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23. Juni 2007

Schmutzige Markenausbeutung

von @ 10:15. abgelegt unter Recht und Unrecht, Abmahnung, Medienmanipulation, Markengesetz, Betrug

Markenware garantiert dem Verbraucher eine hohe Qualität und hat auch aufgrund von aufwendiger Werbung einen besonders hohen Preis. Je teurer Markenware ist, um so mehr Prestige verschafft dem Käufer eines Markenproduktes die von ihm gekaufte Markenware. Markeninhaber beklagen sich oft über gemeine Markenpiraten, die gefälschte, nicht lizensierte oder gar minderwertige Ware mit dem Markenlabel versehen auf den Markt bringen und so die Markeninhaber schädigen. Markeninhaber müssen gewaltige Verluste hinnehmen, weil sie ihre Markenwaren aufgrund der Markenpiraterie kaum noch zu den oft hohen geforderten Preisen loswerden. Mit Steuergeldern finanziert versuchen deshalb Zoll und Polizei trotz großer Bemühungen nur mit durchwachsenem Erfolg, Fälschungen aus dem Verkehr zu ziehen und Markenpiraten dingfest zu machen. Zahlreiche unverantwortlich handelnde, geizige oder arme Verbraucher kaufen gefälschte Waren trotzdem, weil sie einfach billiger sind.

Das ist die Geschichte von den guten Markeninhabern und den bösen Markenpiraten, die Lobbyisten von Markeninhabern und Regierungsstellen oft in den Massenmedien verbreiten. Daneben gibt es aber noch eine andere Geschichte, die nicht so gern erzählt wird.

Wenn der Absatz von Produkten einer Marke, die als besonders hochwertig weil besonders teuer angesehen wird, zu wünschen übrig lässt, kann ein Markeninhaber nicht einfach den Preis für die Markenware senken, um den Absatz anzukurbeln. Denn würde der Preis gesenkt, so könnte die Marke an Prestige verlieren und sich de Preissenkung sogar negativ auf den Absatz auswirken. Aus kaufmännischer Sicht kann es sich für Markeninhaber jedoch lohnen, selbst “gefälschte” oder “nicht lizensierte” Ware in Umlauf zu bringen, deren Preis zwar deutlich unterhalb des für “echte” Markenware aber immer noch deutlich über den Herstellungskosten liegt. Eine solch schmutzige Markenausbeutung verwässert zwar auch die Marke, schädigt sie aber nicht so sehr wie eine deutliche Preissenkung der “echten” Markenware.

Natürlich müssen für den Vertrieb solcher “nicht lizensierter” Markenware innovative Wege gefunden werden, denn schließlich könnte der Vertrieb der “echten” Markenware darauf leicht angesäuert reagieren, wenn der Markeninhaber den Absatz durch den Vertrieb von “nicht lizensierter” Markenware schwieriger macht. Interessant sind für den Vertrieb solcher “nicht lizensierter” Markenware deshalb vor allem Online-Plattformen. Geschickte Markenanwälte stellen dabei sicher, dass Trittbrettfahrer mit aller Härte verfolgt und ihre unerwünscht in Umlauf gebrachte “gefälschte” Ware - besonders wenn sie qualitativ hochwertig ist - vom Markt verdrängt wird, während Maßnahmen gegen den selbst organisierten Vertrieb von “nicht lizensierter” Markenware leider trotz großer Bemühungen letztlich erfolglos bleiben.

Eine besondere Stilblüte des Geschäfts der schmutzigen Markenausbeutung wird durch das deutsche Abmahnrecht ermöglicht. Kaum ein Verbaucher oder Kleinhändler blickt auch aufgrund der teilweise unerklärlich hohen Qualität “gefälschter” oder “nicht-lizensierter” Markenware wirklich noch durch, welche Gegenstände tatsächlich “echte” Markenware sind und bei welchen Gegenständen es sich um “gefälschte” oder “nicht lizensierte” Ware handelt. Viele irgendwann einmal irgendwo erstandene Gegenstände werden von Verbrauchern oder Kleinhändler im Internet weiter verkauft oder “versteigert”.

Auf Markenrecht speziliasierte Anwälte betätigen sich fließig als verdeckte Testkäufer in Online-Auktionshäusern, um auch Gelegenheitsanbieter von “gefälschter” oder “nicht lizensierter” Markenware anschließend unter Beifügung einer Kostenforderung im deutlich vierstelligen Bereich abzumahnen. Während die Gewinnspanne beim Verkauf von “nicht-lizensierten” Markenwaren nur wenige Euro pro Stück beträgt, ist die Gewinnspanne für das Schreiben eines Abmahnbriefes, für den ein argloser Kleinanbieter dann mehrere Tausend Euro bezahlen soll, ganz ordentlich. Markenrechtliche Abmahner haben vor Gerichten dabei gute Karten, absurd hoch anmutenden Kostenforderungen durchzusetzen, denn Richter stellen sich gern auf die Seite der guten Markeninhaber im Kampf gegen die bösen Markenpiraten.

Nach Informationen von Mein Parteibuch gibt es Marken aus der Glamourwelt des erweiterten Modebereiches, deren Haupteinnahmequelle inzwischen aus geltend gemachten Abmahnkosten besteht. Dabei gilt, dass, je mehr “nicht lizensierte” Markenware auf dem Markt ist, desto lohnender das Abmahngeschäft ist. Was liegt da näher, als durch das Ankurbeln des Handels mit “nicht-lizensierter” Markenware zusätzlich Schwung ins Geschäft zu bringen? Da die entsprechenden Firmen das sicher bestreiten und juristisch attackieren würden und die Pressefreiheit in Deutschland eine Illusion ist, verzichtet Mein Parteibuch in diesem Artikel noch auf das Nennen von Namen. Leser mögen sich ihre eigenen Gedanken machen.

20 Kommentare zum Beitrag “Schmutzige Markenausbeutung”

  1. logisch sprach

    Marcel zielt hier klar auf doppelzüngig agierende Hersteller. Für mich steht jedoch viel mehr im Fokus, dass hier das Recht am Markt verzerrt wird indem man viele Kleine mehr oder weniger offen kriminalisiert und einige wenige ganz im Geheimen die “Lizenz zum Rechtsbruch” vom Markeninhaber zugesprochen bekommen. Das stört den deutschen Rechtsfrieden. Das erschwert die Arbeit der Fahnder und das zerstört die letzten Reste der Moral bei den Kunden. Wenn man davon ausgehen kann dass ein gewisser Anteil solcher Angebote legitim ist und weiterhin auch noch weitgehend der Originalqualität entspricht, dann ist das für die Kundschaft solch ein Einkauf kein verwerfliches oder unehrenhaftes Verhalten mehr. So kann man als Markenmonopolist sein Klagerecht in ein noch viel mächtigeres Klagemonopol umwandeln, das natürlich auch geeignet beackert werden darf. Wenn da mal nicht dem Gesetzgeber irgendwann noch etwas zur besseren Regulierung einfallen könnte - aber Anzeichen dafür kann ich jetzt nicht erkennen.

  2. SebLug sprach

    Wenn diese Informationen vorliegen, dann würde ich damit zur Staatsanwaltschaft gehen oder zur Rechtsanwaltskammer, denn das ist nicht zulässig. Es dürfen nur die Rechtsanwaltsgebühren in Rechnung gestellt werden und nichts darüber hinaus.

  3. Mein Parteibuch sprach

    @SebLug
    Es geht bei dem Spiel fast “nur” um die Rechtsanwaltsgebühren. Aufgrund der üblicherweise im fünf- oder sechsstelligen Bereich angesetzten Streitwerte kommt, gerade wenn noch ein “hinzugezogener” Patentanwalt in Rechnung gestellt wird, kommen da leicht deutlich vierstellige Beträge auf die Anwaltsrechnung. Schon wenn da ein paar hundert Abmahnungen pro Jahr raus gehen, dann erreicht der aus Abmahnkosten gezogene Gewinn leicht den Millionenbereich.

    Wer als einfacher Mensch von so einer Abmahnung erwischt wird, traut sich selten, sich dagegen mit allen rechtlichen Mitteln zu wehren, denn einerseits stellen Richter sich gern auf die Seite der guten Markeninhaber im Kampf gegen die bösen Markenpiraten und andererseits ist das Prozessrisiko nicht gerade klein.

  4. Peterle sprach

    Ein grundsätzliches Problem sollte hier der Vollständigkeit halber noch erwähnt werden: Wenn ich z.B. ein Elektrogerät herstellen möchte, gibt es zur Zeit überhaupt keinen Grund NICHT zu fälschen. Unzählige sinnlos teure gesetzlich vorgeschriebene Zertifikate in Verbindung mit einem nicht kalkulierbaren Geschmacks- Urheber- und Patentrechtsrisiko und schrankenlose Produkthaftung ZWINGEN den rational denkenden Hersteller ja quasi zur Fälschung.

  5. Franz-Josef Hanke sprach

    Eine bekannte Supermarkt-Kette ist der wahrscheinlich größte Vermarkter von “Zweit-” oder sogenannten “Hausmarken” der Marken-Hersteller. Wenn all die Leute da einkaufen, können die Marken-Monopolisten nur verdienen, wenn sie auch diese Kette beliefern.
    Im Übrigen ist ja die Gründung der einstigen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) - der heutigen EU - nur deswegen so forsch vorangetrieben worden, damit die großen Hersteller nicht lauter kleine Märkte bedienen mussten, sondern einen einheitlichen europaweiten Markt. Allen vorangeprescht ist da die niederländische Firma Phillips. Das kleine Holland reichte ihr nicht, deswegen setzte man sich für einen Zusammenschluss mit Belgien und Luxemburg zur BeNeLux-Gemeinschaft ein. Der nächste Schritt war dann die EWG, die sich später in die EG und dann in die EU umwandelte.
    Merke: Die EU ist eine Erfindung der Großkonzerne. Deswegen haben die da auch das Sagen. Da kann sich unsere geliebte Angela auf noch so vielen Gipfeln tummeln, sie darf nur die aufmüpfigen Polen und Briten besänftigen, indem sie ihnen ein paar saure Drops oder süße Bonbons in den Mund - nicht sonstwo hin - schiebt.
    fjh

  6. Thomas Horn sprach

    wenn karstadt gefälschte louis vuittom taschen verkauft.wenn venice gefälschte “chucks” verkauft. Der Einkäufer weiss von wem er kauft und was er kauft.wenn im media markt chinesen eingeladen werden das renner handy zu kopieren, dann weiss der einkäufer wem er den auftrag gibt. wenn türken,pakistani und inder playboy marken faken und containerweise verschiffen und die ware in hamburg genua oder birmingham in europa eingeführt wird lohnt sich das sogar wenn der zoll mal einiges zufällig hoch nimmt, denn die meisten container haben noch eine andere ware geladen nämlich koks und andere drogen und die klamotte bzw. die markenfakes sind nur staffage.das markenware in grossen mengen über online shops verkauft wird,halte ich für ein gerücht.das markenhersteller ihre markenware billig über online shops abdrücken halte ich ebenfalls für ein gerücht.

  7. Rolf Schälike sprach

    Markenware ist oft nur Etikette, nicht mehr und nicht weniger.
    Der Käufer beweist lediglich, dass er Geld hat, teure Ware zu kaufen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Damit möchte man sich von anderen unterscheiden und zu den “richtigen” Kreisen gehören.
    Man “beweist2 selbstverständlich, dass man “Geschmack” besitzt und damit “Kultur”.

    Gute Artikel, Waren sowie Leistungen gibt es unter den Markenherstellern als auch bei weniger bekannten Produzenten und Dienstleistern.

    Ob Markenhersteller Markenware als geklaute Markenware verkaufen, kann ich nicht belegen. Kann mir gut vorstellen, dass in der Übergangsetappe einer Produktionsverlagerung dies aus Finanzierungsgründen passiert.

    “Markenware” wird jedoch mit anderen Etiketten als Billigware verkauft. Das haben mir kompetente Verkäufer von Markenherstellern erzählt. Zu solchen Waren gehören viele Produkte bei Aldi.
    In den USA wird Markenware mit “Made in China” u.a. verkauft. Die Kunden stört das “Made in China” nicht. Sie freuen sich über die billigen Preise von echten Markenartikeln.
    Markenware bedeutet nicht immer Qualität.
    Preis sind heute ebenfalls kein sicherer Maßstab für Qualität.

    Möchten Marklenhersteller gute Qualität zu erschwinglichen Preisen verkaufen, so kommen sie nicht umhin, in Billigländern unter menschenunwürdigen Verhältnissen zu minimalen Preisen zu produzieren.

    Einiges erfahren wir von den Medien.

    Ewig kann das nicht dauern.

  8. Hartmut Pilch sprach

    Belege für die hier genannte Strategie der gezielten Verbreitung von gefälschten Waren wären schon interessant.

    Sicherlich stark verbreitet ist eine mehr oder weniger systematische Duldung von gefälschten Waren in Teilmärkten, wo Originalwaren ohnehin nicht vordringen können. So etwa illegale Kopien von MS Windows, mit denen ein Land sich freiwillig in dauerhafte MS-Knechtschaft begibt. Wieso sollte MS die nicht dulden? Abgeschöpft wird nur auf bestimmten Teilmärkten, es reicht, dass man dort gezielt die illegalen Kopien bekämpft.

    Natürlich ist die Ökonomie bei Software eine andere als bei Uhren, denn hier sind die Kopien 100% gleichwertig.

    Unter dem Schlagwort “Piraterie” wird sehr vieles zusammengefasst, was dort nicht hineingehört, z.B. auch Patentverletzung. So wird u.a. auch von der Bundesregierung völlig unsachlich und irreführend eine Pro-Patent-Stimmung erzeugt. “Produktpiraterie” hat mit Patentverletzung nichts zu tun, es wird vielmehr Marken- und Wettbewerbsrecht verletzt. Im Gegenteil, Produktpiraterie wird durch das Patentwesen gefördert, denn durch breite Verbotsansprüche werden die Marktteilnehmer angespornt, unter falscher Flagge zu produzieren. Dennoch wird heute von Bundesregierung und BDI der Aufbau europäischer Patent-Machtkonzentration vor allem mit dem Argument des Schutzes vor der Gelben Gefahr vorangetrieben. Natürlich muss man schon aus Gründen des Selbstwertgefühls den wirtschaftlichen Erfolg der Chinesen auf illegitime Machenschaften zurückführen, egal ob es stimmt oder nicht.

    #7, ich glaube nicht dass die Produktionsbedingungen in China i.a. “menschenunwürdig” sind. Da gibt es lediglich eine riesige Menge armer und zugleich fähiger Menschen, die am weltweiten Arbeitsmarkt mit uns konkurrieren, und die Vorwürfe, deren Arbeitsbedingungen seien menschenunwürdig, zielen meist in Wirklichkeit darauf, sie vom Arbeitsmarkt auszuschließen und arm zu halten.

  9. Bernd sprach

    Marcel: “wenn noch ein “hinzugezogener” Patentanwalt” => eine Patentexpertise kostet ab 2500 Euro ( billigst ) und kann auch vierstellig werden, wenn München eingeschaltet oder sogar eine weltweite Patentrecherche angestellt wird.

  10. Bernd sprach

    @Rolf Schälike:
    “Möchten Marklenhersteller gute Qualität zu erschwinglichen Preisen verkaufen, so kommen sie nicht umhin, in Billigländern unter menschenunwürdigen Verhältnissen zu minimalen Preisen zu produzieren.”

    Hier sind 2 Unklarheiten enthalten:
    1. jemand, der in einem unterentwickelten Land arbeitet, in dem ein Lohn - entsprechend Lebenshaltungskosten - von 50 Euro/Monat üblich ist, wird sich freuen, eine Arbeit zu haben; nur wir, in den hoch entwickelten Ländern, relativieren das Einkommen nach unserem Maßstab.
    2. Es gibt sicherlich Produktionsverhältnisse, die kritikfähig sind. Viele Länder stehen heute da, wo Deutschland auch mal stand. Wer das ausblendet, der begibt sich auf die Seite von Demagogen. Wer sich nicht daran erinnert, der mag mal nachlesen “Die Weber” oder “Die Lage der arbeitenden Klasse in England”.
    3. Qualität: wer sagt denn, dass Qualität = Langlebigkeit so sehr von Vorteil ist? Für sicherheitsrelevante Güter, ja, unbedingt. Aber für nicht sicherheitsrelevante Güter ist jede Qualitätsverbesserung für einen Produzenten ein langfristiger Umsatzeinbruch.

  11. Dietrich Knopf sprach

    Da ich der derzeit in China arbeite, konnte ich mir ein ganz gutes Bild von der überbordenden Markenpiraterie hier machen. Der Markt an gefälschten Uhren und Handtaschen ist derartig aufgebläht, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die Lager in naher Zukunft leer werden. Also werden die Preise stark sinken. Im Vergleich zu 2005 sind sie bereits um 30% zurückgegangen. Gut nachgemachte Handtaschen und Uhren sind locker für 10-15 Euro das Stück zu haben. Da steht mit großer Wahrscheinlichkeit kein echter Markenhersteller dahinter.

    Zudem sind die kleinen Händler meiner Meinung nach nicht diejenigen, die den ganz großen wirtschaftlichen Erfolg des Landes ausmachen. Da stehen die Banken, Telekommunikationsgesellschaften, Baukonzerne und Airlines klar davor. Da in China mittlerweile jeder Mann eine “Rolex” und jede Frau eine “LV”-Tasche trägt und die Touristen um Ärger am Zoll zu vermeiden meistens wohl nur ein Teil mitnehmen, bleiben die Händler zunehmend auf ihrer Ware sitzen. Ausserdem ist die Konkurrenz unglaublich groß. Allein in Shanghai kann man sich der Heerscharen an Verkäufern gefälschter Produkte kaum erwehren. Und mit Abmahnungen kämpft hier wohl niemand ;-) Der Overkill steht kurz bevor. In Asien sagt eine Marke über die Qualität des Produkts gar nichts mehr aus.

  12. Rolf Schälike sprach

    Zu Bernd #10:
    Jemand, der in einem unterentwickelten Land arbeitet, in dem ein Lohn - entsprechend Lebenshaltungskosten - von 50 Euro/Monat üblich ist, wird sich freuen, eine Arbeit zu haben;

    Es bestreitet niemand, dass viele sich für 50 Euro/Monat freuen.
    Darin steckt ist das Problem und als Unternehmer wäre man dumm, das nicht zu nutzen. Man wäre von der Konkurrenz vom Markt vertrieben.

    Ich weiss wovon ich spreche. Ist in meiner Branche ist es ebenfalls so.

    Muss jedoch hinzufügen, dass in der Endkonsequenz ein Produkt, hergestellt mit 50 Euro/Monat, einem Unternehmen teurer kommnen kann als die in Deutschland mit wesentlich höheren Löhnen hergestellten Produkte.
    Leider gibt es aber auch in Deutschland die Tendenz, für teuere Geld nicht mehr zu leisten und nicht anders zu arbeiten als dies die sich freueneden Asiaten tun.

    Es gibt sicherlich Produktionsverhältnisse, die kritikfähig sind. Viele Länder stehen heute da, wo Deutschland auch mal stand. Wer das ausblendet, der begibt sich auf die Seite von Demagogen.

    Gerade das ist das Problem: das Ausblenden.

    Die Zensurbehörden in Deutschland in Form der Pressekammern Hamburg und Berlin versuchen, Kritik an menschenunwürdigen Praktiken auszublenden, in dem sie die Bewrichterstattunmg und Diskussion mit Namensnennung und Beweisen verbieten.

    Betrifft nicht nur die Praktiken im Ausland, sondern auch in Deutschland.

    Den Lesern von “Mein Parteibuich” braucht das nicht bewiesen zu werden.

    Demagogisch handeln diese Zensurbehörden.

  13. Peterle sprach

    @8 schon die Tatsache, dass Markenhersteller gerade im Modebereich Ihren Kram nicht selbst herstellen, sondern 100% von Sub-Sub-Subunternehmern bauen lassen - und dies nichtmal leugnen, ist verdammt nah dran an der gezielten Verbreitung von nicht lizensierter Ware und ausserdem ist eine Marke für sowas eigentlich sowieso rechtsmissbräuchlich und könnte die Marke verwässern, aber da wollen die Markenjuristen sich glaube ich nicht genauer mit auseinnandersetzen…

  14. Privatperson sprach

    Ich bin betroffener dieser Abmahn-Abzock-Masche! Ich bin seit gut 4 Jahren eingetragenes Mitglied (privater Verkäufer)bei dem bekannten Internet-Auktionshaus mit den vier Buchstaben. In den 4 Jahren habe ich mir einen Bewertungsstand von 152 positiven Bewertungen (100%)zusammengesammelt. Knapp 40 dieser Bewertungen stammen aus Verkäufen. Ich denke, dass es nicht übertrieben ist, wenn ich behaupte, von einer gewerblichen Tätigkeit weit entfernt zu sein. In den vergangenen 6 Monaten habe ich ca. 18 Verkäufe durchgeführt, vorwiegend gebrauchte Dinge aus meinem Hausstand.
    Jetzt bekomme ich eine Abmahnung von einer hier schon oft diskutierten Münchener Anwaltskanzlei. Es wird mir vorgeworfen, 2 Aufkleber und 1 Aufnäher verkauft zu haben, welche sich als Plagiate herausgestellt haben sollen. Es handelte sich bei den Aufklebern um die etwa handflächengroßen Startnummern des Italieners und bei dem Aufnäher um ein für den Rennfahrer typisches Symbol. In der Artikelbeschreibung habe ich den Namen des Motorradrennfahrers benutzt…ohne mir etwas dabei zu denken. Ein Testkäufer der Münchener Anwälte habe diese Ware ersteigert und als “Beweis” vorliegen.
    Die Anwalts AG vertritt die Interessen einer span.Merchandising-Firma, welche die Rechte an diversen Fanprodukten eines sehr bekannten italienischen Motorradrennfahrers besitzt.

    Diese Produkte habe ich vor 2 Jahren, ebenfalls bei ****, von einem gewerblichen Händler gekauft. Dieser Händler hat aktuell über 14000 positive Bewertungen und bietet nach wie vor die Artikel unter dem Namen des Rennfahrers an.
    Wieso wird dieser Händler nicht abgemahnt? Es stellt sich doch die Frage, ob der Händler evtl. in Kontakt mit den Anwälten steht…und somit für die Streuung der Plagiate sorgt. Oder er wird stillschweigend geduldet, da er dafür sorgt, dass das Abmahnungsgeschäft läuft. Die “kleinen Fische” wie ich werden dann nach und nach abgefischt und abgezockt.

    Die Kostennote der Anwälte beläuft sich auf 4160,- Euro…2060,50 Eur für den Rechtsanwalt und nochmal 2060,50 Eur für den hinzugezogenen Patentanwalt…der Rest sind Pauschalen für Telefon etc.! Den Streitwert legen sie auf 150.000!!! Euro fest! Die Verhältnismäßigkeit ist absolut nicht gegeben, die primären Interessen der Anwälte liegen nicht in der Verhinderung weiterer Plagiatverbreitungen (dann würden sie ja die gewerblichen Händler angehen), sondern in der Stellung völlig überzogener Kostennoten.
    Ach ja, die Ware wurde für insgesamt 19,90 Euro verkauft…inklusive eines neuen Lackstift-Sets, welches schon einen Wert von fast 20 Euro hat!!
    Die Sache läuft gerade erst an, habe mich bereits durch Fachanwälte beraten lassen…bei Interesse werde ich hier weiter über die Vorgehensweise der Anwälte berichten!

  15. Privatperson sprach

    Ich habe heute das Bundesministerium der Justiz per e-mail über den unter Punkt 14 geschilderten Sachverhalt informiert.

    Insbesondere die dreiste Vorgehensweise der Münchener Anwalt AG wurde detailiert von mir geschildert. Ich habe um die Weiterleitung an Frau Zypries gebeten.

    Den Anwälten habe ich heute per Fax und Post (m)eine neue Version der Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zukommen lassen. Auf weitere Forderungen werde ich ohne (rechtliche) Gegenwehr nicht eingehen. Mal sehen, wie weit die es treiben wollen…ich bin bereit!!

  16. Thomas Horn sprach

    Hallo Marcel, kannst Du an die Privatperson(Bericht Nr.14) folgendes weitergeben, Wenn so eine dreiste Abmahnung kommt nie die vorgegebene v.RA. unterschreiben.Schreib du verkaufst nichts mehr und gibts eine Unterlassung unter Protest der Kostennote ab.Benenne den Händler wo die Ware eingekauft wurde. Patentanwaltskosten zahlt sowieso keiner.
    Max.€500,– und dann die Kosten an den Verkäufer weiterrecichen.Tips “Wie verhalte ich mich richtig bei Abmahnungen”- im Netz,wären ganz wichtig, um sich gegen Abzocker wehren zu können.

  17. Privatperson sprach

    Hallo!
    Habe am 26.06.2007, wie unter Punkt 16 vorgeschlagen, meine Version einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht)an die Abzocker geschickt. Habe in dem Anschreiben auch klar gesagt, dass es sich um Einzelstücke gehandelt hat und ich nicht im Besitz weiterer Aufkleber o.ä. Artikel bin. Abschließend habe ich darauf hingewiesen, dass ich die absolut unverhälnißmäßige Kostennote nicht begleichen werde. Im Falle einer nicht einvernehmlichen Einigung werde ich es halt auf einen Gerichtsprozess ankommen lassen. Den Händler, von dem ich die zwei angeblichen Aufkleber-Plagiate im Jahr 2005 erworben hatte, habe ich ebenfalls namentlich benannt.
    Jetzt bin ich mal gespannt, wie die Abzocker auf mein Schreiben reagieren…ich berichte weiter….

  18. no defender but entfetter sprach

    Ich sehe selten/fast nie Werbungssendungen, aber ein Satz hat sich mal bei mir festgesetzt “Gutes muss nicht teuer sein” und das finde ich, hat was. Jetzt nicht bezogen auf das Ursprungsprodukt, aber allgemein gesehen. Der Markentrend ist sicherlich ein Werkzeug um großen Absatz zu machen. Designerklamotten sind der Motor vieler Kopien. Jeder von uns möchte tolle Klamotten tragen, die nach was aussehen. ABER daß man für Anziehsachen so horrende Summen ausgibt, dies kann ich nicht nachvollziehen. Jede Ware ist nur soviel wert, wie einer dafür bereit ist auszugeben. DAS zählt nicht nur bei Ähbay sondern auch im Geschäft. Wüsste der vermeindliche Kunde wieviel Reibach hinter solche Waren steckt (man kann es sich leicht bei “Sonderangebots-Aktionen” ausrechnen), würde dieser mit offenen Augen durch die Einkaufsmeilen rennen und nicht jeden Preis bezahlen.
    Sicher gilt immer auch der Satz, “you get what you pay for” aber mit ein wenig Hirnschmalz kann man gute Klamotten auch zum moderaten Preis bekommen.

    Peace

  19. no defender but entfetter sprach

    @Privatperson

    vor solchen Anwälten muss man sich hüten, wie der Teufel das Weihwasser scheut. Leider ist in unserem Rechtstaat aber noch kein Gesetz vorhanden, der UNS vor solchen Rechtsanwälten schützt. Da diese ja bekanntlich die Weisheit mit dem Löffel gegessen haben und beim Nachschlag auch “hier” gerufen haben, wissen die genau, daß der vermeintlich kleine Bürger vom Gesetz nichts versteht und entweder zahlt, oder sich halt Anwälte holt.
    Ich kann auch von einem Fall berichten, bei dem ein Anwalt für eine von mir verlangte Auskunft direkt 1200 Euro haben wollte, er bezog sich auf die von mir angefragte Summe. Ich lach mich tot, da soll ich tatsächlich 1200 € zahlen, für eine Auskunft, die nachweislich max. einen Aufwand von 30 € hat. Das Beste vorab, ich hab nicht gezahlt (ich bin doch nicht blöd) und der Anwalt hat trotzdem nichts dagegen tun können. Sicher habe ich Korrespondenz mit dem Herrn geführt und gegen meine Argumente konnte er nichts ausrichten. Daher will ich Dich ermutigen Dir nichts gefallen zu lassen und diese Rechtsverdrehen to “kick them in their asses” bis die lachen.
    Wünsche Dir viel Erfolg und halte uns auf dem Laufenden.
    Merke Dir diesen Satz ” Recht haben und Recht bekommen” sind in Deutschland 2 Paar Schuhe.

    Peace

  20. Privatperson sprach

    Das stimmt allerdings. Trotzdem ist man auf die Ansicht des zuständigen Gerichtes angewiesen…es versichert einem ja keiner, dass ein Richter mit einer “vernünftigen” und “moralisch gefestigten” Rechtsauffassung und Auslegung mein Verfahren leiten wird.
    Trotzdem werde ich so lange Widerstand leisten, bis ich mit dem Ergebnis leben kann!!
    Wenn die gesetztliche Regelung dem Bürger schon keinen Schutz bietet, und die Gerichte auch zweifelhafte Entscheidungen treffen, dann bleibt mir nur der Weg in die Öffentlichkeit…mein Schreiben an das Bundesministerium der Justiz war nur der Anfang.

    Ich habe noch viele andere Möglichkeiten…momentan überlasse ich aber die “Wahl der Waffen” -im übertragenem Sinn natürlich :-))- noch den Abzock-Anwälten aus München.

    Die haben es jetzt in der Hand, ob und wann sie bei mir den “Point of no return” erreichen werden!

    Wie gesagt, ich halte Euch auf dem Laufenden…

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