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20. Februar 2007

Notizen eines Einzelgängers

von @ 0:10. abgelegt unter Krankenversicherung, Deutschland, Politik

Am 2. Februar, als der Bundestag über die Drucksache 16/3950, besser bekannt als die Gesundheitsreform, abstimmte, regnete es Papier aus der Unterschicht auf die Abgeordneten. Moritz Emanuel Konstantin Waldhauser hat seinen ersten Roman - die Notizen eines Einzelgängers - den Abgeordneten auf die unorthodoxe Art des Abwurfs nahegebracht. Seine Courage und seinen zivilen Ungehorsam finde ich vorbildlich.

Ich meine, es ist wünschenswert, dass unsere Politiker öfter mal per Guerilla-Marketing Klopfzeichen aus der Realität erhalten. Gern veröffentliche ich auch eine E-Mail von Moritz E.K. Waldhauser an mich:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht haben Sie am letzten Sonntag in der FAZ von den “Zetteln meines Lebens” gelesen,
welche ich während der Debatte um die Gesundheitsreform, im Plenum des Reichstags, auf
die Abgeordneten niederregnen lies. Es handelt sich um meinen ersten Roman, den Notizen
eines Einzelgängers. Meine Absicht war es unter anderem den Abgeordneten etwas auf
den Tisch zu legen, dass nicht von einem Lobbyisten stammt, sondern aus der Unterschicht -
aber auch die Untermauerung der Authentizität meiner Aufzeichnungen. Und jetzt bitte
ich Sie einen Blick auf mein Leben zu werfen!

Vielen herzlichen Dank im Voraus.

Ihr Moritz E.K. Waldhauser

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,465668,00.html
http://www.taz.de/pt/2007/02/05/a0122.1/text
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/806/100706/
http://www.notizen-eines-einzelgaengers.de

Auf seiner Webseite findet sich sein Roman auch als pdf zum Download.

10 Kommentare zum Beitrag “Notizen eines Einzelgängers”

  1. Robin sprach

    *tusch*
    Geniales Markteing. In allen Bereichen. Warum hat er noch keinen Verlag. Ist das Buch so schlecht?

  2. Nachdenklicher sprach

    Ich frage mich, ob es nicht vieleicht sinnvoller gewesen wäre wenn Moritz E.K. Waldhauser eine Handgranate in den Bundestag geworfen hätte. Die Symphatien sehr vieler Mitbürger wären ihm sicher gewesen, hätte er dieses Land doch von einem Krebsgeschwür befreit - zum Teil wenigstens. Wer Ironie findet darf sie sich an die Backe nageln!

  3. salvo sprach

    ich glaube nicht, dass Moritz’ Ansinnen auf diese verengte Sichtweise gebracht werden kann: Nicht alle Menschen haben sich selbst zu einer Ware reduziert, für die es den besten Preis zu erzielen gilt

    Ist denn das Handeln der Geschwister Scholl auch ein als ‘geniales Marketing’ zu etikettieren?

    Und noch was: Bücher, also Texte, sind immer so ‘gut oder schlecht’ wie ihre Leser

  4. salvo sprach

    Handgranaten vermögen nichts gegen Variablen, für die es im Handel tausendfach Ersatz gibt

  5. Robin sprach

    @salvo
    Da magst du recht haben, leider gibt es viel zu selten Menschen, die solche Aktionen ohne Eigennutz betreiben. Und wenn ich mich an das Interview mit dem Autoren erinnere, ist sein Hauptziel durchaus einen Verlag zu finden.

    Bücher und Texte sind leider nicht immer so gut und schlecht wie ihre Leser. Es gibt auch Unterschiede … aber in dem Satz steckt in soweit Wahrheit, dass ein “guter” Leser wohl den Schwachsinn etwa in der BILD erkennen müsste ;-)
    (Aber das ist wohl ein anderes Thema)

  6. Nee sprach

    Das, was in der Bild steht, erkennen viele Leute als Schwachsinn. Die halten sich dann oft für clever und erkennen nicht, dass in Spiegel, Focus und FAZ genausoviel Schwachsinn als Wahrheit verkauft wird.

  7. Klaus sprach

    Ich habe einige Kapitel des so genannten Romans angelesen, es dann aber sein lassen. Schmerzensgeld für den Leser wäre angebracht.

  8. salvo sprach

    dass ein Text ‘weh tut’ kann durchaus ein Zeichen seiner Güte sein. Gute Literatur soll keine “Traumschiffe” vorspiegeln, dafür gibt es ein weit effektiveres Medium

  9. L-Roy sprach

    Guerilla-Marketing hin oder her: ich finde die Texte des Herrn Waldhauser nicht der Rede wert. Leider.

  10. Oliver sprach

    interssanter artikel zu einem vorfall, der mir so gar nicht mehr in erinnerung war. aber man wird ja bekanntlich vergesslich im alter…

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