Mein Parteibuch hat bereits mehrfach über Situationen in Mecklenburg-Vorpommern um den geflüchteten Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz berichtet, der letztes Jahr in Kanada verhaftet wurde und dem nun in Schwerin der Prozess gemacht wird. Im R-Archiv gibt es nun, offenbar basierend auf einem privat mitgeschriebenen Verhandlungsprotokoll, einen Artikel zu einer merkwürdigen Sozialprognose.
In Anbetracht dessen, dass Misswirtschaft und Wirtschaftskriminalität sicher nicht zu vernachlässigende Faktoren bei der Vernichtung von Arbeitsplätzen in einer Region Deutschlands, die sie besonders dringend nötig hat, sind, könnte man eigentlich erwarten, dass die Medienlandschaft die Situationen ausführlich recherchiert oder zumindest über die Merkwürdigkeiten des Prozesses ausführlich berichtet. Tatsächlich war die Medienlandschaft zu dem heiklen Strafprozess, bei dem es immerhin um viele Millionen schwere Untreue eines Organs der Rechtspflege geht, bisher geradezu auffällig ruhig.
Wieso untersuchen Medien und investigative Journalisten nicht, wie es sein kann, dass der nun angeklagte Rechtsanwalt Hunderte von Insolvenzverfahren bekommen hat und dabei keinem Verantwortlichen aufgefallen sein will, dass die Abwicklung von vielen der Insolvenzen offenbar nicht mit rechten Dingen zuging. Warum bohren Journalisten nicht mal nach, was aus dem veruntreuten Geld ganz genau geworden ist? Es ist ja wohl nicht so, dass einfach jemand das wunderschöne Geld in die wunderbaren Spielbanken von Mecklenburg-Vorpommern getragen hat.
Kann es sein, dass eine derartige Kriminalität möglich ist, ohne dass graue Eminenzen aus der Politik ihre Hand darüber gehalten haben? Falls man meinen würde, das könnte nicht der Fall sein, dann sollten Journalisten sicherlich mal untersuchen, wer die grauen Eminenzen sind.
Wie gut kennt eigentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, in dem ihr Wahlkreis liegt? Und falls sie von Vorgängen in dem Bundesland, in dem ihr Wahlkreis liegt, keine Ahnung hat, könnte sie dann nicht mal ihren Geheimdienstminister Thomas de Maizière, der von 1994 bis 1998 unter Ministerpräsident Berndt Seite Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern war, fragen, was da eigentlich los war?
Und was würde eigentlich der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringsdorff, zu den Vorgängen, wenn ihn ein Journalist dazu mal anständig befragt? Kann es sein, dass ihm, dem ehemaligen Wirtschaftsminister und jetztigen Ministerpräsidenten, Personen und Handlungsweisen, mit denen Betriebe in Mecklenbrug-Vorpommern offenbar reihenweise und in großem Stil ausgeplündert wurden, etwa gänzlich unbekannt waren?
Dass solche Fragen zu den Merkwürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern von den Massenmedien bisher nicht laut und deutlich vernehmbar gestellt wurden, lässt tief blicken.
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| Ungesunde Ferienpause |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Im Deutschlandradio Kultur kam vor kurzem der Beitrag JUSTITIA DEALT, der einiges erklärt.
Schlimm empfinde ich den damit einhergehenden Vertrauensverlust der kleinen Leute in die sogenannte rechtsstaatliche
Ordnung. Der ist nicht wieder gut zu machen.
[…] den haarsträubend widerwillig geführten Ermittlungen, den juristischen Merkwürdigkeiten, von dem dem Urteil zugrunde liegenden Deal und den offenbar bis in höchste Kreise reichenden […]