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15. September 2007

Kardinal Meisner auf den Spuren von Adolf Ziegler

von @ 17:21. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Kunst, Kirche, Rechtsextremismus, Christentum
Demenz
Sie sehen um uns herum diese Ausgeburten des Wahnsinns, der Frechheit, des Nichtkönnertums und der Entartung. Uns allen verursacht das, was diese Schau bietet, Erschütterung und Ekel.

Das sagte natürlich nicht der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner, sondern der “Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste”, Adolf Ziegler, 1937 bei der Eröffnung der Ausstellung “Entartete Kunst” in München.

Joachim Kardinal Meisner sagte hingegen soeben anlässlich der Eröffnung des Kunstmuseums Kolumba folgendes:

Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.

Demenz                    
Copyleft2007 Lurusa Gross

Das darf man nun ruhig mal etwas sacken lassen.

In Zeiten wie heute, wo Meinungs- und Kunstfreiheit in Deutschland dem Abmahnwahn gewichen sind, bricht Kardinal Meisner mit der Thematisierung von entarteter Kunst ein Tabu, denn so wäre es nur natürlich, wenn nun mal genauer hingeschaut wird, ob sich seit 1937 in der real existierenden deutschen Demokratie an der Verteufelung kritischer Kunst tatsächlich viel verändert hat.

Prompt gibt es auch heftigen Widerspruch, der darauf abzielt, klarzumachen, dass es heutzutage keine entartete Kunst mehr gibt. Kardinal Meisner, der sich ansonsten vor allem mit Kirchen- und Moscheefenstern bestens auskennt, verteidigt hingegen völlig unbeschwert seine Äußerung zur von der Gottesverehrung abgekoppelten entarteten Kultur sogar noch im nachhinein.

Na, dann ist ja alles klar. Schließlich hängt das Verständnis von Kunst als entarteter Kunst, wie im von mindestens drei Dutzend korrupten Juristen bestätigten Interview mit Lurusa Gross erklärt wird, vom Standpunkt des Betrachters ab.

7 Kommentare zum Beitrag “Kardinal Meisner auf den Spuren von Adolf Ziegler”

  1. Ulrich Brosa sprach

    Kardinal Meisner hat die Maßstäbe verloren. Gerhard Richter ist ein SEHR gefälliger Maler. Wenn Joseph Beuys im Kölner Dom ein aufblasbares Kruzifix montiert hätte, das Gottesdienstbesucher mit Nadeln zum Platzen bringen können, vielleicht könnte ich Meisner dann verstehen.

    Die provokativste Kunst hat meist etwas mit Fluxus, Performances und Aktionen zu tun. Gut gemachtes Straßentheater, das in Blogs eifrig begackert wird, kann partielle Revolutionen auslösen.
    http://www.ruhr...1_98/rubin9.htm
    Zwei oder fünf Leute können mehr bewirken als eine Latsch-Demo mit fünftausend Leuten.

    Trotzdem sind Bilder immer noch wichtig - sehr wichtig.
    http://www.althand.de/ verdankt die meisten seiner Aufrufe natürlich
    den direct requests. Dicht dahinter kommt eine Symbol-Interpretation
    von enormer politischer Bedeutung
    http://www.just...posts/2898.html
    und dahinter die Bildersuche von Google. Zum Jux empfehle ich mit http://images.google.de/ nach “Schwuchtel”
    zu suchen. Polizistensohn und Berger-88-Vorsitzender Frank Ludwig hat sich vermutlich nicht einmal in seinen übelsten Alpträumen ausgemalt, dass er auf diese Weise weltberühmt wird.

    Welche Bilder wollen die Leute noch? Na klar: “NPD”, “Sieg Heil”,
    “Neonazis”, “88″ und dergleichen. Dazu bekommen sie was von althand.de, aber immer etwas, womit sie nicht rechnen.

  2. ThomWeb sprach

    Die entartete Kunst in Köln im Jahr 2007

    Es ist jetzt fast 20 Jahre her, dass Jürgen Becker in der Stunksitzung in einer Predigt Kardinal Meisner, diesen DDR-Import, mit dem der Papst die Kölschen strafte, als Arschloch bezeichnete. Seinerzeit drehte der WDR ihm bei diesem Wort den Ton ab, weswegen Becker die Rede anschließend in den Mitternachtsspitzen wiederholte. Am Wochenende nun hat Meisner erneut bewiesen, dass die katholische Kirche ein eiskalter, einzig und allein auf Machterhalt, die Mehrung von Macht und von Geld ausgerichteter Club alter Männer ist.

  3. Ulrich Brosa sprach

    Es ist erstaunlich, wer sich alles an der Renazifizierung beteiligt. Kardinal Meisner, TV-Tante Herman, … Ich habe früher geglaubt,
    es würde im Lauf der Zeit weniger. Doch das ist nicht so. Hier noch ein paar Links über die Engagements von Polizei und Verfassungsschmutz:

    http://de.indym...09/194263.shtml
    Im braunen Herzen Deutschlands

    http://de.indym...09/194095.shtml
    Verfassungsschutz als NS-Waffenlieferant

  4. Don Pepone sprach

    Stimmt es eigentlich, das der Kardinal grundsätzlich jede Predigt mit den Worten: “Heil Hinkel und Amen Gemeinde!” beendet? Habe da mal sowas gehört…

  5. Perspektive2010 sprach

    In Köln nennt man den Kardinal “liebevoll” Kanal Meisner oder Hassprediger :lol: Offenbar hat er die Herzen der Kölner im Sturm erobert :mrgreen:

    Gruß

    Alex

  6. silberling sprach

    Also zum Kardinal Meisner fällt mir, nur das Wort Altersdemenz ein! Ich persönlich halte die katholische Kirche für einen einzigen Herd für braunes Gedankengut und Pädophilie.
    Habe ich schon erwähnt das die katholische Kirche sich gedanklich noch im 17. Jahrhundert befindet und Sie möchte uns auch wieder dahin zurück katapultieren.

    Ab heute ist ja der Kardinal Meisner nach Rumänien gereist. Besucht er dort seinen schwulen Busenfreund Udo Erlenhardt alias “Pater Don Demidoff”? Vielleicht wollen Sie ja in dem angeblichen Kinderheim ihre Neigungen gemeinsam an die kleinen Jungs vergeben. Als milde Gabe sozusagen.

    Besser als Karlheinz Deschner mit seiner “Kriminalgeschichte des Christentums” hat bisher niemand die schon jahrtausend anhaltenden Verfehlungen der Kirche beschreiben. Und in der TV-Dokumentation “Die haßerfüllten Augen des Herrn Deschner” kommen vor allen Dingen seine Kritiker zu Wort und merken gar nicht, wie Sie sich, mit ihren Äußerungen, selbst entlarven.

  7. mein-parteibuch.com » Säkulare Medienbeobachtung sprach

    […] hat per Kommentar auf das noch recht junge Blog SkepTicker aufmerksam gemacht, das sich einer sekulären […]

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