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| MG |
Wer sich das Blog der Lebensgefährtin des Soziologen Andrej Holm anschaut, kann sich nur schwerlich des Eindrucks erwehren, dass hier Staatsterror betrieben wird und der Vorwurf des Terrorismus bezogen auf die militante gruppe (mg) ein gern gepflegtes Hirngespinst von Bundesanwaltschaft und Springerpresse ist.
Wer sich klar macht, dass §129a voraussetzt, dass mit der Gewalt die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen der Bundesrepublik Deutschland beseitigt oder erheblich beeinträchtigt werden, versteht auf Anhieb wie absurd der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ist. Natürlich erfüllt das Inbrandsetzen von Autos den Tatbestand der Brandstiftung, aber es beeinträchtigt sicher nicht die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen der Bundesrepublik Deutschland.
Im Gegenteil, man kann gut begründet die Ansicht vertreten, dass Gewalt im Rahmen der Strategie der Spannung geradezu das Lebenselexier der real existierenden deutschen Demokratie ist und die Brandstifter von den Machthabern zur politischen Durchsetzung schärferer Sicherheitsgesetze ebenso dringend gebraucht werden wie eine exzessive Medienberichterstattung dringend gebraucht werden.
Nachdem der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofes gestern einen Einspruch von Generalbundesanwältin Monika Harms gegen die Aussetzung des Haftbefehls gegen den Soziologen Andrej Holm wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach §129a nicht nur verworfen hat, sondern gleich den Haftbefehl insgesamt aufgehoben hat, sollte man eigentlich erwarten dürfen, dass das bei der Bundesanwaltschaft zu Konsequenzen führt.
Wenn die Justiz in Deutschland unabhängig wäre, so müsste sie wohl wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen die Bundesregierung ermitteln. Schließlich will da beispielsweise ein Mitglied Passagierflugzeuge abschießen lassen, ein anderes Mitglied pfeift auf das Grundgesetz und will Einbrüche in Computer und Wohnungen organisieren und ein weiteres Mitglied will die Hälfte eines 150 Mrd Euro schweren Staatsbetriebes für vier bis acht Milliarden verticken. Doch nichts dergleichen geschieht, denn Regierungskriminalität ist keine Staatsschutzsache.
Wenn es allerdings stimmt, dass die Bundesanwaltschaft nun gegen alle Besucher einer Webseite des BKA in einem bestimmten Zeitraum ermittelt, dann gibt es möglicherweise noch einen anderen Aspekt. Schließlich drängt sie Unbeteiligten damit geradezu die Frage auf, ob die Bundesanwaltschaft unzurechnungsfähig sind.
Nachtrag 26.10.2007: Aufschlussreich für das Verständnis vom Rechtsstaat ist auch ein Interview mit Ex-Generalbundesanwalt Joachim Lampe in der taz vom 16.08.2007. Ex-Generalbundesanwalt Joachim Lampe sagt da:
… die Diskussion, wer der “wirkliche Täter” im Unterschied zum “juristischen Täter” war, die kann ein Staatsanwalt nicht akzeptieren.
Wichtig war es Joachim Lampe als Generalbundesanwalt, dass alle Schuldigen schnell verurteilt wurden und lebenslänglich erhielten. Ob Schuldige die Ihnen vorgeworfenen Straftaten begangen hatten oder die vorgeworfenen Straftaten jemand anders begangen hat und die Schuldigen irgendwelche anderen Straftaten begangen hatten, war ihm dabei offenbar herzlich egal. Die Frage, ob wegen dieses Ermittlungsansatzes Schwerverbrechen tatsächlich unaufgeklärt blieben und ob es denkbar sei, dass so eine Gruppe von Geheimdienst-Agenten, die möglicherweise schwerste Straftaten begangen haben, der Strafverfolgung entzogen wurde, wurde leider von der taz nicht gestellt.
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| Im Würgegriff |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Regierngskriminalität kann es in einem Rechtsstaat per Definition nicht geben. Jeder halbwegs gebildter Jurist wird das, die Struktur der Gewaltenteilung siwie die Rolle der Justiz kennend, bestätigen.
#1 - natürlich gibt es in Deutschland keine Regierungskriminalität. Aus diesem Grund ist es auch nicht notwendig, ein Ermittlungsverfahren wegen Hochverrats einzuleiten.
Ich frage mich immer nur, warum wird eigentlich so selten gegen Politiker vorgegangen mit dem Strafrecht? Könnte es was damit zu tun haben, dass die Staatsanwaltschaften in Deutschland weisungsgebunden sind? Schade, schade.
[…] sich entsetzt darüber, dass die Polizei Journalisten von NDR und Tagesschau auf Grundlage des Anti-Terror-Paragrafen 129a abgehört und die Post an Berliner Zeitungen gefilzt hat. Mein Parteibuch hat bereits einige […]
[…] Blog der Lebensgefährtin des von Staatsterror betroffenen Berliner Soziologen Andrej Holm gibt es noch dazu noch Zitate aus dem Editorial der Nummer 115 des […]
[…] den Überwachungsalltag in der DDR finde er erstaunliche Parallelen, sagte Katzenfreund. “Das kommt mir sehr bekannt vor.” Er berichtete vom ständig abgehörten Telefon und den Wachposten vor dem Haus. […]