Zum Umgang von Wolfgang Schäuble mit dem Islam gibt es bei der Deutschland-Debatte einen gründlich missratenen Artikel mit Titel “Schäuble und der Islam“, der einen reichlich ekligenArtikel mit Titel “Schäuble sieht kein Monopol der Muslim-Verbände” im Springerblatt “Die Welt” über den grünen Klee lobt. Mein Parteibuch formuliert einige Kritikpunkte, die auch als Beitrag zur gerade zu Ende gegangenen 2. Islamkonferenz verstanden werden dürfen.
Das schwarz-braune Studienzentrum Weikersheim bietet Wolfgang Schäuble für die hier dargestellten Ansichten als “Kämpfer um ein Stück kulturelle Identität der Deutschen” eine nette braune Heimat und jede Menge Unterstützung.
Die Welt ist “kein überaus mutiges Publikationsorgan”, sondern verfolgt mit großer Härte die gleiche unappetitliche Agenda, die auch große Teile der CDU verfolgen und deren unappetetliche Weiterungen im Blog “Politically Incorrect” nachzulesen sind. Zur Agenda gehören die unbedingte Unterstützung der US-amerikanischen und der israelischen Regierung. Dieser Agenda folgend warnen Politiker wie Wolfgang Schäuble und Medien wie die Welt ständig vor einer wie auch immer gearteten islamischen Gefahr und schüren damit die Segregation der Bevölkerung durch Anti-Islamismus. Wie das “schleichende Gift” der Welt auf die Bevölkerung wirkt, lässt sich in den Kommentaren leicht ablesen. Die Behauptung einer “Gefährlichkeit der Ideologie Islam” stellt das Problem auf den Kopf. Nicht der Islam ist das Problem, sondern Personen, die gewalttätige radikale Ideologien verbreiten, sind das Problem. Ob sie dieses als Islamisten, Christen, Juden oder kommunistische Atheisten tun, spielt bezüglich der Gefährlichkeit keine Rolle.
Der Islam ist ähnlich wie das Christentum eine religiöse Hülle für die verschiedensten Weltanschauungen. So wie es beim Christentum mittelalterlich anmutende Ideologen a la David Koresh gab und immer noch gibt, so gibt es auch im Islam Ideologen, die mittelalterlich anmutende Wertvorstellungen vermitteln.
Die aufgeklärten Kräfte des Gesellschaft haben das Problem der Vermittlung mittelalterlicher Ideologien im Christentum dank Religionsunterricht und staatlich beaufsichtigter Religionslehrerausbildung in Deutschland weitgehend in den Griff bekommen. Für den Islam fehlt jedoch diese staatliche Unterstützung der aufgeklärten Kräfte innerhalb des Islam. Was wir hier in Deutschland sehen ist zu einem großen Teil mittelalterlicher Wildwuchs. In Frankreich zeigt Mufti Soheib Bencheikh, wie der Islam eine sehr moderne afgeklärte Weltanschauung sein kann.
Die Alternative, Menschen zum Übertritt vom Islam zu den in Deutschland häufig vertretenen christlichen oder atheistischen Weltanschauungen zu bewegen, funktioniert wenn überhaupt, dann nur sehr eingeschränkt. Damit sie besser funktionieren würde, müssten die Deutschen erstmal auch im Alltag Werte leben, die sie theoretisch vertreten. Bigotterie, verbreiteter Alkoholismus und die allgemein vorherrschende Wertlosigkeit wirkt auf viele Muslime völlig zu Recht sehr abschreckend.
Positiv ist gerade mal, dass radikale deutsche Politiker wie Wolfgang Schäuble inzwischen überhaupt mit Muslimen reden. Vielleicht lernen sie ja dabei auch etwas über sich selbst. Falls der Artikel der Deutschland-Debatte sarkastisch das Gegenteil von dem meinen sollte, was drin steht, so ist das leider schwer erkennbar. Mein Parteibuch freut sich auf eine Debatte.
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“Zur Agenda gehören die unbedingte Unterstützung der US-amerikanischen und der israelischen Regierung.”
Hilfreich ist die Kenntnis der Unternehmensgrundsätze Nr. 2 und Nr. 3 des Axel Springer Verlags (BILD, Welt.de). Handelt die CDU nach dem Willen des Axel Springer Verlags? Meiner Ansicht nach ist die Springer-Presse erheblich wichtiger als die CDU für die öffentliche Meinugnsbildung.
[…] immer einen Tick schneller ist als ich. Bei der Recherche zu diesem Eintrag stieß ich auf einen Beitrag, in dem sich einige Anmerkungen zum Thema Islam gefunden haben. Kritisiert werden dort ein Beitrag […]
Das Wort vom unguten Missbrauchsversuch an jeglicher Theologie kann ich durchaus als schwertgewaltige Erkenntnis macht deinem Blog wirklich Ehre.
Allerdings ist das Abgleiten in rein “mittelalterliche” Deutungen der Materie zwar sicher angesichts von einzelnen Begebenheiten des Zeitgeschehens bzw. der allgemeine Umstände zwar nicht unbegründet, aber greift bei solch einem Komplexthema schon eine Portion entstellend einen Einzelaspekt heraus während es noch viele weitere ebenso legitime Sichtweisen und Aspekte gibt.
Gänzlich irreführend finde ich dagegen den Verweis auf Koresh. Mag sein dass hierzu einfach zu wenig der teils brisanten Details bis in unsere Landen vorgedrungen ist. Ich verweise deshalb mal rein wörtlich auf die Textfassung der englischen Wikipedia. Dort finden sich auch weiterführende Links, die die Umstrittenheit der Waco-Vorkommnisse näher beleuchten.
Aufzählen kann ich z.B. die regelrecht angemeldete Razzia - man sollte wohl doch nicht als Hundertschaft den Postboten nach dem Weg fragen, wenn dieser zufällig der Bruder des Zielobjekts ist. Eigentlich sollte auch irgendwo eine Stahltüre mit Einschusslöchern als Beweismaterial gebunkert sein - doch die ist seltsamerweise verschwunden, es mag möglich sein die Einschüsse gingen alle in die selbe Richtung. Man schickte einzelne leicht bewaffnete Beamte aufs Dach damit diese eindringen sollten, und war sich klar darüber, dass jede der rund 100 Personen im Haus mit 2-3 Waffen ausgestattet sein könnte (nicht unüblich für US-Bürger) wobei die Bedrohung klar war. Grossen Druck wollte man machen, mit Licht und extremem Schall - auch wenn die Berater aufgrund der religös belasteten Gesamtlage stark davor warnten. Infrarotfilme von angeblichen Feuergefechten bei Nacht zeigten vor allem eines, dass es Beamte waren die Gewaltbereitschaft zeigten. Man bemühte sich um Abrissfahrzeuge und bügelte erst wahllose ein paar Nebengebäude nieder - abgesehen von einem Wasserturm, war der Rest nichts weiter als die sinnfreie Vernichtung von fremdem Eigentum, eine Fortschreibung der Einschüchterungspraxis. Später kam dann das Hauptgebäude dran, unbeachtet der großen Zahl an Personen, die hinter jeder Wand zu erwarten waren, und auch ohne Erfahrung welche Folgen solch ein Vorgehen hatte, schlussendlich “versenkte” man sogar ein Fahrzeug. Schlussendlich griff man auf Begasung zurück (die Vergleiche zum Kammerjäger oder gar zur Nazi-Zeit kann jeder selber ziehen) was in einem Abfackeln des gesamten Gebäudekomplexes endete. Schlussendlich wurde die Gesamtheit innerhalb weniger Tage dem Erdboden gleich gemacht - vollkommen unüblich für einen Ort des Verbrechens. Mitglieder der Gruppe die den Komplex vorzeitig verließen blieben insgesamt weitgehend unbehelligt - die ganze Geschichte war nämlich primär von besorgten Nachbarn ausgelöst worden, die sich einfach nur Gedanken machten, was eine solche größere Menge an Menschen unter einem Dacht tut und Waffen hatten diese ja auch. Eine enorme Leistung der Behörden hier aus einer Kleinigkeit eine Katastrophe werden zu lassen. Die nächsten Wahlen, Abstimmungen und sonstigen politischen Belange in der zeitlichen Folge dieser Aufräumaktion im Land der Entfaltungsfreiheit sollten leicht zu ermitteln sein.
Eine ähnliche Geschichte um eine kleine Farm, bei der ein Familienvater auf Grund der unbewiesenen Behauptung eines Informanten, dieser hätte ihm auf ausdrückliches Verlangen hin eine Flinte so abgesägt, dass diese nach dem Gesetz zu kurz war, unter Beschuss geriet kann in das Vorfeld der Waco-Ereignisse einsortiert werden. Dabei kamen bei einer nächtlichen Begegnung der Hund des Hauses, ein Beamter und der ca. 12 jährige Sohn des Beschuldigten zu Tode. In einer darauf anschliessenden Belagerung schafften es Scharfschützen der Polizei die schwangere Ehefrau des Betroffenen zur Strecke zu bringen. Leider ist mir das Stichwort, sprich die Ortsangabe hierzu gerade nicht präsent, es gibt jedoch ein Buch darüber. Schlussendlich war dann außer Spesen nichts gewesen - denn die auslösenden Anklagen wurden bei einer Wiederaufnahme allesamt verneint.