Auf der Webseite “The Great Firewall of China” kann nachgeschaut werden, ob eine Webseite auch von China aus ohne das Zwischenschalten eines Proxies betrachtet werden kann. Für Deutschland fehlt ein entsprechendes Angebot noch, obwohl das Landgericht Frankfurt gerade von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt mit einer einstweiligen Verfügung zum Geschäftszeichen 2-06 O 477/07 die rechtlichen Grundlagen dafür gelegt hat, dass auch um das deutsche Internet herum eine riesige Firewall aufgebaut wird.
Natürlich ist die Internetzensur in Deutschland und China nicht vergleichbar, auch wenn sowohl chinesische Zensoren als auch deutsche Zensoren den Streisand-Effekt gezielt zum Marketing von ihren Lieblings-Webseiten ausnutzen. Schließlich nutzen die chinesischen Zensoren den Streisand-Effekt aus, um ihrer Bevölkerung grundlegende gesellschaftliche Werte wie Äußerungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nahezubringen, während die deutschen Zensoren vom LG Frankfurt versuchen, den Streisand-Effekt lediglich dazu auszunutzen, die kommerziellen Interessen des zwielichtigen amerikanischen Erotikhosters youporn.com zu Lasten der zensurfreudigen deutschen Telekommunikationsfirma Arcor zu bedienen.
Flankiert wird die Marketing-Aktion des LG Frankfurt durch das Urteil I ZR 102/05 des 1. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes, der vorgestern entschieden hat, dass deutsche Erotik-Anbieter durch die Pflicht zu einem besonders strengen Altersverifikationssystem gegenüber der zwielichtigen US-Konkurrenz ausgebremst werden.
Mein Parteibuch fragt sich, wann auch politisch orientierte deutschsprachige Webseiten aus dem Ausland durch die deutschen Zensurgerichte mit dem Streisand-Effekt vermarktet werden. Während Mein-Parteibuch.com leider damit beschäftigt ist, sich schon mal nach stärkeren Servern umzuschauen, damit Mein-Parteibuch.com im Falle des Falles nicht das Schicksal von Youporn erleidet, deren Webseite unter dem Ansturm der Besucher schon bei der ersten Vermarktung durch die Bild-Zeitung zusammengebrochen ist, wird vielleicht jemand anders schon mal eine Webseite “The Great Firewall of Germany” nach dem Vorbild der populären Webseite “The great Firewall of China” zusammenschrauben.
Nachtrag 21.10.2007: Gerald Steffen hat sich die Mühe gemacht, den Traffic von Youporn mal etwas näher zu beleuchten. Und siehe da, Youporn hat inzwischen mehr Besucher aus Deutschland als aus den USA. Die Vermarktung von Youporn über den Umweg von deutscher Justiz und Streisand-Effekt funktioniert also (via Robert). Damit ist die Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Pablo berichtet inzwischen, dass Freenet inzwischen offenbar auch Emails mit einem Link zu Youporn sperrt.
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| M.Dolzer |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Habeb einige URR getestet. Aich das chinesische Google www.google.cn.
Bei allen URL hieß es, dass diese blockiert sind.
Auch: en.beijing2008.cn
oder www.deutschebotschaft-china.org
oder www.ebeijing.gov.cn
oder www.ccer.pku.edu.cn sind angeblich blockiert
Kann jemand eine den Test bestehende Site nennen.
[…] Blog von mein-parteibuch.com analysiert folgendes: Auf der Webseite “The Great Firewall of China” kann nachgeschaut werden, […]
[…] “Lemminge” nicht geweckt werden, bauen wir nun eine dolle voll demokratische Firewall The Great Firewall of Germany Auf der Webseite “The Great Firewall of China” kann nachgeschaut werden, ob eine […]
also die erstenannte testseite fuer chinas internet ist entweder absoluter schrott (alle urls werden als gespert gemeldet), oder sie ist schrott für irgendeinen komischen propagandazweck
Die Sperrung von Youporn finde ich ja schon äußerst bedenklich, aber wenn es stimmt, dass mittlerweile sogar E-Mails gefiltert werden, dann fehlen mir echt die Worte. Ist sowas rechtlich überhaupt erlaubt?
Deutsche Politiker, Justizherrscher und Wirtschaftsführer interessieren Recht und Gesetz einen feuchten Käse.
[…] für jeden deutlich sichtbar werden zu lassen, werden die Richter, die noch vor kurzem Arcor zur Sperrung der Seite Youporn verpflichtet haben, sicherlich nicht […]
[…] Alle verbreiteten Programme und Filme, einschließlich Cartoons, müssen vorher von zuständigen Behörden genehmigt oder gelöscht werden, sonst drohen Strafen. Damit sind die vielen privaten Videoanbieter künftig aus dem Rennen. Was dies für Anbieter wie mein-parteibuch.com mit auswärtigen Servern oder für Deutschlands populärste Website rotglut.org bedeutet, ist noch unklar. Aber mein-parteibuch.com wurde bereits immer wieder zeitweise gesperrt. Und ausländische Seiten, etwa die der irakischen Al Basrah, die schweizer journalismus - nachrichten von heute oder Wikileaks, können in Deutschland nicht aufgerufen werden. […]