Marburg in Hessen ist eine wunderschöne Stadt mit langer Tradition und vielen Berühmtheiten. Da gibt es den berühmten Juristen und Unternehmer Reinfried Pohl und das von ihm gegründete einschlägig bekannte “Finanzvertriebsunternehmen” DVAG, in dessen Aufsichtsrat sich verschiedene Größen der Politik versammeln. Da gibt es eine Gerichtsbarkeit, deren Entscheidungen und Verfahren selbst bei hartsottenen Justizkritikern in ganz Deutschland bereits viel Erstaunen hervorgerufen haben. Da gibt es eine Anwaltskanzlei „Ludwig & Ludwig Dr. Schmölz und Kollegen“, wo der sympatische Jurist Christean Wagner Rechtsanwalt ist, und die, wie ein Artikel der rheinischen Post zeigt, sogar schon in Düsseldorf bekannt ist.
Und da gibt es das griechische Restaurant “Hansenhaus Links” von Georgios Kliafas, das Mein Parteibuch bisher unbekannt war.
Im Blog HasteNedGesehn hat im letzten Jahr mal irgendjemand irgendetwas über das Essen im “Hansenhaus Links” geschrieben. Das scheint so aufregend gewesen zu sein, dass, wie der Google-Cache ( http://tinyurl.com/3cdbns ) zeigt, selbst ein “Prof. Dr. med. Klaus Müller aus Berlin” und ein Jannis Kyvernitakis, Medizinstudent und 1. Vorsitzender des Hellenischen Studentenvereins Marburg im Blog hastenedgehn Kommentare dazu abgegeben haben. Jetzt ist der Beitrag weg. Auch ein Beitrag mit Titel “Die spinnen, die Griechen.”, wo es offenbar um Griechen und griechisches Essen ganz allgemein gegangen sein soll, und nicht das griechische Essen in einem bestimmten Restaurant, ist nun plötzlich nicht mehr verfügbar.
Stattdessen wird auf hastenedgesehn unter dem Titel “Jetzt wirds richtig albern” ( http://tinyurl.com/yrqhzy ) nun über die Entfernung zweier Beiträge berichtet, von einer Marburger Anwaltskanzlei ist die Rede, von Abmahnung und strafbewehrter Unterlassungserklärung ist die Rede und schließlich gar von einem Anruf, wo es um eine Strafanzeige gegen den Marburger Blogger wegen “übler Nachrede” und “Verstoß gegen UWG” gehe.
Mein Parteibuch weiß natürlich nicht, ob das, was da bei hastenedgesehn stand und steht, in der real existierenden deutschen Demokratie rechtlich zulässig ist, denn über schwierige äußerungsrechtliche Essensfragen können in Deutschland allein kompetente Juristen entscheiden. Mein Parteibuch wird sich nun nicht an den ehrenwerten ehemaligen hessischen Justizminister Christean Wagner aus Marburg wenden, um zu fragen, wo man in Marburg kompetente Juristen finden kann. Mein Parteibuch wird sich auch nicht an Mitglied des Rundfunkrats vom hessischen Rundfunk, Christean Wagner aus Marburg, wenden, um zu fragen, warum der hessische Rundfunk nichts über eine solch wichtige Frage berichtet. Und Mein Parteibuch wird sich auch nicht den den Fraktionsvorsitzenden der CDU im hessischen Landtag, Christean Wagner aus Marburg, wenden, um zu fragen, wer für die Zustände in Marburg verantwortlich ist. Mein Parteibuch wird sich natürlich auch nicht den Scherz erlauben, die Marburger Rechtsanwältin Cornelia Esser in der Essensfrage zu konsultieren, denn über Namen macht man keine Witze.
In Anbetracht dessen, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland nur eine Illusion ist, breitet Mein Parteibuch gern den Mantel des Schweigens darüber aus, wie das Essen im Marburger Restaurant “Hansenhaus Links” ist, sagt nichts zur Freundlichkeit der Bedienung dort und wird auch nichts zu den Preisen in dem griechischen Restaurant schreiben. Mein Parteibuch hofft, dass Schweigen selbst von der Marburger Justiz nicht als eine Verletzung des Unternehmenspersönlichkeitsrechtes eines griechischen Restaurants gewertet wird.
Als politisches Weblog lässt sich Mein Parteibuch dann aber doch noch dazu hinreißen, denjenigen Marburgern, die aus Deutschland nicht Abmahnistan machen wollen, zu empfehlen, bei der nächsten Wahl nicht die “Marburger Bürgerliste” zu wählen.
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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[Editor:Kommentar gelöscht.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Neuber,
Sie sind hier nicht willkommen.
Sie dürfen gern woanders diskutieren]
Da kommt mir echt die Galle hoch.
Dem Restaurant muss es wirtschaftlich supergut gehen. Es wird Zeit, dass über die Praktiken dieses Restaurant in allen Medien der Bundesrepublik Deutschland berichtet wird.
Deutschland ist ZUM KOTZEN!!!!!!
Mangelnde Kritikfähigkeit und dummdreiste Verbortheit Hand in Hand sind eine wunderbare Kombination um mit wehenden Fahnen dem Untergang entgegen zu reiten… zumindest auf kurz oder lang, geduld und starke Nerven sind gefragt. Mein Tipp: Baldrianteechen
Und damit auch möglichst viele Marburgerinnen und Marburger wissen, wo der Wirt hinterher seine RECHTS-Anwälte auf sie hetzt, finden sie unter Klage auf Saziki-Soße auch einen Kommentar dazu auf der Internet-Seite der Humanistischen Union Marburg.
fjh
Christean Wagners Rechtsanwaltskanzlei hat auch schon einen Nazi in einer Abmahnsache gegen die Projektwerkstatt vertreten. Es wurde aber nichts draus. Wahrscheinlich wollte der Nazi nicht genug Vorschuss zahlen.
Ich weiß, wie Wagner in Natura aussieht, bin gelegentlich mit seinem ‘Gedankengut’ beglückt worden und finde es unfassbar, dass Leute wie er Karriere machen konnten.
Puh - Was für ein Wirbel.
Na um so besser!
Wäre es mir an einer Würstchenbude ebenso schlecht ergangen, hätte ich mich vielleicht auch ein bißchen geärgert aber ich hätte wohl sicher nicht darüber gebloggt… Von einem Restaurant erwartet man sich eben doch etwas mehr Qualität und Kundenfreundlichkeit.
Nicht gedacht hätte ich jedenfalls, das mir deswegen der Mund verboten würde. Aber vielleicht bin ich ja einfach zu naiv.
An dieser Stelle hätte ich Klärungsbedarf in folgender Frage: Was genau darf eigentlich ein Blog?
Was z.B. Satire darf, ist gerichtlich ja schon öfter mal genauer unter die Lupe genommen worden. Vielleicht brauchts fürs Blog ja mal eine Gebrauchsanweisung? Oder eine Kindersicherung für zu dumme Leser.