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28. September 2007

Goldgrube Bahnprivatisierung

von @ 18:05. abgelegt unter Korruption, Deutschland, Politik
Faule Eier
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Copyleft2007 Lurusa Gross

Eines der wichtigsten Projekte der Bundesregierung von Angela Merkel ist die Privatisierung der deutschen Bahn. Wie Winfried Wolf am 22.07.2007 im Artikel “Der wahre Wert der Deutschen Bahn AG” erklärte, hatte die Deutsche Bahn AG Ende 1994 ein Bruttoanlagevermögen in Höhe von 164,8 Milliarden Euro.

Zum Bahnvermögen zählen demnach vor allem eine ganze Reihe von riesig großen gut gelegenen Innenstadtgrundstücken. Seitdem habe die Bahn einiges abgeschrieben und eine ganze Reihe von Neubaustrecken mit Steuermitteln bezahlt bekommen, die sie, da sie praktisch Geschenke sind, nicht als Vermögen bilanziere.

Knapp die Hälfte dieses Bahnvermögens möchte die Regierung von Angela Merkel nun für vier bis acht Milliarden Euro als Bahnprivatisierung verkaufen. Begründet wird der bemerkenswert niedrige Verkaufspreis für die Grundstücke von Politikern damit, dass die Bahn mit dem riesigen Vermögen keine Gewinne erwirtschafte. Sinn macht der Kauf der Bahn aus Sicht der Käufer also nur, wenn das Vermögen nach der Bahnprivatisierung verkauft wird und dann die Gewinne realisiert werden. Politiker aller Parteien versichern allerdings, dass der Verkauf des Vermögens von den noch unbekannten Käufern gar nicht geplant sei.

Wenn deutsche Politiker so was sagen, dann darf man das wohl glauben, denn schließlich lügen deutsche Politiker nicht. Wer glaubt, dass die Bahn einzig und allein deshalb noch nicht privatisiert wurde, weil Bundes- und Landespolitiker sich bisher nicht über die Aufteilung der Zig-Milliarden schweren Beute einig sind, irrt sich ganz sicher. Schließlich sind die Aussagen deutscher Politiker für die Ewigkeit gemacht. Ganz besonders glaubwürdig sind deutsche Politiker, wenn sie für das, was sie sagen, bezahlt werden. Deutschland Debatte hat sich diese Woche frontal21 angeschaut und listet ein paar Namen von deutschen Politikern und Ex-Politikern auf, die in einem in der Sendung gezeigten Papier zu sehen waren.

Bestimmt nicht verkehrt ist es jedoch zu sagen, das Auffüllen der Kassen durch die Goldgrube Bahnprivatisierung sei das wichtigste Projekt der restlichen Legislaturperiode der Regierung von Angela Merkel. Hoffentlich versteht das nun niemand falsch.

14 Kommentare zum Beitrag “Goldgrube Bahnprivatisierung”

  1. Krauphi sprach

    Ich schließe mich Deiner Meinung voll an. Selbstverständlich denken unsere Volksvertreter, denen böswillige Mitmenschen nachsagen wirklich Einfluß zu haben, beim Verkauf der Bundesbahn nur an die die sie Vetreten, das Volk.
    Böswillige Unterstellungen, dass hier Eigennutz im Spiel sein könnte teile ich nicht. Somit werde ich völlig entsetzt sein, wenn ich ich geraume Zeit nach der nächsten Wahl, einige der bei Frontal genannten Personen, auf Posten bei der DB AG und ihr nahestehender Tochter- unternehmen wiederfinden werde. Diese Bedenken werden bestimmt schnell aus dem Wege geräumt sein, da die Erklärungen diverser Volksvertrer und Konzernangehöriger der DB AG grundsätzlich nicht anzuzweifeln sind.
    Jedenfalls halte ich es für völlig ausgeschlossen, dass die DB AG zur Erleichterung zusätzlich weitere Hilfestellungen, bis hin zu gesetzlichen Regelungen, zur Befgniserweiterung erhält. So etwas ist nun wirklich nicht abzusehen.
    Ich betone nachmals meine feste Überzeugung das gemeine Volk wird der wirklicher gewinner sein. Das Volk wird es an den Fahrpreisen und auch an den Umweltzonen in verkehrspolitisch interessanten Regionen merken.

  2. buschi sprach

    begreift endlich,dass das merkel nur eine billige marionette von den
    rotschilds ist.die pest von der ostküste kauft mit dollars alles auf-
    wen interessiert das schon-der mop ist und bleibt doof

  3. Asphyx sprach

    @2

    Geb’ nicht immer den nicht existierenden Bankhäusern irgendwelcher irrelevanten Religionen die Schuld.

    Dieses eine Mal wirst selbst du zugeben müssen, daß der Ausverkauf der DBAG eindeutig von unseren eigenen Politikern geplant ist.

    Wenn ich mich nicht irre, ist von einem finanziellen Erfolg sogar die Oberheuschrecke Müntefering überzeugt!

    Und das sagt schon alles. Auch den frontal21-Bericht habe ich gesehen und mir war danach stundenlang schlecht.

    Bahnfahren - wenn privatisiert - NEIN DANKE!

  4. LOL sprach

    Wenn Ihr alle so einhellig davon überzeugt seid, dass die DB bei der Privatisierung ein Schnäppchen sei, dann steht es Euch allen doch frei, Euch selbst mit Anteilsscheinen an der Gesellschaft und Ihrem profunden Wert zu beteiligen.
    Hmm…. warum habe ich nur das dumpfe Gefühl, dass Ihr dann aber doch nicht so recht glaubt, da ein gutes Geschäft machen zu können…

  5. Leser sprach

    @LOL
    Kannst Du mir mal eben 8 Mrd Euro geben? Da würde ich gern einkaufen.

    Mit Anteilsscheinen, Tiefensee nennt das großspurig Volksaktie ist das eine Krux. Denn wer nur ein paar der Papiere hat, kann vom Management von vorn bis hinten bekaut werden, ohne dass er dagegen was machen kann.

  6. Webnews.de sprach

    Goldgrube Bahnprivatisierung…

    Die Deutsche Bahn AG hatte bereits Ende 1994 hatte ein Bruttoanlagevermögen in Höhe von 164,8 Mill…

  7. Rolf Schälike sprach

    @LOL
    Das ist der Trick. Reales Geld fließ in die Taschen der Entscheider durch Verkauf von Volksaktien.

    Danach verselbständigen sich die Aktien und werden zu Spielkapital.
    Die Information über die Bahn, gesendet von den Bahn-Managern ins All, und empfangen durch Fernsehen, Internet, die Meanstream-Presse - die Gegenöffetnlichkeit wird niedergeklagt - , entscheidet über den Wert der als Spielkapital agierenden Aktien. Zusätzliche Gewinner sind meist die Großaktionäre.

    Ein kleines Schnäppchen kann allerdings der eine oder andere Volksaktionär auch machen. Dessen Gewinn wird jedoch rausgeholt durch höhere Bahnp-, Benzinpreise und andere Preiserhöhungen.

    Ob das staatliche Eigentum die bessere Alternative ist, weiß ich nicht. Korrupt bleibt korrupt. Betrug bleibt Betrug. Ob durch die Verwalter des Staatseigentums oder die privaten Nutzbießer bei der Privatisierung ist offen.

    Vokseigentum wird in der Endkonsequenz ebenfalls verschleudert.
    Den geschichtlichen Beweis haben wir am Beipiel des Ausverkauf der Lagerbeständen an Rohstoffen und Halbzeuigen nach 1990 in der Sowjtunion zu Tiefstpreisen und den Geaamtausverkauf des DDR-Volkseigentums.
    Wird in den anderen Ostblock-Ländern nicht anders gelaufen sein. Profitiert haben nicht unwesentlich die früheren Verwalter dieses Volkseigentums.

  8. Bernd sprach

    Nicht ganz unwesentliche Links zu Privatisierungsgegnern hier:

    Ein paar politische Zeilen:
    http://www.nach...iten.de/?p=2615

    Aktion Protestmail:
    http://www.gloc...Hash=ed1188856c

  9. Joerg Cappallo sprach

    Es wird ja auch endlich Zeit das die Vorgaben der EU-Verfassung im Sinne de Kapitaldiktatur durchgesetzt werden. Privatisierung ist Verfassungstreue. Ich hoffe, dass alle Angestellten und Beamten der Bahn mal nun aufwachen und kapieren, dass ein Streik nicht nur wegen Lohnerhöhungen geführt werden muss, sondern wegen überwiegenden politischen Interessen des ganzes Volkes in Anbetracht des Winterschlussverkaufes von Volksvermögen.
    Also ganz klar verboten und daher genauso notwendig: Politische Streiks auf allen Ebenen. (Was natürlich niemals passieren wird, weil die Mehrzahl der Bevölkerung nur bis zur Möhre sieht, die vor der Nase baumelt)

  10. Duckhome sprach

    Tiefensees Kampf gegen die deutschen Bürger…

    Mit Verkehrsministern hatten wir ja seit Georg Leber kein Glück mehr. Die meisten waren nur einfach doof, gekauft oder beides. Wolfgang Tiefensee stellt da eine ganz neue Qualität dar. Er bekämpft zusätzlich noch die deutschen Bürger auf je…

  11. otti sprach

    Verschleuderung von Volksvermögen zum Vorteil des Großkapitals und zum Nachteil der Bürger.
    Nach einem ‘Kanzler der Bosse’ nun eine Kanzlerin der neoliberalen Geld- und Machteliten?

  12. mein-parteibuch.com » GDL macht ernst mit Bahnstreik sprach

    […] dabei hilft, die Gewinne der Bahn kleiner erscheinen zu lassen und es so einfacher wird, bei der Bahnprivatisierung die Verramschung der Hälfte des mehr als 100 Mrd Euro schweren Bahnvermögens für […]

  13. mein-parteibuch.com » Eiertanz von Wolfgang Tiefensee sprach

    […] Sie hätten das milliardenschwere öffentliche Vermögen der Bahn bei der Bahnprivatisierung verramscht, wenn Ihnen der SPD-Parteitag nicht wenigstens teilweise in den Arm gefallen […]

  14. Börsengang der Deutschen Bahn AG für Herbst 2008 geplant | Finanz News sprach

    […] Ergebnis der jahrelangen Verhandlungen von Union und SPD ist die Schaffung einer speziellen Holding-Gesellschaft, zu der die […]

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