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| Triathlon |
Jurastudent Lawlita hat gestern einen bemerkenswerten Artikel mit Titel “Über die formale Banalität und den materiellen Anspruch von Recht” veröffentlicht, in dem es nicht zuletzt um die Entzauberung von Justiz im Jurastudium geht. Den Gedanken eines Vergleiches der Juristerei mit Zauberei möchte Mein Parteibuch hier aufnehmen und etwas weiterführen, auch wenn Juristen ihr Treiben möglicherweise nicht gern als Hokus Pokus beschrieben sehen. Mein Parteibuch meint jedoch, wer sich mit so etwas wie einem schwarz oder rot angestrichenen Duschvorhang um die Schultern gewickelt auf eine erhöhte Bühne setzt, der muss sich nicht wundern, wenn sein undurchsichtiges Wirken mit Zaubererei auf der Bühne verglichen wird.
Der rituelle Hokus Pokus im Gerichtssaal versperrt dem gemeinen Publikum den Blick auf die Vorgänge, die hinter der Bühne vonstatten gehen. Mein Parteibuch meint jedoch, es lohnt sich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Dabei ist es nicht nur wichtig, auf surrende Geräusche zu achten, sondern es kann sicher auch hilfreich sein, sich vorzustellen, was wohl gesprochen wird, wenn die Zauberer sich Backstage zur geheimen Beratung zurückziehen. Die Geheimniskrämerei eröffnet breiten Raum für lustige Fiktionen und ist dem Ansehen der Justiz in der Gesellschaft sicherlich nicht förderlich.
Ritueller Hokus Pokus erfüllt jedoch nicht nur eine Funktion nach außen, sondern wirkt auch nach innen. Im Beitrag von Lawlita wird der Eindruck erweckt, Jurastudenten bekämen vermittelt, die Gesellschaft sei es, die die von ihr als gerecht empfundene Erwartungen auf legislativem Wege wie Lava in eine Form gießt, und nach erkalten der Rechtswissenschaft übergibt. Die Juristerei habe demnach - frei interpretiert - die Aufgabe, das gerechte Volksempfinden in der Rechtsprechung durchzusetzen und unter Zuhilfenahme der im Recht kodifizierten Ausprägung des Gerechtigkeitsempfindens dafür zu sorgen, dass dies von möglichst vielen Menschen als gerecht empfunden und deshalb akzeptiert wird.
Wer als Zeremonienmeister eingespannt ist, wird sich sicherlich schwertun, die guten Absichten öffentlich in Frage zu stellen, schon weil dabei zunächst mal der Hokus Pokus über Bord geworfen werden müsste. Wer jedoch weiß, wie deutsche Gesetze gemacht werden, der kann leicht erkennen, dass Gesetze häufig alles andere als der kodifizierte gerechte Wille der Gesellschaft sind. Wenn aber gerechte Gesetze in der real existierenden deutschen Demokratie durch Zensur, Medienmanipulation und Korruption Mangelware sind, dann taugen sie auch nicht zur Legitimation des Hokus Pokus in der Justiz, denn so wird auf die Illusion der Demokratie nur noch die Illusion der Rechtsstaatlichkeit oben drauf gepackt.
Dass der gepflegte justitielle Hokus Pokus einigen Juristen zupass kommt, ist dabei zwar durchaus nachvollziehbar, weil damit der Öffentlichkeit recht wirksam der Blick auf menschliche Unzulänglichkeiten, blanke Willkür, Politjustiz oder eigene Straftaten verstellt wird, aber im Interesse einer gerechten Gesellschaft steht ein auf Geheimniskrämerei basierender und mit Utensilien wie schwarz oder rot gefärbter Duschvorhänge oder Ritualen wie der Konditionierung durch Aufstehen und Setzen betriebene Hokus Pokus in der Justiz damit noch lange nicht.
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| Bio |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Möglicherweise wird das Thema Recht im Rahmen eines Jurastudiums zwar in vielen Facetten vermittelt, aber doch nicht in allen. So spielen vermutlich in der juristischen Ausbildung die Staatsschutzdelikte nur eine untergeordnete Bedeutung. Glücklicherweise gibt es das Parteibuchlexikon, in dem sich das interessierte Fachpublikum beispielsweise über das Delikt Hochverrat informieren kann. Glücklicherweise kann man keinem Mitglied der herrschenden politischen Kaste vorwerfen, den Bestand der verfassungsmäßigen Ordnung zu gefährden. Denn wenn in Deutschland angeblich der soziale Satz für die Nahrung für Kinder zu niedrig bemessen sein soll, dann ist das sicherlich kein Verstoß gegen das Sozialstaatsgebot.
Man muss mal ganz klar sagen: In der juristischen Ausbildung sollten soziale Rechte, Sozialstaat, Sozialbindung des Eigentums sehr viel stärker betont werden. Stattdessen wird immer nur sehr stark der Schwerpunkt auf den Schutz des Eigentums gelegt. Dass aber auch soziale Rechte so etwas wie das Eigentum des kleinen Mannes sind, das sollte sehr viel stärker der juristischen Ausbildung betont werden.
Wir brauchen mal wieder eine richtige Reformen der Juristenausbildung, wann war die letzte größere substantielle Reform? Das muss schon viele Jahrzehnte zurückliegen.
In diesem Sinne - es wird möglicherweise Zeit für ein Bekenntnis zu Schwarz-Rot-Gold.
@1 Ich meine die letzte grundlegende Reform war 1933;)
Beim Gesetzgeber, wie hochtrabend, handelt es sich bekanntlich um niemeand anderen als die in der Bevölkerung verachtete und keinerlei Vertrauen genießende Politikerkaste.
Bei den Organen der Rechtspflege kann manchmal schon der Verdacht aufkommen, dass manche dieser Organe total verkrebst sind und eigentlich herausgeschnitten werden müssten. Die Frage, was dann vom ausgemergelten Rechtskörper der Rechtspflege noch übrig bleiben würde, mag jeder für sich selbst beantworten.
Dass - fremdes - Eigentum oder Grundeigentum durchaus kein hohes Rechtsgut zu sein braucht, wenn der Staat selbst oder seine Organe im weiteseten Sinn sich dies durch Lug und Trug zu erschleichen versuchen, sei der Vollständigkeit halber an dieser Stelle auch erwähnt.
In einem sochen Fall ist nämlich nix, gar nix! Oder, wie es ein Organ der Rechtspflege gewählt und substanzlos ausdrücken würde, handelt es sich da einfach um ein auf einen Irrtum zurückzuführendes Missverständnis.
Insgesamt könnte es sich leider beim real existierenden Rechtsstaat selbst um ein Missverständnis, und zwar um ein großes, handeln.
Das Rechtssystem ist der lange geglückte Versuch, den Massen die Ungleichheit und Ausbeutung der Menschen als vermeintlich natürlichen Zustand zu verkaufen. Das Recht schützt und fördert die Starken, während es die Schwachen bestraft und unterdrückt - nicht mehr und nicht weniger.
Gruß
Alex
Was an den Unis wirklich alle wissen, wird endlich Thema in den Main-Stream-Medien: An den ‘rechtswissenschaftlichen’ Fachbereichen wird zuallererst Betrug gelehrt. Lehrfach Nummer Eins ist:
“Wie betrüge ich andere ohne selbst dabei erwischt zu werden?” Als dafür besonders geeignet erweist sich der juristische Lehrkörper.
OFFENES GEHEIMNIS UNTER STUDENTEN
Für die Jurastudenten in Hannover waren die Vorwürfe gegen A. jedoch schon 2005
keine Überraschung: “In Hannover wusste das jeder auf dem Campus. Wirklich jeder”, heißt es in einem von Juristen besuchten Forum. Und User “Steilpass” ergänzt: “Auch ich hatte Kommilitoninnen, die trotz erkennbarer Geisteskrankheit
allein aufgrund blondierten Haupthaares gepaart mit ansprechendem Körpereinsatz
überraschende 16 Punkte oder mehr in BGB-Klausuren erzielen konnten.” Die lokale
Presse hörte sich damals unter den Studenten um und berichtete: “Die Studenten
sprechen nur ‘vom Professor und seiner Süßen’.”
http://www.focu...aid_132101.html
DER DOKTORMACHER
Zusammenarbeit mit windigen Promotionsberatern, 184.000 Euro für viele Doktortitel, bessere Noten für Sex - die Vorwürfe gegen einen Juraprofessor aus Hannover wiegen schwer. Seit Donnerstagmorgen sitzt er in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er nach Panama flüchten wollte.
http://www.spie...,504341,00.html
WO DIE JURISTEN LERNEN
http://www.alth...de/juraklo.html
Brauchen wir eine Reform des Jurastudiums? Nein! Wir brauchen überhaupt kein Jurastudium. Warum machen die KassiererInnen bei Aldi, Lidl und Co viel weniger Fehler als die RichterInnen? Wer diese Frage beantworten kann,
weiß, wie mit den ‘Rechtswissenschaften’ weiter zu verfahren ist.
@Meudalherr:
Ich halte es für zu kurz gegriffen, der juristischen Ausbildung Einseitigkeit zu Ungunsten sozialer Rechte vorzuhalten.
Die Ausbildung ist praxisnah aufgebaut, behandelt also Probleme die häufig auftreten ausführlicher als andere.
Staatsschutzdelikte bspw. kommen im Bereich des Strafrechts natürlich kurz, denn im Real Life sind nicht sie, sondern Vermögensdelikte, Körperverletzung u.ä. an der Tagesordnung.
Dass Eigentum verpflichtet, ist eine nette Verfassungs-Floskel, die allerdings keine allzugroße Relevanz hat, und im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass die Verfassungsväter sich nicht auf einen wirtschaftlichen Kurs einigen konnten.
Die Ausbildung anders “zu polen”, würde dem Versuch nahekommen, über die Judikative ein anderes Wertesystem durchzudrücken.
Man mag dem demokratischen System seine Macken vorwerfen, und sicherlich ist sein agieren oftmals nicht Ausdruck des Volkswillens - in Reaktion darauf aber massiv mit der Trennung zwischen den Gewalten zu brechen, halte ich allerdings für keine weiterführende Idee.
Mit Grüßen,
Lawlita.
Laienthesen zum Wochenende…
Das lassen wir jetzt einfach mal so wirken.
…
Wie deutsche Eliten genacht werden oder wie funktioniert deutsche Justiz!
http://www.spie...,504341,00.html
# 6: “Real Life” - das sind aber nicht nur Ladendiebstähle (aus Discountern, die regelmässig den Superreichen gehören), sondern auch Massenarbeitslosigkeit. Die Justiz ist auf dem Auge “Sozialstaat” leider teilweise blind. Dieser Vorwurf ist sehr massiv. Derzeit ist glücklicherweise die Grenze zum Hochverrat noch lange nicht erreicht. Aber die Zukunft könnte sehr finster sein, denn die Justiz ist leider nur Anhängsel.
“Trennung zwischen den Gewalten zu brechen” - die Justiz ist meiner Meinung nach de facto leider ein Anhängsel der Exekutive. Also die Justiz wäre generell zu stärken und unabhängiger zu machen. Die Justiz ist viel zu schwach in Deutschland. Parlament und Regierung werden nicht angemessen in die Schranken gewiesen durch die Justiz. Die Justiz versagt leider mal wieder nahezu auf der ganzen Linie. Das empfinden deutsche Staatsbürger möglicherweise als demütigend.
“ein anderes Wertesystem durchzudrücken” - das gegenwärtige neoliberale Wertesystem wird vermutlich von der Mehrheit des deutschen Volkes abgelehnt. Das ist möglicherweise ein Verstoß gegen das Demokratieprinzip, den Mehrheitswillen erheblich mit Füssen zu treten. Hier schreitet die Justiz leider nicht korrigierend ein, obwohl sie teilweise dazu die Möglichkeit hätte.
Im Übrigen: Danke für Ihre sachliche Stellungnahme, auch wenn ich deutlich anderer Meinung bin.
[…] konnten, dann ist das doch sicher ein hilfreiches Indiz bei der Feststellung der Unschuld oder der Entzauberung der Justiz. [Trackback URI] […]