Mein Parteibuch hat im letzten Dezember fröhlich über den in Kanada festgenommenen Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz und ein Grundstück der Milchkonservenfabrik in der schönen Stadt Wittenburg berichtet. Kurze Zeit später gab es hier in Mein Parteibuch noch eine lustige Geschichte um ein paar Milliarden an Fördermitteln für Mecklenburg-Vorpommern. Die Fortsetzung der netten Geschichte spielt in der für ihre lebendige Demokratie berühmte Hansestadt Hamburg.
Hamburg hat dem jungen Bundesand Mecklenburg-Vorpommern immer gern mit fachkundigem Personal für seine Justiz ausgeholfen. So eine Freundschaft zwischen Bundesländern ist was schönes. Die Spezialisten aus dem Westen konnen den Justizbediensteten in den neuen Bundesländern dann zeigen, wie so Recht gesprochen wird, dass auch stets die Richtigen Recht bekommen und die Justizbediensteten in Mecklenburg-Vorpommern konnten so tun, als ob sie nicht wüssten, wie das geht. So schwierige Aufgaben, wie Grundbücher in Mecklenburg-Vorpommern so schön zu gestalten, dass darin nachträglich eingefügte Einzelseiten nicht so hässlich sind, brauchten die Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern wohl eher weniger Hilfe.
Bezüglich Erbschaften interessieren sich viele politisch aktive Menschen des linken Spektrums nur für die Diskussion der Erbschaftssteuer. Andere Menschen hingegen interessieren sich bezüglich einer Erbschaft vor allem dafür, wann ein vermögender Erblasser endlich, wie sagt man so schön, verschieden ist. Verschieden wurde ist wohl grammatikalisch falsch. Wer dann ein wunderbares Testament vorlegen kann, der darf sich Hoffnungen auf ein sorgenfreies Leben machen. Blöde ist, wenn das Testament zwar wunderbar ist, aber jemand anders auch meint, er sei Erbe. In so einem Fall entscheiden dann die bekannt unabhängigen und unvoreingenommenen deutschen Richter nach Recht und Gesetz darüber, wer den Erbschein zum Absahnen des Erbes bekommt.
Im Fall eines Grundstückes in Wittenburg, mit dem auch der aus Hamburg stammende Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz irgendwie zu tun gehabt haben soll - da stand wohl früher mal eine Milchkonservenfabrik, gibt es ein wunderschönes Stück Papier, es könnte wohl ein Testament oder eine beglaubigte Kopie, wo ist eigentlich das Original, eines Testamentes sein, mit dem das Deutsche Rote Kreuz Hamburg begünstigt wird. Wie gut, dass so ein Stück Papier keine Totalfälschung sein kann, schon weil, wie jeder weiß, das Deutsche Rote Kreuz sowas ganz sicher nicht tun würde. Sicher ist es völlig korrekt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Gebrauches einer falschen Urkunde eingestellt wurde.
Ja, und dann gibt es da noch komische Weiterungen, wo von der Justiz in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, von einer Gefährdung der Verfassungsgrundsätze im Hinblick auf ein strafrechtlich relevantes Zusammenwirken, vom Städtebau, von der Stadt Wittenburg, von der Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern und von den Staatsanwaltschaften im Hamburg und Schwerin die Rede ist.
Aber zum Glück ist auch Leuten wie dem DRK-Schirmherr Horst Köhler glasklar, dass ehrenwerte Persönlichkeiten aus Justiz und Politik nichts mit so profanen Dingen wie Urkundenfälschung, Rechtsbeugung oder Betrug zu tun haben.
Schwer verständlich ist aber, dass über das Notariat vom hockeyspielenden Ex-SPD-Bürgermeister Henning Voscherau, der ja gerade bei der SPD-Spitzenkandidatur den Weg für Michael Naumann freigemacht hat, angeblich am 09.03.2004 ein Grundbuchauszug angefordert worden sein soll, weil da kurzfristig eine Beurkundung erfolgen sollte. Falls da ein Missverständnis vorliegen sollte, müsste sich das doch eigentlich leicht ausräumen lassen. Nun ja, man muss ja nicht alles verstehen. Was Politiker - oder Ex-Politiker - machen, hat schließlich alles schon so seine Richtigkeit.
Vielleicht ließt man von der merkwürdigen Geschichte ja demnächst mal was in der Zeitung oder in einem Buch. Material ist schließlich genug da. Die Memoiren von Hans-Jürgen Lutz wären sicher auch recht spannend.
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| Höhlenforscher |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Leider erhellt sich die Geschichte so noch nicht für mich. Das Einzige, was ich daraus schon entnehmen kann, ist die unbestreitbare Tatsache, dass es in der bundesdeutschen Justiz sicherlich keine Schweinereien gibt und dass Ex-Politiker immer von vornherein die rechtschaffensten Menschen der welt sind.
Doch das ist ja eigentlich noch nichts Neues. Irgendwie fehlen mir hier noch die Zusammenhänge zwischen der Erbschaft des DRK und dem Notariat von Henning Foscherau sowie der Qualität der vorgelegten Urkunde. Die muss man sich hier wohl zusammenreimen?
Na ja, vielleicht gibt mir ja ein - hoffentlich besser durchblickender - Mitschreiber im Parteibuch mehr Aufschluss?
Liebe Grüße
fjh
P.S.:
Die Qualität der Politiker folgt den Bedingungen des Peter-Prinzips: Je unfähiger, desto einflussreicher!
[…] nach Deutschland ausgelieferten Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz und den in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg herrschenden Verhältnissen hat Mein Parteibuch bereits einige Artikel veröffentlicht. Heute gab es in der Sache LG […]