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28. Juli 2007

Mobbing-Opfer beim Karussel der Ausgeschlossenen in Kassel

von @ 14:52. abgelegt unter Kunst, Mobbing

Wenn Politik und Medien, so wie das in Kassel bei der documenta regelmäßig geschieht, auf internationale Kunst treffen, übersehen sie gern geflissentlich die mit der Kunst ausgedrückte Gesellschaftskritik, sofern in der am Tropf der Politik hängenden zeitgenössischen Kunst solche Kritik überhaupt noch gibt. Auf dem Friedrichsplatz in Kassel steht zur documenta 12 ein Kunstwerk mit dem Titel “Die Exklusive. Zur Politik des ausgeschlossenen Vierten” von Andreas Siekmann. Dieses Karussell der Ausgeschlossenen ist so ein Kunstwerk, dessen Botschaft von Politik und Medien sicher gern übersehen wird.

Wie Harald Bulling mitteilte, werden Opfer von Schikane und Mobbing am 25.08.2007 auf dem Friedrichsplatz am Karussell der Ausgeschlossenen zwischen 12:00 und 13:00 Uhr eine Performance anbieten.


Presserklärung: Gibt es eine Politik für den ausgestoßenen Fünften?
 
In keinem anderen Land in Europa ist Mobbing so zur sozialen Verhaltensnorm in der Arbeitswelt geworden als in Deutschland, so dass sie jetzt auch schon massiv in viele andere Gesellschaftsbereiche vordringt und sich rasant ausweitet. Zur Eröffnung des Weltkongresses der Lehrer am 21.07.2006 in Berlin musste auch der Bundespräsident einräumen, dass Bildung der Produktionsfaktor Nummer Eins in der Zukunft ist. Und Bildung findet bekanntlich bei uns primär in den Schulen statt, ob nun in denen für das Fußvolk, Hauptschule genannt oder für die Elite, also den Universitäten.

Und es gilt genauso für diese Einrichtungen, wie auch in den Behörden oder Fabriken die Erkenntnis, dass das soziale Umfeld das Handeln der Menschen untereinander bestimmt. Doch wie sieht es damit wirklich 2007 aus? Am 05.07.2007 kam es schon im Vorfeld zur Weltlehrerkonferenz in Neukölln, jenem Berliner Stadtbezirk, in dem auch die berühmte Rütli-Schule liegt, zu ernüchternden Aussagen von Lehrern und Ministern. Danach ist das soziale, schulische Umfeld jetzt in Deutschland schon soweit, dass „auf einzelnen Web-Seiten … sogar Hinrichtungen von Lehrern simuliert (werden). Die Schulministerien haben die Bezirksregierungen angewiesen, solche Inhalte sperren zu lassen und nötigenfalls Strafanzeige gegen die Betreiber zu stellen.“

Und die „Justizministerin Müller-Piepenkötter, CDU betonte, dass es sich bei diskriminierenden Darstellungen von Lehrern nicht um Kavaliersdelikte handele. >>Wir haben es hier eindeutig mit Straftaten zu tun< <, sagte die Ministerin. Nur bitte eine Frage, wo haben solche Jugendliche denn diese Verhaltensnormen kennen gelernt, wenn nicht dort, wo sie ihre Vorbilder und ihre ersten Wertvorstellungen erfahren haben, nämlich im Elternhaus.
Und nun muss man doch nicht viel Fantasie haben, um sich vorzustellen was sich da in den Erziehungsbereichen der Täter zuträgt. Und dabei muss man beachten, dass alleine die Zahl der Mobbing - Opfer von 2000 bis 2007 von 800000 auf 1,5 Millionen angestiegen ist, und das bitte Jahr für Jahr, dann kann man auch die Anzahl der Täter erahnen.

Woher bitte sollen nun Jugendliche wissen, dass Mobbing die Würde eines Menschen für immer vernichten kann. Nicht nur weil jeder fünfte Suizidversuch in Deutschland laut Experten sich mit Mobbing in Verbindung bringen lässt, sondern weil sich die Täter, jene also die Mobbing als Waffe im Alltag benutzen, auch ein Zuhause mit Familie und Kindern haben. Und diese Kinder der Täter, die doch irgendwann das Schulsystem durchlaufen, nach welchen Maßstäben werden die wohl derzeit Handeln?

Daher bietet für uns Kassel mit der documenta 12 die Möglichkeit, auf unser Anliegen als Opfer die Gesellschaft hinzuweisen. So steht auf dem Friedrichplatz ein Kunstwerk mit dem Titel “Die Exklusive. Zur Politik des ausgeschlossenen Vierten” von Andreas Siekmann, dass nur eine weitere Gruppe von Mitbürgern zeigt, die geschickt und mit ähnlich subtilen Mitteln in diesem Land ausgegrenzt werden, wie es Hardy R. in seiner Beschreibung zu seinem Mobbingfall* ausdrückt. (Am Dienstag, den 31.07.2007 kann man diese kurze und sachliche Mobbingfallbeschreibung im Internet finden.)

Laut den Aussagen von Andreas Siekmann, die man auf seiner Homepage findet „thematisiert (er) in seinen Arbeiten die Ökonomisierung und Privatisierung des öffentlichen Stadtraumes.“ Und dazu gehören doch wohl auch die Behörden und Fabrikhallen, in denen der Mob bei uns mehr und mehr das soziale Leben bestimmt.
Auch wenn „der bekannte Prof. für Soziologie, Heinz Bude dazu in einem Spiegelartikel kritische Anmerkungen zum Anliegen des Karussells geäußert hat – >(d)as ist alles so richtig, das es schon wieder falsch ist< - und dann nach „den wirklichen Ausgestoßenen, also den „Verdammten unter uns“ fragt“, ändert sich für die Opfer aller Formen sozialer und gesellschaftlicher Ausgrenzung und Entwürdigung nichts, solange eben die Opfer nicht selber ihr Anliegen in die Welt der Bilder und Worte einbringen.

Und wer könnte das denn sein, fragt sich Ottonormalverbraucher? „WIR, unter anderem eben, die Opfer des schmutzigsten aller Kriege, den „um und am Arbeitsplatz“, geführt von Tätern die mit Mitteln der übelsten Art und Weise, um sich an der „Würde des Menschen“ zu vergehen, dem höchsten Gut was unsere Demokratie kennt, nicht umsonst steht sie im Artikel 1 des Grundgesetzes. Daher werden einige Opfer von Schikane und Mobbing am 25.08.2007 auf dem Friedrichplatz am Karussell zwischen 12:00 und 13:00 Uhr eine Performance anbieten und geben so hoffentlich den jährlich 1,5 Millionen Opfern dieses unsichtbaren „Wahnsinns und Psychoterror“ ein Gesicht und eine Stimme, die der Würde nämlich.

Harald Bulling

Wer mehr Informationen zum Thema sucht, mag mal hier rüber schauen:

Bitte unterstützen Sie weiterhin:
http://www.wenn-keiner-gruesst.de/index_flash.htm
http://adam-stiftung.de
http://www.mobbing-seminare.com
http://www.arbeitsrecht-seminare.com
http://www.wir-helfen-uns-selbst.de
http://milanstation.de
http://wiki.mobbing-gegner.de
http://www.mein-parteibuch.de
http://www.afa-spd-ahrweiler.de
http://www.arbeitsplatz-mobbing-suedbaden.de
http://www.skulptur-projekte.de/kuenstler/siekmann/

Rainer Beutler, der mit vielen unbeantworteten Schreiben belegen kann, dass die Spitzen von Gewerkschaft und Politik nach wie vor eine Politik des Wegschauens und unter den Teppich kehrens betreiben, wird sicherlich auch da sein.

Die internationale Presse ist herzlich willkommen. Deutsche Journalisten sind auch willkommen, wenn sie nicht “hoffnungslos verkommen” sind.

Ein Kommentar zum Beitrag “Mobbing-Opfer beim Karussel der Ausgeschlossenen in Kassel”

  1. mein-parteibuch.com » Rainer Beutler kandidiert zur hessischen Landtagswahl sprach

    […] durchaus eine gewisse Bekanntheit erlangt. Zuletzt hat beispielsweise sein Auftreten beim “Karussell der Ausgeschlossenen” zur documenta in Kassel das Interesse der Medien gefunden. Zur hessischen Landtagswahl 2008 […]

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