnung ganz unten befinden. Notwendig ist vor allem eine Solidarisierung seitens der »normal« arbeitenden Bevölkerung und eine schonungslose Offenlegung der hier beschriebenen Fälle.
Die Öffentlichkeit vergißt allzu leicht, weil sie tagtäglich mit Negativschlagzeilen konfrontiert und bombardiert wird, die von den eigentlichen Problemen unserer Gesellschaft ablenkt. Ich befürchte aber, das der deutsche Spießermichel es lieber vorzieht, unter seine Schlafmütze zu kriechen oder lautstark dem alltäglichen Stammtischgegröle frönt.
Mit solch’ einem Volk von Dumpfbacken und Klugsch***ern ist eben kein Staat zu machen, außer ein solcher, dessen Daseinsberechtigung mehr als fragwürdig ist.
Hallo Michael, das sehe ich anders. Gerade die Unterschicht/das Proletariat ohne Erwerbschance muss sich selbst helfen. Von allen Anderen, auch dem Proletariat MIT Erwerbschance ist es verraten und verkauft worden.
Mit Streiks allein ist allen geholfen. Es ist das effektivste, weil friedliche und ökonomische, Kampfmittel der Armen.
Und zu Rolf Schälike: rein logisch betrachtet hast Du vollkommen recht. Möglich ist alles.
Aber wieviele Diktatoren und superreiche Ausbeuter haben denn früher mal gestreikt, demonstriert, Polizisten verprügelt, eigene Kameraden umgebracht, etc?
Und komm mal mit einer Zahl und Verhältnismässigkeit rüber und bitte, bitte nicht mit einer das-gibt´s-doch-auch-Phänomenologie.
Reich und Mächtig sind zuerst mal Reiche und Mächtige. Die jetzt als Grund für die Angst vor den Armen zu nehmen, hey, Mann, da hab ich echt keine Zeit für.
Daniel Neun #5: Aber wie viele Diktatoren und superreiche Ausbeuter haben denn früher mal gestreikt, demonstriert, Polizisten verprügelt, eigene Kameraden umgebracht, etc.?
Nur ein paar bekannte Figuren:
Joschka, Schröder, Ulbricht, Pieck, Mielke, Hussein.
Es gibt nicht wenig Intellektuelle, welche sich zu Polizeiobersten entwickelten. Aus der neusten Geschichte: Schily
Natürlich haben Streiks Sinn. Diese machen die Mächtigen auf Probleme aufmerksam. Gelöst werden die Probleme jedoch weder von den Mächtigen, noch von den Streikführern.
Ich halte mehr von Bildung, Öffentlichkeit, Vertiefung in Details, Kontinuität.
Danke Rolf Schälike! Sie schreiben, wo das Problem liegt.
Wenn wir etwas ändern wollen, weil wir es müssen, denn geht das nur in einem gesamt gesellschaftlichen Prozess. Dabei sind wir alle verantwortlich. Und der Prozess beginnt bei Bildung und Erziehung- nicht nur, aber auch der Kinder!
Jeder Erwachsene ist für seine Bildung und Selsterziehung zum Sozialverhalten selbst verantwortlich. Die, über die wir jetzt schimpfen, sind genauso schwach oder stark wie wir es zulassen und wie wir selbst es sind.Die Welt wird nur besser, wenn wir jeden Morgen das von uns selbst verlangen.
Die, die die Öffentlichkeit auf vorhandene Probleme aufmerksam machen- sei es durch Streiks oder öffentliche Briefe, Anfragen an Politiker, Unterstützung d e r Parteien zu den Wahlen, die (noch) wirklich demokratische Ziele und Wege aufzeigen, sind immer produktiver, als die Meckerer.
Menschen zu Streiks aufzufordern, die in der Gesellschaft durch die Politiker und die etablierten Medien als »Arbeitslos« gebrandmarkt werden, ist Unsinn. Der finanzielle oder wirtschaftliche Schaden ginge allein zu Lasten dieser Gruppe. Das ist auch im SGB II so festgeschrieben. Daran gibt’s nichts zu rütteln, wer sich der Aufnahme einer Tätigkeit zur Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt verweigert, dem wird GNADENLOS gekürzt.
Sinn macht meines Erachtens nur ein bundesweiter Generalstreik, der mehrere Wochen oder gar Monate anhält. Erst dann bringen wir die Wasserköpfe zum platzen.
Also, ich find das wirklich interessant was auch hier Leute Angst vor einem Streik haben. Das beste Zeichen dafür, dass der Postfaschismus immer noch nicht überwunden ist.
Nochmal in Zeitlupe: da gibt es Leute, die den ganzen Tag Zwangsarbeit für NULL EURO LOHN leisten müssen. Und jedes Geschwafel, jedes “Argument”, jeder noch so super-rationale Grund die Hände im Schoss arbeiten zu lassen um dann nachher milde lächelnd sagen zu können, “jaja, so ist der Mensch eben, er lässt sich eben gern im Stich, hähä”, all dieser bodenlose Zynismus von Menschen, die noch nie Angst hatten vor dem nächsten Tag oder nachts hungrig einschlafen mussten, die nie sich schinden und schuften mussten für ein paar Kröten, hey - das ist mir alles SO egal, ihr GLAUBT nicht WIE egal mir das ist.
Die streiken? Ich helfe ihnen. Und der Rest kann in den Turnverein.
Wenn man erwebslos wird ist es ja sprichwörtlich mittlerweile besser unterzutauchen und sich als Lebenskünstler durchzuschlagen (ich kenne selber welche-die wollen keine staatliche Leistungen).
Grundsätzlich befürworte ich eine angemessene Arbeitspflicht beim Bezug von Solzialleistungen.
Aber der Staat als Empfänger hat dafür Sorge zu tragen, daß diese ihm dann zur Verfügung stehende Arbeitskraft sinvoll eingesetzt wird, wa in diesm Fall offensichtlich nicht geschieht und der Autor hat sich ja vorm Arbeiten auch nicht gedrückt. Solche Konstellationen an gGmbH -und “Konsorten” wecken natürlich bei den Verantwortlichen Begehrlichkeiten und bilden daher schnell eine Brutsätte für krumme Machenschaften.
Hierzulande ist wohl kein “gesellschaftlicher Vorgang” mehr möglich ohne daß eine Minderheit sofort auf unsauberen richtig Kasse macht.
Das Problem, dominik, ist jenes, dass die “elitären” Abzocker und Gemeinwesen-Betrüger immer einen Weg finden, andere für sich arbeiten zu lassen und sich selbst dabei reich zu machen. Das machen sie seit Jahrtausenden so. Besonders asozial sind also nicht Erwerbslose, sondern gerade diejenigen, sie ihre Position gerne mit “ganz oben” angeben.
Gruß
Alex
Agenda 2011 - Todestrafe für Korruption
[…] von lohnzahlender Wettbewerber - man schaue mal was gemeinnütze Unternehmen wie die BBJ Servis gGmbH Berlin oder die “Werkstatt Frankfurt” so treiben - wäre eine anständige Entlohnung der […]
Tätigkeitsbeschreibung: Datenerfasser
Stellenbeschreibung: Erstellung einer Informationsbroschüre und CD-ROM zu Bau und Geschichte Pankower Kirche. Vor-Ort- und Archiv-Recherchen, Fotografie, Datenerfassung, digitale Bildbearbeitung, Gestaltung/Layout.
Arbeitszeit: 40 Stunden/Woche Vollzeit, Mo.-Fr. 8:00-16:30 - befristet bis 01.11.2007, Eintrittstermin der 06.08.2007 (einen Tag vor meiner Bewerbung)
Eine ähnliche Tätigkeit habe ich jetzt auch vom Arbeitsamt aufgedrückt bekommen und soll mich bei der besagten Firma vorstellen. Nur geht es diesmal um ein Buch über die Geschichte Spandaus.
Alleine das Tätigkeitsfeld ist so weit gefächert, dass es für jeden offensichtlich sein sollte, dass es bei weitem über einfaches “Daten erfassen” hinaus geht. Naja, ich soll nochmal 75€ weniger brutto im Monat bekommen, dafür auch nur 37,5h/Woche “Daten erfassen”. Wenn ich mir dann ne Monatsmarke kaufen muss, habe ich unter dem Strich weniger als Harz IV.
Tjoa. An sich finde ich den Job und die Aufgabe interessant, aber dass man kein vernünftigen Lohn für die Arbeit bekommt, schmerzt schon. Zumal die Frage schon gestellt werden darf, wer davon profitiert, wenn die Arbeit, sanktioniert vom Arbeitsamt, dem Auftraggeber nur noch ein Bruchteil dessen kostet, was man zu normalen Marktpreisen zahlen müßte.
Das normal bezahlte Arbeitsplätze durch solche Maßnahmen gefährdet werden, soweit denkt das Arbeitsamt wohl nicht.
Hi, ich bin derselbe Anonyme, der den Kommentar direkt über diesem hier geschrieben hatte. ^^
So ich habs mir jetzt mal das neue Projekt der BBJ angekuckt. Die ABM sieht so aus, dass rund 20 Langzeitarbeitslose bei diesem Projekt die Möglichkeit bekommen sollen, wieder regelmäßig einer Tätigkeit nachzugehen und sich ggfs. beruflich neu zu orientieren. In diesem Fall wird das Spandauer Lesebuch in verschiedene Themen unterteilt und jedem Thema wird eine 2er-3er Gruppe an Leuten zugeteilt, die das Thema erarbeiten und recherchieren sollen.
Angesichts der Masse an Leuten die hier beschäftigt werden und der langen Zeit, die dass Projekt läuft, dürfte das Projekt den Staat doch mehr Kosten, als wenn man ein Dienstleister für diese Tätigkeit beauftragt hätte. Das fertige Produkt wird auch nicht verkauft, sondern liegt dann kostenlos in Seniorenheimen, Rathäusern und ähnlichen Stellen öffentlichen Lebens aus.
Mein Einwand, dass ich bei erster Gelegenheit eine Stelle im 1.Arbeitsmarkt annehmen würde, wenn sich die Gelgenheit bieten sollte, begrüßten die Herren, mit denen ich sprach. Also auf den ersten Blick kamm mir die BBJ jetzt doch recht seriös vor.
Hallo!
Ich habe mit großem Interesse den Beitrag über die BBJ gelesen.
Ich bin leider auch betroffen,allerdings geht es bei mir um ein Projekt,wo gebrauchte Brillen für Drittländer gesammelt,gereinigt,vermessen u.repapriert werden sollen.
Hatte heute ein Gespräch in Spandau und es hörte sich eigentlich ganz gut an.Ich soll für die Tätigkeit 1300€ brutto erhalten,was ca.936 € netto ausmacht.Für mich wäre das doch mehr als Hartz IV.Trotzdem bin ich jetzt
verunsichert,ob ich diesen Job annehmen soll.
Was macht man richtig und was falsch?Ein Kürzung des Geldes um 30% ist ja schließlich nicht von schlechten Eltern.
Was soll ich tun?
Ich halte die BBJ Servis GmbH für ein höcsht fragwürdiges ja schon kriminelles Unternehmen. Ich bin zur Zeit dort selber ein einer ABM zwangsverwiesen worden. Hier geht es um das Projekt “Keine Macht den Drogen” ein sehr merkwürdiges Projekt. Hier geht’s nur darum, Langzeitarbeitslose des JobCenter Reinickendorf aus der Statistik zu bekommen und den Arbeitslosen nur zu beschäftigen mit sinnlosen Tätigkeiten. Hier werden öffentliche Steuergelder zum Fenster rausgeschmissen, von effektiven Arbeitsplätzen im öffentlichen Sektor keine Spur. So ne Läden muß man an die Öffentlichkeit bringen um darzustellen, mit welcher krimineller Energie staatliche Organe sowie die Bundesagentur Gelder verschwendet zu Lasten von hilfebedürftigen Menschen.