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25. Juli 2007

TNS Infratest Wahlprognose zur Landtagswahl 2008 in Hessen

von @ 15:37. abgelegt unter Wahlprognose, Deutschland, Politik, Medienmanipulation, Hessen, Roland Koch, Andrea Ypsilanti

Rätselstunde
Rätselstunde
Copyleft2007 Lurusa Gross

Der CNN Partnersender n-tv und eine Reihe anderer Medien und Zeitungen verbreiten unter Schlagzeilen wie “Umfrage zur Hessen-Wahl - Kochs Thron wackelt” gerade ein Umfrageergebnis zur Landtagswahl 2008 in Hessen, demzufolge Roland Koch dabei abgewählt werden könnte.
 
Manch einer, der den hessischen Filz pappedickesatt hat, mag sich schon vorsichtig freuen, doch am Ende zählt keine Umfrage, sondern nur die Stimmen, die am Wahltag auf dem Papier sind.
 
Mein Parteibuch liest diese Umfrage jedoch ganz anders und möchte Lesern deshab anhand dieser Umfrage vor Augen führen, wie mit geschickten Wahlumfragen - rein hypotetisch natürlich :-) - Wahlen ganz erheblich beeinflusst werden können.

Die Tankstellen-Connection von Roland Koch von den Schalthebeln der Macht in Hessen zu entfernen ist angesichts des brutalstmöglichen Missbrauches, mit der diese Seilschaft die Macht bisher benutzt hat, auch nach hiesiger Ansicht eine wichtige Voraussetzung, um so etwas wie Ethik im hessischen Regierungshandeln verankern zu können.

Dem Bericht von n-tv zufolge “sieht” die Umfrage, die für das Politik-Magazin “Cicero” durchgeführt worden sein soll, von TNS Infratest die CDU in Hessen derzeit bei 40%, die SPD bei 33%, die Grünen bei 11%, die FDP bei 7% und die Linkspartei bei 5%. Addiert man dann Ergebnisse von CDU und FDP, so kommt man auf 47%, die den ach-so-netten Roland Koch und seine Tankstellenseilschaft positiv sehen, gegenüber 49% von SPD, Grünen und Linkspartei, die den brutalstmöglichen Lügner Roland Koch lieber heute als morgen aus dem Amt jagen würden.

Der Umfrage zufolge soll Roland Koch jedoch eine viel breitere Zustimmung in der Bevölkerung erfahren als die bemerkenswert realistische Spitzenkandidatin der SPD, Andrea Ypsilanti. Ob es sich bei den Ergebnissen um ein Stimmungsbild oder eine Projektion auf den Wahlausgang handeln soll, wird bei n-tv nicht erwähnt, aber das spielt anscheinend auch keine Rolle.

Nur mal angenommen, Roland Koch könnte sich das Ergebnis einer Umfrage nach Belieben aussuchen, könnte man dann nicht sagen, dass das Umfrageergebnis von TNS Infratest für Roland Koch geradezu wie bestellt kommt?

Die Umfrage liefert Werte, auf denen Roland Koch seinen ganzen Wahlkampf als Lagerwahlkampf gegen die rote Gefahr mit starker Ausrichtung auf seine - der Umfrage zufolge - unumstrittene Person aufbauen kann. Dass Roand Koch der Umfrage zufolge zwei Prozentpunkte hinten liegen soll, ist dabei geradezu ideal für die Motivation seiner Wahlpropaganda-Truppen. Die Propaganda-Truppe der CDU kann nun bis zur Wahl am 28. Januar 2008 durch Hessen ziehen und bei jeder Gelegenheit das Schreckensbild des Kommunismus in Hessen verbreiten sowie vor einer rot-grün-roten Gefahr warnen. Praktischerweise kann Roland Koch damit auch gleich die SPD weiter unter Druck setzen, sich vorzeitig zu erklären, ob eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei zur Ablösung von Roland Koch im Falle eines Wahlausganges, wie er in der “Umfrage” dargestellt wird, für die SPD in Frage käme.

Ganz besonders angenehm an dem Umfrageergebnis ist für Roland Koch, dass die Freien Wählergruppen in Hessen, vor denen Roland Koch angesichts seines riskanten Manövers, die Freien Wähler mit Geld vom Antritt bei der Landtagswahl abzuhalten, mächtig Angst zu haben scheint, in den Zeitungsberichten zur Umfrage von TNS Infratest gar nicht vorkommen. Aufmerksamen Lesern lassen auch die sich auf 96% aufsummierenden Umfrageergebnisse der anderen Parteien keinen anderen Schluss zu, als dass die Freien Wähler bei der Landtagswahl 2008 in Hessen keine Rolle spielen werden.

Das ist sehr schön für Roland Koch, brauchen sich doch so, glaubt man der Umfrage, konservative Wähler, die eigentlich vom absolutistischen Stil der offenbar vom Scheitel bis zur Sohle korrupten Regierung in Hessen die Nase gestrichen voll haben, keine Hoffnungen darauf machen, dass die Freien Wähler die 5% Hürde nehmen und können sich dann ganz und gar darauf konzentrieren, ihre Stimme Roland Koch zur Abwehr der von seinen Gefolgsleuten zu beschwörenden kommunistischen Gefahr zur Verfügung zu stellen.

Netterweise kann die Umfrage auch gleich dazu benutzt werden, die nun erstmals zur Landtagswahl antretenden Freien Wähler schon im Wahlkampf zu marginalisieren, obwohl sie bei den Kommunalwahlen regelmäßig eher für 10% als für 5% gut sind.

Natürlich muss dabei niemand an “Die Grauen Panther” in Berlin denken, die zwar eine viel schwächere Basis und Infrastruktur als die Freien Wähler in Hessen haben, in Berlin letztes Jahr aber trotzdem völlig überraschend und von keinem Meinungsforschungsinstitut vorhergesehen mit dem Wahlslogan “Gegen Korruption in Wirtschaft und Politik” immerhin 3,9% der Stimmen geholt haben.

Dank der schönen Prognose vn TNS Emnid braucht Roland Koch nun nur noch einer bisschen auf der rechtsextremen Klaviatur der Ausländerfeindlichkeit zu spielen, was, wie die mit Schwarzgeld finanzierte Kampagne 1999 gezeigt hat, in Hessen immer gut ankommt, und schon hat er das dumme Stimmvieh im Sack. Na warte.

Selbstverständlich ist das alles blanker Unsinn, denn wie jeder weiß, sind Umfrageergebnisse nicht käuflich. Und schon gar nicht sind es die von TNS Infratest. Natürlich ist die zum britischen “Marktforschungskonzern” Taylor Nelson Sofres plc. gehörende TNS Infratest Holding GmbH & Co. KG, zu nichts als der Wahrheit verpflichtet. Aber für ein Gedankenexperiment wird man bestellte Umfrageergebnisse - rein hypotetisch natürlich :-) - ja wohl noch annehmen dürfen.

Wählern sei gesagt, dass man Umfragewerte glauben kann, aber nicht glauben muss.

13 Kommentare zum Beitrag “TNS Infratest Wahlprognose zur Landtagswahl 2008 in Hessen”

  1. Meudalherr sprach

    Geht man in der Prognose auch auf die “Partei der Nichtwähler” ein? Diese ist doch vermutlich die größte Partei in der gegenwärtigen Scheindemokratie.

  2. Franz-Josef Hanke sprach

    Der hässliche Roland Koch und seine netten KabinettskollegInnen werden das schon schaukeln. Kult-ministerin Karin Wolff fischt bei den konservativen Kreationisten, Sozialministerin Silke lautenschläger bei den Rennfahrern, Wirtschaftsminister Alois Rhiel bei den Bahn-Bewahrern und Innenminister Volker Boouffier bei den selbsternannten Schwarzen Sherriffs. koch kanns fast mit allen und tut demagogisch demokratisch, brutalstmöglich natürlich!
    Für alle Militaristen bekommt er Schützenhilfe aus Berlin von seinem Rheingauer gefolgsmann Franz-Josef Jung. Un d alle Pessimisten erfreut sein Wissenschaftsminister Udo Corts, der das sinkende Schiff vorschnell schon verlassen will. Er wollte sich wohl nicht darauf verlassen, dass der Hessische Staatsgerichtshof den Verfassungsbruch in Sachen Studiengebühren durchgehen lässt. Deswegen sind mit ihm alle Pferde durchgegangen.
    Dieses Grusel-Kabinett übt übrigens nach einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage zusammen mehr als 140 Nebenjobs aus. Da fragt man sich, wann die Herrschaften eigentlich regieren?
    Nun ja, im Wahlkrampf werden sie sich wohl zusammenreißen und ordentlich schuften.
    Fragt sich nur noch, welche Kampagne dann für die nötigen Stimm(ung)en sorgen soll?
    fjh

  3. Django sprach

    Mein Fazit aus dieser Umfrage:

    1.) Ein Regierungswechsel in Hessen wird wohl ohne die Linke nicht möglich sein.

    2.) Ich werde also die Linke wählen.

    3.) Sollte es nach der Wahl tatsächlich zu einer Konstellation kommen, daß die Linke für einen Regierungswechsel nötig ist, aber die SPD eine Zusammenarbeit mit der (bösen) Linkspartei verweigert, werde ich in Zukunft nicht mehr wählen gehen.

  4. Jochen Hoff sprach

    Ja es ist schon seltsam wie passend die Umfragen immer gemacht werden. So ganz genau nach dem beabsichtigten Zweck.

  5. Daniel sprach

    Mir geht noch immer nicht in den Kopf, daß in Deutschland der beste Freund des Dalai Lama ausgerechnet Roland Koch ist…

  6. Django sprach

    @Daniel: Das kommt nur davon, daß der Main-Taunus-Kreis schon seit mindestens 20 Jahren mit dem Dalai Lama in Freundschaft verbunden ist und immer für ein freies Tibet eingetreten ist. Der Dalai Lama war schon mehr als einmal zu Vorträgen etc. hier in Bad Soden oder anderen Orten der Gegend. Und solche Veranstlatungen ziehen dann natürlich immer die momentan Herrschenden an, die dann natürlich auch gleich “persönliche Freunde” des Dalai Lama werden.

  7. mein-parteibuch.com » Freie Wähler Hessen haben Wahlprogramm verabschiedet sprach

    […] freien Wähler nach besten Kräften ignorieren und “seriöse” Demoskopen sie für Wahlprognosen zur Landtagswahl 2008 in Hessen gern rein zufällig “vergessen&…, fürchten Roland Koch und seine Tankstellen-Seilschaft die freien Wähler offenbar so […]

  8. mein-parteibuch.com » Mein Parteibuch unterstützt Freie Wähler Hessen sprach

    […] Lügen und Blackouts geprägt. Bei der Landtagswahl 2008 besteht, wie sogar eine TNS-Infratest Wahlprognose zur Landtagswahl in Hessen 2008 zeigt, eine durchaus realistische Chance dafür, dass Roland Koch abgewählt […]

  9. Bastian11 sprach

    Ihr vergesst doch wohl die verlogene FDP-Hessen.

    Trotz der Lügen und illegalen Spenden in Millionenhöhe war sie es doch, die den schleimigen Koch erst in das Regierungsgeschäft hob.

    Sie wusste um die Machenschaften und belog die Bürger, schwenkte im letzten Moment zu Koch den “brutalen Aufklärer” über.

    Diese Partei die mit jedem das Bett teilt um mit an der Macht zu sein geht zur Not auch mit der NPD zusammen.

    Auf Bundesebene geht sie schon auf Brautschau mit der CDU und den Grünen.

    Wichtig wäre es, diese durchtriebene Dirne dem Volk mal genauer zu erklären.

    Die Grünen sind mittlerweile nicht weit weg davon. ES wäre kein Wunder, wenn sie zusammen mit der FDP und der CDU Koch weiterhin seine Machtgelüste garantiert.

    Da nützen weder die Freien Wähler, die Linken noch die SPD.

    Lasst Euch daher nicht Irre machen !!!

  10. mein-parteibuch.com » Kristina Gräfin Pilati kuschelt mit Roland Koch sprach

    […] man einer Wahlprognose zur Landtagswahl 2008 in Hessen, so gilt die Wiederwahl von Roland Koch und seiner Tankstellen-Connection nicht als sicher. Was mit […]

  11. Joachim Bovier sprach

    Nur nicht zu früh freuen! Was zählt sind Wahlergebnisse, nicht Umfragen. Die hessische CDU hat schon so oft bewiesen, dass sie in der Lage ist, in einem harten Wahlkampf Ergebnisse zu ihren Gunsten herzustellen. Entgegen landläufiger Meinung erzielt man Mehrheiten auch weniger dadurch, dass man Linke überzeugt konservativ zu wählen, als es gelingen muss den letzten rechten Wähler an die Wahlurne zu treiben. Wie erfolgreich das ist, hat Roland Koch 1999 mit der Anti-Ausländerkampagne bewiesen. Für diesmal deutet sich mit den kriminellen Ausländern ähnliches an. Da mag die versammelte Linke aufschreien so laut sie will, Tatsache ist nun einmal: das Volk will keinen Multikulit-Staat! Darum wirds für CDU + FDP auch diesmal wieder reichen. Darauf vertraue ich im Interesse meiner hessischen Heimat.

  12. Georg Kölzer Köln sprach

    Die Hessenwahl wird der Anfang von erdrutschartigen Stimmverlusten der großen Parteien. Das große Defezit der Umfragewerte in Deutschland ist ihre unglaubliche Ungenauigkeit. Diese Entsteht nicht durch schlechte Arbeit der Umfrageinstitute, sondern durch den Unwillen vieler Bürger, ihnen zu antworten.

    Jeder Wähler vermag sich die Frage selbst zu beantworten, wie er mit seiner Stimme in Deutschland für mehr Miteinander und die soziale Gemeinschaft stimmen kann. Darüberhinaus wird es niemand leugnen können, dass unsere Gesellschaft, ohne eine Richtungsänderung, sozial kolabieren wird. Warnsignale dafür sieht man neben den dramatischen Spitzen in den Nachrichten, in jeder mitleren und großen Stadt.

    Zumindest dann, wenn man die Augen aufmacht.

    Georg Kölzer Köln georg.koelzer@arcor.de

  13. mein-parteibuch.com » CDU-Wahlkampfgriff in die Nazi-Kiste sprach

    […] 2005 einen Teil ihrer Wahlpropaganda direkt bei Hitler abgeschrieben hat. Nun, wo selbst schlecht gefälschte Wahlprognosen der CDU bescheinigen, dass sie ihre Mehrheiten in Hessen und Hamburg wohl verlieren wird, hat die […]

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