Selten nur gibt es hier im Parteibuch Hinweise auf das Fernsehprogramm. Und wenn, dann erst recht nicht einen Hinweis auf eine Folge einer Fernsehserie, die schon gelaufen ist. Für den Tatort Investigativ, der gestern bei der ARD lief, soll da aber mal eine Ausnahme gemacht werden.
Der offenbar von gut fünf Millionen Zuschauern gesehene Tatort Investigativ unterscheidet sich von vielen anderen Tatort-Folgen schon dadurch, dass es für die teilweise offenbar irritierten oder gar verstörten Zuschauer ausnahmsweise mal kein Happy End gab. Und auch sonst scheint der Tatort, glaubt man den begleitenden Informationen zum Film (pdf, 4,1 MB), einige Aspekte der für viele Menschen unsichtbaren und trotzdem allgegenwärtigen organisierten Kriminalität in Deutschland recht wirklichkeitsnah abgebildet zu haben.
Darin erklärt beispielsweise Drehbuchautor Thorsten Wettcke:
Wir hoffen,dass wir bei den „Tatort“- Zuschauern Betroffenheitauslösen,wenn wir zum Beispiel den Kunstgriff verwenden,ihnen einen fertigen Beitrag für das fiktive Politmagazin zu zeigen,der dann …Ja,was dann geschieht,sollten die Zuschauer selbst sehen.
Das ist in etwa die Kernaussage des Parteibuch-Beitrags “Die Illusion der Pressefreiheit in Deutschland” umgesetzt in filmische Dramarturgie. Mein Parteibuch hat auch über Hamburg schon einiges geschrieben, dem der Hamburger Tatort anscheinend recht nahe kommt.
Und auch ansonsten werden einige typische Ausprägungsformen der organisierten Kriminalität anscheinend angeschnitten. Die für die organisierte Kriminalität typische Verfilzung von Politik, Justiz, Wirtschaft und Medien, wie sie gerade in Sachsen aufgeflogen ist, scheint da zumindest mal thematisiert worden zu sein.
Was dem Tatort Investigativ anscheinend fehlt, sind Gedankenanstöße zu möglichen Verflechtungen in die höchsten Kreise der Politik, wie sie im Parteibuch-Beitrag “Staatsinteressen im Kern” und “nicht, um etwa Wirtschaftsstraftaten aufzuklären” mal - rein spekulativ natürlich - aufgezeigt wurden.
Insgesamt ist den Machern des Tatorts auf jeden Fall dazu zu gratulieren, das Thema “Oragnisierte Kriminalität in Deutschland” in eine fiktive Rahmenhandlung verpackt zur besten Sendezeit ins Fernsehen gebracht zu haben. Als Dokumentation hätten die das sicher nie geschafft, den Film durch die Zensurkammer zu bringen.
PS: Gibt es den Tatort eigentlich im Netz irgendwo auf Video on Demand oder so?
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| Schulmilch |
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Gegegen das, was vermutlich wirklich in Hamburg läuft, dürfte der Tatort noch untertrieben sein. Ich glaube nicht, dass in Sachen Osmani-Clan jemals so richtig Licht ins Dunkel kommt.
Möglicherweise unter diesem Link bei eMule:
Tatort-668-Investigativ Ndr2007 Casstorff Mvcd.mpg
Es war gut, das die Korpution von Justiz und Politk im Krimi verpackt gezeigt wurde. Die Veröffentlichungen aus Sachsen zeigen, daß die Wirklichkeit wahrscheinlich noch schlimmer ist.
Kriminelles gewinnt,eben wie im richtigen Leben.
[…] der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo. Hoffentlich haben vorgestern genug Menschen den Tatort Investigativ gesehen, um das schmutzige Spiel zu durchschauen. [Trackback URI] […]
Hallo,
ich bin natürlich wieder viel zu spät mit der Antwort. Leider gibt es kein Video on Demand das wird von der ARD nicht zugelassen, da auf den 3 Programmen die Sendungen wiederholt werden. Wobei ich finde die Tatorte aus den 70´zigern könnten sie wohl freigeben.
Sreamspace würde ich wohl zur verfügung stellen…
Mal abwarten.
Gruß
Gerald der Tatort Fan.