Die gute alte Tante SPD hat gestern das Kunststück fertig gebracht, sich für eine “freiwillige Wehrpflicht” auszusprechen. Das ist absolut preisverdächtig beim Wettbewerb um das Unwort des Jahres. Und es erinnert an die historische Fehlleistung der SPD vom 04. August 1914. Damals hat die SPD entschieden, Seite an Seite mit dem Kaiser in den 1. Weltkrieg zu ziehen, obwohl die SPD noch wenige Tage zuvor gegen den Krieg demonstrieren ließ.
Wenn die SPD heute über die Abschaffung der Wehrpflicht diskutiert, dann weiß sie ganz genau, dass das bis zur nächsten Bundestagswahl sowieso nichts mehr wird, weil sie sich im Koalitionsvertrag mit der CDU verpflichtet hat, die Wehrpflicht beizubehalten. Sollte mit dem verklausulierten Ausdruck “freiwillige Wehrpflicht” aber wirklich ernsthaft die populäre Abschaffung von Wehrpflicht und unterbezahlten Zwangsdiensten gemeint sein, dann kann man durchaus Bauchschmerzen bekommen.
Wie es der Zufall so will, setzt sich nämlich der unsägliche Verteidigungsminister Franz-Josef Jung derzeit dafür ein, die Bundeswehr im Innern einzusetzen. Sollte nun in ein paar Jahren sowohl die Wehrpflicht abgeschafft sein als auch die Bundeswehr für Aufgaben innerhalb Deutschlands eingesetzt werden dürfen, dann stünde dem ebenso unsäglichen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eine willfährige Kampftruppe zur Unterdrückung möglicher Bürgerproteste gegen die Regierung bereit.
Dabei gibt es eine Alternative. Hätte der deutsche Kaiser 1914 keine Armee gehabt, hätte er das deutsche Volk nicht in den ersten Weltkrieg schicken können. Im deutschen Grundgesetz von 1949 war eine Armee in Deutschland auch gar nicht vorgesehen. Auch heute sollten Sozialdemokraten sich überlegen, wer in Deutschland wozu eine Armee braucht.
Droht Deutschland von er Schweiz militärisch überrannt zu werden? Kann sich irgendjemand vorstellen, dass die Niederlande Deutschland besetzen wollen? Das ist alles ähnlich absurd wie dass Deutschland am Hindukusch gegen eine handvoll bärtiger Männer verteidigt werden müsse.
Die nachhaltig wirkungsvollste Methode, Deutschland vor der menschenverachtenden Kriegspropaganda von Militärs, Waffenverkäufern und ihnen willfährigen Politikern zu schützen, ist es, die Bundeswehr abzuschaffen. Aber heutzutage ist es anscheind schon wieder so weit, dass sich die SPD nicht mal traut das zu fordern, weil, genau wie zu Kaisers Zeiten, offenbar kein Sozialdemokrat als “vaterlandsloser Geselle” gelten will und deshalb fast alle die militaristische Propaganda nachplappern. In der Presseerklärung steht der Linken zur freiwilligen Wehrpflicht steht zur Abschaffung der Bundeswehr übrigens “zufällig” auch kein Wort. Mein Parteibuch empfindet die Beschimpfung als “vaterlandslose Gesellen” hingegen als Kompliment.
Mein Parteibuch fordert, nicht nur die Wehrpflicht, sondern auch die Bundeswehr abzuschaffen. Das würde den Kriegstreibern ihr Geschäft nachhaltig verderben, den Einsatz der Bundeswehr im Innern unmöglich machen, jede Menge Geld sparen und Deutschland endlich mal zum Vorbild für die ganze Welt machen.
Nachtrag - sehr empfehlenswert zur verzerrten Realitätswahrnehmung des deutschen Militäeinsatzes in Afghanistan ist auch ein Beitrag der Netbitch mit Titel: Gesamtkunstwerk Beck?
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Dieser Unfug in und aus der SPD ist kaum noch auszuhalten. Peinlich ist für die Sozialfaschisten, daß in aller Öffentlichkeit breitgetreten wird, wie der “Entschluss” zustande kam: man wollte die Flügel der Partei versöhnen und einen Kompromiss finden. Braucht es einen weiteren Beweis, daß deren Politik sich nicht am Volke, sondern am wärmenden Feuerchen von Macht und Ressentiments orientiert?
Well, I’m not interested in the discussion of the Social Democratic Party of Germany. They can discuss, but they aren’t interested in the people of Germany. They are only interested in the manifestation of the modern feudalism. So forget about the social Democratic Party of Germany, don’t waste your time.
But there is another related topic concerning the United States. I don’t know the details, but in the United States of America there could be something like a “draft”. Someone signs a contract with the U.S. Army for let’s say six months. And then the U.S. Army might need him for a longer time, let’s say 15 months. Maybe the US soldier can be forced to stay in the Army?
I can’t believe that this is true. Is there anybody who knows more about the judicial situation of US soldiers?
Ich bin für Erweiterung der allgemeinen Wehrpflicht auf alle.
Ich bin für die ersatzlose Beseitigung der sogenannten Bundeswehr.
[…] wie die Diskussion um die Wehrpflicht in Deutschland ausgehen wird. Forderungen die Bundeswehr ganz abzuschaffen werden sind absolut […]
heute die bundeswehr und morgen die polizei abschaffen, gell?
@quatsch!
Nö, Polizei wird schon benötigt. Die Bundeswehr ist aber eben keine Polizei, soll und darf es auch nie werden und ist ausschließlich dazu da, Deutschland gegen Angriffe fremder Staaten zu verteidigen. Mit einem Angriff fremder Staaten ist aber nicht zu rechnen, deshalb gehört die Bundeswehr schlicht abgeschafft. Nach 1945 waren sich noch alle einig, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen soll und es das beste für alle ist, wenn Deutschland keine Armee hat.
Deutschland ist kein Weltpolizist. Der Krieg bringt es so mit sich, dass jeder Krieg - aus Sicht jedes Teilnehmers - ein Verteidigungskrieg ist. Deutschland war 1939 auch in dem Glauben, sich gegen Polen zu verteidigen. Heute glaubt Deutschland, sich gegen Afghanistan zu verteidigen oder gar die Freiheit der Afghanen durch Mord und Totschlag - oder will jemand behaupten, Krieg sei nicht Mord und Totschlag - herstellen zu müssen.
Es ist schon erstaunlich, dass es in Deutschland schon wieder mal kaum noch möglich ist, eine pazifistische Position in Politik und Medien zu vertreten.
dann ist es also besser die afghanische bevölkerung den taliban zu überlassen? sobald der letzte nato soldat afghanistan verlassen hat, wird ein terrorregime errrichtet, dass - im gegensatz zur nato - absichtlich leid und schaden aufgrund einer kranken und menschenverachtenden ideologie verbreiten wird. öffentliche steinigungen, handabhacken bei diebstahl, keine bildung für frauen, kopftuchzwang, musikverbot usw…all das haben wir den taliban zu verdanken. dieser terrorabschaum muss aufs schärfste bekämpft werden.
Ich find´s ja toll, das wir in quatsch einen echten Propheten gefunden haben.
und wirklich erstaunlich ist doch seine Erkenntnis daß NATO eine gesunde Ideologie ist, die nur versehentlich Leid und Schaden verbreitet, die will nämlich gar nicht treffen, die will immer vorbeischießen.
Toll, im wahrsten Sinne des Wortes:Toll!
@Quatsch!
Was Du erzählst ist Quatsch. Offenbar bist Du schlecht informiert. Du gehst nämlich von völlig unbewiesenen und zum Teil auch nachweißlich falschen Annahmen aus.
Wer sind denn “die taliban” überhaupt? Urspünglich waren Mudjaheddin und Taliban mal eine von der amerikanischen CIA und vom pakistanischen Geheimdienst ISI gestützte Armee. Leider schaffen es entsprechende Informationen kaum, in das von der Propaganda der westlichen Massenmedien geprägte Bewusstsein der kriegsfreudigen deutschen Bevölkerung vorzudringen. Die entschiedene Bekämpfung des Drogenanbaus durch die Taliban hat das Land dabei in bitterste Armut gestürzt.
Aber heute wird in Afghanistan wohl so ziemlich jeder “Mann mit Bart und Mobiltelefon im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet” als Taliban bezeichnet, der sich - aus welchen Gründen auch immer - gegen die Besatzung seiner Heimat durch fremde Armeen auflehnt.
Dass da in Afhanistan ein Terrorregime errichtet werden würde, wenn die Bundesregierung morgen nach Hause gehen würde, ist eine völlig unbewiesene Behauptung. Im Gegenteil könnte die Bundeswehr durch einen Rückzug ohne vorher eine Niederlage erlitten zu haben, deutlich machen, dass das deutsche Volk wirklich Frieden will nd damit ein Vorbild für die Welt sein.
Deine Aussage, dass die NATO keine kranke und menschenverachtende Ideologie verbreitet hat, ist hingegen nachweißlich falsch. Dass die NATO in der Region menschenverachtende Ideologien verbreitet hat, zeigen die amerikanischen Schulbücher, mit denen sie Muslime zu Fundamentalismus und Gewalt aufgehetzt haben. Soviel dann auch dazu, wer die fehlende Bildung zu verantworten hat. Heute blüht wenigstens der Mohn wieder und den Menschen da geht es deshalb wirtschaftlich besser. Ist das ein erstrebenswerter Erfolg?
Wenn Du schreibst, dass dieser Terrorabschaum auf’s schärfste bekämpft werden muss, dann kann das genauso gut die Gegenseite sagen, die nicht hinnehmen will, dass friedliche Mitmenschen von Flugzeugen ferner Länder mit Bomben beworfen werden. Haben diese Menschen nicht das Recht, ihre Heimat gegen mörderische Besatzer zu verteidigen?
So kann die Spirale der Gewalt nie beendet werden. Bei einem Rückzug hätte dem gegenüber auch die Gegenseite ein Problem, Gewalt ihren Mitmenschen gegenüber zu legitimieren. Wenn Deutschland die Bundeswehr abschaffen würde, so könnte sie damit hingegen ein vorbildliches Zeichen in der ganzen Welt geben und Bevölkerungen ermuntern, von ihren Herrschern auch die Abschaffung der Armee zu verlangen.
Warum soll aus Deutschland nicht ein Land werden, von dem ein weltweites Signal für Pazifismus ausgeht, nachdem die Bevölkerung gemerkt hat, dass es von der Regierung über die Gründe eines Krieges offenbar mal wieder von vorn bis hinten angelogen wurde? Das wäre der beste Weg, um sicherzustellen, dass nie wieder eine deutsche Regierung das Volk mit Lügen in einen Krieg treibt.
folgen wir einen kleinen augenblick deinen absurden verschwörungstheorien - sagen wir die nato erkennt wie böööse sie ist und zieht sich komplett aus afghanistan zurück. was passiert dann mit der zivilbevölkerung? richtig, lilalaune bären werden auf den straßen tanzen und der himmel wird voller luftballons sein, dazu scheint die schokosonne aus dem gummibärchenland.
sobald der erste nato soldat das land verlässt geht das morden wieder los und ihr linken tagträumer seid dann daran schuld!
@quatsch
Von lilalaune Bären hat hier nie jemand gesprochen. Wenn ein Haufen organisierter Mörder ein Land verlässt, können andere sehr wohl weitermorden. Es gibt nur keinen guten Grund dafür, dass die Bundeswehr bei jeder mörderischen Rauferei mitmischen muss. In der deutschen Geschichte liegen aber viele Gründe dagegen.
Gemordet wird gegenwärtig auch von NATO-Soldaten recht fleißig. Man lese dazu beispielsweise vom Mai: Südafghanistan - 21 Zivilisten bei Luftangriff getötet und vom August: Afghanistan: Vermutlich hunderte zivile Opfer bei Nato-Luftangriff. Wer ein bisschen weiter sucht, findet viele weiterer solcher Meldungen.
Der Unterschied zwischen OEF und ISAF ist praktisch nicht mehr erkennbar. Wenn die Bundeswehr Afghanistan verlässt, geht das Morden sicherlich weiter - nur eben ohne deutsche Beteiligung. as wär ja auch schon mal was.
Wenn Du von “linken Tagträumern” sprichst, dann offenbarst Du damit ein primitives, in links-rechts-eingeteiltes politisches Weltbild. Mit links und rechts liegst Du hier daneben.
Ein Bekannter verschickte ein Bild mit einem afghanischen Bauern, der zwischen seinen Mohnblumen sehr glücklich aussah. Darunter stand:
“Gratuliere, Angela! Adolf kam nicht bis Afghanistan.”
Solange der Konflikt in Afghanistan intern bleibt, können andere Staaten kaum anderes tun als Verfolgten aus Afghanistan Asyl zu gewähren. Die Bundeswehr und die deutsche Polizei haben jedenfalls in Afghanistan nichts zu suchen.
Schon lustig hier zu sehen wie nonchalant selbsternannte Gutmenschen millionenfaches Leid billigend in Kauf nehmen, wenn es die Ideologie gerade eben erfordert.
Egal ob heutzutage in der U-Bahn und in Darfur, in München 1938 oder Sebrenica: Der prinzipientreue Verzicht auf Gewalt liefert letztlich wissentlich Unschuldige ans Messer derer, die diesem Prinzip nicht folgen und ist in Konsequenz grausam und menschenverachtend. Aber das gute Gewissen des Unterlassenden bleibt komischerweise blütenrein dabei: Ist auch relativ einfach – man ist ja selbst nicht betroffen (und wehe wenn doch mal – dann wird Zeter und Mordio geschrieen: warum wurde man alleingelassen, wo war die Polizei, warum haben alle weggeschaut, warum wollte keiner helfen usw.), man riskiert nix, man kann wegschauen und man hat, wie wohlfeil, kein Blut an den Händen kleben. Man überlässt eben nur diejenigen schutzlos der Gewalt derer, die man eigentlich – unter Risiko und mit der Waffe in der Hand - schützen könnte und schaut dann entweder ganz weg oder mit verlogenen Krokodilstränen den gar nicht so pazifistischen Faschisten / Kommunisten / Islamisten beim schlachten, sprengen, bomben und terrorisieren zu. Maximal springt ne Lichterkette für die Opfer der unterlassenen Hilfeleistung raus oder ein paar Euro auf ein Spendenkonto um Weihnachten rum.
Also ich habe gar nichts gegen das Argument „Afghanistan den Afghanen“ und „Bundeswehr / NATO raus aus A-stan“ aber bitte dann auch ehrlich sein und „B“ sagen und die bitteren Folgen für die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung, der Entwicklungshilfe und der eigenen Sicherheitslage antizipieren. Diejenigen, die dann sagen
a) „Ist mir wurscht was die Afghanen dann unter sich auskämpfen, was für ein Regime oder welche Theokratie sich dort letztlich etabliert, wie viel „Koranschulen“, Opiumfelder, Ausbildung- und Rückzugscamps für internationale islamistische Terroristen sie sich dort aufbauen, wie viele Warlords sich dann etablieren, wie viele Kulturdenkmäler gesprengt werden und wie viele Frauen auf den „Wert“ eines Kamels zurückreduziert werden. Interessiert mich alles nicht“ oder
b) „Ja, wirklich schlimm, aber was soll man machen, der Mensch ist des Menschen Wolf und man kann unmöglich überall helfen wo man helfen möchte, zudem wenn man sich dadurch wieder andere zum Feind macht, da kommt man ja zwischen alle Stühle und verbrennt sich letztlich nur selbst die Finger.“,
wären wenigstens ehrlich und nicht so verlogen wie diejenigen, die sagen „NATO raus – Taliban rein und alles wird besser als es jetzt ist.“
Cheers,
[…] etwas in Deutschland nie wieder pasiert, erneuert Mein Parteibuch außerdem die Forderung, die Bundeswehr abzuschaffen und ruft zur Unterstützung des US-amerikanischen Kriegsminister Robert Gates auf, wenn der mal […]
[…] Mein Parteibuch meint, wenn die NATO den Krieg gegen Afghanistan verliert und dabei beschädigt wird, macht das Hoffnung. Politisches Ziel sollte es nun sein, durch demonstratives Nichtstun dafür zu sorgen, dass die NATO möglichst schwer beschädigt wird, um Deutschland das Austreten aus dem zwielichtigen Club der Waffenindustrie so leicht wie möglich zu machen. Das wäre dann auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Bundeswehr. […]
[…] könnt das der Kaiser noch erleben, nicht Bundeswehr abschaffen, sondern 200.000 hochgerüstete deutsche Söldner fordern die Grünen im Jahr 2008 wie […]
[…] könnt das der Kaiser noch erleben, nicht Bundeswehr abschaffen, sondern 200.000 hochgerüstete deutsche Söldner fordern die Grünen im Jahr 2008 wie Jusos und […]