Jan Rechlitz studiert im 06. Fachsemester „Angewandte Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau und hat sich im ZDF heute-journal mal die Anmoderationen von Marietta Slomka zum Themenkomplex Venezuela, Hugo Chávez und RCTV angeschaut. Mein Parteibuch hatte die Operative Information der Massenmedien zum Thema Venezuela bereits am 30.05.2007 als psychologische Kriegsführung bezeichnet. Jan Rechlitz hat nun an die Redaktion des heute-jounals einen netten offenen Brief geschrieben:
+++ OFFENER BRIEF +++Hinweis: Diese E-Mail wurde als Offener Brief an verschiedene VertreterInnen aus Medien & Presse gesendet!
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebes heute-journal-Team,
mein Name ist Jan Rechlitz und ich studiere im 06. Fachsemester „Angewandte Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau.
Ich beschäftige mich seit einigen Jahren intensiv mit der Materie Medien. Insbesondere der Bereich Journalismus und die Wechselwirkung zwischen Politik und Medien interessieren mich stark. Bereits früh in meinem Studium hat man uns gelehrt, bei Nachrichten – sei es in Print, TV oder Hörfunk – auf Darstellungen und Formulierungen zu achten und unsere Aufmerksamkeit für konjunktive, emotionale und wertende Formulierungen zu sensibilisieren.
Im Folgenden möchte ich mich auf zwei Anmoderationen von Marietta Slomka beziehen. Die eine datiert vom 16. Juni 2007 und die zweite vom 03.August 2007!
Nun ist einigen Bekannten und mir zum wiederholten Male aufgefallen, dass die Moderatorin des heute-journals, Frau Marietta Slomka, einen Beitrag über die Auslaufende Lizenz des venezolanischen TV-Senders RCTV und die Nichtverlängerung derselben durch den Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, dazu genutzt hat, um – sagen wir es untertrieben – fragwürdige Botschaften an die Rezipienten zu senden.
Zum einen wurde der Eindruck erweckt, der venezolanische Präsident habe RCTV geschlossen bzw. die Lizenz entzogen. Dies ist definitiv falsch! Die Lizenz ist nach 20 Jahren ausgelaufen und wurde in der Folge an einen anderen Kanal vergeben. RCTV wurde auch nicht geschlossen, sondern kann über Kabel und Satellit weiter ausstrahlen.
Immer wieder wurde behauptet, diese Entscheidung beruhe darauf, dass der Sender Hugo Chávez kritisiert hätte und sich weigere seine Reden auszustrahlen. Leider wird dabei unter den Teppich gekehrt, dass RCTV im Jahre 2002 offensichtlich auf hinterlistige Weise TV-Nachrichtenbilder gefälscht hatte und seit Jahren immer wieder zum gewalttätigen Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung aufgerufen hat. Die Beispiele mit RTL, die Frau Slomka in ihrer Anmoderation vom 03. August 2007 wählt, sind insofern absolut irreführend und stimmen so nicht!
Außerdem wurde die Lizenz des TV-Senders „Venevisión“, der mindestens ebenso kritisch über die Regierung Chávez berichtete, kürzlich verlängert. Wie passt das in Slomka`s Sicht der Beschneidung von Meinungs- & Pressefreiheit?
In anderen Staaten – auch in Deutschland – hätte ein solches Auftreten eines Fernsehsenders sicherlich heftigere Konsequenzen nach sich gezogen. RCTV hat jedoch weiterhin alle Möglichkeiten sein Programm auszustrahlen, ausgenommen über Antenne. Frau Slomka sagte, dass „kaum“ einer in Venezuela Kabel und Satellit empfangen würde. Im darauf folgenden Beitrag von Carsten Thurau spricht dieser allerdings davon, dass die Einschaltquoten des populärsten Senders um 50% zurückgegangen seien. Wie können denn 50% der Zuschauer des meistgesehenen Programms als „kaum“ bezeichnet werden?
Auch den Versuch eines Imagetransfers von Chávez auf die Linkspartei in Deutschland sehe ich als äußerst kritisch an. Frau Slomka versucht zuerst einen Hugo Chávez als „Despoten“ zu zeichnen, um dessen Eigenschaften dann auf eine deutsche Partei zu übertragen, die im nachfolgenden Beitrag keine Rolle spielt.
Ausführliche Erläuterungen, sowie eine Dokumentation zu den zwei von mir kritisierten Beiträgen von Frau Slomka finden Sie unter folgenden Links:
Ich möchte betonen, dass ich es als Pflichten eines Journalisten ansehe, Sachverhalte objektiv und kritisch darzustellen. Die enorm wichtige Funktion, die Medienmacher und Journalisten als Mittler zwischen Politik und Gesellschaft einnehmen, darf nicht zum Manipulationsinstrument durch Medien missbraucht werden. Insbesondere den Massenmedien kommt eine enorm wichtige Stellung in unserem demokratischen System zu, das einen enormen Einfluss auf die Bildung der öffentlichen Meinung ausübt.
Gerade von einem öffentlich-rechtlichen Sender wie dem ZDF, das durch den Einzug von Gebühren von der Bevölkerung direkt finanziert wird, erwarte ich, dass man diesen Aufgaben und Pflichten nachkommt und keine einseitige Berichterstattung ausstrahlt, die die Tatsachen auch noch verzerrt wiedergibt!
Ich möchte Sie nun darum bitten, mir in einer Antwort auf diese E-Mail Stellung zu den angesprochenen Dingen zu nehem. Gerne würde ich erfahren, wie die heute-journal-Redaktion über die von mir kritisierten Anmoderationen von Marietta Slomka denkt.
Interessieren würde mich, ob Frau Slomka mit der Form der Anmoderationen die Meinung der Redaktion des heute-journal vertritt, oder ob es sich um ihre subjektive Meinung handelt. Sind die Texte redaktionell erarbeitet worden oder handelte Frau Slomka eigenmächtig?
Ich hoffe und erwarte eine gesprächsbereite Redaktion, die offen und ehrlich Stellung bezieht und einen Dialog mit mir sucht. Ich kann ihnen sagen, dass meine veröffentlichten Artikel zum Thema (dir Links dazu sehen Sie oben) auf reges Interesse gestoßen sind und meine LeserInnen auf eine Stellungnahme Ihrerseits ebenso gespannt sind, wie ich.
Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar, wenn Sie den Mut finden und sich zu meinen Vorwürfen äußern würden. Sollte ich mit meinen Einschätzungen falsch liegen, lasse ich mich von Ihnen auch gerne eines Besseren belehren! Auch würde ich mir das Recht vorbehalten, eine etwaige Stellungnahme bei mir im Blog unter http://www.bluejax.net zu veröffentlichen.
Ausdrücklich betonen möchte ich an dieser Stelle, dass es mir nicht um politische Inhalte geht. Meine politische Einstellung ist nicht Grundlage meiner Kritik und spielt hierfür keine Rolle. Mir geht es explizit um die Darstellung eines politischen Themas in einem Massenmedium und meinen Eindruck, dass Tatsachen verzerrt wiedergegeben und Rezipienten bewusst negativ beeinflusst wurden!
Ich hoffe auf Ihr Verständnis und würde mich sehr über eine Rückmeldung von Ihnen freuen. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen aus Ilmenau,
Jan Rechlitz
Nun ja, dann darf man mal gespannt sein, ob die Redaktion wohl antworten wird. Mein Parteibuch meint jedoch, dass man sich angesichts des im ZDF-Fernsehrat versammelten Gruselkabinetts beim ZDF keine überzogene Hoffnung auf Besserung machen sollte. Solange Personen wie der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck als ZDF-Verwaltungsratsvorsitzender und sein Vize Roland Koch auf der Kohle für die Propaganda sitzen, wird man sich sicher noch etwas gedulden müssen, bis die “Nachrichten”-Redaktion des ZDF endlich das gleiche Schicksal wie die “Nachrichten”-Redaktion von SAT1 ereilt.
Wie man Nachrichten anders zusammenstellen kann, zeigt im Internet übrigens beispielsweise Net-News-Global.
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| Wohl bekomm's |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
Schnickschnack! Im Fernsehen senden sie doch immer die Wahrheit. Aus Zeitgründen aber niemals die ganze.
Mal das Schwarzbuch des Kommunismus lesen?! Wird ja immer billiger hier.
@Anonymus
boah, und deine Kommentare erst.
Jeder hat ein Recht auf seine freie Meinung. Und das ist auch gut so. Nur sollte man sich in diesem Land nicht auf die öffentlichen Medien verlassen. Eine objektive und vor allen Dingen unabhängige Berichterstattung findet doch gar nicht mehr statt. In wie vielen Händen (Medienkonzernen) liegt denn unsere Medienlandschaft heute noch? 4 vielleicht 5. Eine sehr schöne Zusammenstellung unserer Medienlandschaft gibt es hier nachzulesen.
Ich schaue schon lange keine Nachrichtenendungen ala ARD, ZDF, Private mehr. Und die Lokalzeitungen beschäftigen sich auch nur noch mit Feuerwehr, Taubenzüchter, Kleingärtnervereine etc.
Um sich eine eigene Meinung bilden zu können, sollte man sich immer umfassend informieren (mehrere Quellen, Internet, unabhängige Blogs o.ä.) Aber auch hier darf man nicht blind vertrauen. Aber der gesunde Menschenverstand und eine eigenen Sicht der Dinge, sind wichtig bei der eigenen Meinungsfindung.
Aber Bild lesen ist so einfach und die schönen bunten Bilder, na ja
wer es haben muss!
Ach, Silberling, man sollte doch nicht vergessen, worum es hier geht: Um das Schönreden einer sozialistischen Diktatur. Geh doch nach drüb.. äh… Venezuela, wenn da alles so toll ist. Aber Du wirst hierbleiben und Dich weiterhin in “unabhängigen/objektiven/etc.” Blogs mit Freuden darüber erregen, wie schlecht die Welt doch ist. Auch wenn ich kein Linker bin, habe ich diese Seite oft mit Interesse gelesen. Aber so langsam sind die Themen wohl durch und es bleibt nur noch Belangloses übrig.
Das ist wirklich eine ganz schlimme Diktatur.
- Freie Wahlen mit echten Alternativen
- Landesweit frei empfangbare Fernsehstationen, die den Diktator mit beißendem Spott überschütten
- Jede Menge oppositionelle Zeitungen, die auf intellektueller Ebene kein gutes Haar am Diktator lassen
- Provinzen, die von einer echten Opposition regiert werden
- Umfassendes Recht der Bevölkerung zum Generalstreik gegen den Diktator
- Staatskampagne zur Verfassungskunde des Volkes, damit die Untertanen wissen, welche Rechte sie gegenüber dem Diktator geltend machen können
Ach, was bin ich froh, dass ich in einer Demokratie lebe und auf so Kleinigkeiten locker verzichten kann.
PS: Geh Du doch rüber in die USA. Da bekommst Du sogar noch mehr Demokratie als hier.
Im April war ich wegen Umzugs zwei Wochen ohne Internet und nur auf die Nachrichten im Fernsehen angewiesen.
Schrecklich: Die Privaten nur irgendwelche Fussballer und Königin Monika, die sich beim Einkauf eines Diamanten in New York beim Öffnen der vergoldeten Griffe ihres Rolls Royce einen ihre verlängerten Fingernägel abgebrochen hat. Nichts über die Affäre und den Sumpf in Sachsen, nichts über die Vorbereitungen und Hintergründe zum GachtGipfel.
Das Fernsehen hat seine Führerschaft bei den Nachrichten schon lange verloren. Nur 60% der Bundesbürger glauben ja inzwischen noch, dass das stimmt, was das Fernsehen berichtet.
Das Heute Journal hat bei verschissen, seitdem ein Moderator (Klaus Kleber?) angesichts des Bürgerkriegs in Jugoslawien fragte, wo denn hier die Friedensbewegung bliebe. Frontal 21 ist das Sprachrohr der CDU im Kampf gegen die Demokratie, gerade die Grünen wurden Opfer der einseitigen Berichterstattung.
Also - bleibt lieber bei den Medien, die mehr Hintergrund liefern.
@Anonymus
Erstens, ich bin kein Freund von Chavez.
Zweitens, zu dem offenen Brief von Jan Rechlitz, ich stimme dem vollinhaltlich zu.
Drittens, der Sender RCTV hätte nach dem deutschen StGB gegen u.A. folgende Gesetze verstoßen:
§ 89 Verfassungsfeindliche Einwirkung auf Bundeswehr und öffentliche Sicherheitsorgane
§ 90 Verunglimpfung des Bundespräsidenten
§ 90a Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole
§ 90b Verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen
§ 100a Landesverräterische Fälschung
§ 111 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten
§ 125 Landfriedensbruch
§ 130a Anleitung zu Straftaten
Wie lange würde da ein deutscher Sender noch senden?
Jan Rechlitz hat ja recht! Journalisten haben sich manipulativ wirkende Wertungen zu verkneifen. Vorallem, wenn sie im Öffentlich-Rechtlichen Spektrum arbeiten, denn wer bezahlt sie denn?
Ich bewundere den jungen Mann sehr. Man sollte wirklich intensiver diese Medien-Meute beobachten und jedesmal, was leider ziemlich häufig der fall ist, einen Leserbrief schreiben und - auf eine Rückantwort bestehen und diese dann auch veröffentlichen.
Das Schreiben in div. blogs bleibt ja oft innerhalb dieser community, aber wenn massiv Druck von den Zuschauern kommt - dann wird sich zwar nichts ändern (Dank Frau Mohn und Co) aber, ich für meinen Teil, brauche mir wenigstens nicht vorzuwerfen, geschwiegen zu haben.
@Anonymous
Bitte, etwas mehr Kreativität beim Pöbeln. z.B. “geh doch nach Mordkorea”. Klingt doch besser und rollt kantiger über die Zunge.
Hallo,
ein paar Auszüge aus einer Rede, die ein wirklicher Journalist, John Pilger, vor ein paar Wochen gehalten hat. Hat mich ziemlich umgehauen.
Career Summary
1958-62: Reporter, freelance writer, sports writer and sub-editor, Daily & Sunday Telegraph, Sydney
1962: Freelance correspondent, Italy
1962-63: Middle East desk, Reuter, London
1963-86: Reporter, sub-editor, feature writer and Chief Foreign Correspondent, Daily Mirror
1986-88: Editor-in-Chief and a founder, News on Sunday, London
1969-71: Reporter, World in Action, Granada Television
1974-81: Reporter/Producer, Associated Television
1981: Documentary film-maker, Central and Carlton Television
Accredited war correspondent Vietnam, Cambodia, Egypt, India, Bangladesh, Biafra, Middle East
Contributor
BBC Television Australia, BBC Radio, BBC World Service, London Broadcasting, ABC Television, ABC Radio Australia
Publications
Daily Mirror, The Guardian, The Independent, New Statesman, The New York Times, The Los Angeles Times, The Nation: New York, The Age: Melbourne, The Sydney Morning Herald, The Bulletin: Sydney, plus French, Italian, Scandinavian, Canadian, Japanese and other newspapers and periodicals.
Books
See Books
Films
See Films & DVDs
Play
The Last Day (1983)
Honours
D. Litt, Staffordshire University
D. Phil, Dublin City University
D. Arts, Oxford Brookes University
D. Laws, St.Andrew’s University
D. Phil, Kingston University
D. Univ, The Open University
1995 Edward Wilson Fellow, Deakin University, Melbourne
Frank H.T. Rhodes Professor, Cornell University, USA
Awards include
1966: Descriptive Writer of the Year
1967: Reporter of the Year
1967: Journalist of the Year
1970: International Reporter of the Year
1974: News Reporter of the Year
1977: Campaigning Journalist of the Year
1979: Journalist of the Year
1979-80: UN Media Peace Prize, Australia
1980-81: UN Media Peace Prize, Gold Medal, Australia
1979: TV Times Readers’ Award
1990: The George Foster Peabody Award, USA
1991: American Television Academy Award (’Emmy’)
1991: British Academy of Film and Television Arts - The Richard Dimbleby Award
1990: Reporters San Frontiers Award, France
1995: International de Television Geneve Award
2001: The Monismanien Prize (Sweden)
2003: The Sophie Prize for Human Rights (Norway)
2003: EMMA Media Personality of the Year
2004: Royal Television Society Best Documentary, ‘Stealing a Nation’
“In 1983 the principle global media was owned by 50 corporations, most of them American. In 2002 this had fallen to just 9 corporations. Today it is probably about 5. Rupert Murdoch has predicted that there will be just three global media giants, and his company will be one of them. This concentration of power is not exclusive of course to the United States. The BBC has announced it is expanding its broadcasts to the United States, because it believes Americans want principled, objective, neutral journalism for which the BBC is famous. They have launched BBC America. You may have seen the advertising.
The BBC began in 1922, just before the corporate press began in America. Its founder was Lord John Reith, who believed that impartiality and objectivity were the essence of professionalism. In the same year the British establishment was under siege. The unions had called a general strike and the Tories were terrified that a revolution was on the way. The new BBC came to their rescue. In high secrecy, Lord Reith wrote anti-union speeches for the Tory Prime Minister Stanley Baldwin and broadcast them to the nation, while refusing to allow the labor leaders to put their side until the strike was over.
So, a pattern was set. Impartiality was a principle certainly: a principle to be suspended whenever the establishment was under threat. And that principle has been upheld ever since.”
(…)
Ironically, I began to understand how censorship worked in so-called free societies when I reported from totalitarian societies. During the 1970s I filmed secretly in Czechoslovakia, then a Stalinist dictatorship. I interviewed members of the dissident group Charter 77, including the novelist Zdener Urbanek, and this is what he told me. “In dictatorships we are more fortunate that you in the West in one respect. We believe nothing of what we read in the newspapers and nothing of what we watch on television, because we know its propaganda and lies. I like you in the West. We’ve learned to look behind the propaganda and to read between the lines, and like you, we know that the real truth is always subversive.”
(…)
In Venezuela, Greg Wilpert’s investigations turned back much of the virulent propaganda now aimed at Hugo Chávez. Make no mistake, it’s the threat of freedom of speech for the majority in Venezuela that lies behind the campaign in the west on behalf of the corrupt RCTV. The challenge for the rest of us is to lift this subjugated knowledge from out of the underground and take it to ordinary people.
We need to make haste. Liberal Democracy is moving toward a form of corporate dictatorship. This is an historic shift, and the media must not be allowed to be its façade, but itself made into a popular, burning issue, and subjected to direct action. That great whistleblower Tom Paine warned that if the majority of the people were denied the truth and the ideas of truth, it was time to storm what he called the Bastille of words. That time is now.”
Die ganze Rede:
http://www.john....asp?partid=446
Gibt es auch als mp3; aber eher für Breitbandzugänge:
http://www.radi...hicago_2007.mp3
Ich wünschte, wir hätten in Deutschland solche Journalisten, von Auslandskorrespondenten ganz zu schweigen….
Dirk
Uups, für diejenigen unter euch, die öfter mal bei Democracy Now vorbeischauen: die Rede von John Pilger wurde gestern (Dienstag, 7.8.) auch komplett als Video und als Audio auf Democracy Now gesendet:
http://www.demo...07/08/07/130258
Noch ein bisschen mehr Hintergrund:
“TUNNELBLICK AUF VENEZUELA:
“Die Kritik an den Privatmedien beschränkt sich aber nicht nur auf das Regierungslager in Venezuela. Intellektuelle und Künstler aus mehreren Ländern unterstützen die Medienpolitik der Staatsführung in Caracas. So kritisierten argentinische Prominente in einem offenen Brief die Berichterstattung über Venezuela. Sie suggeriere, daß in Venezuela ein Medium zu Unrecht geschlossen worden sei, heißt es in dem Manifest, das unter anderem von dem Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und dem Filmemacher Pino Solanas unterzeichnet wurde. Sogar die britische Tageszeitung The Guardian wies auf die Rolle von RCTV und anderen privaten Medien während des Putsches hin. Was wäre wohl die Konsequenz, wenn sich die BBC oder der Sender ITV an einem Putschversuch gegen die Regierung in London beteiligten, heißt es in dem Dokument, das unter anderem vom Literaturnobelpreisträger Harold Pinter und den Schriftstellern John Pilger und Tariq Ali unterzeichnet wurde. In den meisten deutschen Medien werden dagegen die Proteste mit dem hier üblichen Tunnelblick auf das „Chavez-Regime“ unterstützt.
Ziel: Destabilisierung des Landes
Die UKW-Frequenz von RCTV wird seither von dem neuen öffentlichen »Sozialen Venezolanischen Fernsehen« (TVes) genutzt. Mit dem Auslaufen der Lizenz für RCTV macht nun der Privatkanal Globovisión Stimmung gegen die Regierung. In den vergangenen Tagen wurden die Demonstrationen meist jüngerer Regierungsgegner permanent live übertragen. Moderatoren kommentierten das Geschehen als »Widerstand gegen Totalitarismus und diktatorische Praktiken«. Die Proteste seien die legitime Antwort auf die »Tyrannei«, die staatlichen Sender seien »kommunistische« Propagandamedien, hieß es in den Non-Stop-Sondersendungen.
Während diese Sichtweise der großen Privatmedien im europäischen Ausland und den USA weitgehend übernommen wird - natürlich auch im Kölner Stadt-Anzeiger vom 30. Mai, wo Markus Schwering Hugo Chavez auf dem Weg „in eine sozialistische Diktatur“ sieht - wächst in Venezuela und Lateinamerika der Unmut über diese Form von Berichterstattung. »Globovisión berichtet als einziges Medium dauerhaft über die Proteste«, sagt der venezolanische Soziologe Tulio Hernández. Offenbar wolle der Sender die Aktionen unterstützen. Zugleich erkennt Hernández an, daß Globovisión nicht mehr wie in der Vergangenheit offen zur Teilnahme an Demonstrationen gegen die Regierung aufruft. Trotzdem hätten die Sendungen eine mobilisierende Wirkung. Zugleich werde auf internationaler Ebene der Eindruck befördert, daß in Venezuela ein Klima der Gewalt und Unterdrückung herrsche. Die Proteste der Gegenseite hätten zum Ziel, das Land zu destabilisieren, sagte der Organisator und Lehrbeauftragte der Universität, Nickmer Evans, bei einer Kundgebung vor dem Präsidentenpalast Miraflores.
Hugo Chavez
Hugo Chavez - für den Kölner Stadt-Anzeiger auf dem Weg in eine Diktatur
Quelle: Wikipedia
Ein Dilemma der Regierung ist, daß sie der Medienmacht auch nach dem Senderwechsel noch wenig entgegenzusetzen hat. Der neue Kanal TVes soll unabhängige Produktionen fördern und ein öffentlich-rechtliches Fernsehen nach dem Vorbild europäischer Sendeanstalten entwickeln helfen. Doch die privaten und nun noch entschiedener regierungsfeindlichen Konzerne haben auch ohne Sendelizenz einen Großteil der Produktion in der Hand – und damit einen direkten Einfluß auf die Meinungsbildung. So sind während der Proteste in der Hauptstadt nicht nur die Feuerwerksraketen der Befürworter des RCTV-Lizenzentzugs zu hören, sondern auch das Geklapper der Kochtöpfe als Zeichen des Protests. Und das auch in den Barrios - von jeher Hochburgen des Linksreformers Chávez.
Erklärung aus Berlin, Wien, Zürich vom 1. Juni 2007
Für Freiheit der Presse – nicht der Konzerne
Wir respektieren die Entscheidung der venezolanischen Telekommunikationsbehörde CONATEL, dem privaten Fernsehkanal Radio Caracas TV (RCTV) die Lizenz zur Nutzung des zweiten staatlichen Kanals nicht zu verlängern. Die Entscheidung entspricht der international üblichen Medienpolitik und steht zudem im Einklang mit nationalen Gesetzen und internationalen Richtlinien.
Wir respektieren die alternierende Vergabe von staatlichen Sendelizenzen. Sie dient dem Zweck, neuen Medien den Zugang zum staatlichen Rundfunk zu geben. Das Argument, RCTV sei seit 53 Jahren auf Sendung gewesen, spricht daher für und nicht gegen die Entscheidung des venezolanischen Staates.
Wir erkennen das Recht der Regierung Venezuelas an, über die Rundfunkressource frei zu verfügen. Im Fall von RCTV wurde auch vertragsgemäß auf der Basis eines Dekrets von 1987 gehandelt. Der Sender wurde nicht geschlossen, die Lizenz nicht entzogen. Die Nutzungsfrist für die terrestrische Übertragung ist lediglich ausgelaufen. RCTV hat weiterhin die Möglichkeit, per Kabel und Satellit zu senden.
Wir beobachten zugleich mit Sorge die Berichterstattung über den Fall. Der Sender RCTV wird international als Opfer einer angeblich repressiven Medienpolitik dargestellt. Tatsache ist, dass die Senderleitung, die sich nun als Vorkämpfer der Pressefreiheit inszeniert, im April 2002 aktiv an einem Putschversuch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Hugo Chávez teilgenommen hat, indem die Aufrührer unterstützt und die Regierung zensiert wurde. Bei dem versuchten Staatsstreich wurden 13 Menschen getötet. Der selbsternannte Übergangspräsident ließ alle Verfassungsorgane auflösen, gewählte Politiker und bekannte Journalisten gezielt verfolgen sowie Medien schließen. Mit großem Unverständnis nehmen wir Stellungnahmen wie die der Presseorganisation Reporter ohne Grenzen zur Kenntnis, die dies in einem Interview mit der Deutschen Welle als “Recht auf Kritik” banalisiert.
Wir sehen in Anbetracht der Berichterstattung die Notwendigkeit einer Debatte über die Demokratisierung der Medien - nicht nur in Venezuela. Nach Angaben der Telekommunikationsbehörde CONATEL werden 80 Prozent der Information in dem Land nach wie vor von den privaten Medienkonzernen produziert. Der Blick des Auslands auf Venezuela entspricht demnach weitestgehend dem Blick der Großkonzerne auf die sozialreformerische Regierung Chávez. Wenn Pressefreiheit aber mit der Freiheit vom Medienkonzernen verwechselt wird, ist das Recht auf unabhängige und wahrhaftige Informationen bedroht.
Erstunterzeichner
Rolf Becker, Hamburg, Schauspieler
Arnold Bruns, Bonn, Pahl-Rugenstein Verlag
Sevim Dagdelen, MdB, Fraktion Die Linke
Dieter Drüssel, Zürich, Zentralamerika-Sekretariat.
Peter Fleissner, Wien, Professor für Informatik
Jürgen Harrer, Köln, Papyrossa-Verlag
Nele Hirsch, MdB, Fraktion Die Linke
Kai Homilius, Berlin, Kai-Homilius-Verlag.
Ulla Jelpke, MdB, Fraktion Die Linke
Peter Kleinert, Köln, Redakteur www.nrhz.de
Dietmar Koschmieder, Berlin, Geschäftsführer Verlag 8. Mai
Ralf Leonhard, Wien, Journalist
Helmut Lorscheid, Bonn, Journalist und Autor
Kornelia Möller, MdB, Fraktion Die Linke
Harald Neuber, Berlin, Journalist
Ingo Niebel, Köln, Journalist und Buchautor
Matthias Oehme, Berlin, Eulenspiegel-Verlagsgruppe
Michael Opperskalski, Köln, Journalist, Buchautor
Ekkehard Sieker, Bad Hönningen, Fernsehjournalist
Christoph Twickel, Hamburg, Journalist und Buchautor
Erich Wartecker, Wien, Jurist
Jean Ziegler, Zürich, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.
Wer diese Erklärung unterschreiben will, kann das dem Kollegen Ingo Niebel mitteilen: ingo.niebel@berriak-news.de”
http://www.nrhz...ag.php?id=11006
Was ich besonders interessant an John Pilgers Rede finde ist, dass er nicht an die Farce eines angeblich objektiven Journalismus glaubt, der sich auf angeblich seriöse Quellen beziehe usw. usf. Ich persönlich glaube, dass es hilflos ist, etwa beim sogenannten öffentlich-rechtlichen Rundfunk einen glaubwürdigen seriösen Journalismus einzuklagen. In einer wirklichen Demokratie mit einer wirklich freien Presse würden Menschen offen ihre Interessen vertreten, würden Menschen sich offen streiten und argumentieren. Wenn immer ein Journalist vorgibt, dass sie oder er angeblich neutral sei, kann man und frau sich sicher sein, dass Interessen vertreten werden, die genau dadurch durchgesetzt werden sollen, dass diejenigen, denen es dient, nicht beim Namen genannt werden.
Wenn Gewerkschaften, die offen Interessen vertreten, reden, dann heisst es: die Bauarbeiter, die Krankenschwestern, die Lokführer wollen mehr Geld.
Wenn die sogenannten Arbeitgeber (genauer: die obersten 1% der obersten 1% der Arbeitgeber) ihre Interessen vertreten, dann heisst es:
Die Globalisierung will das so! Der Standort Deutschlang ist in Gefahr! Der freie Markt will das so, wenn wir nicht auf der Stelle handeln (ein paar Millionen mehr im Jahr verdienen), geht Deutschland den Bach runter….
Dann ist nie von Interessen die Rede, sondern immerzu von “DER” Wirtschaft usw.
Dirk
Natürlich soll Frau Slomka möglichst Fakten berichten und nicht die Wahrheit ihrem Weltbild entsprechend verbiegen. Von daher ist der offene Brief gut und richtig.
Andererseits ist gerade der RCTV-Fall in meinen Augen kein gutes Beispiel für tendenziell berichtende Medien, da der Verdacht ja nun auch bei eigener Recherche irgendwie naheliegend ist, dass durch die (freilich völlig legale) Nicht-Verlängerung der Lizenz einem kritischen Medium das Leben erschwert werden sollte.
@Dirk
sehr gut dargestellt
tja, was sind den ‘freie’ massenmedien im aktuellen Herrschaftverhältnis? Nichts Anderes als Medien, in denen durch Verzeichnung und Verbilderung der Zugang zur empirischen Realität kontrolliert, gefiltert, umgelenkt wird auf eine von Herrschaft authorisierte Des-Information. Glücklicherweise fallen die die Täter, heißt Erzeuger von Derealisierung, ihrem eigenen totalitären Anspruch zunehmend zum Opfer: Die Dialektik ihrer Arbeit liegt darin, dass je totaler ihre produzierten ‘Scheinwelten’ die empirische Realität als Ganzes zu erstezen versuchen, sie sich selbst als bloße ‘Scheinwelt’ entlarven. Auf der anderen Seite gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass die massenmedial organisierte und vermittelte De-Realisierung für die Täter auch ein Akt des ständigen selbst-referentiellen ‘Selbstaufbaus’ ist. Ich glaube, dass diese Täter größtenteils in dieser von ihnen tagtäglich produzierten ‘Schein’ leben - und dass sie vielleicht ihm selbst gänzlich zum Opfer gefallen sind
… in diesem Blog meint man inzwischen wirklich, man befindet sich in der Twilight Zone…
Ich finde den öffentlichen Brief gut, natürlich wird der nicht beantwortet und wer beim Fernsehen mal gearbeitet weiss, dass Hausfrauen wie Slomka nun nichts selbst entscheiden dürfen und ein solcher Brief selbstverständlich nicht beantwortet werden kann (Von wem auch - vielleicht machen sich Unterhaltungsfiguren wie Harald Schmidt oder Roberto Blanko drüber lustig). Was bleibt - das ist die Diskussion in solchen Foren und die Gewissheit, dass man besser daran festhält keine Fernsehgebühr oder Kirchensteuer zu zahlen.
[…] Monaten hat Mein Parteibuch über einen offenen Brief an die Redaktion des ZDF-heute-journals berichtet, in dem die falsche Darstellung der Nichtverlängerung der terristischen Sendelizenz für […]
[…] wurde. Die Frage, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf die Idee kommt, für seine regelmäßigen Schlechtleistungen durch die GEZ unverschämte Gebühren für einen Leuchtturm in der […]
[…] die dringend beantwortet werden muss, ist die, ob es angesichts umfallender Leuchttürme und gezielter Desinformation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht völlig legitim ist, zu sagen: Halbe Wahrheit - […]
Sehr interessant, sich auch mal direkt an eine Redaktion zu wenden. Ich finde es mutig und Stillschweigen sollte nicht an der Tagesordnung bleiben, meinen vollsten Respekt.
[…] die Karriere. Vor fünf Monaten erst hat Mein Parteibuch berichtet, wie Claus Kleber das ZDF heute-journal im sächsischen Sumpf versinken ließ. Und nun soll er Chef-Redakteur beim Spiegel werden. […]
[…] die von Robert Basic (oder in der Vergangenheit auch mehrfach schon von Stefan Niggemeier, Redblog, Mein Parteibuch, Mut Gegen Rechte Gewalt, Harald Neuber und unzähligen anderen) zeigt, dass die eigene Arbeit […]
Hallo,
ihr hat se nicht mehr alle.
euer Held sagt in seinem downloadbaren Fernsehprogramm regelmässig Dinge wie:
Wenn die Opposition die nächsten Wahlen gewinnt, wird es Krieg geben. Wir werden die Revolution mit Waffengewalt verteidigen.
Soll ich genaue Minutenangaben und Folge von alopresidente posten?
Gruß Lemmy
Na klar, mach mal. Ohne Belege sind deine Behauptungen nichts Wert. Bisher sieht es nämlich eher so aus, dass die USA mit aller Macht versuchen, einen Krieg gegen Venezuela anzuzetteln.
alopresidente Folge 302.
5:13:02
Lo que tenemos que garantizar, es que Hugo Chávez, si le toque de entregar el Gobierno el 10 de enero del ano 2013, le entregue el Gobierno no a un contra-revolucionario, porque vendría la guerra aquí.
Was wir garantieren müssen, ist dass Hugo Cháves [er redet von sich in der dritten Person] wenn er die Regierung am 10.1.2013 abgeben muß, er würde es nicht abgeben an eine konter-revolutionäre Regierung, weil dann der Krieg kommen würde.
Wenn die deutsche Linke so tief gefallen ist, dass sie meint, diesen Freund Lukaschenkows, Achmachmemaldschihad und anderen Folterern zujubeln zu müssen, dann seit ihr wirklich tief gesunken. Der Typ ist nun wirklich einfach das Letzte.
@Lemmy
Nee, Hugo Chavez sagt nicht, er würde Krieg machen - er sagt, es würde Krieg geben. Hugo Chavez hat recht. Das gilt es zu vermeiden im Interesse einer demokratischen Zivilgesellschaft.
Dass die Freunde der US-amerikanischen Mörderbande mal wieder einen Krieg vom Zaun brechen, bei dem sie alle, die sie irgendwie für Kommunisten, Sozialisten oder demokratische Kollaborateure von Kommunisten halten, ermorden, wäre wahrlich nichts neues. Bis heute laufen selbst die Mörder der Operation Condor in den USA frei rum und haben hohe Regierungsämter. Und die Mörderbande macht in ihren Ämtern auch stets wieder neue Kriege, wie jeder im Irak sehen kann. Weder Lukaschenko noch Ahmadinejad haben solche Kriege zu verantworten wie die US-Regierung.
Die Folterknechte der USA sind weitaus mächtiger und gefährlicher als Lukaschenko und Ahmadinejad zusammen. Das entschuldigt die Untaten letzterer nicht, erklärt aber, warum es sinnvoll ist, mit den Gegnern der US-Kriegsmaschnierie Geschäfte zu machen.
Die Operation Kondor, mein Freund, war eine Initiative der faschististoiden Regierungen des Cono Surs Anfang der 70er Jahre, die meinte eine stark radikalisierte und gewaltbereite Linke mit Mitteln zu kämpfen, die alles andere als legitim sind.
Es ist vor allem ein Latino und kein CIA-Ding. Kommt mal ein bischen von eurer US/Euro-zentrischen Sicht runter. Auch in anderen Regionen gibt es agierende Subjekte und nicht nur Objekte von Geschichte.
Und selbst wenn es ein CIA Ding war, kann man nicht automatisch von einem US-Ding sprechen. Die CIA hat in diesem Zusammenhang Informationen zurückgehalten. Und selbst in der CIA gab es sehr unterschiedliche Haltungen zur Operation Kondor.
Aus einem kürzlich erschienen Buch über die Operation Kondor geht hervor, dass die Schuld der USA vor allem darin lag, zunächst sehr widersprüchliche Signale bezüglich der Haltung der USA zur Operation Kondor zu senden.
Später im Fall Letelier agierten chilenische DINA Agenten ohne Wissen der CIA oder anderer Regierungsstellen. Hierzu gab es später einen Gerichtsprozess in den USA.
Von “demokratischer Zivilgesellschaft” kann bei der bolivarischen Revolution nun wirklich nicht gesprochen werden. Ein großer ober-Maxe kennt den Weg, Meinungs-Pluralismus gibts nicht und die rotgekleidete Anhängerschaft tritt als Bittsteller auf. Vor laufender Fernsehkamera löst dann der große Ober-Maxe die persönlichen Probleme der Bittsteller. Minister werden im Kasernen-Ton zum Rapport aufgefordert und der große Ober-Maxe gibt ihnen Befehle, was im Namen der Revolution zu tun ist. In einem äußerst agressiven Ton wird im Namen der Revolution zum Klassenkampf gegen die Mittel- und Oberschicht gehetzt. Daneben werden ultra-pathetische Anekdoten über den Unabhängigkeitskrieg erzählt. Und zwar ganz ähnlich wie die deutsche Rechte bis 1945 ständig die Befreiungskriege gegen Napoleon evorziert hat. Die lateinamerikanischen Unabhängigkeitskriege fallen in die gleiche Zeit. Was würden wir denn sagen, wenn Merkel wundersam-heroische Geschichten über die preußischen Generäle dieser Zeit erzählen würde? Aber für Venezuelaner ist diese völlig widerwärtige Geschichtsaufassung gut genug. Der führende Simon Bolivar Experte äußert sich sehr negativ über Big-Hugos sehr selbstgedrehte Art der Interpretation der Ereignisse. Und dann erzählt er immer über sein Steckenpferd “Geopolitik”. Verständlicherweise betrachtet sich beispielsweise ein Großteil der venezoelanischen Studentenschaft nicht als Bestandteil dieser “Zivilgesellschaft” des ehemaligen Putschisten-Oberst.
Nach 9 Jahren der Regierung treten die Effekte auf, die in Lateinamerika wohlbekannt sind (S. Allende, Alan Garcías erste Amtszeit in Peru, Nicaragua). Extreme staatliche Festsetzung von Preisen führt zu einer Unterversorgung (Schlangestehen), Schwarzhandel und Schmuggel.
Wieso sollte die USA in Venezuela eingreifen? US-Autos verkaufen sich doch bei den subventionierten Benzinpreisen (ein paar Pfennigen) und der künstlich überbewerteten Währung sehr gut.
Selbst Chavistas geben zu, dass der Ober-Maxe dazu neigt, sich von Ja-Sagern und Jubel-Persern zu umgeben. Ehemalige Weggefährten mit einem mehr selbstständigen Kopf, haben die bolivarische Revolution verlassen.
Hugo Chávez hat in 9 Jahren bisher nix an einer nachhaltigen Verbesserung der Lage der armen Bevölkerungsschichten getan (Hilfe zur Selbsthilfe). Ansonsten Almosen und eine medizinische Betreuung, die für viel Erdöl an Kuba erkauft wurde. Aufgrund der “interessanten” Arbeitsbedingungen der kubanischen Ärzte (z.B. keine Bewegungsfreiheit in der Freizeit, großer Teil des Gehalts ging an den Castro-Clan) flohen viele dieser Personen in die freie Welt. Chávez hilft der USA also noch zusätzlich bei der Atrahierung von fertig ausgebildeten Medizinern
@Lemmy
So so, die CIA hat in diesem Zusammenhang Informationen zurückgehalten und deshalb war die Operation Condor keine US-Aktion? Wenn dem so wäre, könnte man sicher davon ausgehen, dass die Verantwortlichen bestraft worden sind. Zwischenzeitlich sind Papiere aufgetaucht, die zeigen, dass Außenminister Henry Kissinger bestens informiert war.
Chef der CIA, die deiner Meinung nach die US-Regierung durch Zurückhaltung von Informationen hintergangen haben soll, war damals ein gewisser George H. W. Bush. Der ist aber nicht, wie es zu erwarten wäre, wenn man Deiner Geschichtsauffassung folgt, ins Gefängnis gekommen, sondern Präsident geworden. Wenn Du davon sprichst, dass bei der Regierung von Hugo Chevez nach neun Jahren Regierungszeit Effekte auftreten, wie sie beispielsweise von Salvador Allende bekannt seien, dann ist dir insofern Recht zu geben, als dass die US-Regierung auch gegen Hugo Chavez einen Staatsstreich inszeniert hat, der jedoch im Gegensatz zum Project FUBELT, das zum Putsch gegen Salvador Allende und zur Diktatur von Pinochet führte, nicht erfolgreich war.
Auch sonst ist Deine Version der Geschichte in sich nicht stimmig, denn sie erklärt nicht verdeckte Kriege wie die Invasion in der Schweinebucht oder die Operation PBSUCCESS. Diese Operationen waren der jeweiligen US-Regierung auch bestens bekannt, denn sie hat sie genehmigt.
Zum Wohlstand in Venezuela lässt sich vor allem sagen, dass die Fortschritte trotz der Sabotage der Ölanlagen beträchtlich sind. Freie Meinungsäußerung und Meinungspluralismus gibt es in Venezuela mehr als in Deutschland. Und wer COINTELPRO und die Operation Mockingbird kennt, wird unschwer zu dem Schluss kommen, dass es in Venezuela auch mehr Meinungsfreiheit gibt als es in den USA selbst zu den Hochzeiten der Demokratie üblich war.
Kriegsgrund der USA gegen Venezuela ist bereits die bloße Existenz einer den USA nicht genehmen Regierung in Südamerika. Das war schon bei Kuba so und das ist nun auch in Venezuela so. Ölmultis in den USA sind genau wie die von ihnen gesponsorte Mittelschicht in Venezuela gar nicht glücklich damit, dass die Öleinnahmen nun breiter verteilt werden und nicht mehr nur in die Taschen der Konzerne wandern.
Hugo Chavez macht seine Arbeit als Präsident von Venezuela im Sinne der Bevölkerung bisher ausgezeichnet. Er hat eine Öffnung der Mediendiktatur der US-gestützten Medien erreicht und eine Neuaufteilung der Resourcen des Landes zugunsten größerer Bevölkerungskreise in die Wege geleitet. Und - ganz wichtig - Hugo Chavez hat es bisher erfolgreich geschafft, einen von den USA unterstützten Militärputsch zu verhindern und so die Demokratie gesichert.
Ja , der Artikel gibt mir die Information zum Bedenken.
das deutschland immer folgt, was amerika sagt, ist keine gute sache. man soll auch mehr in die zukunft denken.
Ähnliche Fragen bezüglich der Arbeitslosenzahlen,Thema Menschenrechte,Berufsverbot,demokratische Wahlen usw.,könnte man jedem Sender oder Zeitung stellen-befürchte ich.
Mit ein wenig Humor kann ich diese Irreführung ertragen-denke, ich schaue die moderne Ausgabe von “Aktuelle Kamera”.
KP Venezuela: USA reaktivieren Mordpläne gegen Hugo Chavez Frias:
WEITERE 9 DIAGNOSEZENTREN UND 1 HOCHTECHNOLOGIE-ZENTRUM ERöFFNET
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel (von mir)
Caracas, 10. September 2008, Tribuna Popular TP/ABN.- Der Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela, Hugo Chavez Frias, wies darauf hin, dass die USA-Regierung Pläne zu seiner Ermordung reaktiviert hat: “Es werden Pläne reaktiviert mich umzubringen. Und die Yankee-Dienste sind auf der Suche nach aktiven Militärs und Piloten, die den Miraflores-Präsidentenpalast bombardieren sollen. Sollte dies scheitern, sollen sie das Sonntagsprogramm “Alo Presidente” bombardieren.” Dies äusserte der venezolanische Staatschef bei der Eröffnung eines Zentrums für Integrale Diagnostik (CDI) in der Canon-Strasse in Los Flores im Bundesstaat Catia. Gleichzeitig sagte er, dass sie auch die Formel erlernen, um unter aufgemalter venezolanischer Flagge auf Flugzeugen ihre Zugehörigkeit zu tarnen, die Flugzeuge auf venezolanisches Staatsgebiet zu verbringen, um dann später zu behaupten, es handele sich um einen Volksaufstand: “Das Imperium (die USA - Jens.T. Bohlke) ist verzweifelt, und die Yankee-Speichellecker hier helfen denen mich umzubringen”, brachte er die Sache auf den Punkt. “Sie können uns nicht besiegen. Das garantiere ich denen. Trotzdem richte ich diesen Aufruf in meiner Verantwortung an das venezolanische Volk, um es zur Wachsamkeit aufzurufen. Denn die Erwartung der Yankee-Speichellecker hier soll zu Staub werden”, so der Staatschef.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Yankee-Speichellecker ihren Wahlkampf für den kommenden 23. November 2008 darauf konzentrieren werden, die Regierung Venezuelas jeden Tag stärker anzugreifen: “Sie sagen, dass die Revolution verloren ist. Aus ihren eigenen Umfragen aber ergibt sich der Beweis für die Popularität von Chavez und Regierung.” Und weiter: “Dies ist eine Regierung, eine Revolution und ein Bewusstsein, welche ein neues Heimatland aufbauen. Weil wir die Antworten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Bereichen geben, in der sie mit uns bei der Verwaltung dieses Staates im Wettbewerb stehen”, so Hugo Chavez Frias am Ende.
Im Rahmen des fortschreitenden Aufbaus eines sozialistischen öffentlichen Gesundheitswesens eröffnete der Staatschef gleichzeitig 9 Diagnostikzentren (CDI), davon zwei im Hauptstadt-Distrikt, jeweils eines in den Bundesstaaten Anzoategui, Aragua, Delta Amacuro, Miranda und drei im Bundesstaat Zulia. Desweiteren eröffnete er ein Hochtechnologie-Zentrum in Merida.
Ausserdem wurden 9 Rehabilitationseinrichtungen eröffnet: eines in Anzoategui, zwei im Bundesstaat Aragua, eines in Santa Ana, im Municipio Libertador und ein weiteres in der Colonia Tovar, weitere 4 im Hauptstadt-Distrikt, zwei in Libertador, eines in Baruta und ein weiteres in Petare, und auch in den Bundesstaaten Guarico und Miranda. Mit diesen neuen Einrichtungen kommt Venezuela auf 528 Reha-Einrichtungen.
Präsident Chavez erinnerte, dass vor 10 Jahren auf 100.000 Einwohner in Venezuela nur 20 Hausärzte kamen. Diese Zahl ist jetzt auf 60 Hausärzte pro 100.000 Menschen gestiegen. Während damals die Primärversorgung kaum 21% der Einwohnerschaft erfasste, hat Venezuela da heute 95% erreicht und geht auf dei 100% zu: “Dies konkret ist der Sozialismus. Im Kapitalismus wird die Betreuung der Menschen ausser acht gelassen, wird die Bevölkerungsmehrheit ausgeschlossen. Der Sozialismus schliesst sie ein. (…) Der Sozialismus hat verschiedene Komponenten: gesellschaftlichen Sozialismus, wirtschaftlichen Sozialismus, politischen Sozialismus, ethischen Sozialismus, moralischen Sozialismus, territorialen Sozialismus. Und weitere, die über ein Modell hinausgehen, welches in Venezuela im Aufbau ist.” Dies betonte Hugo Chavez Frias.
Gleichfalls kamen vor einem Jahrzehnt die Primärbehandlungspraxen auf eine Zahl von 4.804, und sind wir heute bei 6.571 Volkskliniken im Programm “Barrio Adentro 1″, dazu bei 986 Einrichtungen der integralen Rehabilitation und Hochtechnologie-Zentren, 1.650 Zahnarztpraxen und 459 Augenarztpraxen, also insgesamt 14.470 Primärbehandlungseinrichtungen.
Quelle: http://www.trib...99&Itemid=1
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Dies nur mal wegen des Herren da oben, der behauptet, es gäbe so schlimme Versorgungskrisen in Venezuela … nur weil nicht mehr alle Sorten Klopapier überall erhältlich sind, oh wie schrecklich!
Und wie Studierende und sonstige Leute mit Party, Geld und Propaganda durch ganz zufällig aus Washingtoner Stiftungsgeld gesponserten “NGOs” bis hin zu “orangenen Revolutionen” manipulierbar sind, haben alle begriffen, nicht nur Putin.
Jens-Torsten Bohlke