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10. August 2007

Pakistan: “Taliban” entführen angeblich 16 Soldaten in Waziristan

von @ 14:26. abgelegt unter Außenpolitik, Pakistan, USA, China, Afghanistan

Pakistan: Im Süden der östlichen Provinz Waziristan sind laut Pressemeldungen 16 pakistanische Soldaten verschwunden (1). Andere Quellen sprechen von einer “Entführung” durch “Taliban” (2). Die Armee habe ein grossangelegte Suchaktion gestartet.

Der pakistanische Premierminister Shaukat Aziz sprach derweil bei einem Treffen mit dem “Präsidenten” von Afghanistan, Hamid Karzai, von “gemeinsamen Bemühungen”, die Bedrohung durch eine “Talibanisierung” in der Region zu zügeln.
Gestern hatte US-Präsident Bush vom pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf eine “volle Kooperation” der Geheimdienste und “zügiges Handeln” verlangt, wenn solide Geheimdienstinformationen über “Al Qaeada”-Stützpunkte vorlägen, hiess es.
Die Regierung von Pakistan hatte sich in den letzten Wochen über die “unverantwortlichen und gefährlichen” Drohungen der US-Regierung beklagt, die einen Militäreinsatz in Pakistan angekündigt hatte (3).

Gestern hatte es aus dem Umfeld des pakistanischen Präsidenten Musharraf geheissen, es werde eine Ausrufung des Kriegsrechtes in Pakistan erwogen. Hintergrund sind baldige Wahlen und eine mögliche Rückkehr des westlich gestützten ex-Premierministers von Pakistan, Navaz Sharif.(4)
Der damalige Armeechef Musharraf hatte 1999 gegen Sharif geputscht, nachdem dieser versucht hatte ihn während eines Auslandsaufenthaltes zu entlassen. Musharraf kehrte zurück, stürzte seinerseits Sharif und schickte ihn ins Exil nach Saudi Arabien.
Nun planen Navaz und sein Bruder Sharif aber - im Bündnis mit der ebenfalls 1999 verbannten ex-Premierminister Benazir Bhutto - eine Rückkehr nach Pakistan.

Gestern hatte Pervez Musharraf eine Einladung nach Afghanistan durch die US-gestützte und -finanzierte Karzai-Regierung ausgeschlagen.
Der oberste Geheimdienste-Chef der USA, Admiral Michael McConnell, hatte gleichzeitig mit Kriegsdrohungen des Weissen Hauses gegen Pakistan von einem möglichen Putsch in Afghanistan gesprochen.(4)

Im Januar dieses Jahres fanden im Westen von China, auf dem Hoch-Plateau des Pamir-Gebirges im Atko County in der Provinz Xinjiang, laut Pressemeldungen umfangreiche Razzien des chinesischen Militärs in angeblichen Terror-Camps ugurischer Seperatisten der “East Turkistan Islamic Movement (ETIM)” statt, die enge Verbindungen zu “Al-Qaeda” und den “Taliban” haben sollen. Von 18 Toten Kämpfern, Festnahmen, Waffenfunden war die Rede.
Auch dem Pentagon nahestehende Quellen berichteten darüber, dass diese Milizen im NATO-Land Türkei und in Pakistan durch den Geheimdienst ISI ausgebildet würden (5).
Das “Center for Contemporary Conflict” (CCC) der US-Navy in Monterey gab schon 2002 ganz offen zu, daß die “Präsenz” der US-Streitkräfte in der Region etwas damit zu tun habe, daß die “islamische Agitation” im Westen Chinas von Afghanistan heraus in die Region geschwappt sei.(5)

Bereits am 02.10.2001 waren Pressemeldungen aufgetaucht die besagten, daß Bin Laden sich im Nord-Osten von Afghanistan gelegenen Pamir-Gebirge, also an der chinesischen Grenze verbergen würde.
Das heisst, er flüchtete also angeblich genau in das Gebiet der Nord-Allianz.
Dann muß man eigentlich nur noch wissen, daß die Bundeswehr (die ja bekanntlich schon im Dezember 2001 nach Afghanistan einrückte) auch für das Pamir-Gebirge zuständig ist.

“Im Übrigen ist hier jeder überzeugt, dass die Jagd auf Osama bin Laden und die ganze Kampagne gegen den Terrorismus nur ein Vorwand sind, um amerikanische Erdöl-Investitionen zwischen Kaspischem Meer und Pamir-Gebirge abzusichern”, so Peter Scholl-Latour in der Welt am Sonntag vom 28.Juli 2002.(5)

Das Pamir-Gebirge erstreckt sich über die Landesgrenzen mehrerer Staaten - Kirgisien, Tadschikistan, Afghanistan, China und Pakistan.
In China markiert die Grenze zu Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan die Präfektur Kashgar der Provinz Xinjiang.

Radio Utopie (mit Quellen)

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Ein Kommentar zum Beitrag “Pakistan: “Taliban” entführen angeblich 16 Soldaten in Waziristan”

  1. biedl sprach

    Naja, soweit geht meine Skepsis dann doch nicht, dass es hierbei den USA nur um Öl geht. Man darf nicht vergessen, dass Afghanistan eine direkte Aktion auf den 11. September war. Heute steht man vor dem Problem, dass man Demokratie nicht mittels 1000er Bomben in ein Land bringen kann. Hätte man vielleicht vorher mal sein Hirn eingeschaltet…

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