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5. August 2007

Initiative für mehr Internet-Sachverstand bei Politikern

von @ 21:34. abgelegt unter Deutschland, Politik

Kurz hinweisen möchte Mein Parteibuch darauf, dass Gernot Poetsch vor gut einem Monat zu einer Initiative aufgerufen hat, politischen Entscheidern zu mehr Sachverstand in Sachen Internet zu verhelfen.

Wer sich die jüngsten Internetgesetze und das kürzlich veröffentlichte Video der Kinderreporter anschaut, versteht auch sofort, dass einige Politiker ein wenig Nachhilfe sicher bestens brauchen könnten. Mein Parteibuch möchte allerdings der weit verbreiteten Ansicht widersprechen, alle Politiker seien blöd. Viele Politiker wissen sehr genau, welches Potential das Internet für die Meinungsfreiheit birgt.

Nur fürchten offenbar einige Damen und Herren in der Politik nichts mehr als eben diese Meinungsfreiheit. Schließlich kennen manche Politiker Geschichten voller Widersprüche mit kleinen schwarz-blauen Kügelchen wie die vom “Selbstmord” von Uwe Barschel sicher nicht nur aus einem alten Zeitungsartikel.

(via)

4 Kommentare zum Beitrag “Initiative für mehr Internet-Sachverstand bei Politikern”

  1. Meudalismus sprach

    Das Video der Kinderreporter könnte in der Wahrnehmung vieler deutscher Untertanen als ein Indiz dafür gewertet werden, dass eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet. Dass wir kein Mittelmaß als Führungelite haben, beweisen jedoch die Antworten der Politiker. Wir haben hochintelligente Politiker. Denn wenn mehr Menschen weltweit das Internet nutzen als Deutschland Einwohner hat, dann braucht man nicht wissen, was ein Browser ist.

    Politiker müssen nur eines wissen: Das Internet ist so etwas wie ein Fernseher (GEZ). Internet wird nur von bösen Terroristen verwendet. Wer einen Computer hat, der macht sich verdächtig.

  2. silberling sprach

    Ich glaube so dumm, wie Sie tun, sind unsere Politiker gar nicht. Sie haben zu mindest erkannt, das sich im Internet eine andere Meinung bilden kann, als die von Ihnen, über unsere Weichspülmedien verbreitete, gewünschte Meinung. Aber unsere Politiker (80% Juristen im Nebenberuf) haben auch ein geniales Mittel dagegen gefunden. Nämlich die teure FANPOST. Egal ob Persönlichkeitsrecht, angeblich falsches Zitieren, Urheberrecht, alles wird missbraucht um Andersdenkende mundtot zu machen. Und das geht eben am schnellsten über das Finanzielle. Da wird dann mal so getan, als ob man was gegen die Abmahnungen unternehmen würde, aber so eine Gesetzesänderung dauert halt.
    Und dieses methodisch Herangehensweise, mittels des finanziellen Mundtot machen, finde ich schon genial.
    Und weil das im Internet so schön funktioniert, versuchen Sie die gleiche Methode (in leicht abgewandelter Form) jetzt auch bei den Journalisten die über den BND-Untersuchungsausschuss berichtet haben. Sollte es dort zu einer Verurteilung kommen, können unsere Politiker sicher sein, das sich jeder Journalist in Zukunft zweimal überlegt, was er schreibt.

  3. Leser sprach

    Und sollte es zu keiner Verurteilung der Journalisten kommen, so bete ich das hier einige Journalisten mal Ihre Archive richtig wälzen und veröffentlichen und veröffentlichen und veröffentlichen …….Wenn der Staat ausgehöhlt wird unter dem Deckmatel “geheime Verschlußsache” - so hat der Journalist die Pflicht dies aufzudecken und die Öffentlichkeit - das Volk - davon zu informieren. Journalisten ! - Schluß mit der Vertuschung von schweren Straftaten und Hochverrats !!!

  4. Gerd-Lothar sprach

    Mir scheint der Beitrag sowie Kommentar 1 und 2 einen wichtigen Punkt zu treffen: Ganz so dumm sind diese Leute nicht; sie stellen sich sogar dümmer, als sie sind. Das fällt beim genauen Betrachten des Videos gut auf, wenn man sieht, mit welcher herablassenden, gönnerhaften Pose geantwortet wird. Gut, es sind “nur” Kinderreporter, aber gerade in Gegenwart von Kindern kommt die Wahrheit und die Verstellung umso schärfer heraus.

    Sich leisten, herablassend und gönnerhaft zu sein, das können jene, die es eigentlich gar nicht mehr nötig haben, solche Fragen zu beantworten. Die wirklichen Nutznießer der wirtschaftlichen Entwicklung haben es noch weniger nötig - die geben sich mit Interviewern gar nicht mehr ab, sondern rechnen in der Zeit lieber ihre Anteilskurse auf dem Aktien- und Fondmarkt nach. Der Kluge und Intelligente aus diesen Kreisen hält sich ganz von der Öffentlichkeit fern, und wenn er genötigt wird, dort doch aufzutreten, so gibt er den raffinierten Schauspieler und grinst in die Kameras.

    Aber letztlich ist daran gar nichts mehr klug und intelligent, sondern dahinter steckt nur Geldgier, Machtgier, Intriganz, Mißtrauen, Oberflächlichkeit und innere Leere. Natürlich stets auf der Hut, durchschaut und womöglich sogar ausgelacht zu werden.

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