Katze

Mein Parteibuch BlogNo Copyright - Kopieren erlaubt

Ein Internet-Tagebuch mit Katzenbildern

[Mission Statement] [Krieg ist illegal]

[International]   [Headlines]   [Forum]   [Wiki]   [Ticker]   [Mitmachen]

29. August 2007

Frankreichs Neue Weltordnung: “Bombe oder Bombardierung!”

von @ 11:55. abgelegt unter Außenpolitik, Frankreich, Krieg

Frankreichs Nicolas Sarkozy bringt sein Land als Vermittler und geopolitischen Architekten ins Gespräch. Als außenpolitische Ziele nennt er die Stärkung von UNO, EU und G8, langfristiges Engagement im Irak sowie eine Partnerschaft zwischen der EU und der Türkei. Der Präsident der „Grande Nation“ wirbt für sich als assistierenden Baumeister und willigen Vollstrecker der kommenden faschistischen Weltordnung.

Sarkozy hielt auf einer Pariser Konferenz vor 180 französischen Diplomaten eine Grundsatzrede zur französischen Außenpolitik. Darin forderte er eine Reform des UNO-Sicherheitsrates durch eine ständige Mitgliedschaft von Deutschland, Japan, Indien und Brasilien [1]. Dies würde insbesondere den Einfluss der Trilateralen (USA-EU-Japan) vergrößern. Frankreich und die „Friedensmacht“ Deutschland (SPD-Slogan zur Europawahl 2004 [2]) stehen in der EU derzeit ohnehin an der informellen Spitze.

Für die EU schwebt dem französischen Präsidenten eine eigenständige Sicherheitspolitik vor. Dies bedeutet jedoch keinen Rückzug von der Militarisierung der EU oder den US-Projekten im Irak und Iran. Im Gegenteil: Sarkozy will eine Ausweitung des militärischen Engagements in aller Welt [3]. Auch die Freundschaft zu Israel und den USA betonte er in seiner Grundsatzrede [4].

Außerdem drang Sarkozy auf einer Stärkung der afrikanischen Vertretung bei den Vereinten Nationen. Frankreich übt als ehemalige Kolonialmacht [5] weiterhin großen Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent aus. Die Jugendlichen der Unruhen von 2005 hingegen bezeichnete er seinerzeit laut französischen Fernsehberichten bisweilen auch als „Gesindel“ oder „Wundbrand, den man wegschneiden“ müsse. Insgesamt steht Sarkozy für eine Militarisierung von Gesellschaft und Politik. Er sieht einen Kampf der Kulturen [6], wie er von führenden Köpfen der USA propagiert wird.

Im Zuge der Debatte um die Aufnahme der Türkei in die EU bekräftigte Sarkozy ein weiteres Konzept zu zwischenstaatlichen Bündnissen nach dem Vorbild der EU: die „Union de la Méditerranée“ [7]. Sarkozy stellt sich einen Verbund der Anrainerstaaten des Mittelmeeres vor. Dies würde auch eine stärkere Bindung zwischen Staaten wie Algerien und Libyen an die EU zur Folge haben. Der Weg zum Bau eines überdimensionierten Staatenbundes wird so weiter verfolgt. Grundsätzlich wäre gegen eine vereinte Welt nichts einzuwenden. Die Motive von Sarkozy und Anderen liegen jedoch weniger im „ewigen Frieden“ (Kant) als in Krieg und Ausbeutung.

Langfristiges Engagement im Irak

Der US-Regierung schlägt Sarkozy vor, einen Zeitplan für den Truppenabzug zu entwerfen. Er sieht Frankreich als Vermittler in diesem Konflikt. Letztlich würde dies aber vor allem ein langfristiges französisches Engagement im Irak sowie eine nachträgliche Legitimierung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges bedeuten. Während sich Frankreich offiziell gegen die US-Politik Stimmung macht, werden die Forderungen der anglo-amerikanischen Besatzer nach einer stärkeren Präsenz der UNO wiederholt. Diese hatte sich bisher mit dem Hinweis auf den Bruch des Völkerrechts geweigert, sich militärisch im Irak zu engagieren. Eine Änderung dieser Politik legitimiert den Einmarsch und seine Folgen für die Zivilbevölkerung.

Nach den Rücktrittsforderungen an den irakischen Premier Nouri al-Maliki hat sich Frankreichs Außenminister Kouchner für die Einmischung in innere Angelegenheiten entschuldigt [8]. Seine Kritik an Maliki bekräftigte er jedoch. Dieser tue nicht genug, Sunniten, Schiiten und Kurden zu einen.

Frankreich und der Iran

Im Atomstreit mit der iranischen Republik sieht Sarkozy derzeit nur drei Möglichkeiten. Sollte die erste, eine diplomatische Lösung, scheitern, bliebe nur „die iranische Bombe oder die Bombardierung Irans“, wie die FAZ [9] bemerkt. Ein schockierender Ausdruck der Wende in der französischen Politik. Dies deckt sich jedoch mit der Haltung von Angela Merkel. Sie und Sarkozy dürfen getrost als treue Verbündete der USA gelten, die in einer atomaren Bewaffnung des Iran eine Gefahr für den Weltfrieden sehen.

Frankreich steigt in den internationalen Ring, bereit, sich an militärischen Abenteuern zu beteiligen und eine neue Weltordnung supranationaler Konstrukte zu fördern. Diese Konstrukte bedeuten in der von den Mächtigen geplanten Formen einen unwiderruflichen Verlust demokratischer Kontrolle. Sarkozy gibt den willigen Vollstrecker der kommenden faschistischen Weltordnung.

Quellen:

[1] Süddeutsche Zeitung (D)
[2] CAP, Universität München (D)
[3] Financial Times Deutschland (D)
[4] Die Jüdische (AT)
[5] Wikipedia (D)
[6] Courier International (F)
[7] Kölner Stadtanzeiger (D)
[8] Basler Zeitung (CH)
[9] Frankfurter Allgemeine Zeitung (D)

4 Kommentare zum Beitrag “Frankreichs Neue Weltordnung: “Bombe oder Bombardierung!””

  1. Don Pepone sprach

    Selbst der letzte Kritiker der Theorie der neuen Weltordnung sollte sich langsam die Frage stellen, warum die Zahl der willigen Vollstrecker derer, die dieses Weltordnung anstreben, so stetig zunimmt.
    Auch sollte man sich Fragen, wie sich das Phänomen erklären lässt, das vermeindlich demokratisch regierte Länder immer stärker dazu neigen, Politik erfolgreich und unangefochten und ohne Konsequenzen gegen den Willen breiter Bevölkerungsschichten durchzusetzen.
    Die Stimmen derer, die konsequent und ausnahmslos jeden Verschwörungstheoretiker belächeln und als “Spinner” darstellen, werden zumindest nach meinem Empfinden langsam leiser.
    Es entsteht der Eindruck als nähme die Zahl derer, die das politische Geschehen langsam versuchen neu zu verstehen, kontinuierlich zu.

  2. otti sprach

    Manager ‘bauen’ Weltunternehemen und versagen.
    Auch Politikern genügt offenbar nicht ihr eigener Beritt.

  3. Bernd sprach

    Ich kann behaupten, die französische Stimmung etwas zu kennen:
    - Frankreich war down, ohne wirkliche Führung dümpelte das Volk vor sich hin
    - das französische Selbstbewußtsein war in den letzten Jahren verloren gegangen
    - Frankreich zersplitterte sich in Partikularinteressen und hat sich durch die besondere Beziehung zu Schröder gelähmt.

    Nun kommt ein Sarkozy und erkennt, er muss seinem Volk eine neue Vision, eine Hoffnung geben. Das genau macht er, gnadenlos und wenig fein. Seine Vision ist, Frankreich zur alten geostrategischen Stärke zurückzuführen, sich nicht von den Amerikanern überrollen zu lassen. Es ist bemerkenswert, wie er der Merkel in überaus geschickter Weise auf internationalem Parkett den Schneid abkauft.

    “Insgesamt steht Sarkozy für eine Militarisierung von Gesellschaft und Politik”, Freunde, ist das ein Frankreich Phänomen? Die Demokratie in ihren tatsächlichen Ausprägungen überholt jedes theoretische Modell über Demokratie; wir alle stellen fest, dass wir mehr und mehr einen Feudalstaat haben, der sich einen demokratischen Anstrich gibt, um nicht vor den Verfassungsorganen zu scheitern!

  4. Anonym sprach

    lächerlich informier dich mal! von wegen faschistisch…

    killerzins.de

Kommentieren (Erlaubte Tags)

Ja, Christian
Ja, Christian
Copyleft2006 Lurusa Gross

Mirrors

Recherche

Netradio

Aktionen

Parteibuch Forum

Letzte Kommentare

Ältere Beiträge

Archiv

August 2007
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Literaturtip

Tod im Milliardenspiel

Umfrage zu 9/11

Werbung

Information zu
Internetvictims

Kapitel

Sonstiges

Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei

Sponsored Links

RSS-Feeds

Information zu Gaza

Termine

Neu im Parteibuch Wiki

Parteibuch Ticker (Feed)

International (Feed)

Media News Clips

Counter & Stuff

[32 queries. 4.819 seconds. 7 level2 caches. Top ]