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13. Juni 2007

Bombenstimmung auf dem SPD-Parteitag 1962

von @ 13:01. abgelegt unter Deutschland, Politik, SPD, Terrorismus

Der Anfang der sechziger Jahre war politisch hochbrisant. In Kuba scheiterten die USA im April 1961 mit der Invasion in der Schweinebucht, in Berlin wurde im August 1961 die Mauer gebaut und im März 1962 wurde Präsident John F. Kennedy der Plan zur Operation Northwoods vorgelegt, der unter anderem vorsah, dass die USA ein Zivilflugzeug in die Luft sprengen sollte und dies Fidel Castro zur Rechtfertigung eines Krieges in die Schuhe geschoben werden sollte. In der Nacht zum 26. Mai 1962 riss eine Bombe die an der Bernauer Straße in Berlin-Wedding eine zwei Meter breite Lücke in die Mauer. Im Handelsblatt-Artikel “Dynamit für den Parteitag” beschuldigt nun Dieter Thieme, der bei dem Bombenanschlag dabei war, den bei der SPD als Abrüstungsexperten bekannten Ex-Politiker Egon Bahr als Anstifter des Bombenanschlags auf die Berliner Mauer.

Nutznießer der vom damaligen “Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin” Egon Bahr angestifteten Bombenlegung soll der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, gewesen sein, der nach dem Bombenanschlag auf die Mauer auf dem vom 26.05. - 30.05.1962 abgehaltenen SPD-Parteitag in Köln mit überraschend vielen Stimmen zum Vize-Parteichef gewählt wurde. Und 1963 holte die SPD in West-Berlin eines ihrer besten Wahlergebnisse überhaupt.

Auch mit der Methode, selbst begangene Sprengstoffanschläge anderen in die Schuhe zu schieben, waren die Genossen laut Handelsblatt bestens vertraut:

Es ist die Reaktion der DDR-Regierung, die den Senator (Heinrich Albertz) so ärgert: Der Anschlag sei eine Provokation Westberlins, hatte DDR-Innenminister Karl Maron behauptet, die Sprengsätze seien „unter dem Schutz der Polizei“ gelegt worden. „Eine Lüge“, schäumt (Innensenator) Albertz. Den Vorwurf weise er „mit Nachdruck zurück“. Später verbreitet sich die Spekulation, der Anschlag sei das Werk einer Ostberliner Untergrundorganisation.

Na, da sag noch einer, nur Amerikaner, Israelis und Briten würden sich auf False-Flag-Terror verstehen.

Nachtrag: Das R-Archiv beschäftigt sich nun im Artikel “»Fluchthelfer« im Auftrag von Egon Bahr?” auch mit dem Vorgang und steuert eine Menge Hintergrundwissen bei.

Ein Kommentar zum Beitrag “Bombenstimmung auf dem SPD-Parteitag 1962”

  1. Franz-Josef Hanke sprach

    Es gibt eine ganze Serie von Vorkommnissen, die wahrscheinlich ganz anders zustandegekommen sind, als man uns glauben machen mag.
    Das beginnt mit dem Überfall auf den Sender Gleiwitz und reicht über den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olaf Palme, an dem hessischen FDP-Politiker Hans-Heinz Karri und dem Mord an Uwe Barschel bis hin zum Attentat auf Jürgen W. Möllemann. Geheimdienste und auch andere sogenannte “Sicherheitsbehörden” verstehen sich anscheinend auf das mörderische Lügen und dergleichen. Die skanddalösen Zustände in Sachsen sind da wahrscheinlich nur der Gipfel des Eisbergs.
    fjh

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