Wie kann heute ein Tag sein, an dem alles normal weiterläuft? Wie kann man im Radio eher vom Irak, von Virginia oder Nigeria hören als von Speyer? Wie kann auch nur ein einziger Mensch in Deutschland einfach sein Leben weiter leben? Warum ist Minister Müntefering, warum ist die Bundesregierung noch im Amt? Warum muss Peter Hartz nicht von 345 Euro im Monat leben? Warum gibt es keine Lichterketten, Protestmärsche, Massendemonstrationen? Warum steht niemand auf? - Deutschland hat mir in letzter Zeit schon viele Anlässe gegeben, Kritisch und skeptisch zu sein. Jetzt aber ist der entscheidende letzte Schritt vollzogen, dieser Schritt, der dieses Land aus dem letzten Bisschen Unschuld reißt, den es sich in den letzten Jahren noch bewahrt hatte.
Ein Mensch ist gestorben. Gut, das passiert jeden Tag. Es ist Krieg im Libanon, im Irak, in Somalia… Es werden Regimekritiker in Russland umgebracht, in den USA werden die Leute entweder hingerichtet oder sterben auf tragische Weise bei einem Amoklauf. Es gibt also keinen Grund, sich darüber aufzuregen, mögen manche Menschen sagen.
Der Mensch aber, der gestorben ist, ist verhungert, und zwar in einer deutschen Stadt, einer traditionsreichen deutschen Stadt mit einem Dom, nämlich in Speyer.
War es ein alter Mensch, der sein Leben gelebt hatte? War es ein Unfall, oder gar ein Verbrechen?
Ja, es war ein Verbrechen!
Ein junger Mann, 20 Jahre alt, wurde am Sonntagabend (15. April) tot in seiner Wohnung aufgefunden, in der er mit seiner 48jährigen Mutter lebte. Er war verhungert, seine Mutter konnte gerettet und in ein Krankenhaus gebracht werden. Von ihr stammen die einzigen Aussagen, die Licht in das Dunkel dieser Tragödie bringen können. Demnach waren beide arbeitslos und Bezieher von Arbeitslosengeld II. “Aber”, so höre ich die feisten Politiker in ihren Dienstwagen murmeln, während sie sich durch die Innenstadt zu einem Luxusbordell chaufieren lassen, in dem sie sich mit dem Erfinder dieser ALG-Gesetze treffen und ein wenig vergnügen wollen, “Niemand stirbt in Deutschland den Hungertod. Wir leben in einem Sozialstaat. Und wenn jemand stirbt, dann ist er mindestens selber schuld. Fördern und Fordern heißt die Devise. Aber verhungern muss niemand.” Dann lehnen sie sich zurück und genießen die Aussicht, oder ärgern sich darüber, dass sich die Arbeitslosen nicht waschen und kämmen oder keine Designerklamotten tragen. Trotzdem ist die Wahrheit anders, als sie es behaupten und wissen wollen. Die von Peter Hartz initiierte Gesetzgebung hat es in Deutschland zum erstenmal seit 1949 möglich gemacht, dass Menschen auf gesetzlicher Grundlage ohne jede Zuwendung auskommen müssen. Damit wird der Hungertod von Arbeitslosen wissentlich und willentlich in kauf genommen.
Der Mann, der am Sonntag tot in seiner Wohnung in Speyer aufgefunden worden war, war depressiv. Aus welchen Gründen er das war, lässt sich nur vermuten. Ob diese ursächlich mit der Arbeitslosigkeit zu tun haben, ist bislang noch ungeklärt und wird wohl auch immer ein Rätsel bleiben. Tatsache ist, dass er irgendwann den Kontakt zur Arbeitsagentur vollständig eingestellt hat. Er nahm keine Termine mehr wahr und lehnte jedes Seminarangebot durch Nichtreaktion ab. Daraufhin kürzte man ihm nach und nach die Arbeitslosenunterstützung, bis schließlich nichts mehr da war. Und er verhungerte. Auch seine Mutter erhielt schon seit einem halben Jahr kein ALG II mehr. Der junge Mann starb an Unterernährung, und seine Mutter sagte aus, dass sie sich kein Essen mehr hatten leisten können. Ganz egal, warum der Mann keine Arbeitsamtstermine mehr wahrgenommen hat, ganz egal, warum seine Mutter, die ihn als depressiv und flegmatisch beschrieb, ihn nicht gedrängt oder Nachbarn und Freunde zur Hilfe gerufen hat, erschüttert mich doch die Tatsache allein, dass er auf gesetzlich korrektem Wege kein Geld mehr bekommen hat und sich daraufhin keine Lebensmittel mehr leisten konnte. Deshalb ist er verhungert. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in einem Kommentar zu diesem Artikel von der Pressekonferenz, mit der Stadt und Arbeitslosenagentur die Verantwortung abwälzen: “Wir haben keine Mitarbeiter”, erklärt der Chef der zuständigen Arbeitsagentur, “um zu jedem hinzugehen, der sich nicht meldet.” Er muss aber zugeben, dass genug Mitarbeiter da sind, um nach Leuten zu suchen, die falsche Angaben gemacht haben und betrügen wollen. - Fördern und Fordern. Hier geht es nur noch ums Fordern.
Diese Gesetze machen krank! Sie schaffen erst das psychische Umfeld, in dem sich ein Mensch nicht mehr traut, zu Freunden und zu Nachbarn zu gehen, um um eine milde Gabe zu betteln. Sie schaffen erst die Voraussetzungen, dass Menschen sich gelähmt fühlen und nichts mehr anpacken. Sie treiben die Menschen in psychische Isolation! Und dann, wenn sie ganz unten sind, verweigern sie den Menschen das Lebensnotwendige. Sie verweigern ihnen das Existenzminimum, um überhaupt am Leben zu bleiben, geschweigedenn, um in Würde zu leben. Der junge Man aus Speyer wollte sterben, jedenfalls hat er in den letzten Monaten seiner Mutter gegenüber immer wieder ähnliche Andeutungen gemacht. Nur zynisch ist es, dass unsere Gesetze diese Art von Tod zulassen.
Die Bundesrepublik Deutschland, der Soziale Rechtsstaat, dessen Bürger als unveräußerliches Recht die Menschenwürde besitzen, hat eine Grenze überschritten. Sozialstaat ist dieses Land nur noch dem Namen nach. Wer nicht bereit ist, sich von aufgeblähten Behörden seine Rechte einschränken zu lassen, zum Beispiel das Recht auf freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl und Unverletzlichkeit der Wohnung, auf Freizügigkeit und menschenwürdiges Leben, wer nicht bereit ist, nur noch für die Wirtschaft und nach dem Willen eines kriminellen Wirtschaftslenkers zu leben, der sich die Willfährigkeit der Gewerkschaften durch Bordellbesuche erkauft, der muss eben damit rechnen, dass ihm der Geldhahn ganz abgedreht wird, bis zum bitteren Ende, dem Hungertod in einer vor Reichtum überfließenden deutschen Stadt. Für Briefmarken, die dazu genutzt werden könnten, ALG-II-Empfänger darauf hinzuweisen, dass ein Folgeantrag fällig wäre, fehlt den Arbeitsagenturen das Geld, aber nicht dafür, Menschen, die in einer für die Behörde zu großen Wohnung leben, einen Raum zu versiegeln oder einen Umzug zu bezahlen, zumindest aber, sie zu kontrollieren und zu schikanieren.
Vor den Augen seiner Mutter starb in der letzten Woche ein junger Mann, weil er kein Geld hatte, sich etwas zu essen zu kaufen. Schämten sie sich, zu Nachbarn oder Freunden zu gehen? Hatten sie überhaupt Freunde? Warum haben die Nachbarn erst dann die Polizei gerufen, als alles längst zu spät war? Wie kann so etwas in einem Sozialstaat der ersten Welt passieren? Wohin hat uns die neoliberale Hetze getrieben?
Heute scheint ein ganz normaler Tag zu sein. Gestern hatte der Südwestrundfunk einen Bericht zum Hungertod des jungen Mannes verfasst, aber in keinem großen Radiosender wurde es aufgenommen. Ob die Medien ihre “staatspolitische Verantwortung” wiedereinmal spüren und nichts bringen, was zu kritisch ist? Ob sie sich wiedereinmal selbst Maulschellen anlegen, oder haben sie Angst um die Quoten, wo es ja doch niemanden interessiert? Könte es sein, dass diese Medien mit ihrer Gleichgültigkeit und der Hetze auf Arbeitslose es so weit gebracht haben, dass es Menschen gibt, die behaupten, dass dem jungen Mann Recht geschehen sei? Warum schweigen die Institutionen, die in der Lage wären, im Volke ein Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit der Lage, für die Unmoral des Hartz-Terrors wachzurufen? Manager werden mit einem “goldenen Handschlag” verabschiedet. Arbeitslose sterben den Hungertod. - Das ist Deutschland. Wo sind denn die Menschen, die dagegen aufstehen und ihre Wut nicht durch reines Randalierertum äußern? Deutschland hat seine Stellung als Sozialstaat eingebüßt. Nicht so sehr, weil ein Mensch gestorben ist. Das ist tragisch, und es geschieht immer wieder: Penner erfrieren im Winter auf den Straßen und Plätzen, vereinsamte alte Menschen sterben unbemerkt in ihren Wohnungen… - Nein, es ist die Tatsache, dass der Staat, der die verdammte Pflicht und Schuldigkeit hat, das menschenwürdige Leben seiner Bürger zu ermöglichen und dauerhaft zu garantieren, Gesetze schafft, die einen Menschen von *jeder* finanziellen Zuwendung abschneiden und im Zusammenspiel mit anderen widrigen Umständen den Hungertod dieses Menschen verursachen. Scham, psychischer Druck, all dies wird dabei eine Rolle gespielt haben. Wer von der Gesellschaft und den Medien gehetzt wird, der glaubt womöglich nicht daran, dass er bei seinem Nachbarn eine milde Gabe erhält, ohne als asozial verschrien zu werden.
Ausgerechnet Sozialverbände haben behauptet, der junge Mann in Speyer habe nicht verhungern müssen, es habe ja die Tafel gegeben, wo er hätte Essen erhalten können. Diese Bemerkung ist kaum noch an Zynismus zu überbieten. Nur wer ein behördliches Schreiben vorweisen kann, mit dem der Anspruch begründet wird, erhält bei den Tafeln etwas zu essen. Gerade dies fehlte hier aber vollständig. Aus diesem Kreislauf aus Lähmung, Depression und kalter Gewissenlosigkeit, ja fahrlässiger Tötung auf Gesetzesgrundlage, kam das Opfer nicht mehr heraus. Die Zyniker hingegen, die diesen Tod maßgeblich zu verantworten haben, sind jetzt Berater bei russischen Erdgasfirmen, Bodylieferanten für missratene und korrupte Betriebsräte oder sitzen als “Sozialminister” im Kabinett. Ob ich wohl für den Satz: “Politiker sind potentielle Mörder” angeklagt werde?
Die Bundesrepublik, das Land, in dem ich lebe, hat seine Nachkriegssozialunschuld endgültig verloren. Über den Zusammenhang zwischen Hartz-Gesetzen und dem Hungertod in Speyer hat Franz-Josef Hanke auf der Seite der Humanistischen Union Marburg einen sehr guten Bericht verfasst. Für mich bedeutet dies, dass unser Land sein soziales Gewissen verloren hat, dass das Grundgesetz, dass unser Sicherheitsrisiko Schäuble ja auch nur als “lästige Fessel” begreift, für die Politik jeden Wert verloren hat. Es stellt nicht mehr als die Verfahrensregeln des Staates, gewissermaßen die Bauanleitung für das staatliche Räderwerk dar. Wo die Macht allerdings liegt, und wer sie auf keinen Fall mehr besitzt, das ist jetzt eindeutig klar.
Ein Mann ist tot, und mit ihm starb eine Idee. Die Idee, dass da ein Land sein könnte, in welchem die Möglichkeit besteht, in Freiheit, Frieden und Menschenwürde zu leben, ohne Armut, immer versichert zu sein, dass selbst im größten finanziellen Notfall das Leben nicht bedroht ist. Diese Idee ist tot, und sie kann nur wiedererstehen, wenn wir alle etwas dafür tun. Die Medien, vor allem nicht die ach so neutralen öffentlich-rechtlichen Medien, helfen uns da offenbar nicht weiter.
Ruhe in Frieden und vergiss die Gleichgültigkeit und den Zynismus der Menschen.
(Mit freundlicher Genehmigung,
2007. Der Autor des Beitrags, Jens Bertrams, ist Betreiber des Blogs Mein Wa(h)renhaus und im Ohrfunk-Radio auch zu hören.)
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[21 queries. 4.164 seconds. 11 level2 caches. Top ]
Ehrlich, ich bin (auch von mir selber) entsetzt, wenn ich lese, was Betroffene dazu schreiben:
http://unkreati...tories/3625142/
es gibt sowas wie die tafeln, drk,… usw. keiner muss in deutschland hungern. man muss auch nicht auf der strasse leben. man muss sich nur mal zusammenreißen und nicht alles in alk, H oder zigaretten investieren.
Defender, da strömen ja echt weise Worte aus Deinen Fingern. Liest Du manchmal was Du schreibst, bzw. hörst Du, was Du sagst?
Muss in Deutschland jemand wirklich gezwungen werden, bei den Tafeln (war das nicht eine professionell gesteuerte Organisation zur Resteverwertung?) um Nahrung betteln, weil der Staat lieber die Reichen beschenkt, dass sich seiner SOZIALEN VERANTWORTUNG gerecht zu werden? Ist die Erniedrigung, von allen verlassne zu sein nicht eklatanter Bruch mit Deiner Menschenwürde. Verstehst Du überhaupt um was es geht?
Unsere Medien dürfen über solche Schicksale doch gar nicht mehr angemessen berichten. Sie haben das hohe Lied der neoliberalen Religion zu singen und den Menschen einzuhämmern, das sie wertlos und selbst schuld sind.
Nimm den Leuten den Glauben an sich selbst und du kannst ihnen alles nehmen.
Wer schwach ist, hat eben auch kein Hartz IV verdient. Aber keine Sorge Herr von Pierer wird von Frau Merkel noch viel Geld bekommen, damit er ihr nicht verarmt.
“Wer sich wäscht und rasiert, der findet auch einen Job.” (Speckbär Kurt Beck)
“Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!” (Müntefering)
“(…) dann muss die Scheibe Wurst auf dem Butterbrot halt etwas dünner ausfallen (…) (Ex-Superminister Clement)
“(…) Schmarotzer und Parasiten (…)” (Ex-Superminister Clement)
Noch Fragen? Diese Mischpoke gehört [Editor: Gewaltaufruf entfernt]!
Im Web vermisse ich schmerzlich eine Site, die sämtliche menschenverachtenden Äußerungen unserer “Volksvertreter” als Video- oder Audiomittschnitt archiviert - damit diese Aüßerungen niemals vom Volk “vergessen” werden.
[Anmerkung vom Editor: Gewalt ist keine Lösung. Das Ziel muss mehr Menschlichkeit und weniger Angst sein, das gilt für alle, auch diejenigen, denen schweres Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Wer sich strafbar gemacht hat, soll sich dafür vor einem unabhängigen Gericht verantworten und nicht vor einem Mob. Damit wird dann auch etwas mehr Wahrheit aufgedeckt.]
@Defender: Die Tafeln nehmen nicht mehr jeden auf. Hier in Marburg, wo ich lebe, ist die Tafel schlichtweg überfordert. Ursprünglich für 130 Menschen konzipiert sind es inzwischen mehr als 1500. Außerdem verlangen die Tafeln, dass man seinen Anspruch durch behördliche Schreiben kundtut. Logisch, weil sonst könnte ja jeder kommen, und die wirklich bedürftigen bekämen nichts mehr ab. Aber genau so etwas hatte dieser Mann nicht.
Außerdem ist es Sache des Staates, die Grundsicherung zu gewährleisten, nicht der Tafeln. So steht es jedenfalls in unserem Grundgesetz. Das solltest du vielleicht mal lesen, interessante Lektüre.
Wäre der Mitbürger von einer ‘Terrorbombe’ zerfetzt worden, hätte er Sicherheits-Deutschland nachhaltig verändert, aber er ist halt nur in Armuts-Deutschland verhungert.
So etwas macht in Aufschwung-Deutschland und “Du-bist-Deutschland natürlich keinen guten Eindruck.
Darüber wird verschämt hinweg gegangen, da man sich sonst in Grund und Boden schämen müsste in Großkotz-Deutschland.
Marie Antoinette soll gesagt haben: “S’ils n’ont pas de pain, qu’ils mangent de la brioche.” - unser verhungerter Arbeitsloser in Speyer hätte doch Kuchen essen können - Millionen deutsche “Parasiten” tun das doch auch.
Marie Antoinette wurde auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution hingerichtet (@5 nicht am Galgen, sondern durch Guillotine).
@ 7: Unsere Herrscher brauchen Sicherheit vor der teilweise hungernden Bevölkerung.
Ob € 300 oder € 500 oder € 1.500 reichen, um zu vermeiden, dass niemand in Deutschland verhungert, möchte ich bezweifeln.
Um das Verhungern auszuschließen, bedarf es der menschlichen Kommunikation- und Hilfsbereitschaft.
Das kann Geld allein nicht ersetzen.
Bestimmte Menschen wählen in ihrer Not den Tod durch Verhungern, andere durch Selbstmord, andere wiederum durch Mord an Unbeteiligten etc.
Geld, Gesetz, Behörden und Justiz allein können den Tod von in Not Geratene bzw. Getriebene nicht verhindern.
@Rolf: richtig. Trotzdem sollte der Staat die Grundsicherung für Menschen übernehmen. Damit ist ein Hungertod nicht ausgeschlossen, obwohl ich glaube, dass wenige Menschen verhungern würden, wenn sie die Gelegenheit zum Essen hätten, aber der Hungertod ist auf jeden Fal unwahrscheinlicher und der Staat erfüllt seine Pflicht gegenüber seinen Bürgern, die im Grundgesetz festgelegt ist. Übrigens hat die Mutter des Betroffenen ausgesagt, dass er nichts mehr gegessen habe, weil kein Geld da war… - Das ändert überhaupt nichts an der volkommenen Richtigkeit dessen, was du gesagt hast, nur dafür ist weniger der Staat als Institution zuständig.
Der junge Mann haette nicht verhungern muessen. Er haette nur ein wenig Eigeninitiative entfalten muessen.
Und wenn er selbst schon apathisch in einer Ecke liegt und sich nicht ruehrt, dann haette seine Mutter aktiv werden koennen.
Niemand muss in Deutschland verhungern, alles andere ist politische Polemik, die mit der Realitaet wenig zu tun hat.
Wenn ein Mensch jegliche Eigeninitiative verweigert, sich selbst sogar um Nahrung zu kuemmern, wie will man da noch weiterhelfen?
Die Alternative, um kuenftig die vollstaendige Ernaehrung jedes Buergers sicherzustellen, waere der totale Kontrollstaat, der dann auch noch den Nahrungserwerb und die Nahrungsaufnahme sicherstellt.
Irgendwo gibt es eine Eigenverantwortung fuer das persoenliche Wohlergehen - der Staat haette diesen jungen Mann ja nicht verhunger lassen, wenn er sich mal geruehrt haette - aber woher soll der Staat bzw. seine Behoerden ahnen, dass es ein junger Mann es vorzieht, zu verhungern statt mal den Mund aufzumachen? Und wie schon erwaehnt, man sollte auch mal hinterfragen, wieso seine Mutter, mit der ja zusammengelebt hat, nichts gegen sein Sterben unternommen hat?
In diesem Fall sind zweifellos verschiedene unglueckliche Umstaende zusammengekommen, zweifellos psychische Erkrankungen, eine gewisse Verwahrlosung, und man wird sicherlich auch hinterfragen muessen, ob nicht die Behoerden von dem Zustand des jungen Mannes haetten wissen koennen / muessen und nicht adaequat gehandelt haben - aber nun schon wieder dem ach-so-boesen-Staat den Tod eines Mannes anlasten zu wollen, der selbst und dessen Mutter keinerlei Initiative aufgebracht haben, sich mal um Nahrung zu kuemmern, ist schon absurd. Die Alternative dazu waere der allumfassende “sorgende Sozialstaat”, der mithin zwangslaeufig ein allumfassender Kontrollstaat waere - eben genau das, was hier doch alle - zumindestens hinsichtlich des Datenhungers der Sicherheitsbehoerden - immer nun gar nicht wollen.
Den Tod würde ich schon dem Staat anlasten.
Die Lösung ist jedoch nicht, noch mehr Kontrolle und mehr Überwachung.
Eigenverantwortung schließt die Verantwortung für die Nächsten etc. ein.
Wenn jemand zusammen mit der Mutter so apatisch ist, das er verhungert, dann hat das seine Gründe. In der Regel ist das schon eine Krankheit.
Das Ganze hängt zusammen mit unseren Wertvorstellungen vom Leben, unserer Bereitschaft, sich einzumischen, Hilfe zu bekommen und Einmischung in unswer Privatleben zu dulden.
Alles dem Staat, den Gesetzen, Anwälten, Richtern und Behörden würde ich das nicht überlassen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Ursachenforschung nach den vielen Selbsmorden.
Wie ich erst jetzt erfahren habe, war der verstorbene 20-jährige nicht nur psychisch krank, sondern auch lernbehindert. Das heißt, er war schon mit den Anforderungen der aRbeitsverwaltung überfordert. Seine Mutter war das anscheinend auch.
Hätte man ihnen die 345 Euro montatlich nicht gekürzt, wären sie auch nicht verhungert.
Hätte noch das alte - bis Ende 2004 gültige - Bundes-Sozialhilfegesetz (BSHG) gegolten, wäre ihr Anspruch rechtskräftig gewesen, jede nötige Hilfe zu erhalten.
Eine viel bessere Lösung wäre meines Erachtens ein Bedingungsloses Grundeinkommen, wie es beispielsweise Götz Werner fordert.
In jedem Fall hat hier die Arbeitsverwaltung und die Gesetzeslage wesentlich mit Schuld daran, dass dieser Mensch in den Tod getrieben wurde.
Von Rechts wegen müsste man die Betreffenden dafür bestrafen. Die Formulierer des sogenannten “Sozial”-Gesetzbuchs II (SGB II), das diesen Namen zu Recht im Volksmund hinter dem eines “Ehrenmannes” versteckt und “Hartz IV” genannt wird, stellen meines Erachtens den Straftatbestand der Nötigung - in diesem Fall mit Todesfolge - dar.
Mit den notwendigen Reformen der Justiz setzt sich der HU-Arbeitskreis “Justizreform” in Marburg auseinander. Über Themen wie das Existenzminimum debattiert der HU-Arbeitskreis “Erwerbslosigkeit und Soziale Bürgerrechte” (ESBR) ebenfalls in Marburg.
fjh
@mumba: Eigeninitiative ist gut uns schön. Ich würde den Tod des jungen Mannes auch nicht dem Staat anlasten, wenn das Geld da gewesen wäre, er sich aber nach wie vor geweigert hätte, die vorhandene Nahrung aufzunehmen. Natürlich trägt jeder die Verantwortung für sein persönliches Wohlergehen, aber der Staat hat nicht das Recht, und dabei bleibe ich, jemandem die niedrigste Existenzgrundlage zu entziehen, im Gegenteil: Er hat sogar die Pflicht, ihm in finanzieller und materieller Hinsicht das Notwendige für das Existenzminimum zur Verfügung zu stellen. “Die Würde des Menschen ist unantastbar”, und “Jeder hat das Recht auf Leben” sind wichtige Sätze aus dem Grundgesetz, die den Staat verpflichten. “Die Bundesrepublik ist ein sozialer … Staat” ist auch so ein Satz.
Naja, das ist so ein Thema ist nicht ganz leicht und vielen hier fehlt einfach das Hintergrundwissen, um sich vernünftig zum Thema äußern zu können.
Ich vermute auch, dass die Meisten hier noch nie eine soziale Einrichtung von innen gesehen haben.
Da ich eine Zeit lang mit Obdachlosen gearbeitet hab, kann ich sagen, dass es neben der oft genannten Tafel noch andere Anlaufstellen gibt, die auch schnell und unbürokratisch helfen. Das Problem an der Sache ist nur wieder, dass die Angebote auch angenommen werden müssen.
Ich habe auch oft versucht den Obdachlosen eine Wohnung zu besorgen. Bei einigen hatts geklappt und andere haben abgelehnt. Die Gründe für die Ablehnung waren vielfältig. Sollte man diese Leute gegen ihren Willen irgendwo unterbringen? Habe ich das Recht zu bestimmten, was für diese Menschen gut und was schlecht ist?
@mumba: Eigeninitiative funktioniert nicht so gut bei Depressionen. Scheinbar leidet seine Mutter ebenfalls an diese Erkrankung. Vor Hartz4 wurde er ja auch betreut, aber dann entschied irgendwer, das er arbeitsfähig sei, und so rutschte er in Hartz4.
Überhaupt, Eigeninitiative und Eigenverantwortung, beides Worte der hohen Lehre des Neoliberalismus. Klingt gut und richtig, meint aber im Grunde genommen doch nur, die Verantwortung gegenüber anderen einfach fallen zu lassen. Pech halt für die Schwachen einer Gesellschaft und blöd, das es jeden erwischen kann. Trotz Eigeninitiative. Aber das will keiner wahrhaben. Immer nur die anderen.
[…] Ein Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung - und die Medien schweigen größtenteils (tags: hartziv arbeitslos gesellschaftsmord) […]
@deprigril:
Eigeninitiative und Eigenverantwortung bedeuten keineswegs, dass man die Verantwortung für andere fallen läßt.
Aber es bedeutet, dass man nicht immer fortwährend andere Menschen für sein eigenes Wohlergehen verantwortlich machen kann.
Es bedeutet schlichtweg, dass man sich um wesentliche Belange seines eigenen Lebens selbst kümmert.
Im übrigen sind wir in Deutschland weit von einem “Neoliberalismus” entfernt - hätte der junge Mann auf sein Problem aufmerksam gemacht, wäre ihm geholfen worden.
Diesem jungen Mann ist keine Hilfe verweigert worden - er hat sie lediglich leider nicht gesucht.
Zu G #15:Sollte man diese Leute gegen ihren Willen irgendwo unterbringen? Habe ich das Recht zu bestimmten, was für diese Menschen gut und was schlecht ist?
Das Argument ist mir bestens bekannt aus ähnlichen Erfahrungen, wie Du sie gemacht hast.
Bestimmt wäre in diesem konkreten Fall fremde Hilfe angenommen worden.
Fremde Hilfe wird von allen angenommen, allerdings nicht bedingungslos.
Hinter all dem steckt Politik.
Weshalt erhalten Obdachlose und HartzIV-Empfänger keine kostenlosen Monatskarten für den Stadtverkehr?
Für die meisten sind schon diese Fahrkosten eine Katastrophe und ein Grund mehr, in Depressionen zu fallen sowie rechtsbrüchig zu werden.
Weshalb werden die Drogenabhängigen nicht aufwendig betreut? Auch dafür sind wir reich genug.
Die Persönlichkeitsrechte der Einzelnen werden in den meisten Fällen vorgeschoben.
Die Politiker brauchen solche “Gefallenen”, um auf die “Funktionierenden” Druck ausüben zu können.
“Seht Euch an, was Euch passieren kann, wenn Ihr Euch nicht anpasst an Spielregeln, formuliert in unseren Gesetzen, kontrolliert und druchgesetzt durch Polizei, Anwälte und Richter.”
@19 Rolf Schälike
Du hast Recht, großflächig fehlt es an allen Ecken und meistens wird dann bei denen gekürzt, die sowieso schon nichts haben und die größte Hilfe bräuchten. Habe auch selbst miterlebt, dass in einem Obdachlosentreff am Wochenende die Essensausgabe beschränkt wurde, weil es ganz einfach an Geld fehlte. Sowas muss man sich mal vorstellen…
Ich könnte jetzt noch den halben Tag weiterschreiben und noch weitere unzählige Beispiele nennen.
Dennoch hab ich Schwierigkeiten damit in diesem konkreten Fall ein Urteil zu fällen und die Frage nach der Verantwortung zu beantworten. Trotz des knappen Budgets wäre der Mann mit Sicherheit in keiner sozialen Einrichtung (wie ich sie kenne) abgewiesen worden.
Fakt ist, dass er Hilfe brauchte, aber wie hätte man auf ihn aufmerksam werden sollen?
#20 G:
Fakt ist, dass er Hilfe brauchte, aber wie hätte man auf ihn aufmerksam werden sollen?
Ob dieser kranke Mann in einer Sozialeinrichtung richtig aufgehoben wäre, kann ich nicht beurteilen.
Ich kann keinem Obdachosen mit reinem Gewissen die Sozialeinrichtungen empfehlen, die ich in Hamburg kenne.
In Hamburg kann jeder Essen erhalten ohne Nachweis mittel Ausweis bzw.irgendwelcher Bescheinigung. Auch ich mit einem teuren Anzug, Schlips und Kragen würde Armenessen erhalten, von der Hygiene mal abgesehen.
Trotzdem erfrieren auch in Hamburg Obdachose in kalten Wintern.
Das ist politisch so gewollt.
Im konkreten Fall frage ich mich, wo haben die Nachbarn hingesehen?
Weshalb hat die Arge-Beamtin gemeint, der Mann ist arbeitsfähig?
Solche unsinnigen Entscheidungen kenne ich zu Hauf, auch von Staatsanwälten, welche formal Obdachlose in Gefängnisse stecken, wegen 3,00 EUR das Landgwericht beschäftigen etc.
Vermutlich wichtig für die Karriere, und politisch gewollt.
Einzellösungen sind schwierig, weil jedesmal jemand gefunden werden muss, der bereit ist, viel Arbeit (Zeit) und Geld zu investieren, und bei einer solchen Bereitschaft und Realisierung trotzdem nicht das Recht hat, dem Hilfsabedürftigen konsequent zu helfen, weil die Vorschriften und Gesetze auf Anderes ausgerichtet sind.
Beschäftigt Euch mal mit der Damen-Kanzlei Mumme & Partner. Diese hat die Sozialhilfe als Geldquelle entdeckt zur Eintreibung sehr fragwürdiger, oft verjährter Forderungen.
Vielen Ärmsten und relativ Hilfslosen geht es Dank dieser Kanzlei noch schlechter.
Die Politik könnte dem Einhalt gebieten.
Wichtiger sind aber Fingerabdrücke von allen, und lieber, einen Unschuldigen zu verurteilen als eine paar arme möglicherweise schuldige Schlucker frei laufen zu lassen.
[…] Man hat nicht die Wahl sie sich zu wählen. Der Mob rüttelt sich wach. Die diskursive Erblindung und Ertaubung schreitet voran. Wo mancher Kommentar zu viel (siehe gleich) ist oder wo mancher Kommentar verschwindet (nicht einmal ein Fremder). Auslöschungsversuche hier wie dort. Mal nur in Wort, mal auch in Tat?! Noch Fragen? Diese Mischpoke gehört an den Galgen! [Ein Kommentar in: Mein-Parteibuch.com] […]
Manche Medien betrachten das Ganze auch zynisch oder mit Hohn, siehe z.B. solche Bilder und Bildunterschriften
Gruß
Alex
Das hat mich interessiert. Ich habe in der grosses Suchmaschine ‘arbeitsloser speyer’ eingegeben. Ich habe auch ein ergebnis unter
————
Arbeitsloser in Speyer verhungert | MDR.DEDie Mutter des Toten sagte aus, man habe aus Geldmangel keine Lebensmittel mehr gekauft.
www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4374157.html - 24k
————-
gefunden. MDR berichtet dachte ich. Aber dann:
————-
Seite nicht gefunden
————-
Ja wo ist denn die Seite? Dann hab ich mit der Suchfunktion auf mdr.de gesucht. Leider nichts.
Wo ist der Bericht vom MDR denn hin?
Vielleicht ist der Verhungerte ja inzwischen auferstanden.
Naja, wenn sonst keiner aufsteht…
Im Cache war es noch zu finden:
yahoo nicht bei google
Nachrichten MDR
Arbeitsloser in Speyer verhungert
In der pfälzischen Stadt ist ein Arbeitsloser verhungert. Nach Angaben der Polizei wurde die Leiche des 20-Jährigen in der Wohnung seiner Mutter gefunden. Die Obduktion habe ergeben, dass der Mann seit Monaten nicht mehr genug zu essen hatte. Schließlich sei er an den Folgen der Unterernährung gestorben. Die Mutter ist laut Polizei in schlechtem Zustand und wird ärztlich behandelt. Sie habe ausgesagt, aus Geldmangel keine Lebensmittel mehr gekauft zu haben. Dem Sohn war die Unterstützung gestrichen worden, weil er Arbeitsangebote ausgeschlagen hatte.
zuletzt aktualisiert: 17. April 2007 | 23:19
Quelle: MDR INFO
Giubt man bei Google: “Arbeitsloser in Speyer verhungert” findet man allerhand Ergebnisse
Es ist richtig, dass sich viele Suchergebnisse finden. Ich wuerde mich nur gerne bei den oeffentlich rechtlichen informieren, denn die sind ja “glaubwuerdiger”. Und da findet sich bei google leider nicht sehr viel. Und warum beim MDR der tote link?
@Mumba:
“Niemand muss in Deutschland verhungern, alles andere ist politische Polemik, die mit der Realitaet wenig zu tun hat.”
Dieses Blog hier steht für politische Polemik und Realitätsfremde.
Die öffentlich-rechtlichen Medien haben durchaus darüber berichtet.
Jeder Mensch bekommt (auch wenn er absolut jede Tätigkeit und Fortbildung verweigert) immer noch die Miete bezahlt und zumindest Lebensmittelgutscheine, die jeder Lebensmittelladen anzunehmen verpflichtet ist.
Darüber kann sich ein jeder, auch Herr Bartels (der diesen Vorfall für seine bizarren politischen Ansichten ausschlachtet).
Also hat der Staat keine Schuld am Verhungern dieses Mannes.
Soweit bei “Brisant” (reißerisch, aber inhaltlich immer korrekt) berichtet wurde, erhielten der Mann und seine Mutter sogar monatlich 600 EUR Bargeld. Darüber hinaus wurde eine Hilfsstelle in unmittelbarer Nachbarschaft gezeigt, wo der Mann kostenlos und langfristig umsonst hätte essen können.
Eine Mitarbeiterin dort sinngemäß: “Selbstverständlich hätte er sich hier satt essen können.”
Wer glaubt, dass man in Deutschland verhungern kann, obwohl man sich hilfesuchend an die Behörden wendet, der ist schon mehr als naiv.
Jährlich kommen Tausende Menschen in dieses Land, weil sie wissen, dass man hier auch ohne Arbeit eine Wohnung, Kleidung und Nahrung bekommt.
Den Kommentarschreibern reicht diese Garantie offensichtlich noch nicht aus: Jetzt soll der Staat auch noch Kontrolleure in die Wohnungen schicken.
Von 80 MILLIONEN Menschen ist nun einer, möglicherweise wegen Verwahrlosung oder einer Behinderung, jedenfalls wegen mangelnder eigener sozialer Kompetenz an Hunger gestorben. Das ist schlimm, sehr schlimm sogar, aber ein Teil dessen, was man Lebensrisiko nennt und sich leider nie, in keinem Staat der Welt, ob demokratisch, kommunistisch, islamisch, oder sonst was, ausschließen lässt.
Genauso wenig, wie sich ausschließen lässt, dass sich Leute zu Tode fressen (über 70% der deutschen Männer sollen ja unter Übergewicht leiden).
Nochmals: Kein Arbeitsloser in Deutschland leidet an Untergewicht weil er arbeitslos ist!
Daher auch keine großartigen Meldungen in TV und Zeitungen:
Es handelt sich um einen ebenso schlimmen Fall wie bei einem jungen Mädchen, das möglicherweise vorgestern an ihrer Magersucht gestorben ist.
Schlimm, aber eben nicht so von Bedeutung, dass es das aktuelle Tagesgeschehen beherrscht.
Da könnte genauso gut stehen:
“Briefmarkensammler, Tankwart, Hobbygärtner … verhungert” - anstatt “Arbeitsloser verhungert”.
Weil: der Mann ist eben nicht verhungert, weil er arbeitslos war, auch nicht, weil er Briefmarken sammelte, oder seinen Garten liebte.
Er ist aus verhungert, weil es ihm an sozialen Fertigkeiten mangelte und weil seine Mutter keine Hilfe herbeiholte.
Bei diesem Satz fehlte am Ende das Wort “informieren”:
Darüber kann sich ein jeder, auch Herr Bartels (der diesen Vorfall für seine bizarren politischen Ansichten ausschlachtet).
[…] Mein-Parteibuch.com » Ein Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung - und die Medien schweigen grö… (tags: hartzIV) […]
@Kommentator unter Pseudonym Radulf Schneider
>Dieses Blog hier steht für politische Polemik
>und Realitätsfremde.
Oh, jetzt folgt sicher ein sachlicher Diskussionsbeitrag.
>Darüber kann sich ein jeder, auch Herr Bartels (der diesen
>Vorfall für seine bizarren politischen Ansichten ausschlachtet).
Hm, lecker, die rhetorische Stilfigur eines Angriffes “ad personam” wurde wie aus dem Lehrbuch vorgetragen.
Nur leider übersieht sie in der etwas hitzigen Diskussion, dass dieser Beitrag von Jens Bertrams stammt. Nun denn, kleine Fehler können auch dem besten Rhetoriker und dem übelsten Polemiker mal passieren.
Vermissen lässt der Kommentar allerdings eine Aussage dazu, was getan werden könnte, damit - auch psychisch - kranke Menschen in Deutschland zukünftig nach Möglichkeit nicht mehr verhungern.
Der seit der Einführung von ALG II gestiegene Druck von Seiten der Arbeitsagentur ist sicher genauso der richtige Weg dazu wie das inzwischen vielerorts in den ARGE anzutreffende systematische Mobbing.
man sollte mal die nachdenkseiten nach den Artiklen durchstöbern, die die Affinität der Sprache im Nazi-Deutschland mit der heutigen Sprache der neoliberalen Hegemonie herausarbeitet.
Vor allem hinsichtlich solcher abstrakter Begriffe, wenn nicht Dogmen, wie ‘Eigeninitiative’ und ‘Eigenverantwortung’, die sicher nur im Geiste der Befürworter eines weiteren Sozialabbaus im Widerspruch zum Sozialstaat stehen, und die mittlerweile bemüht werden, um die buchstäblich tödlichen Folgen des realisierten Sozialabbaus ideologisch zu rechtfertigen.
Es fehlt nicht viel zur Kategorisierung seiner Opfer zu ‘unwertem Leben’.
übrigens, die Behauptung, die Verhinderung dieses Todes impliziert einen , ist abstrus, demagogisch und zeugt von der manipulativen Intention, einen funktionierenden Sozialstaat mit einem die Individualität des Einzelnen einschränkenden Leviathan gleichzusetzen. Es wurde zB mehrmals berichtet, sogar in den Massenmedien, die diesen Tod längst vergessen haben, nachdem sie kurz darüber berichteten, dass mit der früheren Sozialhilfe dieser Hungertod hätte verhindert werden können. Ganz einfach weil die Behörden die Pflicht und Mittel (zb in Form eines Sozialarbeiters, der vor Ort die Situation überprüft hätte) gehabt hätten, das zu verhindern. Es ist auch einfach eine interessengeleitete Mär zu propagieren, dass ein Weniger an Sozialstaat auch ein Weniger an staatlicher Macht gegenüber dem Einzelnen bedeutet, was sich ideologisch in den Kategorien der so genannten Eigeninitiative und Eigenverantwortung niederschlägt; was die Verschärfungen in der Sicherheitspolitik zeigen. Tatsächlich führt ein Abbau des Sozialstaats zu einem Weiniger an individueller Freiheit für die, deren materielle und so psychische Grundlage durch diesen Abbau zerstört wird. Es führt an einem Mehr Staat im negativen Sinne, zumindest für die Opfer seines Rückgangs im sozialstaatlichen Bereich: ein mehr in Form von Repression, Überwachung und Kontrolle.
sorry, ich habe in der Eile da ein Wort vergessen. Der erste Satz soll heißen
“die Behauptung, die Verhinderung dieses Todes impliziert einen totalen Staat”
[…] Fassungslos seiend… […]
An Alle, die behaupten, djer junge Mann habe nicht verhungern müssen: Es ist richtig: Die Miete wurde nach wie vor bezahlt. Lebensmittelgutscheine gab es keine, denn die ARGE sagte ja auf der Pressekonferenz aus: “Wir haben angenommen, er habe sich andere Geldquellen erschlossen.” Dass man dann aber die Miete weiterhin bezahlt hat, ist unlogisch, oder? Außerdem hatte das Sozialamt, das den Mann bis Ende 2004 betreute, Akten über ihn angelegt, die seine Depressionen und seine Lernbehinderung herausstellten. Die ARGE hat ihn für Arbeitsfähig erklärt, was ganz zweifellos eine Fehleinschätzung war. Der Mann war in einem unlösbaren Kreislauf gefangen.
Was die Medien angeht, so bin ich tatsächlich entsetzt, wie ich schon in meinem Ursprungsbericht schrieb, dass sie nichts bringen.
Ich übernehme die volle Verantwortung für den Artikel hier. Eine Diskussion findet auch, wenn auch nicht so flammend wie hier, unter
http://blog.jen...2007/04/20/214/ statt.
Noch einmal: Der junge Mann war lernbehindert und depressiv. Lernbehindert bedeutet, dass er wahrscheinlich gar nicht in der Lage war, von sich aus zu den Behörden zu gehen und seine Rechte einzufordern.
Seine beiden Behinderungen waren, wie Jens schrieb, den Behörden bekannt. dennoch haben sie ihn als “arbeitsfähig” eingestuft. Warum?
Die Antwort ist ganz einfach. Die Kommunen bekommen vom Bund einen bestimmten Satz Geld für jeden ALG-II-Empfänger. Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch I Xii (SGB XII) müssen sie hingegen aus eigener Tasche bezahlen. Da ist es kein Wunder, dass möglichst jede(r) für arbeitsfähig erklärt wird!
Hier ist ein Konstruktionsfehler. Der zweite ist die bereits zigierte Änderung vom Hilfe-Prinzip zum punitiven Sozialrecht: NAch dem BSHG war der Staat zur Hilfe für jeden verpflichtet, der diese Hilfe benötigte. Die Art der Hilfe war dabei nicht auf finanzielle Maßnahmen besschränkt, sondern umfasste alle angemessenen Hilfestellungen auch personeller Art. Nach dem sozialgesetzbuch II (SGB II) wird das ALG II nur noch auf Antrag hin ausgezahlt. Dafür müssen die Antragsteller erhebliche Verrenkungen unternehmen, zu denen der verhungerte junge Mann offenbar nicht fähig war.
Leistungskürzungen sind meines Erachtens grundgesetzwidrig, wenn sie das verfassungsmäßige Recht auf Leben und Körperliche Unversehrtheit in Frage stellen. Das taten sie in diesem Fall.
Mein lösungsvorschlag ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen: Jede(r) Bürger(in) erhält dieses Geld ohne Antrag.
www.unternimm-die-zukunft.de ist die Internet-Adresse des Instituts für Entrepreneurship von Götz Werner in Karlsruhe. Seine Anregung sollte man angesichts des Speyerer Falls einmal gründlicher diskutieren.
Die www.hu-marburg.de/homepage/debatte/info.php?id=253 informiert über die Verquickung der 2Tafeln” weltweit mit der Unternehmensberatung McKinsey. Erst 2rationalisiert” der Unternehmensberater die Arbeitsplätze massenhaft weg, um den Leuten dann ein paar Brosamen hinterherzuwerfen, die die Geschäfte sonst hätten auf den Müll werfen müssen. Spenden sie diese ablaufenden Waren der “Tafel”, erhalten sie sogar noch steuerbegünstigte Spendenquittungen dafür.
Und wenn dann - wie in Speyer - tatsächlich ein Mensch an den Folgen dieses punitiven “Sozial”-Systems stirbt (Todesstrafe für Nichterfüllung der Auflagen!, dann kann man ja auch noch ganz zynisch behaupten: Er hätte nicht verhungern müssen!
Wer fragt nach der Scham der Menschen, die kein Geld mehr haben? Wer fragt nach dem gebrochenen Stolz derer, die zur ARGE gehen müssen? Wer fragt danach, wie sich Depressionen auswirken?
Ich kannte einen Behinderten, der wegen seiner Depression wochenlang nur auf dem Bett lag. Er bat uns immer, ihm Gummibärchen mitzubringen. Das war seine einzige Freue. Schließlich haben wir versucht, ihn mit dem Versprechen zu locken, es gebe Gummibärchen. Das hat zwei oder dreimal geklappt, ddoch dann haben selbst die HaRiBos ihn nicht mehr aus der Kammer locken können.
“Eigenverantwortung” oder “Eigeninitiative2 sind angesichts solcher Krankheitsbilder brutale Wörter. Sie stammen nicht nur aus dem Sprachschatz der neoliberalen Unmenschen, sondern leugnen auch die Auswirkungen psychischer Krankheiten.
Dieses sogenannte “Sozial”-System ist mörderisch,, muss ich eindeutig feststellen. Warum hat man die menschenfreundlicheren Regelungen des BSHG aufgegeben?
Weil man die Menschen unter Zwang dazu bringen wollte, sich um die wenigen Brocken zu bemühen, die man ihnen seither nicht einmal vermehrt hat. Seit März 2004 ist das ALG II noch nie erhöht worden!
Seit März 2004 hat es nicht nur eine Inflation gegeben, sondern auch eine Mehrwertsteuer-Erhöhung.
Der drohgende Hunger ist eine gewollte Waffe der neoliberalen “Reformer” namens Hartz und Rürup, mit der sie die Menschen zwingen wollen, nahezu jede Arbeit zu fast jedem Preis anzunehmen.
Eine menschenfreundliche Gesellschaft bräuchte ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!
Nun werden mich di3e Kritikaster hier bestimmt als “sozialromantischen Spinner” titulieren.
Das ist egal. denn so redet nur, wem die Mitmenschen egal sind. Entweder kümmert sich die Menschheit um Mitmenschlichkeit und eine Zukunft aller, oder aber sie strebt nach Gewinn und Reichtum für wenige.
Lieber bin ich ein 2sozialromantischer Spinner” als ein rücksichtsloser Proofiteur.
fjh
@ 13/37: Sie erwähnen das BGE à la Götz Werner. Es gibt jedoch Kritik am bedingungslosen Grundeinkommen.
ja, ganz besonders sollte man sich vom neoliberalen Bürgergeld à la Straubhaar, Althaus & co in Acht nehmen, das ist nichts Anderes als radikalisierter Sozialabbau
[…] Der Link zu einer Diskussion im Parteibuch Blog. […]
Ich denke, man kann nicht alles über das BGE regeln. Es braucht eine Kombination von Rechten und Grundeinkommen. Zu den Rechten gehören beispielsweise das Recht auf angemessene Gesundheitsfürsorge ebenso wie das Recht auf eine gute Bildung (ohne Schul- und Studiengebühren) oder das Recht auf Energie, Kommunikation und Mobilität. Es sollte klar sein, dass die Unternehmen zur Deckung dieser Grundbedürfnisse nicht privatisiert sein / werden dürfen. Der Rest wie Nahrung, Kleidung, kulturelle Teilhabe usw. kann dann mit einem Grundeinkommen ermöglicht werden. Kurz, das Prinzip des Grundeinkommens greift zu kurz, da die Preissteigerungen bei Energie usw. und ausbleibende Erhöhungen des Grundeinkommens dessen Zweck konterkarieren könnten. Mit einem Grundeinkommen in Höhe von X Euro als Allheilmittel ist es also nicht getan.
Gruß
Alex
Ein Mensch ist gestorben.
Er ist verhungert.
Er ist in Deutschland verhungert.
Niemand will dafür die Verantwortung übernehmen. Nicht der Gesetzgeber, nicht die Verwaltung, nicht die Gerichte.
Es wird, wieder einmal, weggesehen.
Keiner ist verantwortlich.
Der Tod ist tragisch, doch was ich hier lese ist Schachsinn.
Bitte aufwachen, wir haben mitlerweile 2007! Man kann nicht 4-5 Millionen Arbeitslosen “hinterher rennen”.
Langsam frage ich mich ob die Deutschen aus dem Fall der Mauer nichts gelernt haben.
Oh, da scheint der @knall ja voll mit der Zeit gegangen zu sein. Mit dem Fall der Mauer und dem glorreichen Sieg des westlichen Systems muss man sich auch nicht mehr so sehr um die Arbeitslosen bemuehen. Da kann man auch voll die Sau raus lassen. Da kann man aufs Ganze gehen mit dem Bananenhandel. Wir haben mittlerweile 2007. Da packt man schlimmstes Leid meist in einen kleinen Nebensatz:”Der Tod ist tragisch, doch …”.
Das haben wir 2007!
Die Kürzung der Leistungen hat der Arbeitslose selbst verursacht und weitere mögliche Hilfen nicht angenommen. Fazit: Selbst schuld. Ende. Da kann Bartels noch so sehr versuchen, einen Toten für seine Zwecke zu mißbrauchen. Ich bin froh, dass ich zu den Hartz-4-Empfängern gehöre, die noch soviel Anstand besitzen zu begreifen, dass Leistung nicht (mehr) ohne Gegenleistung möglich ist. Ich bin froh, dass ich zusammen mit der Bezahlung aus meinem 1-EUR-Job, den ich mir selbst gesucht habe, noch bevor die ARGE überhaupt auf die Idee kam, mir einen solchen zuzuteilen, an jedem Monatsersten 930 EUR auf dem Konto habe. Damit “verdiene” ich mehr als hunderttausende Küchenhilfen, Kassiererinnen usw. und habe nebenbei noch eine schöne Arbeit und am 01. August werde ich fest übernommen.
Mir hat Hartz4 geholfen und dafür bin ich dankbar.
“Ich bin froh, dass ich zu den Hartz-4-Empfängern gehöre, die noch soviel Anstand besitzen zu begreifen, dass Leistung nicht (mehr) ohne Gegenleistung möglich ist.”
Was hat denn dieser gefühlte glückliche Einzelfall mit dem Hungertod eines Menschen zu tun, dem ohne Ansehen der konkreten individuellen Gegebenheiten jede Hilfe gestrichen wurde. Es geht hier nicht um den ideologischen Begriff einer Leistung, sondern um die Frage, ob eine Gesellschaft so weit heruntergekommen ist, dass sie eines ihrer Mitgleider verhungern läßt, weil Mensch sich aus eigenen Kräften nicht mehr helfen kann. Der glückliche Einzelfall - sofern er überhaupt wahr ist - legitimiert nicht den fahrlässigen Tod eines andern Menschen, der dem Versagen des Systems geschuldet ist. Ein System, das einerseits einem hilft, der sich selbst helfen kann, den aber verhungern läßt, der es nicht kann, hat im Kern versagt und ist kein Sicherungssystem, das seinen Namen verdient, weil es (interesengeleitete und ideologische) Bedingungen an sein Funktionieren stellt, die nicht jeder erfüllen kann.
Übrigens Ihre Sprache riecht förmlich nach parteilicher bzw ideologischer Rechtfertigung, oder nach professioneller Meinungsmache, in etwa wie herr mumba, der behauptet, er habe eine arabische Frau, die es gut fände, wenn alle Muslime weggebombt würden.
@45
und da bist Du noch nicht bei der Bundesregierung angestellt worden? Bei so viel vorauseilender Anpassung. Geradezu phänomenal, Dein Bewußtsein.
Da fällt mir nur das nachfolgende Zitat ein:
—Was für ein Mann sind Sie? Mit Verlaub, Sie sind für mich überhaupt kein Mann. Sie sind ein plappernder Mann, ein Papageien-Mann. Sie reden gestern so und heute so.—-
Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner an Günther Oettinger
Vielleicht hilft die folgende Lektüre den Horizont zu erweitern:
http://home.arc...anipulation.pdf
Liebe Conny, es ist doch schoen, dass du Dir etwas erkaempft hast, sei stolz drauf, dass Du mehr hast als die unterbezahlten Kuechenhilfen, Kassiererinnen usw.. Jeder braucht ja seine eigene Bestaetigung. Aber wozu brauchst Du diese elende Verurteilung von denen, die wie Du schreibst “selbst schuld” sind? Dankbar bist Du wohl denen, die auf Grund ihrer Schwaeche Dein Ego naehren. Alles, was unter Dir ist, erhebt Dich. Ohne die Anderen bist Du …? Bist Du?
Es ist doch schoen, dass sich jemand etwas erkaempft hat, ein Grund stolz zu sein, mehr zu haben als die unterbezahlten Kuechenhilfen, Kassiererinnen usw.. Jeder braucht ja seine eigene Bestaetigung. Aber wozu brauchst man diese elende Verurteilung von denen, die wie ich lese “selbst schuld” sind? Dankbar scheint man wohl denen zu sein, die auf Grund ihrer Schwaeche das Ego naehren. Alles, was unter einem ist, erhebt einen. Ohne die Anderen ist man …? Ist man dann auch?
Es ist doch schoen, dass sich jemand etwas erkaempft hat, ein Grund stolz zu sein, mehr zu haben als die unterbezahlten Kuechenhilfen, Kassiererinnen usw.. Jeder braucht ja seine eigene Bestaetigung. Aber wozu brauchst man diese elende Verurteilung von denen, die wie ich lese “selbst schuld” sind? Dankbar scheint man wohl denen zu sein, die auf Grund ihrer Schwaeche das Ego naehren. Alles, was unter einem ist, erhebt einen. Ohne die Anderen ist man …? Ist man dann auch?
@ 45 - Hallo Conny,
Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass du ein bestellter Jubelperser bist, der hier im Auftrag der neoliberalen Heilsbringer diesen Kommentar geschrieben hat.
Trotzdem möchte ich auf folgenden Spruch eingehen: “Ich bin froh, dass ich zusammen mit der Bezahlung aus meinem 1-EUR-Job […] an jedem Monatsersten 930 EUR auf dem Konto habe.”
Du magst froh sein, wenn du zum Monatsersten 930 EUR auf dem Konto hast, aber hast du schon einmal angeschaut, was denn so die Vermögen und “Stundenlöhne” der reichsten Deutschen sind? Der Stundenlohn des reichsten Deutschen über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg soll umgerechnet 451.031 Euro betragen. Ob diese Zahl stimmt - nachgerechnet habe ich nicht. Aber da kannst du glücklich sein mit deinen 930 EUR pro Monat - möglicherweise bist du ein glücklicher Untertan.
Es ist 2007 und ein Vollversorgungssystem, welches hier Einige wiederhaben moechten, ist erwiesenermassen tot! Den Schwachsinn mit dem boesen “westlichen System” will ich hier gar nicht hoeren, denn bis auf nen 2 woechigen Florida Strandurlaub haben es wohl die Wenigsten gebracht.
Der Sozialstaat ist in D ausgepraegt wie in keinem anderen Land und tragische Einzelfaelle um Hetze gegen Politik, Bonzen oder Sonstwen zu machen, ist einfach falsch.
@Conny und Knall: Ich nehme an, dass niemand hier die Vollversorgung will. Ich glaube, dass die meisten Menschen sich darüber bewusst sind, dass mehr Rentner von weniger Arbeitenden Menschen ernährt werden, dass die demographische Entwicklung im Augenblick dazu führt, dass viele Kassen leer sind. Darüber kann man debattieren, auch das hat Gründe. Von Vollversorgung kann also schon mal keine Rede sein. Wenn du, Conny, mit Hartz IV gut da stehst, dann ist das, nehme ich mal an, einer guten psychischen Konstitution und dem Willen geschuldet, aber auch de Fähigkeit, jede Arbeit anzunehmen, die man dir bietet. Manche Menschen können das nicht. Es geht nicht darum, dass man denen alles in den Hintern steckt, wie du zu glauben scheinst. Es geht darum, dass man ihnen die Existenzgrundlage lässt, keine Vollversorgung. Und übrigens: Unser Staat wird durch sein Grundgesetz dazu verpflichtet. Wenn man das ändern will, muss man das Grundgesetz ändern. Man müsste den Satz: “Die Würde des Menschen ist unantastbar” ändern in “Ein Mensch hat das Recht auf Leben und würdige Behandlung, solange die finanziellen Möglichkeiten es zulassen, die Entscheidung fällt die Arbeitsverwaltung.” Nur kann man das leider nicht, denn der Artikel 1 des Grundgesetzes ist nicht änderbar gemäß Artikel 19 GG. Also hat der Staat auch in schwierigen Zeiten die Pflicht, eine Grundversorgung zu gewährleisten, die *jedem Menschen* das Überleben sichert. Bei einem Lohn für Manager von 20 Millionen Euro im Monat kann sich das auch unser Staat und unsere Wirtschaft leisten. Reichtum ist genug vorhanden. Mit einem absoluten Existenzminimum erzieht man niemanden zur Faulheit, wie ihr zu glauben scheint.
So weit meine sachliche Argumentation trotz der heftigen Angriffe eurerseits.
Schönen Tag noch.
Knall, bist Du ein Politiker oder Bonze?
@Meudalherr
allein die Betonung, dass sie durch hartz IV plus 1-EUR Job mehr als “mehr als hunderttausende Küchenhilfen, Kassiererinnen usw.” ‘verdient’ (man beachte die Inanführungszeichensetzung) und nebenbei auch eine ’schöne Arbeit’ hat, macht dich die demagogische und manipulative Absicht deutlich: Beim Leser soll der Eindruck geweckt werden, dass es sich mit Hartz IV ganz gut leben läßt, jedenfalls besser als Hunderttausende Niedriglohnsklaven, die ja noch weniger haben. Damit suggeriert sie, dass die Hartz IV Leistungen zu hoch sind, da der Lohnabstandsgebot nicht eingehalten wird. Man muss sich endlich bewußt werden, dass die Aktuere von Sozial-, Demokratie- und Bürgerrechteabbau skrupellose Kriminelle sind, die vor nichts zurückschrecken, um ihre Interessen durchzusetzen.
@Daniel
Knall ist eine deutsche Elite, auf Italienisch übersetzt sich das mit ‘coglione’
@salvo46:
Das ist völliger Unfug, was Sie da schreiben, aber das ist offenbar kennzeichnend für Ihren “Diskussionsstil”, dass Sie anderen Leuten Dinge in den Mund legen, die diese nicht behauptet oder geschrieben haben - soll vermutlich Ihren eklatanten Mangel an Argumenten verdecken?
Im übrigen ist mir herzlich egal, ob Sie mir nun glauben, dass ich mit einer Araberin verheiratet bin oder nicht, Leute wie Sie sind ja ohnehin für Argumente gar nicht zugänglich.
Und da Ihnen mitgeteilte Fakten nicht ins ideologische Konzept passen, weil eben aus Ihrer Sicht nicht sein kann, was nicht sein darf, dann bezeichnen Sie andere Leute wie z.B. dann eben einfach als Lügner. Ist mir herzlich egal. Ändert trotzdem nichts daran, dass meine arabische Frau - die nun selbst zahlreichen üblen Zwängen (z.B. geplanter Zwangsverheiratung) Ihrer Familie entkommen konnte - herzlich wenig Sympathie und Verständnis für einen weitverbreiteten islamistischen Chauvinismus aufbringen kann, der den Westen als verweichlicht, schwach und dekadent wahrnimmt und entsprechend verachtet.
Aber das passt ja auch ins Bild, da meldet sich in diesem Diskussionsfaden beispielsweise jemand zu Wort, der nach eigenen Angaben selbst sich um Obdachlose etc. kümmert und der eben gleichfalls in diesem einen Fall keine spezielle Schuld des Staates erkennen kann, und eine Conny schreibt hier, dass Sie Hartz4 aus eigener Erfahrung kenne und gar nicht so schlimm fände … und Ihnen fällt dazu wieder kein Argument ein, stattdessen bezeichnen Sie hier andere Leute, die anderer Auffassung sind als Sie und die Sie im übrigen gar nicht kennen als “manipulativ” und “demagogisch”.
—————————————–
Knall, bist Du ein Politiker oder Bonze?
—————————————–
Weder noch, sondern jemand der ausgewandert ist und nun gluecklich im boesen Ausland weilt und mit Schrecken auf diesen Beitrag blickt. In deutschen Schulen gehoert endlich als Pflichfach Betriebswirtschaft eingefuehrt, damit die Deutschen einmal die Grundkenntnisse nicht nur aus dem Geschichtsunterricht oder Erdkunde mitbekommen. Der deutsche Staat tut im Vergleich zu 99% des Auslands extrem viel und das kann auch ein Herr Bertrams und einige Anhaenger hier nicht kaputt reden. Es ist immer noch ein tragischer Einzelfall und nicht Alltag.
Ich finde Mindestloehne und andere soziale Einrichtungen gut, jedoch will ich es nicht sehen, dass ein Amt an der Haustuer klopft um zu schauen ob auch alles ok ist.
“Wir haben angenommen, er habe sich andere Geldquellen erschlossen”
Normalerweise sollte dieser Annahme ja das Loslassen der Kettenhunde auslösen, die dem mutmaßlichen Schwarzarbeiter mal so richtig auf die Pelle rücken, am Besten noch mit einem RTL2-Kamerateam im Schlepptau.
Die Schlüsselbemerkung in der Pressemeldung war ja wohl, daß der Mann und seine Mutter psychisch krank waren, er sogar depressiv und suizidgefährdet. Wenn man erstmal so weit ist, dann ist sogar der Gang zum Briefkasten schwer, weil da ja negative Post drin sein könnte. Dabei durchlebt man seine persönliche Hölle in jeder kleinen Handlung des Tages, ob beim Kaffeekochen, beim Einkaufen oder wobei auch immer.
Und in diesem Zustand soll er sich noch zum Amt quälen, um sich da durch den Wolf drehen zu lassen? Der Mann brauchte Hilfe, und die hat er nicht bekommen. Jetzt ist er tot.
In Amerika sagt man, daß man niemanden beurteilen soll, bevor man nicht eine Meile in seinen Stiefeln gelaufen ist.
Ich bin ja nicht so der Amerika-Fan, aber das hat uns die neue Welt wirklich voraus.
——
Quote Conny:
“Ich bin froh, dass ich zu den Hartz-4-Empfängern gehöre, die noch soviel Anstand besitzen zu begreifen, dass Leistung nicht (mehr) ohne Gegenleistung möglich ist.”
@ Conny:
Leistung war noch nie ohne Gegenleistung möglich. Gegenleistung hierbei: Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Das was da auf Deinem Lohnstreifen steht mal zwei (weil den Arbeitgeber zahlt ja noch mal dasselbe, gelle? Sollte in einer gerechten Welt Monat für Monat normalerweise zusammen über dem Hartz-IV-Satz liegen)
Legen wir hier mal Wert auf das Wort “Versicherung”. In eine Versicherung zahlt man ein, um im Schadensfall eine Auszahlung zu bekommen. Das ist kein Almosen-Berechtigungsschein. Siehe den Sinnspruch mit dem Mann und den Stiefeln weiter oben.
Hier ein Satz, den man sich, wenn man sich die Einstellung von manchen Leuten zu Eigen macht, auf die Stirn tätowieren lassen sollte: “Danke für Bakshish, Bwana.”
und @ Knall:
Du bist ein Troll.
Quote Knall:
“Langsam frage ich mich ob die Deutschen aus dem Fall der Mauer nichts gelernt haben.”
Hr. Und ein Wessi.
(Bin ich auch, aber solche Bemerkungen verkneife ich mit, weil bei jeder Gelegenheit zwei Euro ins Phrasenschwein werfen zu müssen, ist mir zu teuer.)
Chief
@chief
Nenn mich Troll, Wessi oder Ossi oder was auch immer, aber argumentiere sachlich. Der Tote war krank, dass ist das Problem und Mechanismen haben nicht funktioniert. Doch die Rundumschlagkeule auf den Sozialstaat, Politiker, Fernsehen, Betriebsraete… kombiniert Polemik zu schwingen ist falsch. Existenzminimum hat seine Grenzen und das ist guts so. Auch merkst Dies spaetestense wenn Du als Arbeitnehmer 4-5 Rentner/Kinder/ABMler usw. mit durschleifen musst.
[…] eines jungen Arbeitslosen in Speyer von www.mein-parteibuch.com veröffentlicht worden war, hat es dort und bei Unkreativ eine interessante Debatte gegeben. Einige Leser haben, wie nicht anders zu […]
Wer noch nie depressiv war, kann es auch nicht nachempfinden, wie das ist. Wenn man sich nicht mehr raus traut, nicht mehr ans Telefon geht usw., man kann nicht mal nach Hilfe fragen,weil man Gefangen ist seiner depressiven Welt ist.
[…] ging dabei von diesem beitrag von mein-parteibuch aus, wo ich vor allem die kommentare beachtenswert finde: eine diskussion von “niemand muß […]
@mumba
nun beruhigen Sie sich. Ich glaube Ihnen nunmal nicht, dass Sie mit einer Araberin verheiratet sind. Warum? Weil ich davon ausgehe, dass jemand das Leid eines geliebten Menschen nicht derart für seine ideologischen Interessen instrumentalisieren würde, wie Sie es ganz offensichtlich tun. Ich kenne selbst eine Frau, die unter einem Muslimen leiden mußte. Im Gegensatz zu Ihnen benutze ich aber nicht diese Erfahrung, um alle Muslimen zu denunzieren und alle Verbrechen, die ihnen angetan werden, zu legitimieren. Sie sind ein Demagoge und ein Manipulator der übelsten Sorte.
Im Übrigen muss man bedenken, dass m.E. zu einer ergebnisoffnenen und sachlichen Diskussion nur die Anführung von Sachbeständen erlaubt ist, die innerhalb der Diskussion von allen nachvollzogen und vor allem falsifiziert werden können. Nur auf die Subjektivität eines Einzelnen begründete Angaben können, sofern sie als rhetorische Mittel benutzt werden, nur gelten wenn sie bewiesen werden, da sie ansonsten die Wahrheitsfindung der Diskussion beeinflussen. Sowohl Sie als auch diese conny haben sich aber reichlich dieser subjektiven Mittel bedient, indem Sie Ihre Argumentation durch nicht überprüfbare Angaben maßgeblich zu begründen versucht haben; ob Sie wollen oder nicht, ist das manipulativ.
@salvo:
Es ist mir offen gesagt herzlich egal, ob Sie mir oder Conny oder sonstwem glauben wollen.
Ansonsten:
Dass Sie Leute, die Sie persönlich gar nicht kennen,
pauschal als Lügner, “Demagogen”, “Manipulatoren” beleidigen, verrät hingegen sehr viel über Ihre Kinderstube und Erziehung.
Offenbar ist das Ihre Angewohnheit, sich durch persönliche Beleidigungen und Unterstellungen um eine sachliche argumentative Auseinandersetzung herumzudrücken.
@Mumba und @Salvo: Was ist denn hier los? Ich fände es gut, wenn Sie beide dieses Blog und diesen ernsten und - egal von welcher Seite man es betrachtet - menschlich erschütternden Fall nicht für Ihre persönliche gegenseitige Polemik benutzen würden. - Es gibt Leute, die werfen mir und anderen vor, zum Beispiel mit diesem Ursprungsbeitrag Politik zu machen, und den Arbeitslosen in Speyder für dieses Ziel einfach zu benutzen. Dagegen wehre ich mich immer, aber Sie beide, die sie offensichtlich ein persönliches Problem miteinander haben, fangen hier an, sich gegenseitig zu bekriegen. - Das ist, nach meiner unmaßgeblichen Meinung, unschön.
@Bertrams
Ich führe mit niemanden Krieg. Aber eher sie und beide auf eine Ebene stellen, sollten Sie sich schon die jeweiligen Beiträge nochmals durchlesen. Ich nehmen mir das Recht, Beiträge auf ihren ideologischen Gehalt und ihre manipulative bzw demagogische Intention zu analysieren. Das gehört eben zur einer sachlichen Diskussion, dass man, sofern man es kann, demgegenüber zur Wehr setzt, der sich in einer fairen Diskussion unlauterer Mittel bedient. Sie sollten eigentlich wissen, dass das Netz von ideolgoschen und/oder professionellen Provokateueren infestiert ist. Warum Sie schon mal in einem ct-Forum?
Ich habe mich deshalb hier eingeschaltet, weil mir der Tod des jungen Menschen aus Speyer sehr nahe gegangen ist und ihn als Konsequenz der menschenverachtenden politischen Reformen erachte. Insofern werde ich vor niemanden zurückweichen, der versucht, von diesen Zusammenhängen abzulenken.
@mumba
wenn Sie sich oder wer auch immer solcher Mittel bedienen, müssen Sie schon damit rechnen, dass man sie als solche benennt.
“Offenbar ist das Ihre Angewohnheit, sich durch persönliche Beleidigungen und Unterstellungen um eine sachliche argumentative Auseinandersetzung herumzudrücken.”
Erstens habe ich niemanden beleidigt, zweitens habe ich ich lediglich darauf hingewiesen, dass bloße Behauptungen, die keine Überprüfung ermöglichen, als Argumentationsbasis nicht gelten können. Wenn man diese nicht belegen kann, sollten sie aus der Diskussion herausgehalten werden. Meine Haltung, Einschätzung und Bewertung zum Tod des jungen Menschen habe ich oben mehrmals erläutert. Und nicht nur hier. Ich nehme deutlich Stellung gegen Ihre und sonstige Versuche, diesen herbeigeführten Tod zu bagatellisieren und dessen Umstände zu vernebeln.
@Kommentator mit dem Pseudonym “Mein Parteibuch”
>Hm, lecker, die rhetorische Stilfigur eines Angriffes “ad personam” wurde wie aus dem Lehrbuch vorgetragen.
Sie fühlen sich ja schnell angegriffen. Ansonsten: Ad personam … na und? Ist das jetzt verpönt, weil es einen lateinischen Begriff dafür gibt? Ansonsten ist Ihr ganzes Witzblog respektive der Kommentarbereich mit auf Personen bezogenen Statements angefüllt. Bloß, wenn Sie der Betroffene sind, dann fällt Ihnen das plötzlich auf, genauso, wie Sie plötzlich auf echte oder vermeintliche Pseudonyme hinweisen müssen.
“Nur leider übersieht sie in der etwas hitzigen Diskussion, dass dieser Beitrag von Jens Bertrams stammt. Nun denn, kleine Fehler können auch dem besten Rhetoriker und dem übelsten Polemiker mal passieren.”
Wollen Sie Ihre Klientel nun vollends für dumm verkaufen? Oder allen Ernstes behaupten, in Ihrem Blog erschienen neuerdings Artikel, die nicht in Ihrem Sinne seien?
“Vermissen lässt der Kommentar allerdings eine Aussage dazu, was getan werden könnte, damit - auch psychisch - kranke Menschen in Deutschland zukünftig nach Möglichkeit nicht mehr verhungern.”
Nein, das lässt der Artikel vermissen. Allein die Überschrift “Ein Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung - und die Medien schweigen größtenteils” suggeriert, ein Arbeitsloser sei verhungert, eben weil er arbeitslos sei.
Wenn Sie die Straßenverkehrsordnung kritisieren wollen, dann schreiben Sie ja auch nicht: “Ein Arbeitsloser wird im Kreisverkehr überfahren - und die Tagesschau schweigt sich aus”
Selbstverständlich war das kein großes Thema für die Medien - wäre das Arbeitslosengeld oder das Sozialgeld so wenig, das man verhungern müsste, die Medien würden “größtenteils” berichten, um bei Ihrem schlechten Deutsch zu bleiben.
“Der seit der Einführung von ALG II gestiegene Druck von Seiten der Arbeitsagentur ist sicher genauso der richtige Weg dazu wie das inzwischen vielerorts in den ARGE anzutreffende systematische Mobbing.”
Wo besteht der kausale Zusammenhang mit dem aktuellen Fall? Der Mann war krank, das sagen Sie selbst, nun reden Sie von Mobbing. Verschwörungstheorie oder Ablenkungsmanöver? Oder wollen Sie in hellseherischer Weise behaupten, der Mann sei erkrankt, weil er gemobbt wurde (wo?-wann?-wie? und die Quelle bitteschön!)?
Nee, Herr Bartels, ich bleib dabei: dieser Fall kommt Ihnen gerade recht, um auf einem Staat herumzuhacken, dessen Sozialsysteme sich gewiss nicht vor denen anderer Nationen verstecken müssen.
Und hoffentlich müssen wir niemals in jener Welt der Ungerechtigkeiten, des Mangels und des Schreckens leben, in der Sie sich offensichtlich wähnen.
[…] dass die Diskussion um den Verhungerten von Speyer, drüben bei unkreativ (und auch sonst in der Blogosphäre), immer noch brennt. — Brennt, weil es mir in Hinblick darauf, Leser zu gewinnen, bisher wie […]
In Deutschland werden die Bürger soweieso nur für dumm verkauft. Sie haben es immer noch nicht kappiert, daß ihre Stimme nichts wert ist. Unsere Bürger glauben immer noch an die Demokratie, die hier eh nicht mehr existiert. Wir leben in einem Feudalen Staat, welches den Schein der Demokratie vorgehangen bekommen hat. Sicher haben wir mit vielen Problemen zu kämpfen und wirkliche Sozial”schmarotzer” regen uns auf, aber selbst einer der einer geregelten Arbeit nachgeht, muss um seine Existenz bangen (es sei denn, er ist Freiberufler, Anwalt, Politiker oder sonstwie einen “Designerberuf” ausübt). Politisch haben wir nichts zu sagen, selbst die Parteien die wir wählen lachen uns am Ende aus. Die Steuern die wir zahlen werden vergeuded und die Politiker dürfen uns unbestraft ins Gesicht lügen… (s. Blühm bei seiner Rentenaussage).
Deutschland werde wach, strengt Eure köpfe bei den Wahlen an, vergeuded nicht eure Stimme. Wählt auch mal zum Trotz ne andere Partei, nur um den “gestandenen Parteien” zu zeigen daß man mit euch nicht alles machen kann. Rechts wählen ist KEINE Alternative, das ist der Untergang!!!
Frieden.
[…] sehen (Anmerkung: Wer hier Sarkasmus findet, darf ihn behalten). Spätestens nachdem ein Arbeitsloser in Speyer verhungerte, musste jedem klar sein, dass bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit etwas ganz […]
[…] Puma nun wohl die ersten Früchte der Kriegsentscheidung ein. Das passt gut in eine Zeit, wo Arbeitslose verhungern oder in ihrer Not aus dem Fenster […]
[…] seiner Verantwortung für die Hartz-IV Toten in Deutschland, Deutschland Debatte hat da Recht, ist es eine Frage des Anstandes, dass man […]
Warum gehen nicht alle Arbeitslose nach Berlin, damit endlich etwas passiert ?
Weil Arbeitslose keine Freifahrscheine bekommen, anders als die so genannten Volksvertreter!
Mit HartzIV nach Berlin: pekuniär ausgeschlossen.
[…] ja auch mal jemand darauf, wie es um andere wichtige Artikel des deutschen Grundgesetzes in der Praxis bestellt ist. Bookmarken: [Trackback URI] […]
so wie es aussieht, werden ca. 80% der deutschen einwohner in absehbarer zeit richtigen hunger kennenlernen, das wird einige dann wohl zum umdenken bewegen! von 5000Mrd
spareinlagen sind gerade mal 4,6 Mrd abgesichert (steinbrück) die inflationsrate wird in diesem jahr auf 20% oder mehr steigen, es werden also noch mehr menschen in deutschland verhungern! die aushöhlung der verfassungsgemässen rechte hat eh ein unerträgliches mass erreicht! solche (in meinen augen) nazis wie schäuble und merkel sind massgeblich daran beteiligt! es wird jetzt bald knallen und das ist gut so, da damit der überwachungsstaat (hoffentlich) verschwinden wird! menschen, die heute auf kosten der masse ein leben in saus und braus
führen, werden es dann sehr schwer haben, sie haben es sich ja auch verdient!!!
[…] Teure Lebensmittel bedeuten für viele Menschen eine Zwangsdiät, Hunger, vielleicht auch den Hungertod. Nur wem kann das egal sein? Nun ja, denen, die das Geld haben. Und wer hat Geld? Die modernen […]
[…] Hilfebedürftige können sich gegen willkürliche Leistungsverweigerungen zwar mit Klagen wehren, und die Statistik verspricht dabei sogar gute Erfolgschancen, denn in rund 50% der Fälle gewinnen Hilfebedürftige ihre Klagen gegen die betrügerische Sozialbürokratie. Da Klagen jedoch nervenaufreibend sind und lange dauern, geht die Rechnung der Wirtschaftsfaschisten auf, obwohl es eine regelrechte Klageflut gibt. Die Abschreckungsstrategie der willkürlichen Leistungsverweigerung führt dazu, dass Hilfebedürtige in großer Zahl auf Leistungen verzichten, und funktioniert so gut, dass einige Hilfebedürftige sogar dann auf ihnen zustehende Leistungen verzichten, wenn der Verzicht tödliche Folgen hat. […]
[…] Die Abschreckungsstrategie der willkürlichen Leistungsverweigerung führt dazu, dass Hilfebedürtige in großer Zahl auf Leistungen verzichten, und funktioniert so gut, dass einige Hilfebedürftige sogar dann auf ihnen zustehende Leistungen verzichten, wenn der Verzicht tödliche Folgen hat. […]
es ist schon klahr ,DASS SICH DIE MEISTEN LEUTE DIE REALITÄT SCHÖN REDEN WOLLEN.
FAKT IST,DASS ICH BEREITS 4 LEUTE MIT FAMILIEN KENNE ,DESSEN ARBEITSLOSENGELD(WHAT EVER )OHNE BESONDERE GRÜNDE FÜR 3 MONATE,TROTZ BESCHEIDE EINGESTELLT HABEN,
DAS HEIßT ES GAB KEIN GELD-KEINE MARKEN-KEINEN ZUSTÄNDIGEN.
ES HILFT NUR EIN ANWALT DER AUCH KEIN GELD VORSCHIEßEN KANN.
ES TUT MIR LEID FÜR DEN JUNGEN MANN.
ICH KENNE AUCH EINEN JUNGEN MANN DEM ES ÄHNLICH GEHT ,DENKE ICH.ER KRAMT IM MÜLL,PSYCHOTESTS MACHEN KRANK,UND STUFEN DIE MENSCHEN ALS ARBEITS -UNTAUGLICH EIN .ES GIBT AUCH DIE MÖGLICHKEIT ALS SCHWER VERMITTELBAR EINGSTUFT ZU WERDEN.DANN DARF JEMAND FÜR EINEN EURO ARBEITEN .
das ist leider kein Einzelfall!
meine Mutter hat ein sehr soziales Herz und ihr ist dabei eine ältere Dame über den Weg gelaufen, die in einem Supermarkt war und dort nichts (!) einkaufte.
sie ging der Dame nach und redete sie an. sie sagte, sie hätte kein Geld und könne deshalb nichts zum Essen kaufen (das war so um den 20. des Monats herum!)
ich muss vielleicht dazusagen, dass es meinen Eltern auch nicht wirklich gut geht, aber in dem Fall ist meine Mutter mit ihr in den Supermarkt zurück und hat ein paar notwendige Dinge mit ihr eingekauft, was die arme Frau unglaublich glücklich machte. meine Mutter hat sie dann noch in die (spärliche) Wohnung begleitet und ihr beim zubereiten geholfen.
leider kam diese Rettungsaktion wohl zu spät, denn eine Woche später verstarb die Frau. der Arzt sagte meiner Mutter, dass die Frau wohl wirklich verhungert sei, weil sie über längere Zeit wohl nichts gegessen hatte! man konnte das an ihren Organen erkennen.
daraufhin redete meine Mutter mit dem zuständigen Ortpfarrer, der behauptete dass er für solche Fälle kein Geld und keine Mitarbeiter hätte…haaaaaaalllloooooo hier ist eine Frau verhungert!!!
aber für Kinderkrippen und den Transport von Schülern zur Schule, da ist Geld wie Heu da!
ich bin in die erste Klasse 6 km zu Fuss gegangen auf einer Strasse die von LKW benutzt wurde und da war nicht mal ein Bürgersteig!!! heutzutage ist schon der Weg zum Auto zu weit…
das ist vielleicht mal was, was man gewissen Familienministerinnen sagen sollte, dass sie nicht nur für Familien, sondern auch für einzelne Menschen verantwortlich sind!
in welcher Welt leben wir, wo nur noch Leute die um Hilfe schreien auch welche erhalten? wer schreien kann, das weiss auch der Sanitäter, der braucht in der Regel erst als letzter Hilfe!!!
aber Politiker sind nur noch bessere Taschenrechner, bei neuen Gesetzen wird nur noch ausgerechnet und nicht mehr nachgefragt (oder -gedacht) ob das ganze überhaupt Sinn macht!!!
ach ja, Herr Schneider:
das ist KEIN Einzelfall!!!
in meiner Heimatstadt gibt es durchaus ähnliche Fälle, so hat mir der Pfarrer natürlich unter vorgehaltener Hand versichert!
es gibt leider immer wieder Menschen, die noch ein Schamgefühl haben und sich deshalb nicht zum Amt brauchen. ist ja auch kein Wunder, auf Ämtern werden ja die “normalen” Menschen schon wie der letzte Dreck behandelt, wie ist das dann erst bei Leuten, die sich nicht wehren wollen…
vielleicht sollte man mal in Ämtern und Behörden ein Umdenken fördern, sodass dort Alle wieder wie Menschen behandelt werden! ich könnte ihnen da auch einige Haarsträubende Geschichten von meiner Gemeindeverwaltung erzählen, und die für diese Geschichten verantwortliche konnte leider nicht entlassen werden, auch wenn ich nicht der einzige bin der sich beschwert hatte.
der Staat sollte sich vielleicht mal wieder darauf besinnen Dienstleister zu sein und nicht Steuereintreiber und die Staatsdiener ihren Titel wieder ernster nehmen!!!
ich denke, dass dies nicht der letzte Fall sein wird und diese Thematik kenne ich zu gut durch meine eigene persönliche Situation. Wenn man dort angelangt ist und sich als letzte Möglichkeit ans Inet wendet ,Suche nach Rat oder Ideen und dann solche geistig hirnverbrannten,niveaulosen Kommentare zu schmecken bekommt a la Defeneder,zieht man sich auch,trotz kleiner Anonymität, von dort zurück. Übrig bleiben die 4Wände,solange die Räumungsklage noch aussteht, ein Arzt kann nicht aufgesucht werden ,aufgrund der sozialen Phobie, die man aufgrund seiner allzu menschlichen,liebevollen und nachdenkenden Mitmenschen alsbald entwickelt. Weiteres tuen Hunger und Durst und andere, im schlimmsten Falle dadurch hervorgerufen Krankheitssymtome, der Stress und die Verzweiflung nicht mehr zu wissen wie es überhaupt noch weitergeht. Anderen Menschen hatte man sich bereits geöffnet, was in Anbetracht der psychischen und körperlichen Situation schon nicht leicht fällt, aber wenn man merkt, dass einem nicht geglaubt, der Problematik zu wenig Gehör schenkt und auch nichts, nichtmal im Ansatz besser wird, unterlässt man auch dies bald.
Fazit ist eine zutiefst gekränkte geschundene Seele, die sich ersteinmal immer weiter in sich selbst zurückzieht, erst dann findet der soziale körperliche Rückzug statt. Einfachste Aufgaben können nicht mehr gelöst,Amtsgänge nicht mehr durchgeführt werden,man zieht sich selbst vor seinen Liebsten zurück und über allem schwebt der Schleier des totalen Abgrundes,ein Karussel dass sich viel zu schnell dreht, ein Gedankenkreisel/strudel entsteht, indem Du nicht mehr in der Lage bist einzelne Fragmente zu greifen, daran zu ziehen, um den Lebensansatz wieder zu fundamentalisieren. Nach ein paar Tagen, der Hunger und Durst sind da, aber es wird zunächst erträglich, dann bist Du auch bald schon nicht mehr in der Lage Nahrung zu Dir zu nehmen, kannst Dich nicht mehr dazu überwinden, das ist schrecklich und wenn man irgendwann an einem bestimmten Punkt angelangt ist,setzt auch der schwelende Hass auf seine M(idiot)menschen ein, man wird zum Menschenverachter, weil man sich fragt wie es in einer “Gesellschaft” möglich ist, das jemand so den Hang herunterschliddern kann,ohne dass es irgendwen interessiert. Man selber weiss ja schließlich, dass man keine Energie und Reserven mehr hat um sich selber daraus zu lavieren. Und dann kommt der Punnkt ,wo man es auch nicht mehr will, Teil sein einer Geseelschaft, die so(nicht) reagiert. Man fühlt sich missverstanden alleine isoliert und Vertrauen ist schon lange,lange vorher gestorben, sodenn dreht man sich immer schneller und schneller und hofft auf baldigste Zerstreuung der Atome in seinem Körper durch die Kraft des Drehmoments, sich einfach aufzulösen, vor dem geistigen Auge. Dies jedoch ist ein Zustand von nicht kurzer Dauer und es schmerzt…
Und wenn man weiss ,dass man in der Leere schwebt, nachdem man versucht hat die letzten greifbaren Fragmente zu packen, dann als Illusion erkennt, hält der Leerenzustand an, man driftet in den Sphären, und nur der körperliche Tod beendet wohl dieses Leid endgültig, so manifestiert sich der allerletzte, sich einstellende Hoffnungsschimmer
Ich selber bin nicht mehr religiös, dennoch wurde mir seinerzeit der katholisch/christliche Stempel aufgedrückt, ich war immer gut zu meinen Mitmenschen, viele Tränen habe ich durch erlebte Intoleranz,Rücksichstlosigkeit, Gewalt-Leid-Tod,Machtbestreben und Erhalt, Vorurteilsbeladenheit, mangelnde Intelligenz, Kapitalismus, Egoismus vergossen, und ich weiss das ich HIER nicht hergehöre in eine Welt, in der an eben genau mit diesen, oben genannten schlechten menschlichen Eigenschaften, das Andauern unserer Fort-schrittswelt gewährleistet werden soll. Ich mag vielleicht stehen geblieben sein, aber andere sind fortgeschritten in dunkle gar grausig anmutende Gefilde, und mir erschließt sich nicht, wie dies mit dem Gewissen der Moral Ethik einhergehen kann, die so dachte ich einst, in jedem Menschen wohnt. Naivität? Infantilität?
Nunja trotz meinem Schicksal bin ich froh mit reinem Gewissen, und der Kenntnis ,das Kindsein mit über die Schwelle nehmen zu können.
Macht es gut, denkt immer über die Konsequenzen nach, erlaubt Eurer Seele rein zu bleiben beladet Euch nicht mit den falschen Götzen und schenkt Euren verzweifelten Mitmenschen ab und an Gehör und Euer Vertrauen
[…] der Arbeitnehmer in Deutschland, verhungernde Arbeitslose, Apartheid im Herrschaftsgebiet Israels, Angriffskrieg gegen Afghanistan, da redet man nicht so […]