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16. Juni 2007

Freiheit für Tigerente!

von @ 18:16. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Deutschland, Politik, Edmund Stoiber, Christentum

Zur Abwechselung soll es hier im Parteibuch auch mal was nettes geben. Wie der humanistische Pressedienst vorgestern mitgeteilt hat, hat der Kinderbuchautor und Zeichner Janosch die Rechte an seinem Werk an die Giordano-Bruno-Stiftung übertragen.

Erstaunlich, dass es im Jahr 2007 inzwischen offenbar wieder möglich ist, mit platten politischen Stammtischparolen die organisierte Verblödung in den Kinderzimmern zu fordern. Wie unter “Stoiber attackiert Janosch” nachzulesen ist, hat der ach so christliche bayerische “Xxxxxxx-XxxxxxxxxxEdmund Stoiber vor gut einer Woche Janosch als „falschen Propheten” attackiert und gefordert, man dürfe es nicht zulassen, dass Janosch mit seinen antireligiösen Zeichnungen und Kommentaren “Zugang zu unseren Kinderzimmern erlange”.

Edmund Stoiber liegt damit gut im neo-orwellschen Trend. So sorgte sich die Bundeszentrale für politische Bildung bereits im Jahr 2005 darum, dass in Geschichten mit Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg des öfteren ein politischer Bezug hergestellt wird.

In den USA, dem freiheitlichen Vorbild aller aufgeklärten westlichen Länder, ist man schon längst einen Schritt weiter. Dort gibt es wieder Schulen, wo die Evolutionstheorie aus den Schulbüchern verbannt wurde, und stattdessen wieder die göttliche Schöpfungstheorie der Kreationisten gelehrt wird.

In der Pressemitteilung von Janosch findet sich übrigens noch eine interessante Randbemerkung zur “Diktatur der Kultursupermächte”:

„So ungeheuerlich es auch klingt: Janosch erhält seit Jahren keinen einzigen Cent mehr aus dem Verkauf und der immensen Verwertung seiner Werke! Unsere Rechtsanwälte decken im Moment die sehr fragwürdigen Vertragshintergründe dieses ungeheuerlichen Vorgangs auf und werden die Sache aus der Welt schaffen. Fakt ist jedenfalls, dass die immer wieder kolportierte Vermutung, Janosch sei ein reicher Mann, falsch ist. An der Vermarktung von Tiger, Bär und Tigerente verdienen einige Leute sicherlich ganz ordentlich - nicht aber der Künstler, der diese Figuren erschaffen und populär gemacht hat.”

Mein Parteibuch fordert: Freiheit für Tigerente!

Ein Kommentar zum Beitrag “Freiheit für Tigerente!”

  1. Franz-Josef Hanke sprach

    Oh, wie schön ist Panama! Wie unschön hingegen ist eine Unterdrückung derart harmloser Geschichten wie Janoschs. Die Äußerungen des bayerischen Monsterpräsenten zeigen, wes Ungeistes Kind er ist.
    Die Trennung von Kirche und Staat ist schließlich gültiges deutsches Verfassungsrecht!
    The lame Duck Edi musste anscheinend noch einmal kräftig mit den schon von seinen “christlichen Parteifreunden” gestutzten Flügeln schlagen. Das ist aber hoffentlich gründlich danebengegangen.
    Nicht zuletzt auch deswegen schließe ich mich uneingeschränkt der Forderung an: Freiheit für die Tigerente!
    fjh

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