Russland und China demonstrieren Stärke und Verbundenheit. Im Westen dagegen wächst die Sorge, die Shanghai Cooperation Organization (SCO) könnte zu einem Gegenpol der NATO ausgebaut werden. Tatsächlich geht es um die Sicherung des russischen und chinesischen Einflusses in Zentralasiens, um Rohstoffe, Transitrechte und Militärbündnisse. Ein Angriff der USA gegen den Iran könnte das filigrane Staatengefüge zum Einsturz bringen - oder einen überregionalen Krieg entfesseln.
Als Wladimir Putin verkündete, russische Bomber sollten wieder regelmässig patroullieren, dachte mancher Beobachter an die mahnenden Worte des ehemaligen Obersten Sowjets, Michail Gorbatschows vom Juni 2007. Im Interview mit CNN zeigte sich Gorbatschow besorgt:
I do hope the Cold War is not going to be repeated
In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu spektakulären Flügen der russischen Streitkräfte nahe des US-Territoriums gekommen. Zuvor hatte die Ankündigung der Stationierung von US-Raketen in Osteuropa für Unruhe gesorgt. Hintergrund der zunehmenden Spannungen ist die jedoch das große Spiel, welches die Elenden der Seidenstraße um Rohstoffe, Transitrechte und Militärbündnisse zelebrieren. Die Mitglieder der SCO haben Pläne für den Bau einer Pipeline durch Iran, Afghanistan, Pakistan und China. Das Engagement der USA in der Region wird daher kritisch gesehen. Die betroffenen Regierungen sind der Versuchung ausgesetzt, den US-Einfluss in Zentralasien zurückzudrängen. Denn nach dem 11. September 2001 hatte das Pentagon Verträge mit den kleineren Staaten geschlossen, um den Austausch von Rohstoffen und Militärpräsenz (in Form von US-Stützpunkten in den Ländern) zu garantieren.
Am 16. August 2007 demonstrierten die SCO-Mitglieder Russland, China, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan Entschlossenheit und militärische Stärke in einem gemeinsamen Manöver ihrer Streitkräfte. Offiziell gilt die “Friedensmission 2007” als Anti-Terror-Übung. Das Signal an den Westen ist jedoch eindeutig.
Denn auch die Anwärter auf eine Mitgliedschaft in der SCO sind für die Strategen des Westens nicht uninteressant. Zwar wird Iran und Afghanistan etwa keine baldige Aufnahme in Aussicht gestellt, mit Pakistan und Indien stehen jedoch bereits regionale Atommächte in der Warteschlange - als Gegengewicht zur Übermacht der NATO. Der Iran bemüht sich derzeit um die Vertiefung der Beziehungen zur SCO. In Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan hat er dabei leichtes Spiel. Diese Länder sind überwiegend islamisch geprägt. Ähnliche Sprachen, Zeitrechnung, Kultur und gemeinsame Feiertage untermauern die alten Verbindungen Persiens. Ein Krieg im Iran würde sich mit ziemlicher Sicherheit schnell auf ausweiten. Ein überregionaler Konflikt wäre vorprogrammiert.
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Meine Filmempfehlung:
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Aber die US-Regierung inszeniert ja schon ihre eigene Version von “Armageddon”.
Der Nordstern.