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28. Mai 2007

Die Tagesschau erklärt den Iran

von @ 23:10. abgelegt unter Presseschau, Irak, USA, Iran, Tagesschau.de, Medienmanipulation, Afghanistan

Bei dem Versuch, im Nahen Osten durch Angriffskriege ihre Vormachtstellung auszubauen, ist die Regierung der USA gescheitert. Bevor von der US-Regierung nach Afghanistan und dem Irak mit dem Iran das nächste Land im Nahen Osten mit einem Angriffskrieg überzogen werden konnte, hat das amerikanische Volk aufgrund der hohen Kosten und Verluste der US-Armee glücklicherweise die Nase gestrichen voll von Kriegen üm Öl und Opium im Nahen Osten.

Als vor kurzem im Politblog von der Absicht der US-Regierung zu lesen war, den Iran durch verdeckte Geheimdienstoperation zu destabilisieren, mag sich so mancher gefragt haben, wie so etwas aussehen könnte. Wer derzeit einen Blick auf die aktuelle Top-Meldung von tagesschau.de wirft, bekommt eine Ahnung davon, wie man mit verdeckten Medienoperationen Kriegsstimmung erzeugen, Angst verbreiten und eine Regierung destabilisieren kann. Ein anonymer Autor schreibt dort unter dem Titel “USA und Iran reden wieder miteinander” als letzten und damit am besten einprägsamen Satz folgendes:

Die iranische Regierung strebt nach einer Vormachtstellung im Nahen Osten und versteht sich als Erzfeind der USA und Israels.

Äh, geht’s noch? Wer so plump die Propaganda der CIA zur Destabilisierung des Iran nachplappert, sollte sich aber dann bitte schön nicht über den Schwund jeglicher Glaubwürdigkeit wundern. Richtig hätte es doch wohl lauten müssen:

Die Regierungen der USA und von Israel streben nach dem Ausbau ihrer Vormachtstellung im Nahen Osten und verstehen sich als Erzfeind der sie dabei störenden iranischen Regierung.

Aber schön, dass das auf diese Weise offensichtlich wird, welche kriegstreiberische Agenda die Redaktion der Tagesschau verfolgt.

9 Kommentare zum Beitrag “Die Tagesschau erklärt den Iran”

  1. Hartmut Pilch sprach

    Die Aufregung kann ich mal wieder nicht nachvollziehen. Dass der Iran nach einer Vormachtstellung strebt und dabei seit der Revolution von 1979 insbesondere mit USA und Israel als seinen Hauptfeindbildern operiert, dürfte wohl kaum zu bezweifeln sein. Dass man die Formulierung auch umkehren könnte, macht sie nicht falsch.

  2. Q sprach

    @1: Die Formulierung ist vor allem deshalb falsch, weil sie am falschen Platz fällt. Die Tagesschau ist schließlich eine Nachrichtensendung. Vielleicht versuchst Du einmal den Unterschied zwischen Nachricht und Bewertung/Kommentar zu ermitteln. Das führt dann auch ganz zwanglos zum Unterschied zwischen Information und Manipulation. Wenn Du Dich danach fragst, ob es ggf. mehr Manipulationen in deutschen “Nachrichtensendungen” gibt, bist Du auf dem richtigen Weg.

  3. Mein Parteibuch sprach

    @Q
    Die Formulierung ist nicht nur falsch, weil sie am falschen Platz steht.

    @Hartmut
    >Die iranische Regierung strebt nach
    >einer Vormachtstellung im Nahen Osten
    Es ist doch wohl ganz eindeutig die Regierung der USA, die nach einer Vormachtstellung im Nahen Osten strebt. Das iranische Mulah-Regime ist seit seiner Existenz damit vollauf beschäftigt, sein politisches Überleben und die nationale Souveränität des Iran zu sichern. Richtig ist aber, dass der Iran mit gut 70 Millionen Einwohnern nach Pakistan das bevölkerungsreichste Land der Region ist.

    >und versteht sich als Erzfeind der USA und Israels.
    Das ist eine glatte Lüge. Die Iraner sehen in den USA und Israel eine existenzielle Bedrohung - und sie haben allen Grund dazu.

    Es waren CIA und MI6, die in der Operation Ajax wegen seiner Pläne zur Verstaatlichung der Ölindustrie den demokratisch gewählten Premier Mohammad Mossadegh wegpeputscht - man lese mal den Artikel von Jürgen Martschukat in der Zeit dazu - haben und das Terrorregime des Schah installiert haben.

    Nachdem der an die Macht geputschte Schah gestürzt wurde, haben die USA so ziemlich alles versucht, um das Mullah-Regime zu stürzen. Zahlreiche Kriegsdrohungen von Seiten der USA und Israels - man erinnere sich nur an den perversen Plan zum Angriff auf den Iran mit Mini-Atomwaffen - und den blutigen Krieg ihres Verbündeten Saddam Hussein gegen den islamischen Iran. Über das AIPAC mischt Israel bei dieser Strategie kräftig mit.

    Die USA und Israel verstehen sich als Erzfeind des Iran, der mit allen Mitteln - unter anderem auch Krieg - danach trachtet, die Regierung des Iran zu stürzen. Das dahin umzudrehen, dass der Iran sich als Erzfeind von den USA und Israel sieht, ist eine glatte Vertauschung von Aktion und Reaktion.

  4. Q sprach

    @3: Marcel, ich kann in meinem Kommentar unter #2 nicht feststellen, dass ich von nur geschrieben habe. Da steht: “vor allem”. Ob das, wie von mir behauptet, der Schwerpunkt ist, möge jeder für sich selbst entscheiden.

  5. Mein Parteibuch sprach

    @Q
    Dann gibt es da keinen Dissenz. Wo der Schwerpunkt liegt, mag jeder selbst entscheiden.

  6. otti sprach

    Doping-Deutschland und Medien-Deutschland: beides nicht zu empfehlen!

  7. Hartmut Pilch sprach

    Marcel, die Frage ob Henne oder Ei zuerst da war ändert nichts daran, dass der Iran offensichtlich, ebenso wie ein paar andere Länder, eine Vormachtstellung in der Region anstrebt wenn nicht schon innehat.

  8. Hartmut Pilch sprach

    @2, ACK, allerdings sind journalistische Texte meistens hastig geschrieben und volle Brüche im Textfluss, das wäre kein Grund zur Aufregung.

  9. logisch sprach

    @7: Nachdem der Iran mehrseitig (Irak, Afganistan, US-Partner Pakistan) von den USA unter Druck gesetzt werden könnte bzw. schon längst wird, zeigt deutlich wo der Konflikt stattfindet - es ist kein inner-arabischer Konflikt, aber es ist auch kein Konflikt der grosse Chancen hat nennenswert auf den Boden der USA über zu schwappen.

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