Eine Atomkatastrophe ist etwas, was man vermeiden möchte. Die Stadt Helsinki hat jedoch allen Ernstes eine Reihe von Verhaltensregeln veröffentlicht, was städtische Angestellte tun sollen, falls ihr Arbeitsplatz von einer nuklearen Explosion getroffen wird. Im wirklichen Leben sind diese nicht besonders nützlich.
Ein Mitarbeiter einer vorstädtischen Kultureinrichtung in Helsinki betrat am Freitag Abend seinen Arbeitsplatz und hörte Lärm aus den oberen Etagen. Oben angekommen stellte er fest, dass dort einige Jugendliche mit aller Kraft dabei waren, ein Sicherheitsfenster einzuschlagen. Der Mitarbeiter machte laut auf sich aufmerksam, um die Jugendlichen zu verscheuchen. Der Mitarbeiter hat gedacht, es wäre wichtiger, den Vandalismus zu stoppen als die Jugendlichen zu fangen.
Die Jugendlichen sind auch wie erwartet weggelaufen. Als der unglückliche Kulturmitarbeiter das nächste von der Stadt zur Verfügung gestellte Telefon erreichte, waren die Jugendlichen bereits außer Sichtweite. Die Polizei meinte, es wäre nicht notwendig, einen Einsatzwagen vorbeizuschicken, da sie ohnehin niemanden erwischen würden. Falls Schäden verursacht sein sollten, könnte eine Strafanzeige auch Montag gestellt werden.
Es gab tatsächlich Schäden. Die äußere Scheibe eines Doppelglasfensters war zerbrochen. Außerdem hatte die innere Scheibe ein drei Finger großes Loch. Der unglückliche Mitarbeiter der Kultureinrichtung suchte dann nach schriftlichen Anweisungen, wie ein Fenster in einem solchen Fall abzusichern war.
Er fand einen Ordner mit der Aufschrift “Sicherheit, Polizei, Alarm”. Der größte Teil des Ordners beinhaltete offizielle Anweisungen der Stadtverwaltung, wie man sich im Falle einer nuklearen Explosion verhalten werden muss. Der Mitarbeiter dachte sich, dass es gut sei, im Falle einer nuklearen Katastrophe geschützt zu sein, auch wenn die Anweisungen im Katastrophenfalle vielleicht ein bisschen spät kämen.
Nicht in dem Ordner enthalten war hingegen die Telefonnummer der für das Gebäude verantwortlichen Sicherheitsfirma. Der bedauernswerte Mitarbeiter hatte auch keinen Zugang zu dem mit Internetanschluss versehenen Computer, der auf seinem Tisch stand, weil die Stadt der Meinung war, ein nur für acht Monate befristet eingestellter Mitarbeiter bräuchte keinen Computerzugang. So hat der städtische Angestellte sein privates Laptop benutzt, um die Telefonnummer zu suchen. Glücklicherweise ist das Gebäude mit WLAN-Zugangspunkt ausgestattet.
Nachdem er eine Stunde später die Nummer der zuständigen Sicherheitsfirma herausbekommen hat, versuchte er den Notruf der Firma anzurufen. Nachdem zwei Versuche fehlgeschlagen waren, ging beim dritten Versuch endlich jemand ans Telefon.
Nach einiger Zeit tauchte dann auch endlich jemand und brachte eine Schutzplatte zur Sicherung des Fensters an. Der Arbeiter hat an dem Abend hinweg E-Mails an seinem Chef geschickt. Natürlich wusste er, dass der die E-Mails nicht vor Montag Morgen lesen würde, weil der E-Mail-Dienst der Stadt nur über deren internes Netz erreichbar ist. Trotzdem fühlte sich der bedauernswerte Mitarbeiter gut, dass er den Vorfall gemeldet hat, wenngleich er dazu auch seine persönliche Ausrüstung zu nutzen musste.
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| Sicherheitsrisiko |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Äh ja.
Und?
*Sinn such*
Kann ja nicht jede Nachricht eine Sensation sein - das Stück Prosa gibt aber vielleicht einen kleinen Einblick in die Lebenswirklichkeit von Finnland.