Vor gut einem Monat hat die Firma Capitol Records, eine Tochtergesellschaft der Plattenfirma EMI, es mit einem aufsehenerregenden Urteil geschafft, in die internationalen Schlagzeilen zu kommen. Die Tauschbörsennutzerin Jammie Thomas war von einem US-Schwurgericht dazu verurteilt worden, für 24 Songs insgesamt 220.000 Dollar Strafe zu zahlen.
Nun machen intern.de und boocompany darauf aufmerksam, dass EMI über Downloadplattformen von Partnerfirmen in großem Stil Raubkopien von Musikstücken von Robert Fripp, dem Kopf einer Rock-Gruppe mit Namen “King Crimson”, verkauft hat.
Wie man weiter im Inquirer lesen kann, möchte nun EMI aber von fast 10.000 Dollar Strafe pro angebotenem Song überhaupt nichts mehr wissen, obwohl EMI hier nicht unentgeltlich im privaten Bereich Urheberrechtsverletzungen begangen hat, sondern offenbar systematisch von gewerblichen Urheberrechtsverletzungen profitiert hat. Ein Blick auf eine unter Stillschweigen erzielte Einigung mit den Beatles zeigt, dass es offenbar nicht das erste Mal ist, dass EMI und andere durch systematische Verletzungen der Urheberrechtsgesetze, für die sie drastische Strafen fordern, auffallen.
Wer irgendwie an gerechtigkeit im Urheberrechtssystem glaubt, der könnte nun meinen, dass EMI jetzt ganz kleinlaut ist, und Robert Fripp eine großzügige Entschädigung anbietet. Weit gefehlt, den Managern von EMI fehlt es offenbar an jeglichem Unrechtsbewusstsein und so bieten sie dem Künstler stattdessen lediglich an, ihm den mit den gewerblichen Urheberrechtsverletzungen erzielten Profit abzugeben.
Mein Parteibuch sieht sich in der Auffassung bestärkt, dass das gegenwärtige Urheberrechtssystem im Zusammenspiel mit der von nicht demokratisch legitimierten Machthabern beherrschten Justiz nicht den Zweck hat, Künstlern eine angemessene Vergütung zukommen zu lassen, sondern einzig und allein dazu dient, einen Kulturmonopolismus im Sinne der Superreichen durchzusetzen.
Mein Parteibuch steht deshalb urheberrechtsfrei unter einer Piratenlizenz zur Verbreitung durch jedermann offen und wünscht sich, dass viele Künstler dabei mitmachen, der systematischen Zensur der Kultur durch die Entlassung von möglichst vielen Werken in die Gemeinfreiheit einen Riegel vorzuschieben.
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| Wohl bekomm's |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Nichts Neues im kriminellen Rechtsstaat.
Wie gesagt: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.
Die Gleichheit vor dem Gesetz in Bananen-Teuschland (siehe Grundgesetz, auch abgekürzt GEHGEH! genannt) ist eine billige Mär.
[…] analogen Perspektive eines alten Mannes, der nicht einmal eine Webseite hat. Seine Rede wird von verlogenen Lobbyisten dazu benutzt werden, um eine weitere Verschärfung des Urheberrechtes zu fordern, […]